Schafe entwurmen

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Schafe entwurmen

Beitrag#1von Sylvies kleine Alm » Sonntag 6. Januar 2008, 16:28

Hallo,

imich würden Eure Meinungen bzw. Erfahrungen mit der Entwurmung von Schafen interssieren. Als ich vor fünf jahren meine ersten Quessantschafe bekam sagte der Tierarzt: Verwurmung ist die Todesursache Nr. 1 bei den Schafen in Hobbyhaltung. Mann könne gar nicht oft genug entwurmen. Nun habe ich mich in den letzten Jahren daran gehalten und die Tiere mehrmals im Jahr entwurmt mit Panacur. Hoch lebe die Pharmaindustrie! Bild

Gibt es nicht irgendwelche pflanzlichen / homöopathischen Möglichkeiten dem Wurmbefall vorzubeugen? Bei Ziegen sollen ja Fichtennadeln helfen, wie ich hier im Forum gelernt habe...

Bin dankbar für jeden Tipp!

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Beitrag#2von Christina » Sonntag 6. Januar 2008, 18:18

Hallo Sylvie,

ich hab da noch keine Erfahrungen mit Schafen, aber mit Pferden und Hunden.
Meine Tiere bekommen EMa, das den Darm gesund hält und dafür sorgt, dass das Tier selbst mit den Parasiten fertig wird.
Bei den Pferden gibt es Untersuchungen darüber, die belegen, dass es keinen Unterschied macht, ob die Pferde regelmäßig entwurmt sind oder nicht, wohl aber, ob vernünftige Weidehygiene betrieben wird oder nicht. Tatsächlich gab es keine Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen "Keine Entwurmung und Weidehygiene" und "Entwurmung und Weidehygiene".
Ich denke, dass wir langfristig alle mehr auf die Weiden schauen sollten....

Über EMa findest du Infos in den verschiedensten Foren im Netz. Ein gutes Buch ist "EM-Lösungen kompakt - Pferde" von Ernst Hammes.

Ich hab mein Pferd seit 14 Monaten nicht entwurmt und sie ist so fit wie nie zuvor.

PS: Generell ist die Weidehygiene bei Pferden natürlich einfacher als bei Schafen!

Viele Grüße,
Christina
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Beitrag#3von klosterbauer » Sonntag 6. Januar 2008, 18:24

Hallo Sylvia (?vermute ich, oder doch Sylvie?)

schönen Gruß an Deinen Tierarzt: Ich kenne Berufsschäfer, deren Herden kränkeln weit mehr als die Tiere vieler Hobbyhalter. Denn die sind oft auch intensiv mit dem Herzen dabei ...

Nun denn, ich benutze recht lange schon Cydectin. Das ist zwar gegen die reine Lehre (man soll jedes Jahr die Wirkstoffgruppe wechseln). Doch ich fahre gut damit. Das Mittel hat eine Depot-Wirkung, dazu kommen bei mir entweder großzügige Weiden oder häufiger Weidewechsel. Das beugt der Verwurmung ebenfalls gut vor. Vor dem winterlichen Aufstallen gibt es bei mir immer eine Wurmkur, dann vor dem frühjährlichen Austrieb. Und dann sehen wir mal. Kotproben und immer selber schauen, wie die Köttel denn so sind...

Dazu immer nett Mineralfutter und Salz geben - fitte Schafe kränkeln nicht so leicht.

Pflanzliche Mittel habe ich noch nicht versucht, da ich eben bis dato ganz gut damit fahre. Wenn Du da noch Tipps kriegst, lese ich gerne mit und vielleicht probiere ich auch das ein oder andere mal aus.

Beste Grüße
Peter
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Beitrag#4von Herwig » Sonntag 6. Januar 2008, 19:07

Hallo ihr Schafhalter,

der Tierarzt macht leider seinen Job nihct richtig, vielleicht liegt es daran das er an den Medikamenten die er verkauft mitverdient?
Panacur ist mittlerweile gänzlich unangebracht bei der Entwurmung von Schafen und Ziegen. Ein guter Tierarzt weiß soetwas!!
Bei Panacur musst du mindestens die doppelte Dosis geben um gegen Bandwürmern und Magen-Darmwürmern etwas auszurichten. Letzlich ist jedoch die Frage, wie weit man die Spirale noch andrehen will?
Meine Kaltblutpferde haben seit Jahren keine Wurmkur mehr bekommen und sehen gut aus.

