"Lockmittel" für Schafe ...

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"Lockmittel" für Schafe ...

Beitrag#1von Uwe » Donnerstag 18. November 2010, 14:56

Moin in die Runde ...
Ich habe bisher für meine Schafe (Coburger) "Schaffutter" als Lockmittel benutzt und konnte sie so gut an die Hand holen.
Abgesehen vom Preis scheint mir der Nährwert dieser Pellets recht hoch und aufgrund des übrigen Nahrungsangebotes (Heu, Weide) zu heftig!
Eigentlich weiß ich auch gar nicht was da so alles drin ist Bild.

Was eignet sich ansonsten - außer Brot und Äpfel - noch als Lockmittel/Leckerei? Bild
Irgendwo stand etwas über Mehl, aber welches?
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Beitrag#2von Christina » Donnerstag 18. November 2010, 16:36

Meine Pferde stehen auf eine Mischung aus Aspero von Agrobs (lecker Kräuterheugehächseltes), etwas Hafer, Lein- und Schwarzkümmelschrot, Bierhefe und Mineralien. Müsste bei Schafen doch eigentlich auch gehen, oder?
Wobei Hafer wahrscheinlich reichen würde. ;-)
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Beitrag#3von karinenhof » Donnerstag 18. November 2010, 17:42

unsere bekommen ja gar kein Kraftfutter. Als Lockmittel nehme ich knochenhartes kleingeschnittene Brötchen vom Bio- Bäcker. Das ganze sehr sparsam und kommt in eine Schüssel. Mit der kann man gut klappern. Dieses Geräusch reicht im Normalfall schon aus.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
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Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
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Beitrag#4von Tino Gärtner » Samstag 20. November 2010, 07:42

Ich kann mich da der Aussage von Karin nur anschließen!!!

Eigentlich reicht schon das Geräusch von klapperndem, trockenem Brot oder Brötchen in einem Eimer und meine Blöcker würden mir fast bedingungslos bis ans Ende der Welt folgen.

Hat dann etwas von einer Prozession, oder besser, der Broteimer ist meine Flöte, ich der Fänger und meine Schafe benehmen sich wie die Ratten aus Hameln!!!

Irgendwelche gepressten Dinge, ob nun bio oder nicht, gibt es bei mir nicht!

Im Winter füttere ich regelmäßig Kartoffeln und Rüben zu, im Sommer dürfen sie mal naschen wenn sie die Schalen meiner Mittagsration Erdäppel bekommen.



Trotz alledem denke ich manchmal: Mensch sind deine Schafe fett! Bild


Bildler Grüße und ein angenehmes Wochenende
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Beitrag#5von Schafhirte » Samstag 20. November 2010, 10:37

Tach auch,

genau, zu fett mag ich auch nicht!

Deswegen hab ich seit letztem Jahr 'nen Border. Unglaublich, Lockmittel brauch ich jetzt nie mehr! Ohne Hütehund Schafe halten hab ich die letzten 20 Jahre auch gemacht. Ich werde es nie wieder ohne tun , ist jetzt der volle Genuss. Bild

Klauenbehandlungen auf der Weide ohne Stall und Horden ging bei mir nämlich mit Lockmittel ohne Hütehund so:
1. Schafe an den Futtereimer rankommen lassen
2. das 1. Schaf locker fangen und gut gelaunt Klauen behandeln
3. das 2. Schaf - da muss man echt schon schneller sein - versuchen zu fangen, aber ...
4. ... Schaf Nr. 2 ist entwischt!
5. geduldig mit Eimer warten, die kommen schon wieder ...
6. Schafe sind wieder am Eimer, jetzt die Hand so halten, dass Schaf Nr. 2 sie nicht sieht, schnell zuschnappen, ja, es hat geklappt
7. Klauen von Schaf Nr. 2 behandeln, leicht in Sorge ob ich heute noch eins bekomme, denn ...
8. ... Schaf Nr. 3 steht schön in der Herde, die komplett 5 m weit vom Eimer entfernt ist. Watt nu??
9. Geduldig warten und versuchen heute noch ein Schaf zu bekommen (siehe Punkt 3) oder alternativ nach Hause gehen, denn morgen bekomme ich ja wieder mindestens zwei! Bild

Nee nee, datt kann alles nix, wenn man 1 Woche zum Klauenbehandeln der Herde braucht ...

