Milchleistung von alten Schafrassen

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Milchleistung von alten Schafrassen

Beitrag#1von omenatäysmehu » Mittwoch 8. September 2010, 22:38

Hallo an alle,

Ich wollte fragen, ob hier eventuell jemand Daten/Infos über die Milchleistung von bedrohten Schafrassen hat?
Vom ostfriesischen Milchschaf hört man ja von einer jährlichen Milchmenge von bis zu 600 l. Infos zu anderen Schafrassen habe ich bisher leider vergeblich gesucht, obwohl ich schon von mehreren Rassen gelesen habe, die zumindest früher für die Milchgewinnung eingesetzt wurden (z.B. Pommern, Zackelschaf etc.).
In Schafforen hat leider kein Mensch irgendwelche Ahnung, vielleicht weiß hier ja jemand was? In einem anderen Thread habe ich noch vom Krainer Steinschaf gelesen, das zwischen 150 und 300 l pro Jahr produzieren soll, das war's aber bisher. Insofern schonmal danke für jede Information!

Liebe Grüße!
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Beitrag#2von armin » Donnerstag 9. September 2010, 17:52

Hallo nachBerlin,

da sprichst du ein Thema an, zu dem ich auch vergeblich nach mehr Infos gesucht habe, im Internet kommt man jedenfalls anscheinend nicht weiter. Die Angabe zu den Krainern war tatsächlich alles, was weit und breit zu finden war. Ich hätte solche Angaben gern für das Waldschaf und die Coburger Füchse, da wir für unsere Gegen am liebsten eine passende Mittelgebirgsrasse hätten.

Beim Waldschaf und den anderen Steinschaf-Schlägen schätze ich die Milchleistung so mit 100 - 200 l ein, da eine recht enge genetische Verwandschaft zum Krainer besteht.Beim Coburger müsste man vielleicht mal bei den verwandten französichen Fuchs-Rassen (Rouge de Roussillon usw. ) nachforschen, aber dazu sollte man vielleicht des Französischen mächtiger sein als ich.... Bild Bild

Zum Thema Zackelschafe habe ich vor Monaten mit einem Züchter aus Meck.-Pom. telefoniert. Der hatte erhebliche Zweifel daran, dass seine Walachenschafe (verwand mit Zackelschafen) ein bereidigendes Melkergebnis abliefern könnten, weil sie sich schon schwer tun, Zwillingsgeburten aufzuziehen. Über Pommern habe ich auch nur irgendwo gelesen, dass man sie melken kann.

Es ist stwas problematisch, dass man überall nur wenig fundierte Informationen findet - wenn überhaupt. So lange niemand anfängt, seinen Bestand konsequent zu melken und dazu noch Leistungsmessungen vornimmt, wird das wohl auch so bleiben. Was nützt die Erkenntnis, dass früher einmal vermutlich die meisten Landschläge als Mehrnutzenrassen gehalten und auch gemolken wurden, wenn das bei der Zucht seit Jahrzehnten nicht mehr berücksichtigt wurde? Um da an ei Leistungsniveau aus grauer Vorzeit anknüpfen zu könen, wird man wohl erst einmal züchterisch tätig werden müssen. Unser Foren-Admin Herwig sagt an der Stelle immer: "Man kann jedes Schaf aufmelken und niemand hindert dich daran, auf Milchleistung zu züchten..." Und genau das wird man wohl tun müssen, wenn man alte Landschafrassen auch für die Selbstversorgung mit Milch und Milchprodukten halten will.

Wenn Du noch was findest, immer her damit, interessieren tut es mich in jedem Fall auch.

Gruß
Armin
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Beitrag#3von schmidti » Donnerstag 9. September 2010, 19:25

Hallo zusammen,

grundsätzlich denke ich, dass man jede Rasse melken kann und auf Milchleistung selektiert man auch

über das Wachstum der Lämmer.

Ich habe in einem Buch aus 1944 etwas verwertbares gefunden:

"In einigen Gebieten der Alpenländer...werden die einheimischen Landschafe gemolken. (Auf dem Bild ist ein

Waldschaf zu sehen!). Die Melkung der Schafe erfolgt in diesen Gegenden meist durch Auspressen des Euters von oben her.

Die Milchnutzung erstreckt sich gewöhnlich auf die Monate Mai bis September. Bei zweimaliger täglicher Melkung werden

Tagesmengen von durchschnittlich 1,25 l zu Beginn der Laktation erreicht, so dass Gesamtmilchleistungen von 120 bis 140l

anzunehmen sind"

Vorab wird empfohlen die Lämmer mit 8 Wochen abzusetzen.

