Schafe sterben - blasse Schleimhäute

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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#26von Claudia » Samstag 10. August 2013, 13:49

klar musste die wurmkur sein, aber sie stellt auch immer eine belastung für den organismus dar

schaum vor dem mund in dem fall spricht für eine leichte pansenacidose, das natron neutralisiert und bewirkt damit das die pansenflora stabil bleibt, bzw sich stabilisieren kann.
vitamin c ist eigentlich eine säure, das irritiert, das sie wirkte kommt aber auf die trägerstoffe an, ob es einfluss auf den ph wert des pansens hatte und in welche richtung.

der pansen ist der motor des kleinen wiederkäuers, viel wichtiger als die darmflora für ein gesundes tier und sehr leicht aus dem gleichgewicht zu bringen, wenn schon eine schwäche des tieres vorliegt.
von daher würde ich keine früchte, kein kraftfutter, keine zusatzmittelchen wie bierhefe geben für ein 1 - 2 tage sondern einfach nur reichlich gutes heu, damit die flora ins gleichgewicht kommt
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#27von legasp96 » Samstag 10. August 2013, 16:15

von daher würde ich keine früchte, kein kraftfutter, keine zusatzmittelchen wie bierhefe geben für ein 1 - 2 tage sondern einfach nur reichlich gutes heu, damit die flora ins gleichgewicht kommt

ja, nur gutes Heu, Wasser und Mineralleckschale. Kein Grünfutter und auch kein Kraftfutter jeglicher Art.
Grüße
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#28von Christina » Samstag 10. August 2013, 20:27

Sie lebt noch, was ich tagsüber nicht zu hoffen gewagt hatte.

O.K. Dann versuchen wir es mit "weniger ist mehr". Leuchtet eigentlich auch ein.

Ich leg jetzt noch mal Heu nach. Wasser und Leckstein ist vorhanden. Grünfutter nimmt sie eh nicht wirklich. Meine Sorge war einfach, dass sie wegen der Blutarmut Power braucht. Aber das ist jetzt wohl das geringste Problem.

VitC ist sauer. Ich hab das hier, weil das bei meiner Hündin mit Blasentumor hilft, wenn sie ansatzweise wieder ne Blasenentzündung bekommt. Gleich VitC rein hilft da. Sie lebt damit nun schon 2,5 Jahr länger als die Tierärztin prognostiziert hat. Ich hatte wegen Gift-Schaum daran gedacht.
Vielleicht war es aber auch gar nicht das VitC, das geholfen hat, sondern einfach nur die Flüssigkeit. Werde nächstes Mal einfach reines Wasser probieren und dann schauen, ob das auch geht (falls die Situation wieder kommt). Oder soll ich echt Backpulver nehmen? Bei dem Gedanken bekommt ich Bauchschmerzen, weil ICH das gar nicht abkann!!!

Wie wäre es mit reinem Propolis???
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#29von Christina » Samstag 10. August 2013, 21:09

Bin raus gegangen und dachte: Die Nummer mit dem Grünfutter riskierst Du nicht. Die haben ja Recht. Bei den Pferden setzt Du auch immer auf Heu-Wasser-Salzleckstein-Diät!!! Jetzt gehst Du auf Nummer Sicher!
Hab das Schaf in den Stall getragen, eingesperrt und ...zugesehen wie es anfing das Heu zu fressen, das es den ganzen Tag nicht angerührt hat. Nach 15 Minuten hat es richtig viel von dem Wasser getrunken, das es den ganzen Tag nicht angerührt hat. Dann hat es weiter von dem Heu gefressen.... Dann hab ich nichts mehr gesehen, weil es zu dunkel war. ;-) Also wenn es heute Nacht stirbt, dann mit einem Pansen voller Heu und Wasser!!! So viel Wasser hab ich Schafe noch nie trinken sehen!!!
Verstehe ich jetzt nicht wirklich. Muss ich noch drüber nachdenken.... morgen.... Jetzt bin ich zu erschöpft.
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#30von Alex » Samstag 10. August 2013, 22:33

ich gebe auch gern Colosan wenn die Verdauung durcheinander ist, hilft auch gut wenn sie gebläht sind, und es sind nur natürliche Öle.

