Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

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Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#1von Dine » Donnerstag 19. Januar 2012, 22:08

Hallo ihr Lieben,

so, jetzt mal Butter bei die Fische! *gg* ;-)
Also: was brauchen Rauhwollige Pommersche Landschafe denn eigentlich an Platz zur ganzjährigen Haltung? Wieviel Platz pro Schaf muss man da einrechnen? 800m²? 400m²? Sind sie wirklich so robust wie es überall heißt? Wie groß ist der Haltungsaufwand wirklich? Was ist mit den monatlich anfallenden Kosten? Zufütterung im Winter (bei zur Verfügung Stellung eines 3 seitigen Schauers) (abgesehen von Heu, Mineralstein und Wasser) bei tragenden Auen? Pflegemaßnahmen und Aufwand? Wie oft was? Wie sieht das mit dem Gebähren aus? Brauchen die viel Hilfestellung oder geht es "ganz von alleine"?

Also, ihr Rauhwoller da draußen, ich bin gespannt! ;-)
Zuletzt geändert von Dine am Freitag 27. Januar 2012, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rauhwollige Pommersche Landschafe

Beitrag#2von Alex » Donnerstag 19. Januar 2012, 22:44

Hallo,

ich hatte keine Pommern aber Skudden aber da ist der Unterschied nicht so riesig.

Meine Skudden waren sehr wetterfest, allerdings bei viel Schnee und vor allem Regen blieben sie lieber drin, deshalb sollte der Stall groß genug sein, dass alle bequem Platz haben.

Sie müssen regelmäßig entwurmt werden und ich hab meine noch gegen Clostridien impfen lassen.

Dann noch Beiträge zu Berufsgenosschenschaft und zur Tierseuchenkasse, sowie Ohrmarken.

Klauen schneiden musste ich bei meinen Skudden nicht, aber einmal jährlich scheren lassen , kostet auch was.

Die Skudden brauchen Heu ad libitum, aber eigentlich kein Kraftfutter.

Die Geburten liefen immer ohne Schwierigkeiten ab, musste nie irgendwie eingreifen. Höchstens dann bei den Lämmern, mal eins krank oder Mutter zuwenig Milch oder so.

Vielleicht konnte ich dir ein wenig sagen.

Grüße Alex
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Re: Rauhwollige Pommersche Landschafe

Beitrag#3von karinenhof » Freitag 20. Januar 2012, 09:20

Du solltest pro Tier ca 1000 m² Fläche einrechnen. Lt. Bücher ist da die Heuernte mit drin. Es kommt aber sehr auf die Güte des Bodens und den Aufwuchs an. Ich habe Soay Schafe - halb so groß wie die Rauwoller (wenn überhaupt) und komme mit der Flächenangabe nicht hin. Wir haben sehr schlechten Boden.
Deshalb ist es nur ein Richtwert. Lieber mit einem kleineren Bestand anfangen und dann aufbauen.

Den Rest müssen Dir andere beantworten. Da fehlt mir bei dieser Rasse die Erfahrung.

Grüße von Karin aus dem Havelland
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Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#4von Dine » Freitag 27. Januar 2012, 18:09

Hallo Alex und Karin,

vielen Dank für eure Antworten. :-)

Ich hatte zwar eigentlich gehofft, dass sich auch ein paar Halter von Rauhwollern melden würden, aber vielleicht kommen die ja noch. :-)

Platz genug habe ich, sogar direkt am Haus. Da kann ich ohne weiteres sofort auf 3,5 ha zurückgreifen. Gut, davon geht rein rechnerisch ca. 3/4 bis 1 ha wieder ab, weil meine Pferde ja auch was fressen wollen. Ich plane, die Fläche in 5 Segmente zu unterteilen und die Schafe vor den Pferden auf die Koppeln zu treiben. Je nach Größe der Fläche können sie dort dann einige Tage (ich hatte so an 3-4 gedacht) grasen, bevor sie weiterziehen und die Pferde dann hinteran dürfen. Zuerst wollte ich eine Mischbeweidung machen, aber davon wurde mir abgeraten. Nun wird es eben ein Wechselbeweidungssystem. :-) Nachts sollen die Schafe auf eine Nachtkoppel von ca 3/4 Hektar mit 3seitigem Unterstand. Sie bietet sich von der Lage her perfekt dafür an und ist schön dicht von Büschen umstanden. Der angesprochene Unterstand ist ebenfalls bereits vorhanden, ebenso wie mehrfache Litzen und ein Wildschutzzaun... Da muss ich nur noch hier und dort etwas ersetzen und ausbessern und schon ist die Nachtkoppel bezugsfertig. :-)

Mit rein rechnerischen 2,5ha allein für die Schafies könnte ich also demnach 25 Schafe halten? Richtig, Alex?
Pachtkosten entfallen, da eigenes Land. In der BG bin ich eh schon drin, wegen der Pferdehaltung auf eigenem Resthof, zahl ich also eh schon. Tierseuchenkasse: ja, da wird es mehr werden, zur Zeit schlagen da ja nur die Pferde zu buche.
Ohrmarken...ja, die werde ich brauchen. Macht das der TA? Oder ich selbst? Was kostet sowas? Wie ist das, wenn einiges vom Nachwuchs später geschlachtet werden soll? Da spielen die Ohrmarken doch auch eine Rolle, oder?
Apropos TA: Impfungen und Wurmkuren sollen sein, klar. Hat da auch jedes Schaf seinen "Schafpass" wie bei den Pferden? Oder wird nur der Bestand geführt? Oder wie mache ich das dann?