Scheint ne echte Milchmädchenrechnung zu seinBild


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Beitrag#4von omenatäysmehu » Donnerstag 9. September 2010, 19:59

Hallo Armin,

Ja,dass es wirklich extrem schwer ist, was zu finden, hab ich auch feststellen müssen Bild
Hatte halt die Hoffnug, dass sich hier vielleicht ein paar Leute finden, die sowas schon in der Praxis selbst ausprobiert haben bzw. jemanden kennen, ders gemacht hat...
Wäre es nicht machbar, dass wir ausdiesem Thread diesbezüglich eine Auflistung machen, so dass manimmer hier ergänzt, wenn irgendwer neue Info hat?

Ich hab zum Krainer Steinschaf noch ein paar ergänzende Sachen gefunden:
Krainer sind auch bekannt als Bovška Ovca oder Trentarka, unter den Bezeichnungen lässt sich etwas mehr ergooglen... hab eine Tabellezur Milchleistung gefunden plus Milchinhaltsstoffe, siehe *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Laut dem Buch "Farbatlas seltene Nutztiere" liegt seine Milchleistung zwischen 250-300 kg pro Laktationsperiode.
In dem Buch steht auch, dass Krainer und Trentarka die gleichen sind, dennoch sind sie beide extra gelistet. Verwirrend...
Bild


Im gleichen Buch bin ich auch auf folgende Angaben gestoßen:

Frabosana (italienische Alpen, Rassebeschreibung siehe *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ) bringt pro Laktationsperiode durchschnittlich 200 kg Milch.

Istrska Pramenka (Istrian Pramenka) 160 kg Milch mit 6,2-8 % Fett und 5,2% Eiweiß. Ist bei VIEH nicht gelistet, aber bei einer Organisation namens SAVE. Kennt die jemand? Google konnte mir nicht weiterhelfen...

Walachenschaf: Milchleistung durchschnittlich 100 kg / Jahr. Rassebeschreibung: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Zackelschaf: Milchleistung 50-70 l (!) pro Laktationsperiode, Fettgehalt 7,9%, Eiweiß 6,0%. Beschreibung siehe *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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Beitrag#5von omenatäysmehu » Donnerstag 9. September 2010, 20:01

Nachtrag: Schmidti, hab deinen Beitrag erst jetzt gesehen. Klingt schonmal aufschlussreich... also nichts, was sich lohnen würde, wenn mans nicht absolut nur hobbymäßig betreiben wollen würde bei den dort beschriebenen Alpenrassen.

(Sorry, Editieren geht bei mir nicht, wenn ich editieren möchte erscheint mein zu bearbeitender Beitrag in Schriftgröße XXXXXXL und alle Leerzeichen fehlen...?!)
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Beitrag#6von Hilbenhoefle » Freitag 10. September 2010, 05:25

Ich habe meine Krainer zwar noch nie gemolken aber sie geben gut Milch. Zwillingsaufzucht gar kein Problem und die Euter sind immer groß - größer als bei meinen Ziegen.

Damit ist dir zwar nicht wirklich geholfen aber ich sehe es so daß sie eine sehr gute Zweinutzungsrasse für den Privathaushalt sind. Ich hätte trotz der Zwillinge gut melken können.
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Beitrag#7von Herwig » Freitag 10. September 2010, 09:11

Ich habe bisher noch nicht so genau verstanden, warum es nicht das ostfriesiche Milchschaf (steht ja jetzt auch auf der roten Liste) sein soll??Bild

Meinen Standardsatz dazu hat ja Armin schon zetiert.

Wenn die Milcleistung des OMS zu hoch ist, warum spielt dann die Leistung der anderen Rassen so eine große Rolle?

Alle Schafrassen können, wie gesagt, gemolken werden. Allerdings wird es niemals wirtschaftlich sein im Sinne von Vermarktung, es taugt also nur für die Selbstversorgung bei geringem Milchbedarf. Dazu ist zu berücksichtigen, das auch Schafe einer Rasse unterschiedliche Milchleistungen haben können. Milchleistungen hängen auch mit dem Alter der Tiere zusammen und natürlich mit dem Futter. Wenn man also errechnet, wieviel Milch man im Haushalt braucht um unabhängig zu sein und dann danach die Anzahl der Schafe die man halten will, ist das fast zum Scheitern verurteilt.

