Brauche Tipps fuer Schweinezucht an sambischer Schule

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Brauche Tipps fuer Schweinezucht an sambischer Schule

Beitrag#1von Farmer Payn » Donnerstag 24. April 2008, 13:05

Moin Moin Forumnutzer

Also ich bin im Moment im Zentralafrikanischen Sambia, wo ich fuer Lau als Lehrer an einer Schule arbeite, die zugegebenermassen mitten im Busch liegt. Weil die Schulen hier chronisch unterfinanziert sind ist irgendwann mal wer auf die Idee gekommen, dass Schulen hier eine sogenannte P.U (Production Unit) haben muessen, um sie durch Landwirtschaft teilfinanzieren zu koennen. Als einzige Nutztiere haben wir 25 Schweine, die sich aber zugegebenermassen in einem erbaermlichen Zustand befinden. Was vorallem an mangelnder Hygiene lag, die wirklich unter aller Sau war. Unsere Stallungen??? sind soweit ich das einschaetzen kann in gutem Zustand. Meine Hauptsorge gilt der Fuetterung. Bis jetzt werden die Tiere von den Essensresten der Schueler ernaehrt, welche aber Schatzungsweise hoechstens 30kg am Tag ausmachen. Hier meine Fragen

- was muss ich zusammenmixen, um ein Schweinefutter zu bekommen, welches dem Industriel gefertigten wenigstens einigermassen nahekommt?
- wieviel davon muss ich an die Tiere (alle aelter als 2Monate) taeglicher verfuettern?
- wie haeufig muessen die Schweine Entwurmt und von anderen Parasiten befreit werden?
- hat vielleicht einer ne Ahnung, welche Schweinerasse sich gut fuer die Mast/Zucht in subtropischen Regionen eignet?

Wie ihr seht hab ich relativ wenig Ahnung von Schweinehaltung. Waere aber fuer jeden Tipp sehr dankbar, auch weil die Schule davon ungemein profitieren wuerde.

p.S. hat vielleicht einer ne gute Quelle im Netz, auf der man einiges ueber Schweinehaltung lernen kann? ( vielleicht auch auf Englisch?)

Wie gesagt eure Antworten wuerden uns hier sehr helfen, grade, weil die aktuelle Nahrungsknappheit uns sehr stark zu schaffen macht.

Gruesse
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Beitrag#2von Canaria111 » Donnerstag 24. April 2008, 13:24

Herzlich Willkommen Farmer Payn,

na das ist ja mal ein interessantes Thema. Als erste solltest Du wissen, dass wir uns hier hauptsächlich um alte Nutztierrassen kümmern. Die haben den "Nachteil", dass sie oftmals länger brauchen bis ein wirtschaftlicher Nutzen entsteht. Auf der anderen Seite sind diese Rassen oftmals robuster, wenn ich das so ausdrücken darf.

Grundsätzlich kannst Du erstmal davon ausgehen, was für Dich gut ist, ist es für das Schwein auch. Magen und Darmtrakt ist mit dem unsrigen fast identisch. Daher je vielseitiger umso besser.
Wieviel verfüttert wird kommt drauf an, was verfüttert wird. Das kannman nicht so einfach sagen. Wenn es grad viel Mais, Kartoffeln oder sonstige Stärkehaltigen Futterwaren zur Verfügung stehen, füttert man bedeutend weniger als wenn grad Obstzeit ist.

Von pro-forma Entwurmungn halte ich nicht viel. Ich gebe Knoblauch mit unters Futter. Das klappt gut.