Alex
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#31von Christina » Samstag 10. August 2013, 23:34

Das geht bei Schafen auch? Hatte eh neulich überlegt, mir immer eine Flasche hinzulegen, falls mal was mit den Pferden ist.
Wenn es bei Schafen auch hilft, ein Grund mehr...
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#32von Christina » Sonntag 11. August 2013, 07:44

Heute früh haben mich drei Schafe am Zaun erwartet.
Meine Schließkontruktion war wohl doch nicht so gut wie ich dachte! Aber sie sieht viel besser aus! :-)
Jetzt frühstücken wir und dann sperren wir sie noch einmal ordentlich ein.
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#33von schnuckened » Sonntag 11. August 2013, 08:28

hallo christina, je länger ich den faden hier verfolge, komme ich zu folgendem schluß:

"...Futternot kann nicht sein, die stehen satt im Gras... ."

ich denke, hier liegt das hauptproblem. du hältst eine schafrasse, die "grünfutter satt" einfach nicht verträgt. der "begriff" moorschnucke wird ev. fehlinterpretiert. die anfälligkeit auf parasiten rührt auch daher. gib ihnen rohfaserhaltigere weide, mit allerhand kräutern durchsetzt. lass das gras lieber mal überständig werden und/oder biete wenigstens dazu reichlich heu an. lass kraftfutter möglichst ganz weg, höchstens mal als lockmittel! du wirst sehen, dann kannst du auch die mittel, öle und schwarzen salben weg lassen. die schafe werden es dir danken!

und ergänzend zu legaspi 96´s hinweis, für die momentane energiezufuhr reinen traubenzucker...

grüße

ed
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#34von Christina » Sonntag 11. August 2013, 10:40

Hallo ed,

danke für den Hinweis! Sie standen vor einigen Wochen wirklich auf einem zu grünen Stück. Seit der Hitzewelle allerdings auf einem überständigen mit gutem Schatten. Dort fessen sie im Moment auch die Brennesseln, Kamille, mal eine Distelspitze etc. Im Winter bekommen sie das Pferdeheu, das sehr lang ist. Kraftfutter bekommen sie eigentlich nur alle paar Tage mal zum Anlocken. Ich hatte die letzten Tage Sorge, dass das doch zu wenig war. Gerade wegen der Blutarmut dachte ich, es hätte wohl doch einen Mangel gegeben. Aber da beruhigst Du mich gerade.

Ich will nächste Woche mal zu der Tierärztin, die mir die ersten Wurmkuren mitgegeben hat, und fragen, welche das war. Im Moment glaube ich, dass sie einfach nicht gewirkt hat und das unser Problem war. Dazu vielleicht noch zu wenig Wechselbeweidung, weil die wenigen Schafe zu wenig wegfressen und ich sie deshalb zu lange auf einem Stück gelassen habe.... Und als letzter Punkt dann noch der neue Schafbock, der sicherlich auch die ein oder andere Aufgabe für das Immunsystem mitgebracht hatte.

Das Schaf guckt jetzt wieder viel wacher, steht nicht mehr so sägebockmäßig rum, liegt nicht mehr flach ohne wiederzukäuen, die Ohren kommen hoch, die Schleimhaut sieht rosa aus... Ich glaube, jetzt haben wir es wirklich geschafft. So gut sah es die letzten 4 Tage nicht aus. Von Müdigkeit keine Spur mehr.
Eine Stunde bevor es anfing zu fressen hatte ich übrigens etwas reines Propolis gegeben, das unser Imker mir gerade zur Weiterverarbeitung gebracht hatte... Wer weiß, vielleicht hatte das ja auch geholfen.
Zuletzt geändert von Christina am Sonntag 11. August 2013, 11:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#35von schnuckened » Sonntag 11. August 2013, 11:39

wie kötteln denn deine schafe, immer schön kugelig, oder öfters mal klumpig, schleimig oder gar breiig? und klar, ständig weidewechsel, lieber noch mal kleiner portionieren. zwar mehr arbeit, aber wichtig wegen dem parasitendruck. und nicht auf der "abgefressenen" weide weiter laufen lassen, d.h. nur den zaun versetzen, sondern immer wieder frischen standort, der "alten" weide auch mal 6 wochen ruhe gönnen, auch in der vegetationszeit. wenn zu viel wächst mähen und heuen, nur mulchen begünstigt eher das parasitenmillieu. denk dran, auch in spanien gibt es schafe, die stehen auf blanker stoppel und leben auch! ist jetzt überspitzt, aber zeigt die richtung, in die du gehen musst!