Alle Rassen wurden früher vermutlich schon mal gemolken, das erklärt auch, warum es hin und wieder in alten Büchern Angaben über Milchleistungen gibt. Daher kommt auch zum Teil der Name "Osterlamm", man setze die Lämmer ab, hatte keine Möglichkeit sie von den Muttertieren, die gemolken werden sollten, zu trennen, also kamen die in den Backofen.
Wie Schmidti schon schrieb selektierte man aber dann auf Mehrlingsgeburten. ( das bedeutet nicht zwingend eine höhere Milchleistung ) Auch wurde das bei einigen Rassen nicht konsequent gemacht. Bei vielen Landrassen war die Zwillingsgeburt früher völlig unerwünscht und man selektierete auf Einzellämmer. (z.B. Heidschnucke) Man ging davon aus, dass Einzellämmer schwerer und gesünder waren. Alte Schäfer in der Heide haben aus diesem Grunde noch bis in die 40er Jahre Zwillingslämmer nach der Geburt getötet.

Aus all diesen Gründen sind die alten Angaben über Milchleistungen wenig zu verwerten, weil sich die Selektiongebahren der Züchter völlig verändert haben.
Man vergleiche dazu einfach mal die Angaben der Milchleistungen von OMS früher und heute.

Heute z.B. aus dem vorhandenen Zuchtmaterial des (sagen wir mal: Walachenschafes() eine hohe Milchleistung zu erzüchten müsste sehr behutsam erfolgen, damit die Tiere gesund bleiben. Schließlich hängt die Milchleistung auch mit der Futterverwertung zusammen und schnell könnte, bei zu hohem Anspruch, das Tier überfordert sein und Mangelerscheinungen ausbilden und vererben. Letzlich würde man die Rasse verändern, was als solches nicht dramatisch ist, aber ist es dann noch ein Walachenschaf??? Oder ist es dann ein modernes Walachenschaf, Schwerpunkt Milcherzeugung??

Wäre es dann nicht sinnvoll lieber ein Walacheschaf mit einem OMS zu kreuzen und somit ein Schaf mit zwar geringer Milchleistung zu haben für die Selbstversorgung?

Ich bin unschlüssig...
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Beitrag#8von Herwig » Freitag 10. September 2010, 09:21

Ich vergaß:

Das Trentarka und Krainer sind sicherlich verschieden, denn sie werden in unterschiedlichen Ländern gezüchtet, ergo wird auch anders selektier. In D oder A werden die Krainer nicht traditionell gemolken in Slovenien schon...

So ist das auch mit anderen Rassen im Ausland ob Frabosana oder Zackelschaf, jedes land hat seine, mehr oder weniger traditionellen Melkschafe. Wir haben die hier nicht gemolken, denn wir hatten ja das OMSBild
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Beitrag#9von omenatäysmehu » Freitag 10. September 2010, 14:34


Ich habe bisher noch nicht so genau verstanden, warum es nicht das ostfriesiche Milchschaf (steht ja jetzt auch auf der roten Liste) sein soll??

Für mich hat das nichts damit zu tun, welche Schafe ich mir halten möchte (denn ich will später auf jeden Fall OMS halten), es ist eine reine Interessensfrage. Wenn man in Rassebeschreibungen liest, dass dieses und jenes Schaf früher überwiegend der Milchgewinnung diente, wäre es einfach interessant, zu wissen, wie es denn mit der Leistung ungefähr aussieht.
Genauso wie für mich bei allen Rassen die Woll- und Schlachtkörperqualität und sonstige Eigenschaften von Interesse sind...

Und wenn früher nicht nur das OMS, sondern auch viele andere Rassen zur Milchgewinnung verwendet wurden, finde ich es ehrlich gesagt auch schade, wenn diese anderen Rassen heute auch für Selbstversorger nicht in Betracht gezogen werden - einfach nur mangels Information. Obwohl die Leistung sogar für deren Milchbedarf ausreichend wäre...

So ist das auch mit anderen Rassen im Ausland ob Frabosana oder Zackelschaf, jedes land hat seine, mehr oder weniger traditionellen Melkschafe. Wir haben die hier nicht gemolken, denn wir hatten ja das OMS

Naja, soweit ich informiert bin, gab es weit mehr "traditionell gemolkene" Rassen als unser OMS, nur ist Letzteres das Einzige, bei dem das heute noch wirklich praktiziert wird. Von Pommern z.B. habe ich schon sehr oft gelesen/gehört, dass sie der Milchgewinnung dienten... aber heute? Bild
Genau das finde ich irgendwie schade... wenn solche (Leistungs-)Faktoren überhaupt keine Beachtung finden, verkommt eine alte Rasse mitsamt aller Besonderheiten doch im Endeffekt früher oder später zum "Schautier", das überhaupt nicht mehr genutzt wird, sondern nur noch als Anschauungsobjekt in Zoos oder Freilichtmuseen herumsteht. Was wiederum dem wirklichen Erhalt der Rasse eher im Weg steht. So denke ich mir das jedenfalls... wenn nicht, belehrt mich Bild
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Beitrag#10von omenatäysmehu » Freitag 10. September 2010, 14:55

Wäre es dann nicht sinnvoll lieber ein Walacheschaf mit einem OMS zu kreuzen und somit ein Schaf mit zwar geringer Milchleistung zu haben für die Selbstversorgung?