Kennt Ihr das? Bild

Liebe Grüße
der Schafhirte
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Beitrag#6von Uwe » Samstag 20. November 2010, 18:11

@Schafhirte:
1. zu fett mag ich auch nicht! Bild
2. Deswegen hab ich seit letztem Jahr 'nen Border. Unglaublich, Lockmittel brauch ich jetzt nie mehr!
Einen Border werde mich mir nicht zulegen, den kann ich gar nicht auslasten Bild

3. Klauenbehandlungen auf der Weide (auch mit Stall) ... genau mein Problem!
Zwar habe ich derzeit nur vier Schafe aber seit die anderen weg sind fangen die verbleibenden an zu "fremdeln". Sicherheitsabstand kaum unter 10 Meter, möglichst ein Zaun zwischen uns und nur mit großen Mühen und Geduld in den Stall zu bewegen. Immerhin ist ein Hammel (Flaschenkind) immer noch anhänglich wie ein Hund. Der Rest geht auf Distanz!
Wenn ich dann einmal wieder eines erwischt habe setzt der Vierradantrieb ein, wenn der erste Griff nicht sitzt war es das wieder für einige Zeit und der Abstand wird wieder größer, das Spiel beginnt erneut ... Bild! (Meine Coburger haben leider auch keine Griffe am Kopf Bild).

Über die Gier nach Brot oder anderen Leckereien bekomme ich die Tiere irgendwann in den Stall; ich suche halt nur eine Alternative zu Pellets oder trockenem Brot Bild - nicht um die zu mästen!

Bei uns laufen die als Rasenmäher, landen nicht im Topf da hier keiner Lamm- oder Schaffleisch mag! Ausgewählte Tiere bekommen das Gnadenbrot lebenslang.
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Beitrag#7von Christina » Samstag 20. November 2010, 19:36

Na deshalb sag ich doch: Nimm eine Hand voll Hafer in einer Schüssel.
Die macht auch schon genug Geräusch! Dazu immer das gleich "Komm her! Kooooom!" und die Prägung ist passiert.
Klar ist trockenes Brot noch lauter, aber die entwickeln ein ganz gutes Gehör dafür. Unseren Gänsen und Enten reicht es jedenfalls, um angewatschelt zu kommen, und bei den Schnucken war es früher nicht anders.

....und von einer Hand voll Hafer werden vier Schafe nicht fett. Wenn doch, dann kauf das Kräutergehäckselte.
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Beitrag#8von Herwig » Sonntag 21. November 2010, 09:33

Ich hatte aus Schalbrettern immer 4 Horden gebaut.

Die werden in U Form mit Strohbindfäden zusammengebunden und eines als Tor offen hinten dran. dann zwei Tage lang eine Schüssel oder Trog mit Quetschgerste reinstellen, am dritten Tag beim Fressen zumachen, ALLE Klauen behandeln und fertig. Kein Stress, kein Fett, kein Frust...
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Beitrag#9von Conny » Sonntag 21. November 2010, 20:01

Sorry, kann gelöscht werden
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Beitrag#10von Hilbenhoefle » Sonntag 21. November 2010, 20:18

Pellets nehme ich auch nicht, das gepreßte Zeug von dem man nicht weiß was wirklich drin ist, ist mir zutiefst zuwider.
Als Lockmittel nehme ich Schwarzhafer oder Gerste, zur Not auch mal Hühnerfutter. Oder eben kleingeschnittene getrocknete Brotstücke - die kann man auch ohne größere Sauerei in die Tasche stecken.
Für irgendwelche Behandlungen auf der Weide, z.B. Scheren oder Klauen schneiden, habe ich Steckfixhurden. Darin werden sie kurz gepfercht. Oder in den Bauwagen gesteckt. Oder in den Bus. Oder oder. Immer nach Laune des Chefs...;-)
Bisher ging das recht gut, sogar bei Coburgern.....;-)
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Beitrag#11von Januschka » Sonntag 21. November 2010, 21:28

Moin!