Heu mache ich bisher selbst auf meinen Weiden. Das reichte selbst im letzten Jahr dicke. Gut - die Kosten dafür muss ich natürlich auch bedenken, denn der Landwirt muss seine Unkosten auch wieder raus haben. Aber das Heu würde ich sowieso machen lassen um 1) Pferdefutter für den Winter zu haben und 2) dabei das Gras endlich mal alles runter kommt. Meine Pferde können dagegen wirklich nicht anfressen. Daher - > Schafe. ;-)

Die Schur wird nochmal was Kosten. Und wohin dann mit dem Fließ? Dem Scherer mitgeben? Als Unkostenerstattung?

Ihr seht:ich hab noch sooo viele Fragen. *liebschau*

Liebe Grüße,
Dine.
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#5von Schafhirte » Freitag 27. Januar 2012, 22:22

Hallo Dine,

könnte ich also demnach 25 Schafe halten?

Wie Karin sagt, theoretisch richtig. Praktisch würde ich mit deutlich weniger anfangen! Und mich innerhalb 2 bis 3 Jahre langsam an das Maximum rantasten. Außerdem möchtest Du ja noch den Pferden was übrig lassen ... ;-)

... Tierseuchenkasse ...

Kostet je nach (in dem Jahr vorher vorausgegangener) Seuchensituation zw. 1 und 10 € pro Tier (in der Regel 1 bis 2€).

Ohrmarken...

Wenn Du die Tiere angeschafft hast, sind diese dem Kreis-Veterinäramt zu melden. Am einfachsten ist es dort anzurufen und zu fragen, was "nun" zu tun ist. Die informieren Dich dann auch gerne zum Thema Tierseuchenkasse, Betriebsnummer, Ohrmarken, Bestandsführung, relevante Richtlinien (z.B. zum Transport von Schafen), etc.
Die Ohrmarken (meine ich) kosten nichts, die Zange ca. 21€, bestellt wird über die Tierseuchenkasse. Die "Öhrchen tackern" machst Du in der Regel selbst (kannst Du Dir ja vom TA zeigen lassen).

Wie ist das, wenn einiges vom Nachwuchs später geschlachtet werden soll?

Termin beim Metzger machen, einladen, hinfahren, ausladen, Papiere ausfüllen (Ohrmarkennummern, Betriebsnummer, Anschrift, etc.). Bei meinem Metzger ist es ein Formblatt, das auszufüllen ist.

Schafpass

gibt es nicht

Mein Tipp: besorg Dir für solche Anfängerfragen ein gutes Buch über Schafe. Da bekommst Du fachlich korrekte Antworten auf all Deine Fragen. Es kommt noch vieles an Fragen dazu, z.B. Trächtigkeit/Lammzeit/Lämmerfutter und und und, die Du erst mal dort beantwortet findest. Solltest Du dann keine Antworten finden kannst Du Dich dann immer noch ans Forum wenden.

Zu Deiner Hauptfrage: Die Kosten sollten bei mittelgroßen Landschafrassen ja ungefähr gleich sein. Die Kosten setzen sich im Wesentlichen zusammen aus
- Heu (ca. 2kg/Tier/Tag),
- je nachdem Kraftfutter, Melasseschnitzelpellets oder Quetschhafer o.ä. (ja nach Zustand der Tiere, z.B. Trächtigkeisstadium, 0 bis 1000 gr je nach Futter),
- Tierarztkosten/Medikamente/Wurmkur/ggf. Impfung(en) (ein paar €/Tier),
- Tierseuchenkasse (s.o.),
- Scheren (ca. 5 bis 10€/Tier)
- Metzger (ca. 35 €/Lamm zerlegt)

Viele Grüße und Erfolg wünscht
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#6von Alex » Freitag 27. Januar 2012, 22:59

Hallo,

2,5 Hektar für 25 Schafe, wenn du noch dein komplettes Heu davon machen willst? Kommt aber auch immer auf die Qualität des Landes an.

Die BG wird teurer, in Bayern verlangen sie pro Schaf sieben Euro, sprich du zahlst für 25 Schafe alleine 175 Euro BG plus Grundgebühr und Beitrag für Pferde, das war für mich der Hauptgrund meine Skudden auszutauschen gegen Ostfriesen.

Ohrmarken macht man eigentlich selber rein, du brauchst die entsprechende Zange und dann die Marken dazu, die Zange kostet so um die 18 Euro und die Marke 2,50 Eu , ob du Schlachtlämmer Marken reintun möchtest?, rein vom Gesetz müsstest du das.