Welche Rasse ? Naja, Du hast doch schon ne Menge Schweine. Willst Du zu einer anderen Rasse gehen ? Ich denke mir, so wenig Kosten umso besser, oder ? Auf jeden Fall könnte ich mir gut das schwarze Schwein bei Euch vorstellen. Egal ob das Canarische oder Iberische. Diese Schweinerassen stammen vom afrikanischen Schwein ab, sind meiner Meinung aber fetter als das afrikanische (was aber durchaus nur an der Fütterung liegen kann)
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Beitrag#3von knüllbergfarm » Donnerstag 24. April 2008, 14:39

Hallo Farmer Payn ist ja sehr nett für Lau als Leher zuarbeiten und dan noch von 0 auf 100 zum Schweinespezialisten. Na mal sehen wir werden dir bestmöglich helfen ist ja nich ganz einfach wie du Schreibst.Wenn ihr die Schweine mit Lebensmittelreste Füttert wär es ambesten diese Abzukochen, da du ja Schreibst das die Schweine in einen erbärmlichen zustand sind. Wenn ihr die Lebensmittelreste abkocht habt ihr schon mal die Krankheitseräger die dadrin sein könnten abgetötet.Was könnt ihr sonst noch Füttern eventuell Apfelsinen wären gut weil die Schale Terpentinoele enthalen die Darmparasiten vernhalten Bandwürmer und soweiter, wigross sind die Ställe-gehege.Hygine ist wichtig weil sie ja
schon in einen Erbärmlichen zustand sind damit sie nicht noch in ihren Kott rumwülen dan nehmen sie die Wurmeier immer wieder auf wie sitz mit Wasser aus Bild eventuell auch Abkochen sehr gute info über
Schweine findest du auch bei www. Schweinefreunde.de und Schweineart.de wenn du noch fragen hast einfach schreiben

Gruss Thomas der noch 25 Mangalitza hat tendens steigent
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Beitrag#4von Herwig » Donnerstag 24. April 2008, 14:43

Moin Farmer Payn,

deine Fragen sind so nicht ohne weiteres zu beantworten. Wichtig ist vorrangig zu wissen um welche Schweinerasse es sich handelt, die ihr im Moment haltet. Ist es eine Hybridrasse oder ein afrikanisches Schwein (Wildschweinform) in welcher Provinz lebt ihr, wieviel Kwacha hättet ihr übrig um Futter zuzukaufen und lohnt sich die Mehrausgabe um bei den erwachsenen Tieren beim Schlachtgewicht entsprechend etwas zu erwirtschaften, gibt es einen Fluß, Stausee in der Nähe?
Wie ist die Ernährung beim Schulessen, gibt es mehr Hirse oder Mais, Früchte oder Gemüse. Wie ist es mit den Möglichkeiten zusätzlich Futter aufzutreiben, sammeln alter Früchte etc.

Afrikanische Schweine brauchen kein Leistungsfutter, die solltet ihr erstmal halten. Für Hybridschweine reicht euer Futteraufkommen nicht aus. Außerdem fehlen Proteine. Darum meine Frage nach Wasser, denn wo Wasser ist, gibt es auch Fisch, bzw. Fischabfälle. Um wirklich wirtschaftlich zu arbeiten müsst ihr alle Futterquellen ausschöpfen, wie ist das mit der Vegetation, gibt es Früchte? Versucht alles zu verwerten und sensibilisiert die Kinder dazu Schweinefutter aufzuspüren. Was wächst bei euch und kann über die Schweine veredelt werden, weil die Menschen es nicht mögen oder meiden. Wo gibt es verwertbaren Abfall?
Schreib mal ein bischen mehr über die Gegend und die Menschen, vielleicht fällt einem dann mehr ein.
Hochleistungsrassen solltet ihr auf keinen Fall halten, das führt in eine Sackgasse und letzlich gehen die Schweine dann in Nahrungskonkurrenz zu den Kindern.
Wenn alles nicht hilft, müsst ihr die Kopfzahl der Schweine verringern,. damit die mit dem Futter überhaupt zunehmen können. Vermutlich ist schon das Maximum erreicht, dh die Rationen reichen gerade mal zur Grundversorgung.
Ich vergaß:
Wie sieht es aus mit Ziegen??
Ziegenmilch, Nachgeburten etc. können eine Eiweißvariante sein!!
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Wow ihr Leute seid schnell dabei

Beitrag#5von Farmer Payn » Donnerstag 24. April 2008, 18:24

Zuallererst danke fuer die vielen und guten Antworten.