Ich habe 5 bis 6 Schafen .. und habe die auch an Eimer gewöhnt. Sehen sich mich in Arbeitskleidung wird geguckt und gegrüßt.. habe ich einen Eimer dabei gibt es kein Halten mehr.. wie schon beschrieben.. bis fast ans Ende der Welt.. Spaziergang zu anderer Weide, auf Hänger, in Ställe.. solange es im Eimer raschelt (Gesrste) und Duftet und man vielleicht, gaaaanz vielleicht mal die Nase reinstecken kan..

Klauen schneiden mache ich im Zusammenhang mit Schren.. braucht es extra hantierung ist die Kandidatin mit Eimertechnik leicht zu fassen zu bekommen.

Lämmer lernen das von der Mutter!

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Beitrag#12von Schafhirte » Mittwoch 24. November 2010, 19:49

Hi Uwe,

durch mein Schwärmen wollte ich ja nur auf die alternative "Möglichkeit" mit dem Border hinweisen. Bild

Natürlich sollte man ihn nur dann anschaffen, wenn man 1. Hunde liebt und ihn 2. auslasten kann. Allerdings wären 10 min Hütearbeit pro Tag bei einer 5-köpfigen Herde völlig ausreichend! Habe mich 1,5 Jahre vor Anschaffung über die Rasse informiert, ich dachte früher auch: der Border braucht mind. 300 Schafe und 5 Stunden Arbeit/Tag, is aber nich ...

LG
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Beitrag#13von Uwe » Mittwoch 24. November 2010, 22:06

Schafhirte hat geschrieben:Hi Uwe,

durch mein Schwärmen wollte ich ja nur auf die alternative "Möglichkeit" mit dem Border hinweisen. Bild

Natürlich sollte man ihn nur dann anschaffen, wenn man 1. Hunde liebt und ihn 2. auslasten kann. Allerdings wären 10 min Hütearbeit pro Tag bei einer 5-köpfigen Herde völlig ausreichend! Habe mich 1,5 Jahre vor Anschaffung über die Rasse informiert, ich dachte früher auch: der Border braucht mind. 300 Schafe und 5 Stunden Arbeit/Tag, is aber nich ...

LG
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.. ich habe schon zwei Hunde ... beim dritten Hund wird das hier richtig teuer! Bild
Aber: Wie trainiert man einen Border? Oder weiß der das von Hause aus?
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Beitrag#14von Alex » Mittwoch 24. November 2010, 22:55

@schafhirte

das würde mich auch interessieren, ob man als "Leihe" einen Border an Schafen trainieren kann. Habe vor meinem letzten Hund mit einem Border geliebäugelt, aber nachdem mein Nachbar, der hält Walliser Ziegen seinen jungen Border an einen großen Schäfer verkauft hatte, weil er bissig wurde, habe ich von dem Gedanken Abstand genommen, weil ich dachte mit meinen 15 Skuddenmüttern würde ich den auch nicht auslasten, und ich weiß nicht wirklich wie man einen Hund das hüten beibringt. Somit müssen meine Kinder und ich selbst Hütehund spielen und unser derzeitiger Vierbeiner liegt faul in der Sonne.

Grüße Alex
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Beitrag#15von steinadlerehemann » Donnerstag 25. November 2010, 13:50

Hallo Ihr Lieben,
hm... einen Hund brauche ich nicht zum Eintreiben meiner Blöker... die kommen, so wie Karin schon sagte, von ganz alleine.
Ich habe immer Hafer geschrotet, besser aber wäre gequetscht, wenns geht.
Die letzten Winter hatte ich auch zugefüttert, sie sahen aus wie Schweine.
Und wenn sie zu fett sind, nehmen sie auch nicht auf :-///
Daher - in diesem Winter bekommen sie weder Kartoffeln noch was anderes, nur den Schrot, Heu, Wasser, Leckstein, fertig.
Brot soll nur dazu dienen, dass sie zahm bleiben. Dies auch so wie Karin meinte - getrocknet.
Im Herbst haben sie hin und wieder mal Äpfel bekommen. Nur nicht zu viel.