Einen Schafpass gibt es noch nicht :) Aber du musst ein Bestandsbuch führen und deine Tiere melden. Vordrucke für Bestandsbuch und Ohrmarkenbestellung usw. findest du alles im Netz.

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** hier kannst du auch mal schauen, da steht einiges drin

Die Wolle kannst du selber verwenden, oder dir jemanden suchen, der sie verarbeitet oder entsorgen. Manche Wolle nehmen die Schafscherer mit, ob von Pommern, weiß ich nicht. Meiner will nur Merinowolle. Bei uns ist es mittlerrweilen auch schwierig nen Schafscherer überhaupt herzukriegen. Bei den Skudden hätte ich im Verband sein müssen, dann hätten sie die Wolle verwertet und ich hätte nen Gutschein für deren Shop bekommen. Ich hab sie aber immer gerne als Mulch im Garten verwendet, düngt auch gleichzeitig, meine Bohnen sind ganz begeistert von Schafwolle zu ihren Füßen.

Ich hoffe ich konnte dir einiges beantworten.

Grüße Alex
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#7von Conny » Samstag 28. Januar 2012, 14:31

Hallo,

ob man Ohrmarken selber zahlen muss oder nicht, ist abhängig vom jeweiligen Bundesland. Vorschrift sind zwei Ohrmarken, eine mit Transponer und eine ohne. Auch Schlachttiere erhalten Ohrmarken, hier sind diese weiß. Spätestens wenn diese den Hof verlassen, müssen Ohrmarken gesetzt werden.

Bei den Pommern mus kein Kraftfutter gefüttert werden, diese alten Rassen werden davon nur dick, aber Heu zu jeder Jahreszeit sollte als Rauhfutter imer zur Verfügung stehen. Schafe und Ziegen können über Rauhfutter kleinere Darm- und Magenwehwehchen gut selber wieder in die Reihe bekommen.

Im Winter Heu zur freien Verfügung und einen Leckstein für Schafe ganzjährig zur Verfügung stellen.

Bei uns macht der Schafscherer die Entwurmung und Vorsorge gegen Ektoparasiten gleich mit, für beides zahle ich pro Schaf 2 Euro, die Schur pro Schaf kostet mich 5 Euro.

Da wir gerade am Sanieren sind, wird die Wolle bei uns als Dämmmaterial bentutzt, so weit sie eben reicht, was besseres findest du nicht.

Meine Zuchttiere von 1,5 Skudden haben samt Nachwuchs, also max. 16 Schafe, 1,5 Hektar zur Verfügung, das auf bis zu 3 Hektar erweitert werden kann. In trockenen Sommern reichen die 1,5 H nicht aus, obwohl diese Rasse mit Magerwiesen hervorragend zurecht kommt. Aus den 1,5 H gewinnen wir kein Heu, das machen wir von anderen Flächen.

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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#8von Dine » Montag 30. Januar 2012, 15:25

Hallo ihr Lieben,

vielen, vielen Dank für eure Antworten!

@Schafhirte: Ja, natürlich hast Du recht. Erstmal mit wenig Schafen anfangen und dann langsam den Bestand steigern. Ich dachte daran so mit 5 Schafen erstmal anzufangen. Schließlich muss ich ja auch erstmal ein "richtiger Schafhalter" werden und da würden mich 25 Stück gleich zu beginn nur unnötig überfordern. Ich wollte nur einen Richtwert um die Besatzdichte einschätzen zu können. :yes4:

Tierseuchenkasse: 1-2 € pro Tier wäre weitaus weniger als ich angenommen hätte. Kann sich natürlich jetzt aber aufgrund des Schmallenbergvirus noch ändern.

Danke für den Tip mit dem Kreis-Vet-Amt. Den werde ich dann mal auf den Zahn fühlen, wenn es soweit ist. :dh:

Über einen guten Buchtip zum Thema Haltung von Rauhwollern (oder allgemein Landschafrassen) würde ich mich sehr freuen. :yes4: Zur Zeit besitze ich als ersten Einstieg in das Thema Schafhaltung das Buch "Ratgeber Nutztiere. Schafe" von Helmut Kühnemann aus dem Ulmer Verlag. Es biete einen recht breiten und sehr allgemeinen Überblick über das Thema, geht mir aber leider nicht genug auf die Landschafrassen ein. Für Tips bin ich aber immer offen und dankbar. :lbk:

Deine Kostenaufstellung gefällt mir gut, auf solche Angaben aus der Praxis hatte ich gehofft. :schreib:

@Alex: Ich habe das Glück recht gutes und ergiebiges Land zu besitzen. Es ist die Dithmarscher Geest, am Rand eines Ursprungtales gelegen, welches Heute als Moor in ein Landschaftsschutzgebiet umgewandelt worden ist. Mein Land ist also eher "tendenziell feuchteres Geestland mit gutem Kleieanteil", würde ich sagen. Letztes Jahr haben wir von einem 1,5ha großem Stück ungedüngter Koppel 17 große Rundballen Heu runter geerntet. Davon habe ich dem Bauern gleich 7 mitgegeben... Ich mache also eigentlich keine Sorgen, dass es bei uns mal "nix zu beißen" gibt. Zur Zeit habe ich ja eher das umgegekehrte Problem: zuviel Gras und wohin damit. :scratch_one-s_head:

Muss ich wegen der Teuerung des Beitrages die BG den Bauernverband fragen? Oder die BG direkt?