Ziegen und Schafe ist da etwas anderes, durch die Koppelhaltung entsteht ein höherer Infektionsdruck als beim Schäfer, der faktisch täglich die Weide wechselt. Außerdem meint der Tierarzt wohl das Leute die keine versierten Schafhalter sind, eine Wurmerkrankung nicht sofort erkennen. Er hat auch in sofern recht, als das es wenig andere Erkrankungen der Schafe gibt, an der sie schnell mal sterben.
Ich bin ein absoluter Gegner der präventiven Entwurmung. Dieser Vorgehensweise haben wir, meiner Meinung nach, die Resistenzen zu verdanken!!
Da haben wir aber schon an anderer Stelle hier im Forum diskutiert!
Natürliche Methoden der Entwurmung waren früher Kamalah, ein Kraut das die Parasiten durch kurzen, heftigen Durchfall austreibt.
Weiterhin behindern Terpentinöle die Fruchtbarkeit der Innenparasiten, das ist in allen Nadeln und Nadelgehölzen enthalten, also Tannenbäume abnagen lassen!
Portionsweide ist das A und O bei Koppelhaltung, leiber viele kleine Pazellen als eine große.
Wurmkuren wirklich nur bei Bedarf. Läst man Kotuntersuchungen machen, werden immer Innenparasiten nachgewiesen, ich habs noch nicht anders erlebt.

Denkt immer daran, was Würmer umbringt, kann für Menschen nicht gesund sein. Wurmmittel reichen sich übrigens auch als Rückstand in der Leber an etc.
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Beitrag#5von Sylvies kleine Alm » Sonntag 6. Januar 2008, 19:39

Vielen Dank für Eure Informationen,

ich werde jetzt sofort mit einigen Maßnahmen anfangen, erst mal Weide abteilen. Dass die chemische Keule auf Dauer nicht gut sein kann leuchtet mir ein. Weihnachtsbäume will ich lieber nicht nehmen, werden teilweise stark gespritzt. Aber mein Nachbar fällt gerade seine Tannen........

allen einen guten Start in die neue Woche

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Beitrag#6von Herwig » Montag 7. Januar 2008, 09:14

Leider ist das mit den Tannenbäumen ein weitverbreiteter Irrglaube.
Abgesehen davon wird vermutlich der eine verfütterte und belastete Tannebaum im Jahr der Ziege weniger schaden als die, auf jeder Packung, empfohlenen 4 Wurmkuren.
Der Tannenbaum kann, wenn überhaupt, maximal Herbizide enthalten, genau soviel wie jedes konventinelle Heu oder Getreide.
Tannenbäume werden maximal bis zu einer Höhe von 40 cm gespritzt, genau solage, wie hochwuchernder Bewuchs die Entwicklung des Baumes behindert. Später kommt gar kein Landwirt mehr mit seiner Spritze ohne Schaden durch die Kultur. (ausgenommen Spezialfahrzeuge die sich hier zumindest niemand leistet)
Das bedeutet bei einem Tannenbaum (1m höhe), das er minimum 4 Jahre nicht gespritzt wird. Das überschreitet jede Wartezeit für einen Bio-Umstellungsbetrieb. Es ist also quasi schon nach 3 Jahren ein "Biobaum". Dazu kommt, dass mit zunehmender Größe die Wartezeit verlängert wird. Je größer der Baum, desto unbelasteter die Nadeln.
Hier in unserer Gegend werden viele Weihnachtsbäume von konventionellen Bauern angebaut, Spritzungen habe ich bisher nur erlebt, bei Bäumen im ersten Jahr.

Außerdem gibt es auch noch spezielle Bio-Weihnachtsbäume ( wenngleich das auch für den Verbraucher nur in sofern eine Rolle spielt, das selbst im ersten Jahr gemäht und nicht gespritzt wurde, bzw. die Kultur durch Schafe gepflegt wurde. Also wäre es angebracht generell einen BioBaum zu kaufen, allerdings nicht wegen der Ziegen, sondern wegen der Umwelt!!
Ich habe jedes Jahr einen eigenen, bzw. einen aus dem Garten meines Schwiegervaters, wir pflanzen einfach abwechselnd jedes Jahr zwei neue!!
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Beitrag#7von Sylvies kleine Alm » Montag 7. Januar 2008, 09:32

Herwig,

sieh mal an, das war mir unbekannt. Ich versuche halt auch bei Heu und Stroh, möglichst Bioqualiltät zu bekommen. Danke für die Aufklärung!