Ich denke, wenn es einem um die Selbstversorgung geht, wäre das bestimmt das Sinnvollste. Wenn man eine Rasse speziell züchten/gezielt zu deren Erhaltung beitragen möchte, bestimmt eher nicht...
Aber wie du schon geschrieben hast, bewegt man sich mit der Selektion von z.B. Walachen nach Milchleistung sicherlich schnell auf dünnem Eis, zumal da deren Bestandszahlen sich ja so ziemlich im dunkelroten Bereich bewegen...

Bin auch nicht viel schlüssiger als du Bild

Allerdings denke ich nicht, dass, wenn es denn jemand macht, und wenn das gut gelingt, man keine "echten Walachen" mehr hätte. Wie du geschrieben hast, war die Leistung unserer OMS vor einigen Jahrzehnten auch noch deutlich unterschiedlich zu heute, trotzdem sind es OMS und nicht... moderne OMS (oder?)
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Beitrag#11von armin » Freitag 10. September 2010, 15:23

Für mich ist das auch eine Frage der Region: Wenn mich in den nächsten Monaten andere Züchter überzeugen, dass sich das OMS hier bei uns auf rd. 300 m Über NN, mit Jahresniederschlagsmengen von 1.400 + X mm und Bodenwerten zwischen 35 und 55 genau so wohl fühlt wie uaf den Marschlanden der Niederung, dann halten wir in Zukunft gern auch das OMS. Davon bin ich aber noch nicht so ganz überzeugt, mal sehen...

Dass die Zucht der alten Rassen, soweit sie überhaupt noch betrieben wird, in den letzten Jahrzehnten andere Schwerpunkte hatte als in den Jahrhunderten zuvor, ist ein Fakt, den wir an anderer Stelle deutlich kritisieren. Ich Nenne da nur mal die Ausstellungstypenzucht beim Geflügel. Da halte ich es schon für legitim, auch bei Schafen den Anschluss an traditionelle Zuchtziele wieder verstärkt zu suchen. Für mich persönlich wäre z. B. auch die Scrapie-Resistenz, die heute so hoch gehalten wird, nie das Maß aller Dinge. Natürlich verändert es eine Rasse, wenn plötzlich viele Züchter anfangen, neue Schwerpunkte zu setzen. Aber abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass plötzlich ein Trend z7um Milchschaf einsetzt, war es doch immer so, dass sich Rassen mit den Bedürfnissen ihrer Halter (weiter-)entwickelt haben. Ich kann daran eigentlich nichts schlimmes finden.

Gebrauchskreutzungen wären sicher interessant, aber da sollte man doch sicher mit System und Sachverstand herangehen. Das wäre etwas für jemanden, der selbst mehrere Rassen hält und über längere Zeit Kreutzungsexperimente durchführen könnte. Abgesehen davon: Würde es uns als Nutztier-Archen nicht besser zu Gesicht stehen, uns um die Verbesserung der vorhandenen Rassen im Hinblich auf eine Mehrfachnutzung zu bemühen?
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Beitrag#12von Hilbenhoefle » Samstag 11. September 2010, 06:40

Mehrfachnutzung ist das Zauberwort. Das (und die Robustheit) ist doch genau der Grund warum man die alten Rassen erhalten will - oder warum sie für mich persönlich reizvoll sind. Milchleistung interssiert mich nicht so lange die Mütter ihren Nachwuchs gut ernähren können und ein kleiner Teil von der Milch noch im Haushalt verwendet werden kann.
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Beitrag#13von schmidti » Samstag 11. September 2010, 08:33

Liebe Mitstreiter,

will man erwerbsmäßig Schafmilch gewinnen, dann ist das OFM erste Wahl, PunktBild

Denkt man über Mehrfachnutzung nach, dann geht es doch in erster Linie um die Selbstversorgung.Oder?

Nochmal kurz zu meinem obigen Beitrag. In dem Buch ist die Milchgewinnung von Landschafen als zusätzliche Einnahmequelle

für die Bäuerin empfohlen, um über den Käseverkauf die Haushaltskasse aufzubessern. Der Käse wurde in der Küche hergestellt.