Und zum Einfangen, das geht ganz einfach. Da ich einen Stall habe, wo sie immer Heu bekommen zum Fressen und sich dort auch mal aufhalten, wenn es zu kalt ist, kommen sie jeden Tag in diesen Stall, wenn es Futter gibt. Möchte ich die Klauen machen, muss ich nur die Tür zu machen und gut ist. Alle drin.
Dann bekommt ein Schaf das Halsband um, und los gehts mit Klauenschneiden.
Wenn der TA da ist und impft, wird eines nach dem anderen im Stall gespritzt, dort habe ich noch ne Zwischentür, so dass nicht alle immer auf einem Haufen sind.

Ich würde es auch so halten, damit im Ernstfall die Schafe jederzeit in den Stall kommen. Sonst ist es zu
mühselig.

Aber - gibt es nicht auch ausgebildete Border Collie beim Schäfer, oder Junghunde, die es von Anfang an kennen vom Schäfer. Hier in der Gegend weiß ich, dass ein Schäfer regelmäßig seinen Hundenachwuchs
anbietet, der gewohnt ist, die Herden zu betreuen. Und zwar von klein an. Das wäre vielleicht besser.

Und - ein Tier das aggressiv ist, ich denke, das da noch was anderes mit reingespielt hat. Ich sehe hier ja,
wie die Leute die Hunde behandeln, und denke, kein Wunder, wenn die so werden.

Euch noch einen schönen Tag - und rutscht nicht so heftig.
LG
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Beitrag#16von Alex » Donnerstag 25. November 2010, 22:42

Hallo,

der Border den ich vom Nachbarn kenne, wurde nicht schlecht behandelt, hab den als Welpen schon mitgekriegt und der war von Anfang an total überdreht, Geht jetzt an der Herde eines Berufsschäfers und ist ein sehr guter Hütehund, der war meiner Meinung nach ein zu ausgeprägter Arbeitshund und großteils als Familienhund gehalten, einfach nicht geeignet. Meine Mutter hat einen Bordermischling und der ist das Gegenteil, ein absolut super Familienhund, hütet aber auch mal gerne die Katzen, weil sonst hat meine Mutter nichts zu hüten.

Fertig ausgebildete Hütehunde sind halt nicht ganz billig.

Meine Skudden kommen auch in den Stall zum Heufressen, wenn zu entwurmen ist oder der TA kommt, mach ich es auch wie oben, Tür zu und fertig. Aber zum Weide wechseln oder wenn sie ausbüchsen oder auch zum eintreiben, wäre so ein Hund schon was schönes.

Grüße Alex
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Beitrag#17von Herwig » Freitag 26. November 2010, 09:36

Ich muss mal etwas loswerden, auch wenn einige Leute mir das verübeln werden:

Wer keine Schafherde hat, sollte auch keinen Hütehund besitzen.

10 Schafe oder ähnliche Mengen reichen als sogenanntes "Borderspielzeug" vielleicht aus aber artgerecht ist das weder für den Hund noch für die Schafe.
Borderliebhaber reden sich die Haltung schön und meinen 10 Minuten hüten am Tag reicht aus, na super!!

10 Schafe müssen weder täglich mit dem Hund bewegt werden, noch ist der Hund ausgelastet wenn er lediglich die Schafe hin und her treibt. Und, Hand aufs Herz, wozu sollte eine tägliche Hütung von 10 Minuten gut sein? (außer den Hund zu beschäftigen und die Schafe kirre zu machen!!)

Der Aufwand einen Border zu halten und artgerecht zu beschäftigen steht in keinerlei Verhältnis zu der Arbeit die 10 Schafe machen die hin und wieder in den Stall oder zum Weidewechsel getrieben werden.