Ok zu euren Ideen und Fragen.

Bei der Schweinerasse handelt es sich um sog"local breeds" also keine Hybride, es gibt aber durchaus Leute in der Umgebung, die Rassen wie "Large White" und "Landrace" ( ich hoffe, dass das irgendeinem was sagt) halten. Und meine Planung waere sogar mittelfristig komplett auf solche deutlich profitableren Rassen zu setzen. Wasser haben wir hier eigentlich relativ viel, die qualitaet ist zwar nicht so der bringer, aber Krank macht das nicht. Die Essensreste der Schueler sind vorallem Nshima. was eine Art Maisbrei darstellt. Dazu kommen kleinere Mengen Bohnen und Kohl, aber wirklich nur sehr kleine Mengen. Bestimmt 95% sind Nshimareste. Fruechte etc sammeln habe ich auch schon dran gedacht, aber unsere Schueler haben einen ziemlich vollen Stundenplan auch im Nachmittagsbereich, weswegen das Sammeln fuer 25 Tiere praktisch unmoeglich ist. Leider gibt es wenig zusaetzliche Futterquellen fuer die Tiere, die meisten Fruechte werden von der Bevoelkerung selbst als Nahrung verwendet. Und ausserhalb der Schule fallen praktisch keine Essensreste an. Ziegen haben wir leider auch keine.

Die Gegend und die Menschen, hmm ja wie gesagt, 90% der Menschen hier lebt in Lehmhuetten und lebt von landwirtschaft und dem Sammeln diverser Fruechte,etc. Es werden haeufig Rinder gehalten, die aber allein vom grasen ueber die runden kommen. Das Wasser kommt zum grossteil aus Bohrloechern, ist also fuer Mensch (und Tier hoffentlich auch) geniessbar. Ich habe mich mal umgehoert, und ein 50kg Sack Schweinefutter, mit Sojabohnen, Mais, Vitaminen, Mineralien und was auch sonst noch dadrin steckt kostet umgerechnet circa 15 Euro. Es scheint aber auch einige Zuechter zu geben, die ihr Futter selber zusammenmixen um die Kosten zu druecken, was moeglicherweise eine alternative fuer die Schule waere. Hat da vielleicht jemand eine Anleitung, welche Mengen man da mischen muss, um einen guten Ersatz fuer das teure Futter zu bekommen? Ich habe gesehen, dass man Zusatzvitamine und das ganze Zeug relativ guenstig in der naechsten groesseren Stadt kaufen kann. Die Zutaten, die wir hier relativ leicht bekommen sind Mais(geschreddert oder einfach so), Bohnen, Sonnenblumenkerne, Sojabohnen, dann gibts auch noch relativ guenstigen Fisch.Hmm vielleicht isses fuer euch noch nuetzlich zu wissen, dass wir hier beim Verkauf der Schweine einen Wert von etwa 1,85Euro pro Kilo Schlachtgewicht bekommen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich glaube, dass wenn es mir mit eurer Hilfe gelingt hier eine richtige Schweinezucht/Mast (was auch immer der richtige Begriff ist) aufzuziehen eine ernsthafte Einnahmequelle fuer die Schule entsteht, die sie wie ihr mir glauben koennt bitter noetig hat.

Wenn ichs gebacken kriege stelle ich euch auch noch ein paar Bilder von unseren Pferchen und Tieren ins Forum, als auch ein paar Bilder von den Rassen, die jene Farmer halten, die in dieser Gegend am erfolgreichsten Tiere Zuechten und Maesten

Ich bin euch wirklich aus vollem Herzen dankbar, dass ihr euch so sehr um unsere Schule hier kuemmert, und es ist bei den Schuelern mit grosser Dankbarkeit aufgenommen worden.