Vielen Dank für deine Tips mit dem Bestandsbuch und dem Link. :yes4:

Bei dem Gedanken die Wolle als Dünger zu verwenden ist mir irgendwie komisch. Obwohl...Hmmm...Naja, klar. Stickstoff als Langzeitdünger, ähnlich wie Hornspäne wohl... Aber klingt irgendwie doch seltsam im ersten Moment...

@Conny: Danke für deine Tips zu dem Pommern! Werd ich befolgen. :yes4:

Bei uns macht der Schafscherer die Entwurmung und Vorsorge gegen Ektoparasiten gleich mit, für beides zahle ich pro Schaf 2 Euro, die Schur pro Schaf kostet mich 5 Euro.

Ich bin etwas verwirrt. Ich hatte hier vor Ort einen Schäfer (mit Fleischrassenmischlingen) gefragt und der meinte, sie würde alle 6 bis 8 Wochen entwurmen. Sind das denn solch großen Unterschiede zwischen Fleischschafen und Landschafen? Oder kommt der Scherer so oft? Ich dachte, der kommt nur 1-2 x im Jahr?

Liebe Grüße,
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#9von Alex » Montag 30. Januar 2012, 23:14

Hallo,

also alle sechs bis acht Wochen brauchst du nicht entwurmen, aber mind. zweimal im Jahr, einmal im Frühjahr wenns mit der Weide losgeht und im Herbst, wenn Weidegang vorbei, bei Bedarf kann es aber auch öfter sein, es ist sinnvoll vorher eine Kotprobe zu machen. Auch muss man das Entwurmungsmittel regelmäßifg wechseln. Und wenn ich sie hole würde ich auch entwurmen, bevor sie in den neuen Stall kommen.

Ich mache den Mehrfachantrag und muss dabei ein Vierverzeichnis abgeben, daher hat die BG meine Daten.

Da hast du Glück mit deinem Land, meins ist sehr schlecht, Lehmboden und Nordhang, stellenweise relativ steil, dadurch auch noch trocken. Ich hab letztes Jahr von 1,5 Hektar grad mal 14 gaanz kleine Rundballen, allerdings ist es nochmal schön nachgewachsen und die Weidesaison war sehr lange.

Ich lasse einmal im Jahr scheren, mein Schafscherer schert aber nur, den Rest muss ich schon selber machen.

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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#10von Conny » Dienstag 31. Januar 2012, 10:21

Morgen Dine,

wegen Büchern schau doch mal hier im Forum, da habe ich einige Rezensionen eingestellt, auch über Schafbücher.

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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#11von Schafhirte » Dienstag 31. Januar 2012, 12:14

Hallo Dine,

ich kann vor allem ein Buch empfehlen: "Praktische Schafhaltung" von Christian Mendel. Einfach bei Amazon suchen.
Extra für Rauhwoller wirst Du kaum was finden, aber das ist auch nicht nötig. Ich habe locker 6 bis 7 Schafbücher, auch teurere, aber an dieses kommt so schnell keins ran.

Noch was: wer über's Jahr alle 6-8 Wochen entwurmt, züchtet widerstandsfähige Würmer, nicht Schafe ...

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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#12von Dine » Dienstag 31. Januar 2012, 17:50

Hallo ihr Lieben,

hmmm, dann gehört der Schäfer, dessen Tiere gerade meinen Koppeln die "Winterschur" verpassen wohl zu der unbedachteren Sorte? :scratch_one-s_head: Blauäugig wie ich bin hab ich seine Frau nach Entwurmungen gefragt und sie meinte, die würden immer dann entwurmen wenn der Popo dreckig wird. Und wechseln würden sie die Präparate erst, wenn die Entwurmung nichts mehr bringen würde, denn einige Mittel seien viermal so teuer wie andere... :unknown: Das kam mir als Pferdehalter zwar seltsam vor, aber ich bin ja bekennender Nichts-Wisser was Schafe betrifft. Bei Pferden wechselt man ja auch zwischen jeder Wurmkur das Präparat, eben um Resistenzen vorzubeugen. Und selbst dann...