Würde zu Vermarktungszwecken heute schon gar nich mehr gehen, wegen der Hygiene. Es bleibt nur die Eigenversorgung.

Ich denke es geht hierbei doch um Nutzung von Reserven, nicht um die Neuzüchtung einer Milchschafrasse. Nutzbare Reserven fallen

oft an! Hat zum Beispiel ein Schaf verlammt, kann ich seine gesamte Milchleistung nutzen, schlachtet man von 1 bis 2 Schafen seines

Bestandes die Milchlämmer kann man auch noch Milchleistung nutzen etc. ich finde man sollte eher in diese Richtung denken.

Ich meld mich hier mal zum Versuch an. Gestern hat ein Fuchsschafjährling gelammt, das Lamm haben leider die

Krähen gefressen. Die werde ich mal melken und dann berichten.

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Beitrag#14von Herwig » Samstag 11. September 2010, 09:00

Hmmm, die Argumente hier muss ich noch etwas sacken lassen.

Fakt ist allerdings, und das findet hier relativ wenig Beachtung, wie ich finde:

OMS waren und sind Dreinutzungsrassen, Wolle Fleisch und Milch. Alle anderen Rassen waren und sind eher als Zweinutzungsrassen erzüchtet. Macht man nun aus dem Walachenschaf eine Dreinutzungsrasse, ist es definitiv kein Walachenschaf alter Zuchtrichtung mehr. Ob es nun früher gelegendlich gemolken wurde oder nicht.

Darum plädiere ich dafür einfach ein Schaf zu melken und dann zu sehen ob die Milch reicht... mit den guten Milchgebern züchtet man dann weiter, un ter Berücksichtigung des Rassesatndards.

Vergleichbar damit, wenn wir aus Ostfriesische Möwe, die eindeutig keine Mastleistung hat, auf Mastleistung selktieren würden. Niemand soll damit gehindert werden, ein Suppenhuhn oder Brathähnchen von der Ostfriesische Möwe zu braten und zu essen. Nur verändere ich das Tier züchterisch, ist es eben eine neue Zuchtrichtung, die Zuchtrichtung Zweinutzung eben...

OMS sind in ganz Deutschland verbreitet, der Ausdruck "Ostfriesisch" scheint sich doch eher auf die Erzüchtungsgegend zu beziehen. Ich kannte einen Hüteschäfer, der ausschließlich OMS in seiner Herde hatte, obwohl es immer heißt die wären nicht gut zu Fuß, hatte er einen besseren Gesundheitsstatus als viele andere Wanderschäfer. Die Klimatischen Bedingungen sind in D eher nicht so unterschiedlich, dass sich ein Milchschaf nicht auch in anderen Gegenden in D wohlfühlen könnte. Es gibt sogar eine Almschäferei mit OMS in der Schweiz.

Gehen wir jedoch davon aus, dass früher alle Schafrassen mehr oder weniger "Milchschafe" waren, ist die Genitik längst verloren und man müsste aufpassen das man hinterher nicht eine zugenannte Rückzüchtung betreibtBild

Armin hat recht, wenn er schreibt, dass Die Rassen sich mit dem Anspruch des Züchters verändern und auch ich finde das nicht schlimm, solange die Veränderungen natürlich im Rahmen bleiben.

Mehrfachnutzung der Rassen ist ein gutes Schlagwort, wenn auch nicht bei allen Rassen anwendbar, ist es sicherlich eines unserer Ziele. Die Kreuzung verschiedener Rassen zur Leistungssteigerung ging jeder heute bestehenden Rasse voraus, denke ich.
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Beitrag#15von Herwig » Samstag 11. September 2010, 10:45

Achja, wie ich vor kurzem von einer Halterin von Milchschafen erfuhr, melkt diese auch Zwartbless, die sollen in etwa die gkeiche Milchleistung wie die OMS haben. Interessant sind auch die Lacaune (Französische Bergrasse) die als robuster als die OMS gelten, allerdings soll es davon noch einige tausend geben, sind also nicht gefährdet.

@Armin:
Der Schäferhof in Marienheide im Bergischen Land hält beides, Lacaune und OMS
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Beitrag#16von armin » Sonntag 12. September 2010, 15:01

Steffen hat völlig Recht, das hier nochmal deutlich zu sagen: Man muss zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Nutzung für die Selbstversorgung unterscheiden. Als wirtschaftliche Alternative zum OFM kommenbei den alten Rassen z. B. das von Herwig schon erwähnte Zwartbles, das Belgische Miolchschaf oder das Friesisch-Seeländische Milchschaf in Frage, mit vermutlich sehr ähnlichen Haltungs- und Fütterungsansprüchen.

