Schafwolle, wohin damit??

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Beitrag#76von Ranunkel » Dienstag 11. November 2008, 19:21

Hallo Esther,

Du sprichst mir aus der Seele. Ich werde nie verstehen, warum man Zeug mit so viel Aufwand durch die halbe Welt karren muss. Wenn ich es irgendwie einrichten kann, unterstütze ich an erster Stelle den Handel mit Produkten aus der Region. Australien ist mir schnuppe. Auch gehöre ich nicht zur Wegwerfgesellschaft. Bevor ich mir etwas Neues kaufe, muss das Alte unreparierbar kaputt sein. Spötter behaupten, Werbung pralle an mir ab. Wenn die wüßten ...

Was Dein Handarbeitsgeschäft in spe betrifft - wieso _musst_ Du Industriewolle verkaufen? Gibt es da irgendwelche Bindungsverträge mit Herstellern? Wenn nicht, verkaufe den Restbestand ab und stelle Dein Warenangebot um. Wenn das nicht geht, stelle ganz allmählich um. Ich wette, je mehr echte Wolle aus deutschen Landen Du anbietest, um so mehr werden sie kaufen wollen. Es ist nach meiner Erfahrung nämlich tatsächlich so, dass reine Wolle zwar verlangt, aber eben von der Industrie nur Auswärtiges angeboten wird. Ich weiß, wie lange ich im vergangenen Jahr nach fertiger Strickwolle in relativ dünner Stärke von deutschen Schafen gesucht habe. Man hat mich ausgelacht, aber ich blieb stur. Als ich gefunden hatte was ich suchte, wollten alle den Link haben.

Und wer verbietet Dir, Deine Ware im Internet zu verkaufen Bild
Es gibt viele Anbieter, aber nur wenige mit einem solchen Angebot Bild

Und dem Rest der hier Mitlesenden kann ich auch nur sagen: Gute Ware hat ihren Preis, gute Rohwolle sollte nicht verschleudert werden. Man muss das Bewußtsein der Menschen wieder auf Vordermann bringen und dazu gehört, dass man ganz heftig die Werbetrommel rührt. Je mehr Menschen man damit erreicht, um so besser. Es gibt da ja auch noch sowas wie die Mundpropaganda, die nicht unterschätzt werden darf.

Also ran an den Speck, vom Nichts tun geschieht auch nichts. Noch mal: ich will KEINE Gegenleistung, ich will HELFEN.

LG
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Beitrag#77von Herwig » Dienstag 11. November 2008, 19:39

@ Esther,

ja, mit der Wolle ist es echt ein Krampf und mit dem Lammfleisch nicht viel anders. Neuseelandlamm-Braten bekommst du quasi für kleines Geld.
Die Deutsche Wollverwertung gibt es quasi nicht mehr. Hin und wieder werden die Schäfer ein paar kg an Hobbyspinner los, aber das rechtfertigt eben keine Lagerhaltung. Heutzutage sind die Schäfer froh, wenn sie ein paar cent per kg bekommen und die Wolle vom Hof haben. In Neuseeland bekommen die verarbeitenden Firmen viel größere Mengen und noch günstigere Preise, viele Verarbeitungsfirmen (Kämmereien und Spinnereien, Webereien etc) sitzen im Ausland.
So werden in wenigen Jahren alle Schafe die Wolle tragen ausgestorben sein, weil die Schur eine zusätzliche Belastung für die Schäfer ist.
Darum wollen wir wenigstens im kleinen Rahmen dazu beitragen, dass wenigstens die Hobbyleute oder Kleinmengenverbraucher eine Börse haben und somit bei den Kleinbauern und Hobbyschafhaltern die Wollschafe eine Nische finden. Die Wolle muß fair bezahlt werden, sonst legt der Schafhalter drauf!! Die Schur für ein Schaf kostet ca. 10 Euro, dazu kommt die Arbeit, sortieren und Versand etc.
Hier lässt sich nur etwas über die Wollqualitäten regeln. Wer ein, wie von Dir beschriebenes Fließ verkauft, sollte keine Wolle mehr abgenommen bekommen. Der Verbraucher regelt den Markt, nur wer Qualität bietet soll die auch loswerden.
Ich möchte dich bitten dich in unsere Wollbörse einzutragen, es ist schon Vera z.B. eingetragen die eine eigene kleine Wollkämmerei hat, vielleicht ergänzt sich das alles und es wird ein tolles, einzigartiges Projekt. Die Wollbörse, jeder kann Wolle nachfragen, Nutztier-Archen können Wolle anbieten und jeder weiß von jedem, weill alle das Angebot oder die Nachfrage bekommen. Unsere Wollbörse:
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Beitrag#78von Herwig » Dienstag 11. November 2008, 19:54

Hallo Ulrike,

jede Art von Werbung hilft uns weiter!!