@Alex: Dein land klingt wirklich schwierig. Meines hat den ganzen Tag lang Sonne. Wir sind gerade dabei Knicks zu setzen um so noch ein bißchen mehr Biotop zu schaffen und gegen den scharfen Küstenwind Bäume und Sträucher als Windbruch zu gewinnen. Ganz zu schweigen vom Feuerholz in einigen Jahren... :biggrinn: Halt so eine richtige Knicklandschaft auf eigenem Grund. In gut 14 Tagen werden die letzten Erdarbeiten hoffentlich erledigt sein und dann kommen im Frühjahr die Pflanzen auf den noch nicht umwachsenen Flächen. Das tut hier an der Küste allen Tieren gut, Pferden wie Schafen wenn sie mal aus dem Wind und sich bei Niesel umstellen können, wenn der Weg in die Offenställe zu weit ist. *zwinker*

Sähst Du denn geeignete Gräser auf deinen Koppeln an? Oder was machst Du um deinen Boden zu verbessern? Bei mir ist das ja relativ einfach, aber bei Lehmboden?

@Conny und Hirte: Vielen Dank für eure Buchtips! Ich werde gleich bestellen gehen...

Liebe Grüße,
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#13von klosterbauer » Dienstag 31. Januar 2012, 19:35

Ahoi Dine

viel Freude beim Lesen, ohne das geht es nicht, das Internet beantwortet einfach nicht alle Fragen automatisch. Denn viele fallen einem erst später ein - die Autoren aber kennen sie. Und den Mendel schätze ich auch als Experten sehr! Ist Zuchtleiter in Bayern und aktiver Schafhalter alter und vom Aussterben bedrohter Rassen.
Ein Tipp noch: Such Dir einen guten und netten (Chemie muss stimmen) Schafhalter bei Dir aus der Gegend. Denn was bei mir im Bergischen stimmt, kann bei Dir eher sinnlos sein ...

Und bei den Berufsschäfern gibt es leider sone und sone - ich kenne richtig gute dabei, aber auch welche, da humpelt ein guter Teil der Herde .... Da legen die Herdbuchzüchter oft mehr Wert auf ihre Tiere ...

Viel Glück
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#14von Alex » Dienstag 31. Januar 2012, 22:23

Hallo,

das größte Problem bei meiner Wiese ist der starke Hang, unten wächst es gut, aber ich hab regelrechte Kahlstellen, da stehn nur ein paar dürre Gräser, weil durch den schweren Boden, läuft mir das Wasser im Sommer einfach davon, drr Boden reißt richtig auf. Ich dünge nur mit Dung, oder mit unserer(verdünnten) Gülle. Hab auch schon Kräuter ansähen lassen, aber davon ist nicht viel geblieben, Margeriten und Rainfarn, Pimpernelle usw. wachsen und es sieht im Sommer schon schön aus, dick wird auf meiner Wiese allerdings niemand und der ungeliebte Sauerampfer steht auch recht hartnäckig an manchen Stellen.

Was bei uns aber seehr schlimme Ausmaße annimmt ist der Riesenbärenklau, ich musste letztes Jahr das erste Mal in meinem Leben und mit seeeeehr schlechtem Gewissen Gift anwenden, aber in drei Jahren sind aus zwei Pflanzen 15 geworden, ich hab aber nur die einzelnen Pflanzen angesprüht, die Pflanze macht dir deine Weide schlicht weg unbenutzbar. Mein Problem ist die Gemeinde, die haben Land direkt neben meinem und die machen nix gegen diese Plage und ich muss die Ränder mit Gift bekämpfen weil sonst mein Land kaputt geht. Werde dieses Jahr aber wohl mal im Landratsamt einlaufen, um dem Herren Bürgermeister Druck zu machen, es gibt bei uns Ecken da kann man gar nicht mehr mit den Kindern spazieren gehen, weil die Wege mit diesem gefährlichen Kraut zugewuchert sind.Aber jetzt bin ich ganz vom Thema ageschweift.Sorry.

Wenn der entwurmungsfreudige Schäfer deine Wiese abfressen lässt, würde ich das Stück im Frühjahr erst heuen bevor ich da dann meine neuen Schafe drauf lasse, nicht das sie sich gleich was holen.

Grüße Alex
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#15von Conny » Mittwoch 1. Februar 2012, 11:15

Hallo Dine,

ein Schäfer oder Schafhalter, der seine Tiere erst entwurmt, wenn die Tiere massiv an Durchfall leiden, da erübrigt sich jeder Kommentar.

Schade um deine jetzige Weide, manche Wurmeier überleben selbst massive Kälteperioden und können sich jahrelang im Boden halten, da nützt auch kein vorheriges Heuen mehr.

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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#16von Dine » Mittwoch 1. Februar 2012, 16:00

Hallo,

@Klosterbauer: Danke, den Spaß werde ich haben. Ich lese sowieso gern und viel und über ein Thema, dass mich sehr interessiert doch gleich nochmal so gerne. :yes4: Zum Glück habe ich viele Schafhalter und Schäfer in der Kundschaft, die ich immer wieder belästigen kann. *grins*

@Alex: Für den Sauerampfer empfehle ich eine gezielte Handvoll Harnstoff direkt an die Wurzel geben, dann wächst er sich tot. So mußt Du kein Gift einsetzen. Und wegen deiner Koppel, guck doch mal hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** oder hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***. Vielleicht ist das ja was für dich?