Und da haben wir es wieder: Alles Marschlandschafe... Ich habe wirklich Zweifel, dass dieser Umstand völlig gleichgültig ist. Wenn ich mir die Vegetationsunterschiede ansehe, dann muss es Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere haben, wenn ich sie bei uns auf die Weide stelle. Natürlich lässt sich das bei entsprechender Haltung in den Griff bekommen, hier werden ja auch Schwarzbunte HF gehalten. Aber sobald sich das in ein paar Fahrten mehr (Kraftfutter besorgen) oder ein paar medizinische Behandlungen mehr (Termine mit dem TA, verabreichen von Medikamenten) usw. niederschlägt, müssen wir uns fragen, ob das in unser Zeitbudget passt. Und da wir, zumindest vorerst, eine Vermarktung von Milch und Milchprodukten nicht planen, müssen wir uns schon der Frage stellen, ob es eine Milchleistungsrasse sein soll.

Gesucht wird also eher einbetont robustes und pflegeleichtes Landschaf, das auch zur Selbstversorgung mit Milch verwendet werden kann. Dazu sollte es
  • einigermaßen einfach zu melken sein (Striche nicht zu klein),
  • bei jedem Melkvorgang eine akzeptable Menge Milch abgeben (möglichst mehr als nur ein Wasserglas voll) und
  • nach Möglichkeit asaisonal sein (wir wollen ja auch im Herbst und Winter Milch haben).
Bei einem solchen Schaf würde ich dann für meine Zucht bei einem solchen Schaf auf Melkbarkeit und Milchleistung selektieren und zwar, wie Herwig völlig zu Recht schriebt, unter unbedingter Berücksichtigung des Rassestandards. Ich denke, dagegen wäre nichts einzuwenden, oder?

Vielleicht sollte man also bei der Frage nach der Milchleistung alter Rassen präzisieren:

1. Welche Rassen können eine wirtschaftliche Alternative zum Ostriesischen Milchschaf sein?
2. Welche alten LandrRassen eignen sich gut zur Milchgewinnung für Selbstversorger?

Mein Interesse gilt der Frage Nr.2 und ich bin für alle Hinweise dankbar.

@Herwig: Die Lacaune würden mir schon besser gefallen, aber ich hätte natürlich gern eine gefährdete Rasse...

@Steffen: Auf die Ergebnisse Deines Melkversuchs bin ich echt gespannt, bitte, bitte berichten!!!!!
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Beitrag#17von omenatäysmehu » Donnerstag 16. September 2010, 09:25

@armin: Würden dann Steinschafe nicht eventuell für dich passen? Sind 1. gefährdet und sollen ja 2. (siehe oben) eine akzeptable Milchleistung für Selbstversorger bringen...

Zum Thema OFM vs andere Rassen: Ich stimme zu, dass (fast) alle Rassen (aus dem deutschen Raum) aus wirtschaftlicher Sicht gegenüber dem OFM einfach indiskutabel sind.
Ich möchte später ja auch wie gesagt auf jeden Fall OFM halten, da ich unbedingt verkäsen etc. möchte, und das auf längere Sicht nicht nur zur Selbstversorgung. Außerdem sind sie mir vom Charakter her nach wie vor sehr sympathisch Bild
Ich könnte mir jedoch eventuell auch vorstellen, eine zweite Rasse zusätzlich zu halten, je nach Region, in welcher ich mich dann bewegen würde (diesbezüglich ist noch alles offen), auf jeden Fall sollte es aber eine von der roten Liste sein. Ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen, eine solche Rasse ebenfalls mal zu melken und wenn man sowieso schon verkäst und vermarktet, wieso nicht auch die Milch der anderen Rasse ausprobieren... da stellt sich ja die Wirtschaftsfrage nicht so sehr, wenn man eh schon alles zum Käsen rumstehen hat.

Insofern wäre es für mich schon von Interesse, welche Rassen von der roten Liste denn evtl. eine etwas bessere Milchleistung bringen. Rassestandarts wären mir natürlich bei eventuellem positiven Ausgang und Fortführung eines solchen Experiments wichtiger, als die Milchleistung auf Kosten anderer Merkmale zu steigern...