Bei der IG Bauernhaus sind wir verlinkt und ich habe die auch verlinkt. Denn auch ich meine das eine Vernetzung überaus wichtig ist und nicht nur das, nicht ohne Grund hat unser Logo ein Bogentor abgebildet, mit den Tieren davor. Ich glaube wirklich das die Tierhalltung alter Rassen mit restaurierten Höfen untrennbar verbunden ist. Eine modernes Hybrid Schwein passt einfach nicht zu einem traditionellen Gebäude, finde ich.
Natürlich kann man darüber streiten, da ich alte Rassen aber als Kulturdenkmal sehe, gehört für mich ein Hybridhuhn ebenso wenig in einen rstaurierten Stall, wie Plastikfenster in ein Strohdachhaus!!
Gerne kannst du für Artikel im Holznagel frei über die Inhalte unserer Seite verfügen, kannst mich anrufen oder ichh rufe dich an, um näheres zu besprechen.
Denn auch auf unserer Seite gibt es Interviews unter Nachgefragt:

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Beitrag#79von Ranunkel » Dienstag 11. November 2008, 21:20

Hallo Herwig,

natürlich ist Vernetzung sehr wichtig. Das habe ich immer meinen Kunden gepredigt. Der Link zu Vieh-ev.de wurde von mir vorgeschlagen, noch bevor wir mit unserem alten Kasten angefangen haben. So lange kenne ich die Seite schon, war nur während der Bauphase weiß Gott mit anderen Dingen beschäftigt. Erst jetzt kann ich mich wieder dem zuwenden was mir schon sehr lange sehr wichtig ist. Dazu gehören die alten Häuser genauso wie die alten Rassen und die alten Sorten. Was auf dieser Welt tagtäglich alles verschwindet ist in meinen Augen besorgniserregend.

Selbstverständlich gehören die alten Nutztierrassen zu unserem Kulturgut, das sehe ich genau wie Du und mit allem Anderen bin ich ebenfalls bei Dir. Ich freue mich schon auf die Reportage, wegen der ich Dich morgen Abend anrufen werde.

LG
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Beitrag#80von steinadlerehemann » Mittwoch 12. November 2008, 00:34

Hallo Ihr Lieben,

ich habe bisher immer mitgelesen und mich doch gewundert.
Die drei Schafe plus den Bock den ich habe, haben so gute Wolle, dass sie hier auf dem Markt 11€ das kg dafür zahlen.
Ich habe jedoch schon mit der Schafschererin einen Deal gemacht - sie schert meine Schafe plus Hufe schneiden usw - dafür bekommt sie die Wolle.

Ich wollte wissen, wie die Qualität ist - sie sagte mir, dass meine Schafe die Wolle direkt verarbeitet werden können, die Wolle lang und fein ist. Was äußerst selten anzutreffen sei.

Daher wundere ich mich, wo doch meine Wolle begehrt ist, dass hier die Wolle quasi so günstig abgegeben wird. Jedoch - ich bin kein Profi und kenn mich nicht besonders mit Schafwolle aus.

Ich weiß auch nicht, ob das regional unterschiedlich ist.
Diese Frau ist aber nicht die einzige.
In meiner Nähe in meinem Ort also - gibt es einen zertifizierten Biobetrieb mit Gotlandschafen.
Diese Wolle ist ebenfalls sehr begehrt. Und die Frau kommt kaum nach mit der Produktion der Wolle.
Sie erhält den gleichen Preis wie die Frau, die meine Schafe schert.

Ich kann ja mal beide Frauen fragen, ob ich ihre Adressen weiterreichen kann, damit Ihr Euch mit den zwei
in Verbindung setzen könnt. Dies würde ich, Erlaubnis vorausgesetzt, dann per PN an Dich richten, Herwig.