Ich habe viele Jahre mit Hütehunden gearbeitet und ich kenne keinen Berufsschäfer, der die These vertritt, dass für 20 Schafe ein Hütehund gebraucht wird!

Einfache Kommandos um ein paar Schafe zu treiben ist jedem Hund beizubringen, mein Mischling treibt meine Gänse, Hühner und sogar Kaninchen dahin wo ich sie haben will...
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Beitrag#18von Christina » Freitag 26. November 2010, 12:41

Hallo Herwig,

ich kenne zu viele neurotische Border und zu viele genervte Borderbesitzer, als dass ICH Dir die Worte verübeln würde (Andere mögen für sich schreiben).
War es Babe, das Schweinchen, das die Rasse berühmt machte, oder welcher Film? Ein Jammer jedenfalls für unmengen psychotischer Hunde, die seitdem für den Bedarf produziert wurden.
Aber bei den Dalmatinern ist das Problem ähnlich.... Und bei den Jack Russel erst!!
Krass ist auch, dass beim Border nun schon der Arbeitswille weggezüchtet wird, damit er in Familien klar kommt... Anstatt eine andere Rasse zu empfehlen.

Für den Hobbyschäfer wäre bestimmt ganz bestimmt eine andere Rasse geeigneter.

Nun aber mal provokative Worte von mir: Wer die Schäfchen nicht eingefangen und gehalten bekommt, um die Pediküre durchzuführen, sollte sich nicht an der Erziehung eines Hütehundes versuchen. Da wird aus dem Problemchen nicht nur ein Problem, sondern eine Katastrophe. Bild

Allerdings muss ich zugeben, dass ich damals auch einen unpassenden Hund (wenn auch keinen Border) für mich ausgesucht habe, bevor ich mich umfassend mit dem Thema Hunderassen und -erziehung auseinander gesetzt habe. Fehler passieren. Bild
Wir haben uns nun 12 Jahre zusammen gerauft und es wird irgendwann ein sehr harter Abschied für mich werden, aber noch einmal möchte ich den Stress nicht.

Beste Grüße,
Christina
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Beitrag#19von steinadlerehemann » Freitag 26. November 2010, 12:45

Hallo Herwig,
ich denke, Du trittst keinem auf die Füße. Es stimmt doch, was Du sagst.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ganz liebe Grüße
Christiane
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Beitrag#20von schmidti » Freitag 26. November 2010, 13:38

Liebe Mitstreiter,

an dieser Stelle möchte ich auch mal meine Meinung kund tun. Egal ob man 3, 30 oder 300 Schafe hält, das Wichtigste meiner
Meinung nach, sind Ruhe und Gelassenheit im Umgang mit den TierenBild

Die Verwendung eines Trichters/ Pferch ist immer sinnvoll. Zumal hier ohne Stress und freihändiges Einfangen gearbeitet werden kann.

Für den Einsatz von Hütehunden bin ich dann, wenn die Herdengröße und die Betriebsform es erfordert. Ich selbst bin Berufsschäfer, habe 300 Mutterschafe und 3 Hunde. Ich hüte die Herde fast täglich, meine Flächen liegen bis zu 50 km auseinander. Alle Strecken werden zu Fuß zurückgelegt.

Bildische Grüße, schmidti
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Beitrag#21von Schafhirte » Sonntag 5. Dezember 2010, 19:43

N'abnd,

@Christina: gut, dass ich mich jetzt nicht angesprochen fühlen muss, denn ich habe über 20 Jahre lang auch ohne Hund die Pediküre bei den Damen machen können. Bild

Im übrigen mach ich jetzt hier nicht den Versuch mich zu rechtfertigen, bei 10 Schafen ein Border ja oder nein, ausgelastet ja oder nein, artgerecht ja oder nein, da kann man endlos lange diskutieren, was zu nix führt. Und weil ich es eben so cool sehe, spricht Schmidti mir auch aus der Seele: Ruhe und Gelassenheit ist wohl das wichtigste für das Wohl unserer Lieben!