Sylvie
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Beitrag#8von Herwig » Montag 7. Januar 2008, 10:11

Hallo Peter,
ich würde dir, wenn du magst und meine Empfehlungen nachvollziehen kannst, nachfolgende Änderungen in deiner Vorgehensweise vorschlagen:

  • Warum entwurmst du zur Winteraufstallung? Die Tiere sind warscheinlich hochtragend, was nicht von Vorteil ist, sinnvoller wäre es, die Tiere nach dem Ablammen zu entwurmen. Die Lämmer bekommen dann ihre Dosis über die Muttermilch, durch das Heu aus Raufen ist der Infektionsdruck am geringsten. So haben die Lämmer einen guten Start. Im Stall werden die Tiere sich nicht großmächtig infizieren. Wenn die Lämmer beginnen auf der Weide mitzufressen, ist meistens, meiner Erfahrung, der größte Infektionsdruck da. Also lieber dann im Mai, Juni oder so entwurmen.
  • Die sogenannten Osterlämmer haben dann keine direkte Wurmkur erhalten.
  • Wurmkuren mit sogenannter Depotwirkung halte ich in der Nutztierzucht für bedenklich, weil die Wartezeiten sich entsprechend verlängern und die langsam abnehmende Wirkstoffkonzentration die Resistenzbildungen der Parasiten begünstigen. Letzlich ist bei Depowirkstoffen die Belastung für das Tier auch höher.
  • Du sagst selber, das ein Wirkstoffwechsel empfohlen wird. Das solltest du unbedingt machen!! Gerade weil du mit Cydektin gute Erfahrungen hast, denn wenn die Erfahrungen schlecht werden, ist es bereits zu spät, dann sind bereits deine Weideparsiten resistent gegen das Mittel und das ist unumkehrbar. Für deine Wirkstoffgruppe würde das eine erheblich höhere Dosis bedeuten. (Wie z.B. bei Panacur) Das wiederum eine Verdoppelung der Wartezeit. Irgendwann kanst du dann gar nicht mehr schlachten weil du nur noch Wartezeiten hast!!


Zu den Wartezeiten generell: Diese werden ermittelt in dem man folgenden Status zur Grunde legt: Gesunder Mensch, 30 Jahre, männlich, 70 kg!

Was ist mit Kindern, alten Menschen, schwangeren Frauen, Rauchern, Diabetikern etc??

Aus dem Grunde halte ich es für sinnvoll, so viel wie irgendmöglich auf Medikamente in der Tierzucht zu verzichten, auch mit dem Risiko hin und wieder ein Tier zu verlieren. Medikamente zu verabreichen nur aus prophylaktischen Gründen, also ohne erkennbare Erkrankung, ist noch bedenklicher, finde ich.
Letzlich muß das aber jeder für sich entscheiden.
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Beitrag#9von Christina » Montag 7. Januar 2008, 13:38

Vielleicht noch eben einen Erfahrungsbericht für weniger bewanderte Mitlesende:

Wir hatten früher ein Jahr mal ganz, ganz wenig Lämmer.
Bei der Ursachenforschung kam heraus, dass der Grund in der Wurmkur während der Bockzeit zu finden war!
Ist eigentlich ja auch ganz logisch: die Toxine sind so dosiert, dass die kleinen Würmer den Geist aufgeben, das Schaf selbst aber überlebt. Das haben dann die kleinen "Lammwürmer" auch getan.

Wurmkuren werden immer als so unbedenklich verschrieben. Sind sie aber bei Weitem nicht.
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Beitrag#10von klosterbauer » Montag 7. Januar 2008, 19:49

Ahoi in die Runde -

über Änderungen denke ich gerne nach - ehrlich. Bis dato entwurmte ich vor dem Aufstallen, da die Winter doch nicht mehr so wirklich kalt sind und im Stall aus meiner Sicht die Würmer bessere Chancen hatten als bei mir auf der Weide (Weidewechsel etc.)

Das mit der Wartezeit tut derzeit nicht wirklich weh, da die bergisch pur-Richtlinien eh die Einhaltung der doppelten Wartezeit verlagen. Und ein richtlinientreuer Vermarkter wie ich hält sich dran.