Freue mich von euch zu hoeren
Der Payn
p.S. Hier ein paar Fotos von den Schweinen, die der erfolgreichste Zuechter der Gegend haelt, ich hab leider keine Ahnung, welche Rasse das genau ist die Rede war aber von "large white" oder "landrace" Fotos von unseren Tieren hier schicke ich soblad ich sie gemacht hab
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Beitrag#6von klosterbauer » Donnerstag 24. April 2008, 20:46

Hallo Farmer Payn,

gute Ideen gehören unterstützt. Da ich noch nicht in Afrika war, trau ich mich nicht, eine richtig fundierte Meinung zu sagen.

Doch mein Nachbar hat in der Entwicklungshilfe in der Elfenbeinküste gearbeitet (ist was her, aber so schnell werden sich die Dinge nicht verändern), ist selber Landwirt und hat auch dort landwirtschaftlich gearbeitet. Den will ich gerne mal am Wochenende fragen ...

Doch zuvor die Frage an Dich:
Hast Du mal mit dem EED (ev. Entwicklungsdienst) oder der katholischen Variante misereor Kontakt aufgenommen??? Vielleicht haben die einen Berater in der Nähe, der auch Dir mal Hilfestellung anbietet.
Der EED hat laut Internet kein Projekt in Sambia, aber vielleicht kriegst Du per Mail aus den Nachbarländern eine Hilfe, da sind die nämlich aktiv.
Misereor wiederum ist in Sambia mit einem Aidsprojekt aktiv - aber vielleicht können die einen Kontakt herstellen.
Kontakte findest Du sicher unter www.eed.de bzw. unter www.misereor.de

Außerdem hoffe ich im Mai in Deutschland einige Bauern aus Südamerika und Afrika zu treffen, vielleicht können die dann ein wenig helfen. Dann ist bei uns die UN-Konferenz über biologische Vielfalt - und da kommen eben auch Bauernvertreter.

Magst Du mir per PN deine E-Mail schicken, dann gebe ich die dem Nachbarn auf jeden Fall weiter mit den Kopien Deiner Posts ...

Laufen die Schweine eigentlich frei oder nur im Stall (draußen klauben die sich manch gesunde Eiweißration aus dem Boden - wäre vielleicht ne Idee)? Habt Ihr Stromzaun oder nicht? Gibt es Dinge, die wegen der afrikanischen Schweinepest nicht möglich sind? (mit der Krankheit kenne ich mich nicht aus, soll aber sehr unangenehm sein).

Übrigens: Meine Weideschweine (lang aufgegessen) habe ich ehedem nur mit Essensresten ernährt, hat denen nicht geschadet ... Pro Tier so ein Eimer (10 Liter) zwei Mal am Tag.

Soweit für heute - beste Grüße aus Deutschland von
Peter
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Beitrag#7von knüllbergfarm » Freitag 25. April 2008, 06:27

Hallo Bauer Pay die Schweinerasse die die umligenden Züchter halten heist Large white und kommt ursprunglich aus England es ist eine Hybridrasse die sehr viek Speck bildet.
Gruss Thomas vone Knüllbergfarm
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Beitrag#8von Herwig » Freitag 25. April 2008, 09:16

Die beiden Beiträge vor mir treffen zu.
Du solltest dir Hilfe holen und die Tiere sind Hybriden ( Landrassen haben Schlappohren) und eure Tiere sind mangelernährt, leider.