Ganz liebe Grüße und Euch ein gut Nächtle
Christiane
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Beitrag#81von Marled » Mittwoch 12. November 2008, 18:32

Du sprichst mir wirklich aus der Seele, Esther.
Aber wir leben in einem Land, in dem Geiz geil ist, die Reparatur eines technischen Gegenstandes teurer als der Neukauf ist und Banker für ihre Fähigkeit, ein Land in eine schlimme Wirtschaftskrise zu stürzen, noch mit Millionen Abfindung belohnt werden.
Ich esse schon aus Protest keine südafrikanischen Erdbeeren im Winter und kaufe mein Fleisch beim Selbstvermarkter um die Ecke, auch wenn das um etliches teurer ist als beim Discounter.
Aber solange sich im Bewusstsein der breiten Masssen nichts ändert, wird auch die Politik diesen Kurs weiter verfolgen - Brot und Spiele halt!
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Beitrag#82von NorskSpaelsau » Sonntag 21. Dezember 2008, 20:18

Moinmoin!
Ich halte in Angeln nahe der Dänischen Grenze eine Herde Norsk Spaelsau (Norweger- oder Wikingerschafe) -als auch Islandschafe auf Landschaftspflegeflächen und auf Wintergras. Gammelnorsk Spaelsau gelten als direkte Nachfahren der Schafe der Wikinger, und sie haben wunderschne Wolle in allen, teilweise sehr seltenen Farben. Dessen Gewicht("Alpaka für Arme") liegt um 20% niedriger als das von Merinowolle. Die Unterwolle ist sehr fein, durch die langen Deckhaare hat diese Wolle jedoch einen besonders leichten, langen Auszug beim Spinnen und einen sehr schönen, eigentümlichen Glanz. Bei Spinnern ist die Wolle sehr beliebt. [FONT=Arial]Ich schere zweimal jährlich. Da ich nach bzw vor dem Wintergras schere und nicht zufüttere, ist sie sehr sauber und so gut wie frei von Pflanzenresten[/FONT]
Ich habe ein super Produkt...sagen Leute, die sich damit auskennen. Ich gebe mir jede Mühe, die Wolle sauber vom Schaf zu bekommen, stehe im Sommer tagelang im Bach, wasche nach Biolandstandard, fahre zum Kardieren, schreibe Pontius und Pilatus an möglichen Abnehmern an.
Ich verkaufe die Wolle meiner Schafe roh oder gewaschen/kardiert zum Spinnen und/oder Filzen in kleineren Mengen direkt an Spinngruppen bzw. über einen Direktvermarkter oder bei Ebay.
[COLOR=#ff0000]Soweit, so toll.... Dennoch.

Bei einer Menge von 3-400 kg ist es mir auf keine Art und Weise gelungen, bei der Vollkostenrechnung schwarze Zahlen zu schreiben. Geiz ist geil, und ab 14 Euro/kg hört derSpass auf, und für mich scheint der Markt auch nicht grenzenlos. Ich zahle 2 Euro fürs Scheren, 1 Euro Strom, 8 Euro Kardierlohn (Tendenz steigend), Diesel, Zeit, Material, Porto... Es ist ausserdem so, dass ich minderwertige Vliese und Randwolle großzügig wegwerfen muss, weil ich die Qualität halten muss- da sie farbig sind, nimmt sie nicht einmal der Grossabnehmer, und der Kardierer will bezahlt werden
Erschwert wird der Absatz dadurch, dass viele Halter ihre Wolle an Handspinner verschenken, nur um sie los zu sein- da ist es für viele schwer zu glauben, dass ich 4 Euro/kg einfach haben muss.
Nach nun sieben Jahren sinkt bei mir die Motivation, alljährlich ein gutes Produkt herzustellen, für das es keinen grossen Markt und keine Preisspanne gibt.

Sollte jemand einen Abnehmer (jaaaaaa klar, am liebsten einen ;o)) kennen, werde ich sofort meien jauligen Unterton einstellen und schwer motiviert auch 2009 in den Bach zu meinen Wollfässern hüpfen..!
Erstmal!
Und Frohes Fest!
Uta Wree
[/COLOR]
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Beitrag#83von Herwig » Montag 22. Dezember 2008, 10:28

Ich würde gerne noch näheres über die Schafrasse erfahren?
Wo kann ich etwas von denen lesen?
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Beitrag#84von klosterbauer » Montag 22. Dezember 2008, 19:57

Hallo Uta Wree,

Du hast so recht, warum verschenken die Leute alles und machen damit Ihr eigenes Produkt kaputt?!

Wir haben nicht solche Mengen, da kommen wir dann leichter mit klar.