Aber selbst wenn ich beschießen sollte, dass eine Rasse genug ist, würde mich jeglicher Versuch in die Richtung von anderer Seite her einfach interessieren. Ich bin auch schon gespannt auf Neuigkeiten über die Fuchsschafmilch...
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Beitrag#18von la-pastorella » Dienstag 21. September 2010, 18:03

Meine Infos:
Eine Vermarkterin aus dem Schwarzwald (600-700m) hatte mit reinen OFM ihre Probleme und stellte auf OFM-Krainer Steinschaf (KS)-Kreuzungen um. Also kein Selbstversorger. Sie ist sehr zufrieden. Michleistungszahlen kann ich nicht nennen, die Milchleistung ist etwas weniger geworden als bei reinen OFM aber die Tiere gesünder und robuster. Das Schwarzwaldklima ist nicht ohne und die Futtergrundlage aus den Mittelgebirgen vertragen die Krainer anscheinend besser. Fütterung: Weide und Zufutter. Käse schmeckt sehr gut. Berghof-Klussmann. Sie züchten also nicht reinrassig, sondern melken und verarbeiten die Milch ihrer Tiere.
Meine Krainer haben viel Milch und bekommen Zwillinge problemlos (!!) mit Grundfutter groß. Im Winter allerdings Öhmd, keine Pfedeheu. Zusätzlich ist aber sonst nichts nötig. Z.T. haben die Muttertiere Euter wie bei den Ziegen, das ist aber verschieden, wie auch die Größe/ Rahmen der Tiere sehr verschieden sein kann.
Ebenso hab ich ein Waldschaf, welches nur mit einer Euterhälfte Zwillinge ohne Probleme groß bekommen hat. Auch da wurde mir bestätigt, dass meine Waldschafe gute Euter haben. Die lassen sich nur nicht gern dran anfassen. Bei KS geht das besser.
Da ich schöne gesunde Lämmer will und Erhaltungszucht mit Landschaftspflege mache, lass ich aber die Lämmer saufen. Im Herbst gehen 2 KS zum Melktest. Mal sehen, ob ich eine Projektdoku erhalte....
Gruß
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Beitrag#19von schmidti » Mittwoch 22. September 2010, 20:29

So, nun will ich mal berichten, wie die Melkerei so geht. Bild

Kurz zur Erinnerung: am 10.09. hat ein Fuchsschafjährling gelammt. Das Lamm wurde leider Opfer des Fuchses.
(Welche Ironie: Fuchsschaf von Fuchs gefressenBild)

Die meiner Ansicht gute Nachricht ist, dass ich täglich einen Liter melken kann. Ich melke einmal täglich. Das Schaf läuft

wie gewohnt in der Hüteherde, auf eher nährstoffarmen Flächen. (Extensivgrünland)

Die schlechte Nachricht bezieht sich auf die Art des MelkensBild. Nun bin ich ja im Umgang mit Schafen nicht unerfahren, muss auch

schon mal in der Lammzeit Schafe abmelken oder Lämmer unterschieben.

Nun ja, ich melke das Schaf sitzend, die Milch in einen 1Liter MeßbecherBild Nicht gerade rückenfreundlich.

Hätte man Wand oder Zaun um das Schaf besser fixieren zu können, ginge es sicher auch andersBild

Die Milch verbrauchen wir jeden Tag (drei Jungs 35, 11, 9), Echt leckerBild


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Beitrag#20von armin » Freitag 24. September 2010, 18:33

Ja, die Krainer Steinschafe, das wäre schon toll für uns. Problem: Der Zuchtschwerpunkt in Deutschland liegt im Allgäu und das ist so weit weg von uns, dass wir kaum regelmäßig neue Zuchttiere beschaffen könnten. Hier in der Umgebung gibt es aber einige Waldschaf-Züchter. Deshalb hatte ich gehofft, dass die Melkbarkeit der Waldschafe zumindest befriedigend ist.

@pastorella: Besteht denn eine gute Chance, dass die sich an regelmäßiges Melken gewähnen oder wird man da immer ein Problem haben? Hab gerade festgestellt, dass Ihr ja gar nicht so weit weg seid von uns. Wenn das irgendwann einmal möglich wäre, würden wir uns die beiden Rassen vielleicht gern mal im Vergleich ansehen.

Den ersten Erfahrungsbericht über die Fuchsschaf-Milch finde ich eigentlich ganz vielversprechend. Ein Liter ist eine Menge, für die man sich zum eigenen Gebrauch doch durchaus mal an's Melken begeben kann, vielleicht unter weniger erschwerten Bedingungen...