im winter kannst du ihnen gern auch eiweißreicheres heu (grumt) geben, gerade dann brauchen sie die energie, die sie ja auf der weide nicht finden. hier sind auch mineralstoffe und spurenelemente gespeichert, zwar nicht vom energiegehalt, aber von der zusammensetzung wertvoller als jedes kraftfutter! auch hier lieber besseres heu als kraftfutter. das bekommen meine schnucken überhaupt nicht! gerade die landschafe brauchen eine artgerechte haltung um vital zu bleiben. das wird in unserer futtermittelkonzerngeregelten gesellschaft viel zu wenig berücksichtigt!

grüße

ed
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#36von Christina » Sonntag 11. August 2013, 11:54

doppelt
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#37von Christina » Sonntag 11. August 2013, 11:58

Das ist ja gerade das Gemeine: Sie haben IMMER total unauffällig geköddelt! Kleine einzelne Kügelchen... Nur beim neuen Bock wars anfangs etwas breiig. Da standen sie aber auch auf der zu grünen Weide... Ich fand, das sah schon fast nach Durchfall aus, aber Herwig war gerade zufällig hier und meinte, das ginge durchaus noch. Das hat sich die Tage drauf dann auch gelegt.

Wir haben seit zwei Wochen einen neuen großen Aufsitzmäher. :-) Damit können wir zukünftig alles schön nachmähen und das Schnittgut abtragen. :-)

Die Mehrarbeit wegen der Portionierung scheue ich nicht. Das betreibe ich bei den Pferden auch ständig so. Da wird sogar täglich vorne zu- und hinten weggesteckt. Ich wollte den Schafen nur immer gerne mehr Platz lassen, aber drei-vier Schafe fressen echt lange an einem Stück von 600 qm.

Viele Grüße
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#38von Claudia » Sonntag 11. August 2013, 12:44

schnuckened hat geschrieben:
und ergänzend zu legaspi 96´s hinweis, für die momentane energiezufuhr reinen traubenzucker...

grüße

ed



klar - wenn man intravenöse infusionen setzen kann und möchte
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#39von legasp96 » Sonntag 11. August 2013, 15:32

Claudia, Traubenzucker kann man auch oral geben. Einfach in etwas Wasser auflösen, auf eine große Spritze aufziehen und ins Maul geben.
Aber wenn sie anständig gutes Heu frißt ist das auch ok.
Christina, die Schafe saufen sehr viel mehr, wenn sie nur Heu fressen. Meine 5 Kameruner kämen mit einem halben Eimer (5 l) ewig hin (auch im Hochsommer, wenn es heiß ist), wenn ich das Wasser nicht immer mal wieder erneuern würde. Im Winter, wenn viel Schnee liegt und sie auch durch Scharren kein Gras finden, passiert es das sie jeden Tag einen Eimer Wasser saufen.
Grüße
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#40von Claudia » Sonntag 11. August 2013, 15:50

das weiß ich, funktioniert auch prima beim menschen (und manch anderen getier), aber der ist auch kein wiederkäuer.
bei schaf, ziege in einem solchem zustand würde ich das aber niemals machen, eben wegen der pansenflora - aber wie gesagt ich würde es nicht tun.
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#41von legasp96 » Sonntag 11. August 2013, 16:04

Ich würde es auch nicht so ohne weiteres tun. Aber wenn ein Schaf sehr schwach ist, ist es einen Versuch mit einer geringen Menge wert.
Grüße
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#42von Herwig » Montag 12. August 2013, 05:37