Mit dem Frühjahr, das sehe ich genauso - und am Wirkstoffwechsel arbeite ich schon länger, bin mir aber immer etwas unschlüssig, was ich nehmen denn nehmen soll... Aber die Idee, nach der Ablammung zu entwurmen, die kann ich schon mal gut nachvollziehen.

Beste Grüße - danke für die Tipps
Peter
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Beitrag#11von Leoeliyah » Montag 20. Dezember 2010, 23:23

Also ich werde derzeit von allen seiten für verrückt erklärt meine Pferde zusammen mit den Soays auf einer Weide stehen zu haben. Alle haben angst um Lungen und Leberwürmer. Meine Pferde werden 2mal jährlich entwurmt und einmal jährlich lasse ich (zahlt ja die tierseuchenkasse) von allen tieren eine kotprobe nehmen und lasse sie von Tierarzt untersuchen. Auch die Schafe (haben sie zwar noh nicht lang) aber sie werden 3 mal jährlich wie von der IG Soay empfohlen entwurmt. So denke ich habe ich gute chancen gesunde tiere zu behalten. Dazu ist es jedoch auch wichtig das die tiere nach der entwurmung eine zeitlang auf ein noch nicht beweidetet stück land können damit sie nicht die ausgeschiedenen würmer gleich wieder aufnehmen. wir lassen zumindest unsere Pferde immer ca 3-4 wochen auf ein anderes Stück so wie der tierdoc es gesagt hat hatte noch nie probleme damit
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Beitrag#12von -Sabine- » Dienstag 21. Dezember 2010, 06:42

Hier auch noch ein eher Wurmkurgegner. Ich setze auch auf Weidehygiene und fitte, gesunde Tiere durch artgerechte Robusthaltung und Fütterung. Ich hatte noch nie ein Parasitenproblem, weder bei Pferden, noch jetzt bei den Schafen/Ziegen (musste aus anderen Gründen kürzlich ein Tier obduzieren lassen).

Ein bestimmter Besatz an Parasiten ist für Weidetiere normal und wird gut vertragen. Wobei ich - wie gesagt - derzeit sogar laut Obduktionsbericht parasitenfrei bin.

Tiere, die gerne Wurmprobleme bekommen, sind meiner Erfahrung nach sowieso schon gestresste/geschwächte. Also solche, die gerade von Stall- auf Robusthaltung umgestellt werden, Tiere, die zu dünn sind, alte Tiere (nicht zwingend) und sehr junge, wenn sie auf "verseuchten" Weiden stehen.

Wenn eine Wurmkur nötig ist, nehme ich persönlich gerne Ivermectin - relativ hoch dosiert. Aber dann ist in aller Regel auch absolut Ruhe und die Würmer kommen bei vernünftiger Haltung auch nicht wieder. Ich trenne die zu entwurmenden Tiere übrigens von den anderen und lasse sie ein paar Tage extra. Dann werden die ausgeschiedenen Würmer und das Wurmmittel nicht auf der ganzen Fläche verteilt.
Viele Grüße, Sabine
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Beitrag#13von Biggi » Dienstag 21. Dezember 2010, 12:30

Wir Entwurmen regelmäßig mit Valbazen im Herbst und ganz bewußt kurz vor der Lammung und im Sommer nach Bedarf Cydectin.

Vor der Lammzeit: Kurz vor und während der Geburt wird auch die Darmtätigkeit heftig angeregt. Infolgedessen werden auch vermehrt vorhandene Darmparasiten ausgeschieden, die dann (vor allem im engen Stall) von den Lämmer aufgenommen werden, wenn sie anfangen zu naschen! Wir hatten noch nie Probleme mit den trächtigen Muttertieren, aber vor dieser Vorgehensweise schon das ein oder andere Lamm fast verloren!

Dass ältere Tiere empfindlicher auf Darmparasiten reagieren kann ich bestätigen. Mein ersters Flashcenlamm wird jetzt 8 Jahre alt und ist zwar relativ zahm, kommt aber i.d.R. nicht von sich aus auf Tuchfühlung. Dies hat es aber vor ein paar Wochen gemacht und ist auch nicht mehr umgehend hinter der Herde her, sondern nur langsam hinterher getrottet. Ich hab mir dann den Köttelhaufen angeschaut, der war schleimüberzogen, also ein sicheres Zeichen für Verwurmung. Am Tag nach der Entwurmung war sie wieder die Alte und topfit!