Beste Grüße aus dem Bergischen
Peter
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Beitrag#85von NorskSpaelsau » Samstag 3. Januar 2009, 00:52

Moin Peter,

letzter Versuch...ich habe ein paarmal Antworten getippt...will abschicken... dann kommt die Aufforderung mich neu einzuloggen...obwohl längst eingeloggt..und blubb ist alles Getippte wieder weg..ich geb's auf. Hast aber Recht! Herzliche Grüsse, Uta
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Beitrag#86von ansaregina » Samstag 17. Januar 2009, 01:12

Einfach ist es nicht Schafwolle zu vermarkten. Ich habe sämtliche Versuche gemacht,Wochenmärkte, e-bay(das aller letzter, nie wieder!),Veranstaltungen. Meistens erschreckt den Leuten der Preis. Nun sind wir keine Discounter, und wollen auch nicht werden. Ich habe mir das herumstehen auf den Märkten abgewöhnt. Heutige Menschen können nicht mehr stricken, häkeln , es ist verloren gegangen. Seit den Schulen kein Handarbeitsunterricht mehr gibt, lernen sie es auch nicht mehr.
Fertigprodukte aus Schafwolle sind schon interressanter, Socken,Mützen etc. Ich spinne meine Wolle und so wie meine Zeit es erlaubt, stricke ich es, und versuche es dann loszuwerden. Natürlich muss man gut kalkulieren, für ein Paar gestrickte Socken ist 20.Euro schon gerechtfertigt. Handgesponnene Garne verkaufe ich natürlich auch, wobei 7-8 Euro/100 Gramm nicht die Welt ist.
Es muss bekannt werden, wie gut Schafwolle ist. Es heisst mehr,mehr und noch mehr über die deutsche Schafwolle Werbung machen. Und neue Ideen, was man alles aus Wolle machen kann. Die Wolle muss wieder interressant werden. Es muss Mode werden Schafwolle anzuziehen, und was Mode ist, macht jede zweite mit. Vermarktungsideen, die müsste man haben.
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schafwolle als isoliermaterial

Beitrag#87von CRESCATORUL » Dienstag 27. Januar 2009, 05:20

ich sah den beitrag von karin und muss schon sagen die idee mit schafwolle als daemmaterial waere interesant.sicher umweltfreundlicher als glaswolle und auch billiger denke ich mal. hier in rumaenien gibt es noch viele betriebe mit ueber 1000 muttertieren und die wolle hat einen sehr schlechten preis.

vielleicht weiss jemand wie man die wolle, in grossen mengen, filzen und dann in plattenform bringen kann (wie bei glaswolle) und natuerlich die ungeziefer los wird.

waere eine tolle idee!
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wollpreis

Beitrag#88von CRESCATORUL » Dienstag 27. Januar 2009, 05:45

wieviel kostet schurwolle in deutschland (unkardiert und unbehandelt)?
frage nur aus neugier um die preise mit rumaenien zu vergleichen. hier ist die wolle spottbillig und fast nicht zu verkaufen. der preis liegt bei etwa 70 eurocent pro kilogram.
wie siehts bei euch aus?
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Beitrag#89von Herwig » Dienstag 27. Januar 2009, 07:28

Wollannahmestellen bezahlen ganze 20 Cent für ein Kilo.

Erst kürzlich wurde im Internet eine große Kardiermaschine für 800 Euro angeboten. Die hatte eine Stundenleistung von 5 Zentner Wolle.... das wärs gewesen!!
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Beitrag#90von smallfarmer » Dienstag 27. Januar 2009, 17:10

Hallo Herwig

Die Kardiermaschine ist nicht das Problem. ich hab vor 7-8 Jahren eine große Maschine (Arbeitsbreite 1,50 mtr) vor der Verschrottung gerettet. Die Maschine stand in einer kleinen Teppichweberei in Hessen. Das Haus wurde verkauft und die Maschinen mußten raus. Ich gehe davon aus , daß sie noch funktionstüchtig
ist, da überall kleine Wollsäcke rumstanden. Ein großer Reißwolf ist auch dabei, man könnte also auch
farbige Wollen selbst mischen.
Wir müssten nur die passenden Personen finden die das Ding zum Leben erwecken und auf die Dauer auch erhalten.....................
Ideal wäre Maschinenbauingeneur (Schrauber) und Wollfachfrau, beide natürlich nervenstark.
Wolle waschen, kann man den Haltern/Züchtern in Workshops schnell beibringen.
Vielleicht könnte man auch über eine gemeinsame Vermarktung sprechen.
Macht euch mal Gedanken

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Beitrag#91von karinenhof » Dienstag 27. Januar 2009, 17:22

hallo Herwig,

die Maschine war ja schon weg. Ich habe noch mehrmals versucht mit der Verkäuferin in Kontakt zu kommen. Dies war leider nicht möglich. Wir hofften, dass wir durch ihre Verbindungen evt. eine andere Maschine bekommen könnten.