Hallo Christina, schön das es dem Schaf besser geht.
Als ich bei Dir war, hatte ich schon den Verdacht wegen der Parasiten geäußert. Wir hatten über die Wurmkur gesprochen. Bei Schafen und Ziegen haben sich zunehmende Resistenzen gegen den Wirkstoff in Panacur gebildet (heißt Ferbantazol oder so ähnlich, alle weiteren Mittel mit dem Wirkstoff taugen ebenfalls nix mehr)
Vitamingaben helfen bei Vergiftungen, sonst würde ich davon absehen.
Ich war Hüteschäfer, mein Lehrmeister hat mir über den Kot der Tiere etwas anderes beigebracht:
Wenn er ganz hart und nur aus dunklen Rosinen besteht ist das kein Schaf das mit Nährstoffen zur Leistung von Milch oder Fleischansatz ernährt wird. In der Hüteschäferei habe ich das auch nur äußerst selten erlebt. Wenn die Weide einigermaßen gut ist, ist der Kot etwas heller und zusammenhängend, dann sind die auch richtig ernährt. Von Leistungs(Mast)futter würde ich ebenfalls absehen, wenn die Weide einigermaßen gut ist. Schnucken brauchen tatsächlich weniger saftige Weide, Moorschnucken können die aber gut vertragen.
Letztlich gibt es verschiedene Ernährungsstufen: Mangelernährung, Erhaltungsernährung, Ernährung, Leistungsernährung und Masternährung. Wie so oft halte ich den Mittelweg für den richtigen, die normale Ernährung reicht völlig aus. Leistungsernährung sollte jedes laktierende Tier bekommen. Masternährung ist nur etwas für die Industrie, Mangelernährung sieht man häufig in der 3. Welt (Unterernährung) Erahltungsernährung reicht aus, wenn man die Tiere nur zum ansehen hat, aber nicht melken, Lammen oder Schlachten möchte. ... genau so sieht dann auch der Kot aus!
Durchfall beim Schaf ist flüssig von der Konsistenz, alles andere ist im Rahmen und bei Weidewechsel oder Futterumstellung völlig normal.
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#43von Christina » Montag 12. August 2013, 06:54

Hallo Herwig,
nach Deinem Besuch hatte ich noch einmal entwurmt. Offensichtlich mit einem falschen Mittel. Heute bin ich schlauer.
Wie geschrieben werde ich mit den Schafen nun bei meinem "Bauernhoftierarzt" bleiben und hoffe, dass wir damit alle ähnlichen Problematiken zukünftig ausschließen.
Tatsächlich scheinen die dunklen Köddel der Mädels schon auf den Blutwurm hingedeutet zu haben. Leider fehlte mir dafür noch das Wissen. Es ist schade, dass meine Unwissenheit vorm Lernen in diesem Falle zum Leid der Tiere geführt hat, aber leider ist das in der Tierhaltung nicht immer ganz zu vermeiden - zumal, wenn man mit einer neuen Art beginnt.
Hoffen wir, dass die nächsten Monate/Jahre besser laufen!
Viele Grüße, Christina

PS: Das Schaf ist putzmunter! :-)
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#44von schnuckened » Montag 12. August 2013, 07:15

hallo herwig, grundsätzlich gehe ich mit deinen ausführungen voll mit. ich möchte trotzdem 2 puknkte ansprechen, bei denen ich so meine bedenken rein im vergleich zur haltung von schnucken (ich meine die ganze gruppe) anführen möchte:

H.
"... mein Lehrmeister hat mir über den Kot der Tiere etwas anderes beigebracht:
Wenn er ganz hart und nur aus dunklen Rosinen besteht ist das kein Schaf das mit Nährstoffen zur Leistung von Milch oder Fleischansatz ernährt wird. In der Hüteschäferei ..."

ist hier, also in der hüteschäferei nicht grundsätzlich LEISTUNG vater und mutter dieses gedanken? bei schnucken (und darüber reden wir hier) darf ich niemals von leistung im sinne eines "ertrages" , wie er bei hüteschafen, die ausschließlich der fleischgewinnung zum zwecke des broterwerbes dienen, ausgehen. schnucken sind schon immer bessere landschaftspfleger gewesen, fleisch(-erzeugung) ist bei ihnen "nur" eine leckere beigabe.

H.
"Leistungsernährung sollte jedes laktierende Tier bekommen."

für schnucken (ganze gruppe) bedeutet die fütterung mit gutem (eiweißreichen) heu bereits ausreichende leistungsernährung. leider ist das bei größeren herden kaum zu realisieren, wer soll das viele gute heu ranschleppen? hier ist meiner meinung der grund, warum häufig die these der kraftfutterzugabe eine tragende rolle spielt.

grüße

ed

ps, schön christina, dass es dem schaf wieder gut geht. es ist schön, dass wir hier voneinander lernen und erfahren können!
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#45von Herwig » Montag 12. August 2013, 08:03

schnuckened hat geschrieben:ist hier, also in der hüteschäferei nicht grundsätzlich LEISTUNG vater und mutter dieses gedanken? bei schnucken (und darüber reden wir hier) darf ich niemals von leistung im sinne eines "ertrages" , wie er bei hüteschafen, die ausschließlich der fleischgewinnung zum zwecke des broterwerbes dienen, ausgehen. schnucken sind schon immer bessere landschaftspfleger gewesen, fleisch(-erzeugung) ist bei ihnen "nur" eine leckere beigabe.