Außer Nadelgehölze eignen sich im Winter auch Eicheln gegen Darmparasiten, sofern die Schafe die fressen mögen.
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Beitrag#14von Jennifer » Dienstag 21. Dezember 2010, 23:41

Würmer! für" Schäfler"fast ein Lieblingsthema...Kann nur unterstreichen: Weidewechsel!!! 2 Wochen Intervall für Band- Und Spulwurmfamilien, 4 Wochen für den Rest....und da sind so manche!! Auch ist gut, dass man eine Kotpobe einschickt/abgibt, bevor man entwurmt...für einige male, dann hat man eine Idee, was so daheim auf der Weide lebt! Dann kann man viel gezielter das Mittel oder die Methode wählen, die angebracht ist; Keulen dann vielleicht für die RIESEN-WÜRMER aufbewahren? D.h. Lämmerdurchfall, Lungenwürmer bei alten oder schwächeren Tieren.... es gibt genug Ausnahmen...Will sagen, wir entwurmen chemisch nur die auffälligen Tiere, nie die gesammte Herde(100 Schaf etc.), seit über 15 Jahren.
Was wir versuchen ist wohl, grundlegend den Tiere ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, um mit einigen Würmern gut und gesund leben zu können? Und da gibt es wunderbare Mittel!
Alles was an Vielfalt auf und um die Weide wächst, Brommbeerblätter, Efeuranken, Eicheln(Gerbsäure!) und Rinden, sowie wilder Tymian, Wiesensalbei, Kamille,....desto widerstandsfähiger sind Tier und Darm! Wenn das alles also nicht zu finden ist, (=zu verschidenen Jahreszeiten und in gemäßigten Mengen, d.h. die Tiere haben gut Grass/Heu/Stroh um als Wiederkäuer die Zugaben auch zu verdauen), dann gibt es im Winter z.B. Tannenzweige! im Herbst Brennesselheu, im Sommer eine Kur mit Haselnusszweigen und Weide und im Frühjahr natürliche Vitamine, bevor das erste Grass genossen wird, in Form von Äpfeln, Karotten, Rüben: Kleine Mengen aber regelmäßig. Im Winerstall sind Tees ins Trinkwasser, 1-2 mal die Woche: Kamille, Lavendel, Thymial, Salbei....abwechselnd....
Ein ganz tolles Mittel ist bei uns, wenn die grossen Umstellungen sind im Futter/Jahreszeiten der Leckeimer. Kann gekauft werden Bio oder nicht, mit Spurenelementen, Mineralien, Kräuterauzügen (SCHÄTTE hat herrliche Produkte!) oder selbst gemacht:die Hälfte feine Lehmerde(Argile),grosse Hand voll grobes Salz,1 Tasse Clorure de sodium,2 Teelöffel Clorure de Magnesium,2 Tlf. Cacium, alles vorab umgerührt und dann aufgegossen mit einem kräftigen Sud an Lavendel- Thymial-Kamille-Anis/Fenchel-Salbei-Wermuth-tee....Hui, das macht die Nasen ganz lehmig aber sie lieben es als Magen- und Darmausgleich zu einer unausgeglichenen Flora der Bakterien im Magen... ich schreibe es halb französisch, ich hoffe ihr versteht die Bezeichnungen? Im Sommer eine Prise Sulphur dazu für die Schafe:Wolle wird glänzender!
Bei Ziegen, Kühen, Pferden... ist es einfacher, aber auch bei Schafen sieht man am der Wolle, wie gesund das Tier ist. Und ich denke, ihr vertseht, wenn gesunde Tiere nicht behandelt werden müssen?!
Ups, das ist ja ein Roman geworden... was war das Thema?
Gruß, Jennifer
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Beitrag#15von Herwig » Mittwoch 22. Dezember 2010, 09:51

Danke Jennifer, von euch würde ich Schafe kaufen.

So wie ihr mache ich das mit allen meinen Tieren!

Tierärzte und Verpackungsbeilagen von von Wurmmitteln erzählen uns gerne etwas anderes. Die Folgen haben wir heute zu ertragen. Viele Inennenparasiten sind bereits resistent gegen "normale" Wurmmittel und normal dosierte Wirkstoffe. Bei gängigem Verhalten in der Nutztierzucht, gibt es wegen der Wartezeiten bald nur noch bestimmte Schlachttage im Jahr.
Innenparasiten gehören zum Nutztier wie der Specht zum Baum, wenn Tiere nicht mit einigen dieser Schädlinge leben können, werden das deren Nachkommen auch nicht. Ich kaufe nie Tiere aus regelmäßig, vorsorglich, entwurmten Beständen.

