Wensleydale Longwool <-> Kupfer

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Wensleydale Longwool <-> Kupfer

Beitrag#1von Schafhirte » Sonntag 9. Januar 2011, 07:29

Hallo zusammen,

sehr interessante Tiere, die Wensleydale Longwools. In der Rassebeschreibung steht "In England gibt es spezielle (Kupfer-)Präparate, die direkt in den Pansen eingegeben werden und sich innerhalb von 7 Monaten komplett auflösen und das Tier während dieser Zeit ausreichend mit Mineralien, so auch Kupfer, versorgen."

Kann mir jemand erklären, warum eine alte robuste widerstandsfähige Rasse mehr Kupfer oder sonst irgendwas besonderes zusätzlich benötigt? Da kann doch wohl kaum drauf gezüchtet worden sein, oder? Wo ist der Unterschied zu Hochleistungsrassen, die quasi alleine in der "Natur" nicht mehr überleben können? Fachleute ran, bitte. Bild

Liebe Grüße
Roman
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Beitrag#2von smallfarmer » Dienstag 11. Januar 2011, 19:16

Hallo Roman

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinen schönen Schecken.Wunderschöne Tiere. Vor einigen Jahren hatte ich selbst einen schönen Bestand meist mit Talerschecken .
Zu den Beständen von Wensleydale Longwool, Castlemilk Morrit, Kerry Hill, Soay und anderen Exoten außerhalb ihrer Heimat möchte ich mich hier nicht äußern , sonst werden bestimmt Steine fliegen.
Deine Fragen bezüglich des Kupfers kann ich dir beantworten. Es gibt bekanntlich Rassen die Kupfer schlecht vertragen z. B. Texel. Landschafe vertragen einen deutlich höheren Anteil an Kupfer. Kupfer hat außerdem die Eigenschaft, dass es Magen-und Darmwurm abtötend ist. Man hat daher auch in Zeiten wo es in der ehemaligen DDR keine verlässlichen Wurmmittel gab, mit Kupfer entwurmt.
Ich persönlich kenne den einen oder anderen Berufsschäfer die Kupfer und auch Zink ihren Schafen im Viehsalz verfüttern und damit einige hundert Euro an Medikamenten sparen. Es haben sich mittlerweile schon wahre Verschwörungstheorien in Verbindung von Futtermittelindustrien, Resistenzen von Wurmmitteln, Selen- und Kupfermangel bei Lämmern aufgetan .
Gruß
smallfarmer
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Beitrag#3von Herwig » Mittwoch 12. Januar 2011, 10:19

@smallfrmer, ich werfe keine SteineBild finde es aber wichtig, wenn da etwas thematisiert wird, auch zu reagieren. Ich will aber kein neues Thema hier aufmachen.
Darum aus Deiner Vorstellung hier im Forum:


Wir halten und züchten auch ab und zu mal schottische Highland PoniesBild. Leider
mittlerweile auch auf der Watchlist des RBST.
Seit ca 30 Jahren halte ich Schafe. Ein Drittel der Herde sind reine RomanovsBild,....


Warum züchtest du "Exoten" im Westerwald? (Vielleicht, weil es dir Freude macht, und du Sinn darin siehst?)


weiter schreibst Du an anderer Stelle:

Ich wohne hier im Westerwald , der Heimat des Wäller Bleßviehes und der roten westerwälder Kuhhunde. Beide leider fast verschwunden...


Das ist einer der Gründe, warum es wichtig ist, auch Tierrassen außerhalb ihres eigentlichen Verbreitungsgebietes zu halten. Wenn wir uns generell nur auf die paar Züchter eines Gebietes verlassen würden, gäbe es längst keinen Kuhhund mehr, die Zucht wäre längst in der Sackgasse.

Ich teile die allgemeine Ansicht, dass Tiere in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet gehalten werden sollen. Ich teile nicht die Ansicht, dass sie außerhalb eines ursprünlichen Verbreitungsgebiet nicht gehalten dürfen.

Würde also jeder nur Rassen im Ursprungsgebiet halten, wir hätten längst kein Pommersches Landschaf, Leine Schaf etc mehr. (konnten nur durch Rückimporte zur Auffrischung der Rasse erhalten werden)

Leben bestimmte Rassen nur in bestimmten Regionen, werden sie auch durch regionale Katastrophen ausgerottet.

Ich möchte das einfach mal zu Bedenken geben.
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Beitrag#4von Schafhirte » Freitag 14. Januar 2011, 00:23

Hallo smallfarmer,

danke für die Blumen! Bild

Aber die Frage hast Du meiner Meinung nach nicht beantwortet, oder? Diese Rasse benötigt doch nicht (wesentlich) mehr Kupfer, weil sie mit Kupfer als Wurmmittel behandelt werden. Oder etwa doch, weil denen schon seit 1000en von Jahren Kupfer künstlich zugeführt wurde???

Die einzige für mich denkbare logische Theorie wäre, dass die Region, aus der die Wensleydale Longwool stammen, einfach kupferreich ist und die Rasse sich seit etlichen Generationen "drauf eingestellt" hat. Ist das so? Kann das jemand bestätigen?

Ich finde das Thema Kupfer bei Schafen genau deswegen interessant, weil es so oft gegen irgendwas eingesetzt wird, z.B. Klauenbad/Moderhinke, wie oben genannt Wurmkur, etc. Leider ist Kupfer als Schwermetall - auch in kleinen Mengen - pures Gift. Was glaubt ihr warum Blauspray, das ja sehr wirksam war, verboten wurde? (Wie die meisten wohl wissen, haben Kupferverbindungen das Spray blau gefärbt; heutige Sprays enthalten kein Kupfer und werden blau eingefärbt, damit es wenigstens noch so aussieht).

In welcher Konzentration soll denn das Kupfer in solchen Pansenpräparate enthalten sein? Weiss das jemand?

VG
Roman
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Beitrag#5von smallfarmer » Freitag 14. Januar 2011, 18:48

Hallo schafhirte

Also ich fand meine Antwort schon ergiebig, gemessen an den Statements die du sonst noch bekommen hast. Falls du mehr Informationen brauchst, würde ich dir die Do it yourself methode vorschlagen.
Google doch einfach mal nach Copper sheep bolus.

Da findest du alles was das Herz begehrt.

Mit kollegialem Gruß

smallfarmer
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Beitrag#6von Schafhirte » Samstag 15. Januar 2011, 09:45

Hi smallfarmer,

da hast Du wohl Recht ...

Wow, das war ein guter Tipp! Bild Wusste nicht, dass die Dinger so heißen.

Vielen Dank und Grüße
Roman
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