Hallo ed, ja im Groben sind wir einer Meinung, nur dieser Aussage pflichte ich nicht bei. Keine Schafrasse wurde als Landschaftspfleger erzüchtet, schon gar nicht die alte Landrasse Heidschnucke.
Schon mein Urgroßvater war Schäfer und hat die Heidschnucke nicht gehütet um die Landschaft zu pflegen, sondern um seine Familie zu ernähren, vom Ertrag der Schafe. Auf den sandigen, kargen Heideböden wuchs eine schlechte Futterqualität, das war der Motor für die Erzüchtung dieser Rasse, nicht der Erhalt der Kulturlandschaft, darum hat man sich im 18. Jahrhundert wenig Sorgen gemacht. In der heutigen Zeit ist das wohl der Fall, aber die Schnucke wurde tatsächlich erzüchtet um schlechtes Futter in Fleisch und Bekleidungsfelle zu veredeln.


schnuckened hat geschrieben:für schnucken (ganze gruppe) bedeutet die fütterung mit gutem (eiweißreichen) heu bereits ausreichende leistungsernährung. leider ist das bei größeren herden kaum zu realisieren, wer soll das viele gute heu ranschleppen? hier ist meiner meinung der grund, warum häufig die these der kraftfutterzugabe eine tragende rolle spielt.


Ja, ed, das ist richtig. Gutes Heu ist Leistungsfutter. In der Heuqualität habe ich immer "Muttern- und Lämmerheu" getrennt gelagert. Stand es nicht zur Verfügung wurden leichte "Kraftfutter" zugegeben. Dieses Futter bestand meistens nur aus Quetschgerste in geringen Mengen für die säugenden Mütter mit Zwillingen...

Übrigens war bei meinem Urgr0ßvater die Innen und Außenparasitenbekämpfung sehr eingeschränkt, gegen Würmer wurde Kamala verwendet, ansonsten Tannen und Fichtenzwiege gehütet. Zur Außenparasitenbekämpfung wurden sie einfach nach der Schur durch die Aller oder Leine getrieben, das war`s! Mein Urgroßvater war der erste Heideschäfer, der einen Zwilling nicht zwangsläufig erschlagen hat, sondern durch gezieltes Futter erhalten hat. Das war um 1890...
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#46von schnuckened » Montag 12. August 2013, 08:59

ja ist klar herwig, ich hätte auch landschaftspfleger in anführungsstriche setzen müssen, denn ich meinte ja auch, dass wozu sie gezüchtet wurden, die verwertung der kargen kost (wie sie die landschaftspflege bietet) gemeint ist. ich beobachte täglich, was sie so fressen und finde es sehr interessant. auf einer vorgelagerten stillegungsfläche interessiert sie nicht das reichhaltige hohe gras am rande, sondern die nahrung an den ausgedünnten trockenen stellen. habichtskraut, sauer- und kleiner ampfersamen, rainfarn, jetzt die dünnen herbstlöwenzahnstengel. oder wenn sie einen abstecher in die ödlandheide machen, walzen sie kreuzdorn regelrecht nieder. ich finde den ansatz deines großvaters einzigartig und handele seit meiner anfänglichen unsicherheit genau so, nur ohne aller. entwurmt habe ich schon mind. 3 jahre nicht mehr, mache das nie (mehr) prophylaktisch und setze allein auf die präventiven heilkraft der streng extensiven natur! das letzte mal hat die tierärztin die herde zur pflichtgemäßen BT impfung 2009 gesehen.
andererseits ist damit auch das ende der fahnenstange klar erreicht. sprich, herde vergrößern kommt nicht in frage, der standort ist zu heikel, was bei der letzten trockenperiode besonders spürbar war. es ist aber auch gut so, dass wachstum irgendwo an grenzen stößt...