Barenklau ist nicht lustig. In unseren Breiten haben wir den zum Glück kaum, wir kämpfen eher mit dem Jakobskreuzkraut. NOCH ist es nicht bis zu uns vorgedrungen, aber hier spinnt der BUND ein bißchen.

@Alex und Conny: Na, Hurra. :kozy: Ja, dann werd ich wohl im Frühjahr erstmal gründlich kalken, bevor ich die Koppeln auf denen jetzt die Schafe grasen erst den Pferde gebe und danach Heu mache, was? Zum Glück verenden Schafwürmer im Pferd und umgekehrt. Auch einer der Gründe, warum ich Schafe haben wollte: Eine Wechselbeweidung senkt den Parasitendruck auf beiden Seiten. *hmpf* Naja, kein Problem. *grrr* Ich hab ja genug Fläche. Dann kommen die Pferde eben auf die unteren Koppeln und die Schafis auf den oberen Hektar. Dazu haben sie ja noch die Nachtkoppel und zur Not weiche ich eben noch auf die eine Koppel vom Nachbarn aus. Der hat auch nochmal 3/4 ha rumliegen, der kaum bewirtschaftet wird. Da werden wir uns schon einig... trotzdem: M**T!!!

*hmpf* Gut, es sei. DAS passiert mir aber auch nur einmal!

Sind die anderen Schafe denn auf jeden Fall ansteckend? Auch wenn sie alle im Moment keinen Schmutzpopo haben?

Gruß,
Dine.
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#17von Conny » Mittwoch 1. Februar 2012, 19:41

So wie du den Schäfer beschreibst, sind meiner Meinung nach in dieser Herde immer verwurmte Tiere vorhanden. Hier ist Vorsicht geboten.

LG
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#18von Schafhirte » Mittwoch 1. Februar 2012, 22:18

Hi Dine,

Conny hat schon Recht, aber ich würde mir nicht den Mega-Kopf deswegen machen. Wenn Du im ersten Jahr regelmäßig über Kotproben analysierst bzw. den Tierarzt analysieren lässt, kannst Du gezielt behandeln, dann werden Würmer kein großes Thema sein. :passtscho:
Je nach Größe der Fläche können sie dort dann einige Tage (ich hatte so an 3-4 gedacht) grasen, bevor sie weiterziehen und die Pferde dann hinteran dürfen.
Vor allem wenn Du das so durchziehen kannst.

VG
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#19von klosterbauer » Donnerstag 2. Februar 2012, 11:01

Ahoi

noch ein paar wenige Anmerkungen aus dem Bergischen:
* Wir haben hier im Rahmen einer Pflegemaßnahme die Erfahrung gemacht, dass Schafe den Bärenklau fressen und dabei keinen Schaden nehmen
* vergiss den Harnstoff, schick die Schafe früh auf die Koppel, um den Ampfer zu fressen - das zwei/drei Jahre und das Zeug ist auf natürliche Art und Weise verschwunden. (ich beweide solche Stellen ab März/April, wenn der Ampfer gerade meint, seine Köpfe an die Luft strecken zu müssen - klappt gut)
* grundsätzlich: Schafe sind Kurzgrasfresser - also schick sie nicht ins hohe Gras, sondern auf Koppeln mit frischem Grün - sie werden es Dir danken
* Wenn Du überständige Weide hast, dann Pferde oder Kühe (auch die halten den Parasitendruck gering - gleicher Effekt wie bei den Schafen) auf die Fläche
* Bei mir klappt die "Kooperation" von Kuh und Pferd hervorragend - gleiche Zäunung, Pferde mit den Zähnen nach den mit der Zunge abreißenden Kühe (die lassen immer noch genug stehen). Oder die Pferde kommen auf die frisch geheuten Wiesen und dürfen die Ränder fressen .... Schafe erhalten bei mir separate Flächen und werden mit Netzen gezäunt ....
* Aus meiner Sicht sind Rinder robuster als Schafe (obwohl ich meine Schafe sehr, sehr mag, muss ich das zugeben) ... - und Schmallenberg kriegen sie alle

Vielleicht waren noch ein paar Anregungen dabei.

Bis strackes

Peter
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#20von Dine » Donnerstag 2. Februar 2012, 13:05

Hallo ihr Lieben,

@Conny und Schafhirte: Ja, vorsichtig ist das bestimmt geboten. *hmpf* Aber ich vertraue einfach mal darauf, dass Schafhirte recht hat und bei einer kontrollierten Haltung mit regelmäßigen Kotproben sollte das alles zu managen sein. *schonwiederoptimistischersei*

Die Wechselbeweidung werde ich auf jeden Fall durchziehen, auch wenn sich nachdem was Klosterbauer schreibt, die Pferde als "Langgras Fresser" VOR den Schafen auf den Koppeln tummeln dürfen. Aber ich glaube DAS ist echt von der Wurmbelastung her gehupft wie gesprungen.

