Lämmerschlachtgewichte

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Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#1von schnuckened » Montag 8. Dezember 2014, 08:01

In diesem Jahr hatte ich zwar pro Mutterschaf optimal 2 Lämmer (kein Flaschenlamm) bei meinen Heidschnucken, war anfangs damit sehr zufrieden. Jedoch jetzt nach der Schlachtung bin ich etwas enttäuscht, denn die Schlachtgewichte blieben enorm hinter den Erwartungen zurück. Futter gab es im gesamten Jahr reichlich, einen so guten Aufwuchs in den Koppeln hatten wir dank der ganzjährig guten Witterung noch nie zu verzeichnen. Nun hab ich mir überlegt, ob vielleicht genau das der Grund sein kann, denn in den Jahren zuvor habe ich die Schafe viel öfter zum Freigang aus den Koppeln heraus gelassen. Sie konnten sich in der weitläufigen Heidelandschaft gütlich tun und verbissen das was ihnen am liebsten war, Strauchwerk, Kräuter etc.
Was denkt ihr, könnte sich das sagen wir mal in Prozenten ausgedrückt zu 10 % höheren Schachtgewichten führen?

Grüße

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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#2von Uwe » Montag 8. Dezember 2014, 12:07

Moin Ed,
meine Moorschnucken(flaschen)lämmer hatten im November mit 8 Monaten auch nur ~11 kg Schlachtkörper trotz abwechslungsreicher Weide inkl. Gestrüpp und wildem Aufwuchs. Jeden Tag etwas Kraftfutter zum Locken.
Der jammernde Schlachter sagte mir, dass Heidschnucken eigentlich mehr bringen sollten ... da ist ja nichts dran!
Was wiegt ein Heidschnuckenlamm denn "am Haken"?
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#3von schnuckened » Montag 8. Dezember 2014, 15:34

Also im Vorjahr (4 m /1 w) brachten die Böcke zwischen 14,5 und 16,5 kg, die Zippe 13,5 kg. Das war gut, die Böcke jeweils Zwillignswürfe, das weibliche ein Einzeltier. Als Einlingsgeburten waren sie früher noch etwas schwerer, aber nicht relevant. In diesem Jahr 5 weibliche und ein Bock, die weiblichen zwischen 9,5 kg und 12,5 kg, der Bock enttäuschte auf der ganzen Linie mit 10,5 kg. Er und seine Schwester waren spät Ende April geboren, beides allerdings Riesenlämmer, sowas hatte ich noch nie und schöpfte Hoffnung, dass sie das Gewicht sicher aufholen würden. Zum Herbst stand Mais in der Nachbarschaft den sie ab und an naschen gingen. Ich hatte echt schiß, dass die Lämmer verfetten würden. Gut, Fettansatz war da, aber in Muskelmasse konnte sich das leider nicht umsetzen. So habe ich in diesem Jahr die gleiche "Masse" am Haken, nur mit einem Tier mehr!

Grüße

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Zuletzt geändert von schnuckened am Montag 8. Dezember 2014, 15:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#4von Claudia » Donnerstag 11. Dezember 2014, 19:10

War durch die begrenzte Weide vielleicht der Parasitendruck höher?
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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#5von schnuckened » Freitag 12. Dezember 2014, 07:32

Nein Claudia. Die Weiden sind außer den Freigängen immernoch groß genug, die Schafe bei guter Kondition, das bestätigte mit auch mein Fleischer, der die Fleischqualität an sich lobte. Ok, Kotprobe werde ich demnächst mal machen, jetzt wo die Lämmer weg sind.
Aber wenn man so nachdenkt erscheint es mir immer logischer, dass wenn der Aufwuchs so permanent vorhanden ist, der Nährstoffinhalt ja nicht im selben Maße steigt! Wenn ich ne Kartoffelsuppe mit Wasser strecke wird sie auch nicht reichhaltiger!

Grüße

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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#6von Claudia » Samstag 13. Dezember 2014, 07:55

aber doch nur wenn der Boden völlig nährstoffarm ist und dann wächst es doch weniger?
Sicherlich nimmt im Laufe des Sommers die Nährstoffdichte(?) der Gräser ab, aber ich bei mir z.b. konnte ich die Pferde ohne zufüttern bis Ende Oktober nur mit Weide bei Figur halten. Der leichtfuttrige hat im Oktober sogar noch zugelegt und der sehr schwerfuttrige (alt) hat sich gut gehalten.
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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#7von Jaegertom » Samstag 13. Dezember 2014, 09:24

Warum bringst du die Lämmer nicht auf Wechselweiden? Es ist klar dass bei Standweiden irgendwann nichts mehr kommt.
Da wirst über Kunstdünger und kalken nicht drumherumkommen.
Wir ziehen rotierend über die Bergweiden mit einem bis maximal 2 Weidegängen und meine Alpinen Steinschaflämmer haben im März geboren um die 20 kg geschlachten.
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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#8von matt23 » Sonntag 14. Dezember 2014, 15:25

schnuckened hat geschrieben:Ich hatte echt schiß, dass die Lämmer verfetten würden. Gut, Fettansatz war da, aber in Muskelmasse konnte sich das leider nicht umsetzen.

Ein Grund dafür könnte auch sein, dass es ihnen an Protein gefehlt hat.
Ich konnte das bei den Grassilagen in unserer Region in diesem Jah auch beobachten, dass der Rohproteingehalt meistens relativ niedrig war. Auch wenn man die Wiesen bisschen beobachtet hat, ist aufgefallen, dass das Gras zwar viel Masse gebildet hat, dadurch aber auch die Leguminosen ein Stück weit unterdrückt hat. In gewisser Weise war beim Protein wohl ein Verdünnungseffekt vorhanden.
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Re: Lämmerschlachtgewichte

Beitrag#9von schnuckened » Sonntag 14. Dezember 2014, 18:49

matt23 hat geschrieben:Ein Grund dafür könnte auch sein, dass es ihnen an Protein gefehlt hat.
Ich konnte das bei den Grassilagen in unserer Region in diesem Jah auch beobachten, dass der Rohproteingehalt meistens relativ niedrig war. Auch wenn man die Wiesen bisschen beobachtet hat, ist aufgefallen, dass das Gras zwar viel Masse gebildet hat... In gewisser Weise war beim Protein wohl ein Verdünnungseffekt vorhanden.


So sehe ich das auch! Für dieses Jahr ist es Geschichte, aber das lehrt uns wieder was! Nicht umsonst haben wir selbst schon in der Vergangenheit geschrieben, dass zur Ergänzung (gutes) Heu angeboten werden sollte, aber man wird selbst blind, wenn es "gut läuft"!

Jaegertom hat geschrieben:Warum bringst du die Lämmer nicht auf Wechselweiden? Es ist klar dass bei Standweiden irgendwann nichts mehr kommt.
Da wirst über Kunstdünger und kalken nicht drumherumkommen.


"Kunst"dünger bedarf es nicht, weil der Aufwuchs ja da war! Auch Wechselweiden, (was ich ja gemacht habe) lösten das Problem ja nicht, da auf denen der gleiche Aufwuchs drauf war! Es hat sich halt gerächt, dass meine Magerweiden in diesem Jahr auch nur magere Gräser geliefert haben, die von vornherein proteinarm sind! Damit ist auch Claudias Frage beantwortet, es fehlt auf meinen Weiden an proteinreichen Pflanzen, meine Weiden "können nur" Magerkost (als standortgerechtes Hauptgras das Rote Straußgras)! Mit reichlich Wasser wächst die auch gut!

Grüße

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