Wir wollten dieses Teil ja bei uns aufbauen. Platz und Interesse ist da. Schrauben können wir auch. Mein Mann ist Werkzeugmacher und ich Maschinenbaukonstrukteur. Grundsätzlich wohl keine schlechten Vorraussetzungen.

Alles was noch dazugehört müssen wir lernen.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
***********************************************************************
Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
Nutztier- Arche Karinenhof, Hof Nr. 81
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Wollauktion auch ohne Archehof ?

Beitrag#92von Lea » Dienstag 27. Januar 2009, 19:42

Hallo Herwig,
ich habe mit Interesse die letzten 6 Seiten, auch von eurer Wollauktion gelesen. Ist es möglich, dort Wolle anzubieten, auch wenn man nicht als Archehof angemeldet ist ? Oder gäbe es außer dem Marktplatz noch andere Orte bei Bild?
Ich habe fünf Pommern und schaffe es nicht, die ganze Wolle allein zu verarbeiten. Zur Zeit experimentiere ich mit einer Handkardiermaschine und Filzen. Als Isolierung habe ich die Wolle auch schon benutzt, zum Stopfen in Ritzen zwischen Fenster und Wand ( statt Flachs) oder kleingeschnitten in Lehmputz rein, statt Stroh. Mein Cousin ist Baubiologe und warnt zwar auch vor Ungeziefer... Gelesen habe ich allerdings, daß Motten z.B. nur in gewaschene Wolle gehen und man diese darum in Papiertüten verwahren soll. Also habe ich ungewaschene Wolle genommen. Bisher keine Probleme. Holzlatten haben wir früher mit Borsalz imprägniert. ( Hat ja auch schon jemand berichtet) Das gibt es im Chemiefachhandel in großen Säcken. Da das auf Wasserbasis angerührt wird müßte man die Wolle wohl vorher waschen. Das ist was mir dazu einfällt. Für die Isolierung meines Anbaus wollte ich auch Wolle in die Zwischenwände reintun. Aber ich finde sie fast ein bißchen zu schade dafür...
Bild Grüße Lea
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Schafwolle nutzen

Beitrag#93von bienenoldie » Freitag 6. Februar 2009, 17:24

Noch vor 2 jahren hab ichdie Wolle meiner Skudden auf dem Wollmarkt zum sagenhaften Preis von 0,50 Euro pro Kg verkaufen können!!
Letzten Jahr wurde auf dem Wollmarkt keine Wolle angenommen. Da habe ich sie an einen Lehrerin verschenkt, die ihren Schülern was über wolle und filzen beibringen wollte.
Und letzte Woche bin ich durch Zufall an eine Zeitschrift vom bekannten Fernsehpfarrer Flieg gekommen. Ich Heft 03/08 steht auf einem dreisitigen Artikel einiges was man mit der Wolle anfangen kann. Ein Wellness-Hotel z.B. bietet Original Wollwickel an von ungewaschener Wolle.
Die Wolle wird nur mit Soda gewaschen, dadurch bleibt das lanolin erhalten und sie gilt als Heilwolle.
Beschrieben wurde die Wollanwendung auf einem Hof im bayerischen wald. Googlen unter: Per Hof und ihr werdet es finden und damit auch bestimmt neue Ideen zur Anwendung.
Wie wäre es mit Wolleinlagen in den Pantoffeln im Winter für warme Füße?
Also ich werde dieses Jahr mal richtig aktiv mit der Wolle und mal sehen, ob ich Erfolg habe.
Grüße
bienenoldie

Bild Der mit den Skudden zum Summen der Bienen tanzt
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Beitrag#94von Herwig » Freitag 6. Februar 2009, 19:36

Hallo Bienenoldie, das ist diiiiiie Idee.

Wir sollten Schuheinlagen für die Schuhe filzen, die gibt es dann in verschiedenen Größen und vor allem in verschiedenen Stärken.

Schmidti wäre dafür der Richtige!!!
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Schafwolle filzen

Beitrag#95von schmidti » Freitag 6. Februar 2009, 20:04

Ideen sind schnell geboren und machen könnte man viel. Leider ist Zeit nur begrenzt verfügbar.
Dem geneigten Filzlehrling kann ich jedoch mit Fotoanleitungen dienen. Dann kann er filzen, gefilzte Sachen verkaufen oder Sets mit Wolle und Anleitung verkaufen oder Filzkurse geben oder...oder...oder
Einlegesohlen sind nicht schwer herzustellen und wenn der Schafzüchter und Produzent direkt verkauft lassen die sich vor Ort durchaus vermarkten.