@Schmisti: Wäre es denkbar, ein lamm z. B. nach 8 Wochen abzusetzen und die Mutter dann weiter zu melken? Dann wäre es natürlich interessant zu wissen, wie lange die laktation dauert. Hälst Du das so lange durch oder machst Du bald Schluss mit dem Versuch? Was mich auch noch interessieren würde: Wie lange dauert denn die Brunstsaison bei den Fuchsschafen? Eine Lammung im September ist doch eigentlich sehr spät, oder?

Bin sehr gespannt auf weitere Infos..... Bild
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Beitrag#21von klosterbauer » Freitag 24. September 2010, 19:50

Ahoi Armin

ich kenne jetzt nicht den Vergleich Krainer Steinschaf und Alpines Steinschaf in Sachen Milchleistung - allerdings laufen einige Alpine Steinschafe am Nordrand des Bergischen Landes - falls das eine Alternative ist.

Es grüßt mal wieder

Peter
Klosterhof Bünghausen, Peter Schmidt & Susanne Schulte, Hömelstr. 12, 51645 Gummersbach, I: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
----- Wir züchten Braune Bergschafe, Rotes Höhenvieh und Noriker vom Abtenauer Schlag -----
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Beitrag#22von la-pastorella » Samstag 25. September 2010, 11:32

Da ich aus dem Süden komme und gute Kontakte habe zu einigen anderen Krainer Züchtern, wär da sicher was machbar. Wir haben außerdem eine Bockerde, so dass das mit der Genetik in meiner Zucht nicht problematisch ist. Wenn ich weiß, dass ich Abnehmer habe, kann ich auch gezielt züchten. Ich habe nur keine Lust "auf Halde" zu produzieren und hinterher bekomm ich die Tiere nicht anständig durch den Winter.

Es gibt durchaus Waldschafe, die kuscheliger sind, das ist aber mit mehr Aufwand verbunden als bei einem KS. Und manche wollen eben auch gar nicht. KS sind über die Jahrhunderte eigentlich immer hauptsächlich gemolken worden, das sieht man auch am Exterieur und am Fressverhalten. Bei den Waldschafen war Milchproduktion wohl eher ein Nebenzweig. Allerdings muss man auch ein KS ein wenig trainieren, einfach pfeifen auf der Weide und du hälst den Eimer drunter, das geht wohl nicht...

Bild

Grüße
Barbara

Ein paar KS Bilder und weitere links
gibt es hier
www.rosenhof-kellerwald.de
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Beitrag#23von omenatäysmehu » Samstag 25. September 2010, 21:34

Also nach dem was man hier hört muss ich schon sagen dass die Krainer immer interessanter klingen Bild

Wie ist das eigentlich von wegen Verwandtschaft Krainer Steinschaf/Alpines Steinschaf/Juraschaf/Bergschaf etc.? Ich finde das bisweilien ziemlich verwirrend... decken sich da einige Sachen oder sind das alles grundverschiedene Rassen? Wär ja dann auch hinsichtlich der Milch interessant zu wissen...

Edit: Ach ja, und wie ist das mit der Wolle bei den Krainern? Mit was ist die Qualität vergleichbar?
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Beitrag#24von la-pastorella » Montag 27. September 2010, 11:30

Die Wolle ist bei meinen Tieren sehr unterschiedlich. Wer was mit der Wolle anfangen möchte, sollte ich eben dementssprechende Tiere raussuchen und regelmäßig scheren. Wenn KS-Wolle zu lang auf dem Tier verbleibt, filzt sie auch schon mal dort. Ich hab aber auch KS mit weichem, gelocktem Vlies, was sich gut verarbeiten lässt. Es ist aber wohl wie bei jeder Zierzucht - die eierlegende Wollmilchsau geht eben nicht. Entweder der Schwerpunkt liegt auf der Milch oder eben auf der Wolle oder der Erhaltungsgenetik in extenxiver Robusthaltung.. Hab ich die Tiere in der Landschaftspflege kann ich nicht so viel melken und hab auch immer wieder mal Disteln in der Wolle hängen. Dafür hab ich robuste, problemlose Tiere mit super Muttereigenschaften und wenig Aufwand. Will ich viel Milch, kann ich sie nicht auf die Extensivbeweidung schicken sondern muss auch etwas zufüttern.

Gruß
Barbara
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Beitrag#25von omenatäysmehu » Montag 27. September 2010, 13:23

Naja klar, ich meinte auch eher so im Groben... ans Selektieren würde ich da nicht gleich denken. Gibt ja gewisse Unterschiede, Wensleydale ist was anderes als Milchschafwolle, was wieder was anderes ist als Heidschnuke etc...
Ich hab bisher immer Milchschaf verwertet und war nie unzufrieden... manche haben da weitaus höhere Ansprüche.
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