Bei manchen Tierhaltern ist es ein Wunder, dass sie ihre Kinder nicht auch vorsorglich alle 3 Monate entwurmen. Nein, hier wird Vorsorge getroffen, Hände waschen, Fingernägel schneiden, Obst und Gemüse waschen etc etc.
Beim Tier muß eben Weidehygiene angewendet werden und abwechselungsreiche Nahrung, dann reduzieren sich die Innenparasieten enorm. Kauft man jedoch Tiere, die nicht mit einem kleinen Bandwurm leben können, hat man mit solch einer Haltung natürlich keine Zuchterfolge.
Schuld sind wir selber.
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Beitrag#16von Schafhirte » Donnerstag 23. Dezember 2010, 20:21

Hallo zusammen,

Jennifer, Herwig, das ist genau der Grund warum ich dieses Forum liebe: durch Eure Erfahrung und die vieler anderer lernt man hier unheimlich viele wertvolle Dinge, die in keinem Buch stehen!!! Bild

Ich würde von Euch beiden Schafe kaufen. Bild Bild

Liebe Grüße und erholsame Festtage
roman
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Beitrag#17von Aisha » Samstag 25. Dezember 2010, 16:41

das klingt ja mehr als interessant dieser Leckeimer, was Jennifer erwähnt.

Könnte man noch erfahren wo du diese Produkte her bekommst, würde es gerne mal versuchen es her zu stellen.

noch schöne Festtage
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was meint ihr?

Beitrag#18von Jennifer » Samstag 25. Dezember 2010, 23:14

Sollte ich nicht lieber diese Ideen unter einem neuen Titel....etwa" Ergänzungsfuttermittel f. Schafe" oder " Hustentees für unsere Lieben"...etwa schreiben, damit nicht jeder, der eine konkrete Hilfe bei Wurmmitteln sucht, Rezepte für Kräuterbonbons findet? Denn hier geht es nur um eine Unterstützung der Darm- und Magenflora und um einen natürlichen Ausgleich einer meist viel zu einseitigen Ernährung/ Haltung/ Zucht...d.h. Schwächung der natülichen Abwehrkräfte des Tieres.
Das ist nicht als Kritik gemeint, es ist Tatsache unserer Landwirtschaft, das unsere Widerkäuer nicht die Gesundheit auf einer Kunstwiese finden, auch Bio.
Es wird schon wieder ein Roman! Neues Thema also????
A bientot, Jennifer
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Beitrag#19von Hilbenhoefle » Montag 27. Dezember 2010, 19:10

Panacur ist mittlerweile gänzlich unangebracht bei der Entwurmung von Schafen und Ziegen. Ein guter Tierarzt weiß soetwas!!


>>stimmt so nicht ganz. Wenn man jahrelang z.B. Cydectin nutzt, dann kann durchauch Panacur helfen. Entscheidend ist dann der Wechsel in eine andere Wirkstoffgruppe. Und Panacur ist immer noch das wirkungsvollste Mittel seiner Gruppe.


Portionsweide ist das A und O bei Koppelhaltung, leiber viele kleine Pazellen als eine große.


>>das bedeutet wie lánge auf einer Fläche? Ich habe das auch schon oft gelesen, die sagenhafte Portionsweide. Ich glaube nicht mehr daran. Ich beweide die allermeisten Flächen nur sehr kurz und nur 1x im Jahr. Und trotzdem ist der Parasitendruck vorhanden.

Wurmkuren wirklich nur bei Bedarf. Läst man Kotuntersuchungen machen, werden immer Innenparasiten nachgewiesen, ich habs noch nicht anders erlebt.

>>Es kommt leider oft genug vor, daß eben keine Parasiten nachgewiesen werden, obwohl zu viele vorhanden sind. Man kann an einem Tag nichts erwischen und am nächsten die volle Ladung. Kotprobe sind deswegen nur begrenzt aussagekräftig.