Bildle Grüße, schmidti
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Beitrag#96von milchschaf » Donnerstag 28. Mai 2009, 19:25

stimmt ideen sind schnell geboren.ich verspinne meine wolle auch und färbe sie alles im hobby und geh 3mal im jahr auf einen markt bis jetzt bekomm ich sie gut los.dann hab ich noch eine dame die davon socken für die jäger strickt.und diese sind total zufrieden damit.aber wie schon andere schrieben es kostet zeit und diese ist manchmal begrenzt.
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Wolle

Beitrag#97von Alex » Freitag 25. September 2009, 22:08

Herwig hat geschrieben:Hallo Bienenoldie, das ist diiiiiie Idee.

Wir sollten Schuheinlagen für die Schuhe filzen, die gibt es dann in verschiedenen Größen und vor allem in verschiedenen Stärken.

Schmidti wäre dafür der Richtige!!!



Hallo,

ich hab die Wolle meiner Skudden dieses Jahr, als Mulchmaterial im Garten verwendet, es düngt und man muß nicht mehr so viel gießen, am besten wars für die grünen Bohnen, die sahen am Anfang ganz gelb und elend aus, dann hab ich sie dick gemulcht und siehe da sie sind richtig aufgeblüht, funktioniert auch in Töpfen, habs mit Stangenbohnen versucht.

weil zum filzen usw. fehlt mir das können, hab zwar ein Buch hier, aber zwischen lesen und machen ist halt doch ein Unterschied außerdem ist es vorallem wenn mans nicht kann recht zeitaufwendig.

Bis denn

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Beitrag#98von Mittelerde » Samstag 17. April 2010, 14:09

Auch wenn das Thema hier schon etwas länger nicht mehr so ganz aktuell ist ......


Wer verarbeitet mir denn die 4 Fliese meiner neuen RPL (Andreas sei dank) zu einem schicken Pullover ????? (Handarbeiten und so ist nicht wirkllich was für mich Bild)
:smileyvieh: le Grüße aus Mittelerde

Ralf

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Beitrag#99von Herwig » Samstag 17. April 2010, 17:05

Hallo Ralf,
du solltest dich an
ansaregina hier im Forum wenden.
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Wollverwertung

Beitrag#100von Ida » Mittwoch 21. April 2010, 07:24

Hola beisammen,
von ca. 30 Jahren habe ich aus der Wolle unserer Coburger Füchse Steppdecken gefertigt. Damals konnte man in der Wolldeckenfabrik in Nagold mit seiner gewaschenen Wolle für wenig Geld kardieren lassen. Ich nehme mal an, das geht heute nicht mehr. Diese Wolle habe ich dann in 3 Schichten auf farbige Leintücher ausgebreitet und punktuell fixiert. Außenrum den Rand habe ich mit der Nähmaschine gefertigt. Diese Steppdecken passten dann in einen Bettbezug. Einige dieser Decken haben wir noch heute im Gebrauch. Sie sind sehr angenehm und ideal als Winterdecke.
Ich habe auch schon Kleidungsstücke aus ungesponnener Wolle gehäkelt. Die waren dann aber so warm, das man sie nur im tiefsten Winter tragen konnte.

Demnächst werden wir unsere spanischen Schafe, ich nehme an sie gehören einer Milchschafrasse an, das erste mal scheren. Ich freue mich schon sehr auf die Wolle, denn sie ist sehr fein. Ich habe dann vor im Sommer mit den Enkeln zu filzen und ihnen das Spinnen mit der Handspindel zu zeigen. Ich besitze eine Karde, mit Handkurbel. Sowas gefällt den Kindern immer. Wenn sie dann noch die Wolle ihres Schafes verarbeiten können, um so spannender. Die beiden sind 6 und 4 Jahre alt und an allem was hier auf der Finca passiert interessiert.
Die Bauchwolle will ich, wie oben beschrieben zum Mulchen verwenden.
Der Schäfer, von dem wir unsere Schafe haben, erzählte mir, daß er die Wolle fort schmeißt, weil er nichts dafür bekommt. Ich werde mir wohl einen teil davon zum Mulchen holen.
Sonnige Grüße
Ida
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