Ich finde, ihr habt das Projekt evtl. noch nicht ganz zu Ende gedacht.
Die Haltung der Schweine bzw. ein landwirtschaftlicher Profit könnte in den Unterricht einfließen, ob Mathe, Bio, Physik, überall lässt sich eure Schweinehaltung einbringen und die Kinder sensibilisieren. Ließe sich so nicht konzeptionell ein Projekt daraus machen? Patenschaften der Kinder für ein Schwein etc...Schließlich kann der Mensch nicht von Bildung allein satt werden. Ich bin auch Pädagoge, aber auch Landwirt und meine familiären Wurzeln sind bzw. waren in Namibia...
Die Futterrationen die ihr momentan zur Verfügung habt, reichen knapp für 5 Schweine zum Ausmästen! That`s all!!! Auch wenn Nshima ein wirklich nahrhaftes Futter für die Schweine ist. Um Krankheiten zu vermeiden solltet ihr darauf achten, das kein Schweinefleisch unter das Futter kommt, das ist gefährlich, vegetarische Essenreste sind völlig in Ordnung.
Es gibt vermutlich viele Lösungen die euch dem Ziel näher bringen, aber den Zukauf von Soja oder andere Mastfuttermittel sehe ich sehr kritisch!! Gebt das Geld lieber für eine bessere und abwechselungsreichere Ernährung der Kinder aus. Denn Profit über den Fleischverkauf,bei den Futterpreisen, werdet ihr nicht machen können. ( Ein Kilo Schweinefleisch braucht viele kilo Mastfutter und lohnt sich wirklich nur in grßem Umfang) Letzlich ist euer Profit bei 5 kostenlos gemästeten Schweinen größer als bei 25 Schweinen mit Industriefutter)
Schaut euch mal andere Projekte an, versucht euch an eurer Landschaft zu orientieren. Welche Futtermittel gibt es ausreichend?? Vermutlich ist eine Mischwirtschaft viel sinnvoller. Können sich z.B. Ziegen bei euch kostenlos ernähren ist das viel lukrativer. Die Milch kann an Schüler gegeben werden und von den Überschüssen können dann einige Schweine eiweißversorgt werden...
Solltet ihr bei Futterengpässen etwas zufüttern müssen, entscheidet euch für geschroteten Mais, wenn der mit Ziegenmilch und Wasser etwas eingeweicht wird, ist das ein super Mastfutter.
Ist es möglich die Familien der Kinder mit einzubeziehen? Möglich wäre eine Kooperative mit den Eltern, die Kinder bringen von zu Hause verwertbare Abfälle mit und bekommen dann bei der Schlachtung der Tiere einen Fleischanteil, so werden die Abfälle der Kleinhaushalte veredelt und der Speiseplan bereichert.
Ihr lauft Gefahr in die westliche Produktionstretmühle zu geraten, wenn du möglichst große Mastzahlen erreichen willst.
Wer erledigt die Arbeit bei den Tieren?? Füttern sauberhalten etc. macht bei 25 Schweinen viel Arbeit, einen Teil der eingesparten Arbeit bei weniger Tieren einzusetzen um Futter zu sammeln ist viel wirtschaftlicher für euch.
Wenn Ihr Mais habt, füttert ein paar Hühner dazu. Die Eier und das Fleisch für die Menschen, die Schlachtabfälle der Hühner als Schweinefutter (einmal aufkochen). Auch die Schlachtabfälle von Ziegen oder Rindern können verwertete werden. (natürlich auch aufkochen)
Ich bin ein Verfechter der Vielfalt, weil wich meine das die Spezialisiereung in der Landwirtschaft in eine Sacxkgasse führt und das besonders bei euch.
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Weiter gehts

Beitrag#9von Farmer Payn » Freitag 25. April 2008, 11:18

Ok, damit ihr euch einen kompletten ueberblick verschaffen koennt, habe ich grad Bilder von unseren Schweinen als auch von den Staellen (Pferchen?) gemacht

Bild Bild Bild Bild Bild Bild

Ok hoert sich wirklich so an, als on wir die Anzahl verkleinern muessen. Wenn irgendwer trotzdem noch ein Rezept zum zusammenmixen von Futter hat waere ich sehr dankbar.
Habe leider keine Zeit mehr zum schreiben

Gruesse
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Beitrag#10von Canaria111 » Freitag 25. April 2008, 12:01

Oh man, die sehen ja prima aus. also mit jede Menge Futter bekommst Du das vielleicht hin.... aber dafür brauchst Du echte Massen und ich denke, diese Rasse, die ihr da habt ist total ungeeignet. Es ist in solchen heissen Ländern wirklich sinnvol einheimische Rassen zu halten. Die sind meist bedeutend anspruchsloser und angepasster an den Lebensumständen.