So long
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Beitrag#22von Leoeliyah » Dienstag 14. Dezember 2010, 21:43

ich füttere unseren soays auch das handelsübliche schaffutter 2mal an tag für jeden ne hand voll und natürlich auch heu (jetzt bei dem schnee)
darauf fahren die süßen tierisch ab kann mich mittlerweile schon wenige cm neben den schafen aufhalten ohne das sie das weite suchen, hin und wieder gibts als leckerei möhren oder rote bete dazu.
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Beitrag#23von Aisha » Mittwoch 15. Dezember 2010, 05:42

Hallo bin neu und erlaube mir mal zu antworten.
Im allgemeinem reicht Heu aus. Wichtig ist natürlich ein Mineralstein sowie Salzleckstein.
Dies dient natürlich nicht für Lockmittek.
Da gibt es noch ganz vieles, wie z. B. Rübenschnitzel, Hafer Gerste, Weizen, Brötchen, Erbsen und was weiß ich noch alles, ach Kartoffeln habe ich auch noch gelesen.
Man sollte aber bedenken das dies nur in geringen mengen gefüttert werden sollte, denn duch zu viel Futter können sich z. B. auch sachen zeigen wie Harngries.
Ich füttere ein wenig brötchen, brauche das eigentlich auch nicht da der Border im hintergrund ist.
Bevorzuge als Futterplatz nur einen Stall der immer auf ist sofern wir auf der Hauptkoppel sind, und einen trocken und sauberen Platz.
Meine reagieren auf mein Auto und kommen so schon, und folgen mir auch in den Stall, wobei ich diesen dann natürlich auch schliesen kann.
So kann ich auch mal ohne Hund an die Schafe um nach dem rechten zu schauen.
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Beitrag#24von Biggi » Donnerstag 16. Dezember 2010, 11:53

Man kann auch mehrere Hundert Schafe ohne Hund händeln, geschieht so schon diverse Generationen bei einem Schnuckenzüchter im Cloppenburgischen. Wenn man die Lämmer im Spätsommer separiert, achtet man darauf, dass immer mindestens ein Altschaf dabei bleibt. Lockmittel Futtereimer und Futter in Trögen im Holzpferch. Wenn man dies zweimal die Woche praktiziert (es braucht nur einen halben Eimer Futter auf ca. 30 Tiere, also eigentlich nur ne Nascherei), werden die von klein auf darauf konditioniert und jegliche Behandlung wird ein Kinderspiel. Schafe auf offener Weide fangen ist in meinen Augen genauso sinnlos, wie die Fangaktionen, die man im Fernsehen in bestimmten Sendungen über Zoo- und andere Tierärzte beobachten kann. (Da krieg ich jedesmal die Pimpernellen, wenn ich das sehe, diese angeblich professionelle Tierhaltung!!! Bild )

Anders herum kann man auch 15 Schafe mit Border hüten (wie eine Freundin mit 3, jetzt leider nur noch 2 Bordern), wenn das Hüten nicht die Hauptaufgabe ist, sondern die Hunde auch noch anderweitig ausgelastet werden (z.B. mit Agility). Bei besagter Freundin geht dies sehr gut und alle Hunde sind sehr ausgeglichene Familienhunde!

Man muss halt wissen, was man will und was man tut!!! Wer Tiere hat, hat Verantwortung und über die muss man sich vor Anschaffung der / des Tiere/s klar sein!

Ach ja, wir haben auch 2 Aussies, die aber nicht an der herde sind, weil die Muttertiere alles Fuchsähnliche auf die Hörner nehmen und schon gar einen unerfahrenen Junghund Bild
Wir händeln die Schafe auch schon seit Jahren nur mit Locken, was sehr gut funktioniert.
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Probieren und doch so einfach

Beitrag#25von flor » Freitag 17. Dezember 2010, 16:46

Hallo !

Also das ist eigentlich wie bei jedem Tier das Kontakt mit Menschen hat. Probieren ist besser als Studieren. Meine Schafe brauchte ich führe nur rufen. Ist aber ein längerer Prozes des Lernens! Mit Speck fängt man ja auch Mäuse.

Gruß flor
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