ähm, ich stoße gerade auch auf etwas, was meiner meinung nicht ganz stimmt. auf heideböden wächst nicht zwangsläufig eine schlechte futterqualität, schaut man genauer hin. einige der pflanzenarten hab ich eingangs schon erwähnt. ich denke, die schnucken selektieren genau das futter oder die futterkombination, die sie von diesem kargen boden verwerten können. ich bin mir sicher, dass durch die nutzung verschiedener bakterien und enzyme den schafen die möglichkeit gegeben wird, angeblich schlechtes futter in brauchbares (und der schafgesundheit förderliches) zu verwandeln.

und nun schau ich noch, was "kamala" ist...

grüße

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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#47von Uwe » Montag 12. August 2013, 10:05

Christina hat geschrieben:PS: Das Schaf ist putzmunter! :-)


Moin Christina,
diese Nachricht ist eine gute Nachricht!!
Gratuliere
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#48von Christina » Montag 12. August 2013, 16:48

Uwe, Du glaubst nicht, wie glücklich mich das macht!!!
Wir hatten letztendlich aus lauter Verzweiflung auch noch ein Antibiotikum rein gehauen. Das in Kombination mit Propolis hats wohl dann endlich gebracht. Wenig später fing das Schaf dann ja endlich im Stall an Heu zu fressen und entspannt zu stehen. Meine Güte, das waren Urlaubstage! Aber zum Glück hatte ich noch welchen und musste erst heute wieder arbeiten!!!

Die ganze Zeit denke ich über folgende Dinge nach:

Wenn der Blutwurm auch auf Pferde geht, bringt mir eine Wechselbeweidung gar nichts. Ich hab dieses Jahr auf einer Weide Pferdemist liegen gelassen und wollte nächstes Jahr dort das Heu für die Schafe machen. Jetzt bekomme ich dabei Bauchschmerzen. Wie soll ich damit zukünftig umgehen?
Ich hab noch eine extra Moorweide, auf die ich die Schafe bringen könnte. Aber lieber habe ich sie hier am Haus.

Ich denke, dass der Bock zusätzlich etwas eingeschleppt hat, womit die durch den Wurm geschwächten Auen nicht klar kamen. Beim Geflügel versuche ich deshalb Neuzugänge hauptsächlich über Bruteier dazu zu holen. Das geht bei den Schafen nicht. Ich werde also eines Tages wieder einen Bock (oder auch Auen, falls ich Herdbuchtiere dazu haben möchte) kaufen müssen. Hätte ich diesen Bock wochenlang isoliert gestellt, wäre im Grunde alles genauso gelaufen. Denn der Bock ist fit!

Zwei grundlegende Probleme für die ich eine Lösung brauche.
Zumal ich es eigentlich ähnlich wie ed halte: Pferde bekommen nur im Herbst die Wurmkur wegen der Magendasseln, sonst gar nichts und alle sind gesund. Geflügel bekommt nichts und gedeiht prächtig.

Bei den Schafen hatte ich nun tatsächlich entwurmt und es ist dann auch noch nach hinten losgegangen, weil die Wurmkur nicht gewirkt hatte... grmpf...Als Lösung für die Schafe wäre hier natürlich die Wanderweide zu sehen. Aber was hilft mir das, wenn da vorher die Pferde drauf waren!?! Hmm....
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#49von Uwe » Montag 12. August 2013, 17:12

Doch, Christina, das glaube ich Dir!
Letztendlich ist aber nicht recht klar woran es nun gelegen hat ... macht mich etwas "unzufrieden".
Und was nun zuletzt geholfen hat - ist auch unklar. Irgendwie unbefriedigend - aber nun wird es ja doch noch gut! Welche Endnummer steht auf der Ohrmarke? 11, 12 oder 13 ... nur so aus Interesse, grundsätzlich unwichtig!
Mit dem Entwurmen bin ich auch eher - wie andere hier - zurückhaltend. Irgendwie scheint das richtig zu sein denn hier haben wir keine Probleme.
Ich drücke die Daumen das es keine weiteren gravierenden Einschläge mehr gibt!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Schafe sterben - blasse Schleimhäute

Beitrag#50von Christina » Montag 12. August 2013, 18:36

Die 12 ist gestorben. Die 11 war die letzten Tage so schwer krank und die 13 wollte gerade mit Schlafzimmerblick folgen, aber sie hat eben ein Antibiotikum bekommen. Hier werden keine Spielchen mehr gespielt!
Damit steht für mich klar, dass der Bock etwas eingeschleppt hat.

Gut, dass ich Dich nicht überreden konnte, auch einen zu nehmen. Wenn bei Dir auch etwas ausgebrochen wäre, hätte ich mir nur mächtige Vorwürfe gemacht!
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