Um mal die Futtermengen ein bisschen klarer zu machen und ich vermute, Eure Schweinerasse ist da bedeutend schwerfuttriger als meine schwarzen Schweine. Ich bekam meine Dora im Januar. Viiieeel zu dünn für ein Schwein in ihrem alter und Grösse. Um Dir viel zu dünn klar zu machen, hier ein Foto von ihr:
Bild
Da war sie ca. 11o-120kg schwer. Innerhalb der guten 3 Monate ist Dora inzwischen rund 170-180 kg schwer, leider habe ich kein Bild aber sie ist perfekt. Da mit ihr gezüchtet werden soll, darf jetzt nicht mehr mehr drauf. Um das zu erreichen habe ich jeden Tag wie folgt gefüttert:
jeden Morgen und Abend 1 vollen Eimer gedämpftes: Kartoffeln, Mais, Kürbis als grund und wenn ich hatte halt noch Kohl oder anderes Gemüse dabei. Dann noch Kürbis roh soviel sie wollte. Dann noch jeweils 1/2 - 1 Eimer morgens und abends Tomaten und Früchte. Und ich spreche jetzt von 1 Schwein was aufgebaut werden musste. Rechne mal durch wwas für Futtermengen Du für solche abgemargerten Kreaturen brauchst.

Ich würde wirklich einen Grossteil abschaffen und eine Mischung halten. Such Dir einheimische Schweine und 2-3 Ziegen, damit Du die Schweine unterhalten bekommst. Noch ein paar Hühner dazu, die Mischung machst
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Beitrag#11von Herwig » Freitag 25. April 2008, 15:47

Die skelettierten Tiere sind für euch in dem Zustand völlig wertlos, haltet ihr sie weiter unter diesen Bedingungen werden die meisten geschwächt eingehen. Der Eber ist sowieso nutzlos, weil so nie eines der Tiere tragend werden wird! Ihr werde Unmengen Futter brauchen um die Tiere schlachtreif zu bekommen. Sie haben bisher nicht einmal Erhaltungsfutter erhalten und sind somit Entwicklungsgestört.
Eure Stallungen reichen in meinen Augen maximal für 10 Schweine aus.
Und noch was, raus mit den Biestern in die Landschaft, verschafft ihnen Auslauf oder hütet sie im abgebildeten Wald. Die Tiere finden warscheinlich draußen mehr als sie von euch bekommen. Füttert Grünzeug, das gedeiht doch scheinbar prima. Das Grün von den Möhren, die Blätter vom Kohl etc.

Die weißen Maden und Larven sind zum Teil Mistbienen und stellen kein Risiko da, wärn sie innerhald des Stalles hätten die Schweine sie schon längst vertilgt.

Rezepte für Mischungen gibt es so nicht.

Wenn du unbedingt möchtest, was im Moment auch sinnvoll wäre, ist eine Aufbaufütterung mit Maisschrot. Einen Tag vorher in Wasser aufweichen, damit die Tiere das besser aufschließen können. Per Tier rechne ca 1,5 kg Tagesdosis (langsam steigern auf 2,5kg), zusätzlich zu dem Futter das ihr sowieso habt. Dazu Grünzeug! Und hör auf über Mastfutter aus der Industrie nachzudenken, da werdet ihr bei dem Zustand der Tiere arm, bevor ihr sie schlachten könnt.
Es ist noch gar nicht abzusehen, wieviel Tiere es überleben werden. Das ganze Projekt ist vermutlich nicht mehr wirtschaftlich rettbar. Versucht am Besten einige Tiere zu verkaufen an Leute die weiterfüttern wollen und kauft von dem Geld Maisschrot für die anderen.

Wieviel Tiere sind schon verendet? Rechne das hoch auf euren Verlust...