Aggressive Parasiten wie z.B. Haemonchus contortus kommt man mit Hausmittelchen nicht bei. Ich habe bisher ein Lamm dadurch verloren. Eins zu viel. Und ein zugekauftes Tier, das verwurmt war und den Umzugsstreß nicht verkraftet hat.

Man kann generell der Meinung sein: natürliche Selektion. Da sich meine Tiere aber in meiner Obhut befinden und keine Wildtiere sind fühle ich mich für sie verantwortlich. Und ich will keines durch vernachlässigte Entwurmung verlieren.
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Beitrag#20von Alex » Montag 27. Dezember 2010, 22:17

Hallo,

ich habe dieses Jahr täglich meine Koppel ein Stück umgesteckt und die Tiere täglich abends reingeholt, morgens erst Heu, umgesteckt und dann raus, musste aber lange Gänge machen, war etwas unpraktisch, geht aber hier nicht anders, hatte aber diesen Herbst kaum Parasiten in den Kotproben was in den Jahren davor, ganz anders war.

Eine negative Kotprobe, ist nie hunderprozentig aussagekräftig, da muss ich meiner Vorrednerin recht geben. Allerdings wenn der Bestand massiv verwurmt ist, dann findet man schon meistens was, und ist die Sammelkotprobe ziemlich sauber, ist der Bestand in der Regel auch nicht stark belastet. Eine prophylaktische Entwurmung im Frühjahr und im Herbst werde ich mit Sicherheit immer machen, unabhängig von dem Kotprobenergebnis.

Grüße Alex
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Beitrag#21von kawa » Dienstag 28. Dezember 2010, 09:46

Hallo an alle, Bild
es ist interessant über die verschiedenen Arten der Entwurmung hier zu lesen,darum finde ich dieses Forum klasse.

Ich halte es mit meinen Schafen so das ich im Frühjahr mit Ovitelmin flüssig entwurme und dann die Tiere beobachte
um bei Bedarf nochmal nachzubehandlen. Damit habe ich bis jetzt ganz gute Erfahrungen gemacht.

Interessant find ich den (zwar schon etwas älteren) Beitrag von Herwig die Tiere nach der Ablammung zu entwurmen,damit die Lämmer es über die Muttermilch aufnehmen,werd ich diesmal ausprobieren.

Viele Grüße aus Bayern Bild
Herbert
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Beitrag#22von Hilbenhoefle » Dienstag 28. Dezember 2010, 14:25

kawa hat geschrieben:Interessant find ich den (zwar schon etwas älteren) Beitrag von Herwig die Tiere nach der Ablammung zu entwurmen,damit die Lämmer es über die Muttermilch aufnehmen,werd ich diesmal ausprobieren.


Das mache ich zwar auch aber aus dem Grunde weil sich schlummernde Parasiten durch den Geburtsstreß explosionsartig vermehren können.

Dann nochmal im Sommer nach Bedarf, dieses Jahr hatten wir z.B. erstmals Schafbandwurm, den sie sich auf einer neuen Fläche eingefangen haben.
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Produckte?

Beitrag#23von Jennifer » Dienstag 28. Dezember 2010, 16:06

Wenn ihr eure Systeme der Entwurmung vorstellt, nennt doch auch die Produckt, mit denen ihr arbeitet, dann ist es kompleter als Information und besser nachvollziehbar... was meint ihr?
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Beitrag#24von Hilbenhoefle » Dienstag 28. Dezember 2010, 18:27

In Frankreich (und andere Länder) gibt es manche Präparate aber nicht, von daher müßte man die Wirkstoffe benennen.

Ich verwende bisher Cydectin oral (Wirkstoff Moxidectin) bzw Dectomax inj. (Doramectin). Beide Wirkstoffe gehören zur Wirkstoffgruppe der Avermectine wozu Eprinex, Ivomec, Equimax, Eraquel, Noromectin, Stronghold ebenfalls dazugehören.
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Beitrag#25von karinenhof » Mittwoch 29. Dezember 2010, 17:14

nun muss ich auch mal etwas schreiben.
Unsere Schafe wurden seit zwei Jahren nicht chemisch entwurmt. Sie bekommen zwei bis drei mal im Jahr eine Abrotanum Tinktur. Außerdem wird bei uns die Weide regelmäßig gewechselt, obwohl die Flächen relativ groß sind.
Wir hatten bis dahin keine Verluste durch Verwurmung.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
***********************************************************************
Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
Nutztier- Arche Karinenhof, Hof Nr. 81
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