Aber eine große Frage habe ich da noch: ich habe mir die Bedingungen für das Slow Farming durchgelesen, und darin steht, es sei " keine prophylaktische Parasitenbekämpfung sondern nur gezielter Einsatz unter Zuhilfenahme von sogenannten alternativen Heilmethoden" zugelassen. Kann mir das Bitte jemand erklären? Wie soll ich denn Entwurmen (gerade wenn solch vermutlich resistente Würmer sich gerade auf meinen Koppeln verbreiten), wenn keine Wurmkuren zugelassen sind? Ich kann mir da offen gestanden keinen anderen Weg vorstellen. Helft ihr mir da mal auf die Sprünge?

@Klosterbauer: Vielen Dank für deine vielen Praxistips! :schreib:
Also das mit dem Ampfer werde ich auf jeden Fall auch ausprobieren. Ich habe zwar nicht viel auf meinen Koppeln aber es ist doch ein ständiger Kampf. Der Nachbar zu meiner linken Seite kümmert sich nicht ein Stück um sein Land und die Ampfersamen wehen natürlich immer rüber. Und das ist nicht alles, was von da rüber kommt...aber das steht hier nicht zu Debatte.

Vor allem der Tip mit den Kurzgrasfressern war gut. Sonst hätte ich das ja genau falsch herum gemacht. Also: erst die langrasenden Pferde, dann die kurzgrasenden Schafe hinterher. *gecheckt* Von Rindern habe ich absichtlich Abstand genommen, da wir wegen der Pferde sämtlichen Stacheldrat abgebaut haben und durch Litzen ersetzt. Die Rinder sind mir da etwas zu rabiat mit Umzäunungen und mein Grundstück grenzt an eine Kreisstraße... also: lieber nicht. Dann lieber die Schafe. :yes4:

Gruß,
Dine.
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#21von Schafhirte » Donnerstag 2. Februar 2012, 19:25

... gezielter Einsatz unter Zuhilfenahme ...


Ich bin zwar kein Slow-Farmer (hoffentlich wird Deine Frage ein solcher noch kompetent beantworten), aber soviel meine ich zu wissen:
1. gezielt = Kotprobe
2. Zuhilfenahme = zu Hilfe nehmen, also nicht unbedingt ausschließlich

Habe schon öfter von einigen (Wurmkur-)Präparaten homöopathischer Art gelesen, aber noch nie angewandt. Sollten diese versagen, wird Dir wahrscheinlich niemand einen Strick raus drehen, wenn Du auf Basis einer Analyse (Wurmart, etc.) auf zugelassene und wirksame "Schulmedizin" zurück greifst. Im Vordergrund steht natürlich die Gesundheit unserer Tiere.

LG
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#22von klosterbauer » Donnerstag 2. Februar 2012, 20:52

Ahoi Dine

dann noch was zum Überlegen: Pferde haben mit ihren Zähnen einen extremen Verbiss (die sind nicht "langgrasend - wie Du das so nett schreibst), beißen also weit runter. Da bleibt für die Schafe nicht mehr viel. Und anders herum wäre es fast genauso. Du müsstest die Pferde also immer von der Koppel holen, wenn sie noch nicht leer gefressen ist.
Meine Kaltblüter aber sind richtig leichtfuttrig, die brauchen auch die mageren Zeiten, wenn auf der Koppel nicht mehr viel übrig ist. Darum weide ich genau anders herum - zuerst die Rinder, dann die Pferde.
ich weide also Pferde im Wechsel mit Rindern, nicht mit Schafen. Denn Schafe, wie gesagt, weiden ähnlich in Sachen Fresstiefe wie die Pferde.
Oder Du setzt sie gleichzeitig drauf?? Dann musst Du E-Litze mit Knotengeflecht ergänzen. Viele PFerdehalter kriegen da das kalte Grausen - das funktioniert bei mir, wenn das Knotengeflecht von Außen angeschlagen ist und die Litze mit Distanzhaltern angebracht wurde (damit die Pferde nicht in den Drahtzaun treten). Dann aber immer Litze kontrollieren, die Schafe "erden" die sonst schon mal.

Zum Thema Rinder: Wir zäunen Rinder nur in Litze! Nie in Stacheldraht (ich hasse Stacheldraht) - klappt hervorragend, muss nur auch Strom drauf sein. Unsere Roten sind richtig brav und haben sich super dran gewöhnt ...

Nur so zum Nachdenken, damit Du nachher auch Freude an Deinen Viechern hast ...