Von dem Industriemastfutter rechne 5kg per Tier und Tag, rechne weiter mit einer weiteren Mastdauer der jetzigen Tier von 7-8 Monaten. Das Endgewicht der Tiere wird dennoch schwerlich über 100 kg Lebendgewicht liegen. Lass deine Schüler dann mal ausrechnen was ihr investieren müsst und wieviel ihr einnehmen könnt, damit das Desaster transparent wird.
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Beitrag#12von klosterbauer » Samstag 26. April 2008, 14:41

Hallo Schulfarmer,

habe heute mit dem Nachbarn - Ex-Entwicklungshelfer - über Dich und Deine Situation geredet. Ich versuch es mal in konkrete Infos zu packen:

1. Zahl reduzieren: die Tiere sollen in Afrika von den Resten und dem für Menschen nicht nutzbaren Nahrungsmitteln leben.

2. Futterreserven nutzen: nicht nur Essenreste, auch
* Maisstiele (oder was sonst so bei der Ernte auf den Feldern bleibt)
* Reisspelzen (oder was sonst so bei der Verarbeitung übrig bleibt und vom Menschen nicht verzehrt wird)
* Maniokschalen
* Elefantengras
* überhaupt Gräser und Kräuter (die Einheimischen wissen hoffentlich, was Schweine gar nicht essen dürfen, generell dürfte aber alles gehen, was sich auch als Tierweide eignet)
* Pflanzen
* Äste etc.

3. neue Futterquellen finden - das können sein:
* Mais-, Reis und sonstwas für -Mühlen
* Restaurants - falls es sowas gibt
* Essenreste nicht schweinehaltender Nachbarn ...

4. Raus mit den Tieren
* falls Zaun notwendig ist, hat der Kollege früher mit Holzstämchen gezäunt (Sonnenschutz nicht vergessen)

5. Umstellen der Tierrasse
keine Hybridtiere wie Deine Nachbarn - vielleicht zunächst Kreuzungen von afrikanischen Schweinen und Deinen jetzigen Hybridsäuen

Auf jeden Fall aber: Weniger ist mehr - vielleicht kannst Du die mageren Viecher für kleines Geld noch an den Schweinezüchter der Umgebung loswerden?

Ich hoffe, es hilft - packs an, nach dem ersten Verkauf oder Schlachten wird die Situation sicher besser.

Beste Grüße aus dem kühlen Bergischen Land ins warme Sambia von
Peter
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Dann gehen wirs mal an

Beitrag#13von Farmer Payn » Sonntag 27. April 2008, 10:55

Ok es ist sehr eindeutig, dass wir die Tiere dezimieren muessen, damit das ueberhaupt nochmal was wird. Ich bin euch fuer eure Ratschlaege sehr dankbar und hoffe sie moeglichst bald in die Tag umsetzen zu koennen.

Ich wuensche euch in eurem Forum und bei euren Tieren noch viel Glueck

Gruesse aus Macha,Sambia auch von der ganzen Schule

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Beitrag#14von klosterbauer » Sonntag 27. April 2008, 11:47

Lieber Farmer

das Glück wünschen wir Dir erst recht - und verschwinde nicht einfach, sondern melde Dich doch mal wieder ... Wer weiß, wofür es gut ist ... - interessiert am Fortgang sind wir hier sicherlich alle.

Herzliche Grüße aus dem Bergischen von
Peter (ich denke, die meisten andern denken ähnlich)
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Beitrag#15von knüllbergfarm » Montag 28. April 2008, 15:49

Da schliße mich Peter seiner meinung an Bild

Gruss aus Niedersachsen vone Knüllbergfarm Thomas
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An alle Farmer da draussen

Beitrag#16von Farmer Payn » Samstag 3. Mai 2008, 15:25

Keine Sorge, ich werde euch natuerlich ueber unsere Fortschritte auf dem laufenden halten. Ich bin zurzeit leider sehr mit Unterrichten beschaeftigt, weswegen es nicht besonders schnell voran geht.

Werde euch aber von unseren Endgueltigen Massnahmen berichten und dann hoffentlich auch Fotos posten koennen, die Schweine zeigen, derer man sich nicht wegen Tierquaelerei schaemen muss.

Gruesse an euch alle und viel Glueck mit euren Tieren

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