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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#23von Dine » Montag 6. Februar 2012, 10:26

Hallo ihr Lieben,

So, die Schäfer haben ihr Tiere am Samstag nachmittag schon wieder abgeholt. Wir haben sie auch nur auf der einen unteren 1,5ha Koppel gehabt. Nach den Beiträgen hier im Forum haben wir von einer weiteren Begrasung der nicht unbedingt notwendigen Flächen abgesehen... :dr:

@Schafhirte: Bei einer kurzen Suche im Web bin ich auch auf so ein Pellet gestossen, dass diese Wirkung haben soll. Aber ob das auch alles so funktioniert? :boys_0137:
Denn ich denke auch: die Gesundheit der Tiere muss im Vordergrund stehen. Deine Interpretation des Textes klingt für mich aber einleuchtend. Schließlich soll das Slow Farming ja ganz klar gerade NICHT auf Kosten der Tiere gehen. Aber ich schätze, das interessante Thema Slow Farming ist hier etwas offtopic und ich werde dafür wohl einen eigenen Thread starten.

@Klosterbauer: Als Besitzerin einer Tinkerstute im Cob Typ. einer Holsteinerstute vom uralten "Acker"Schlag und eines jungen Knabstrupperherren reiche ich dir einfach mal die Hand als Besitzer von extrem leichtfuttrigen Vertretern ihrer Rassen. Dazu noch der gute Boden hier in der Gegend... Ne, meine Pferde kommen seit Jahren immer nur Stundenweise auf Portionskoppeln und müssen den Nachmittag bei Stroh im Paddock verdösen. Vielleicht ist es ja gut die Schafe 3-5 Tage vorneweg grasen zu lassen. Dann können die Pferde danach endlich mal einen ganzen Tag auf der vorbeweideten Koppel bleiben? Schön wäre es für die drei ja mal.
Den Koppeln bekommt es bestimmt auf jeden Fall besser, denn der stete Rücktritt und -verbiss der Portionskoppeln der letzten Tage, wenn die neu weitergesteckten 2 m des aktuellen Tages bereits abgefressen sind, schädigt die Grasnarbe immens. Abgesehen davon kann das Gras keine Reserven bilden und der Streß setzt mehr Pilzgifte frei. Diese Schäden zu beheben oder zu begrenzen (Saat, Steckies und Litze für die Portionsabgrenzung, Stroh für den Nachmittag im Paddock, leichtes Krafu bei Warmblut und Knabstrupperjüngling) versacht schließlich auch Kosten (um mal wieder ontopic zu werden *zwinker*). Ganz abzusehen von den eventuell entstehenden gesundheitlichen Risiken für die Pferde durch die Pilzgifte und das gestreßte Gras.
Und die Schafis... Die hätten halt immer eine volle Koppel... Bei zur Zeit geplanten 5 großen Segmenten á ca. 1/2 bis 3/4 ha kann man noch locker kleinere Parzellen innerhalb der Koppelsegmente abstecken, wenn überhaupt nötig. So hätte jedes Segment bis zur wiederholten Nutzung minimum gute 2 Wochen Erholungsphase, vermutlich eher länger. Das Heu würden wir auf einer anderen abseits gelegenen Fläche machen, so dass diese 5 Flächen auch permanent zur Verfügung ständen.

Zum Thema Rinder: ich habe sie wirklich ernsthaft erwogen. Aber wenn ich bei unseren Bauern im Dorf sehe, dass hier und dort auch mal welche die besagte gut befahrene Kreisstraße entlang ausbüchsen, dann scheue ich wirklich die Anschaffung. Zumal ich von Rindern ebenso viel verstehe wie von Schafen. *zwinker*
Ganz ehrlich: das traue ich mir nicht zu. Die Tiere sind zu schwer, massig und grob. Ich möchte nicht unbedingt zwischen oder unter sie geraten, wenn etwas los ist. Da ist für mich der Schritt zu den Schafen deutlich leichter. Sie erscheinen mir "händelbarer", für mich und meine weit über 60jährigen Eltern, die mich und meinen Freund im Notfall bei den Schafen auch mal vertreten würden.
Nein, ich bleibe dabei: keine Kühe.

Aber ich danke dir sehr für deine guten Gedankenanstösse. :blustrau:

Gruß,
Dine.
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#24von Uwe » Mittwoch 9. Mai 2012, 21:58

Zitat: "Gibt es Schaf-Rassen die sich überwiegend von Ampfer und Diesteln (und Schnecken?) ernähren?"

Also Ampfer fressen meine Schnucken wie Zuckerbrot, ebenso Binsen - Diesteln natürlich nicht!!
Und Schnecken sind nun mal gar kein Schaffutter - sind doch Vegetarier die Schafe!
Da brauchst Du Laufenten ...
Zum Zaun: Schafdraht ist das Wahre, oder Netz unter Spannung! Das lernen die ganz schnell. Nur Draht ist m.E. nicht ausreichend, habe schon Schafe aus dem Graben ziehen müssen. Nicht lustig!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Kosten in der Haltung von Rauhw. Pommerschen Landschafen

Beitrag#25von Herwig » Donnerstag 10. Mai 2012, 06:00

Schafe brauchen grundsätzlich volle Kraft beim E-Netz. Weil sie maximal mit den behaarten Ohren ans Netz kommen, ansonsten Wolle.

Zum Futter auf der Wiese.

Gäbe es ein Weidetier, dass mit Disteln um Ampfer gedeiht, wäre es ein Segen. Ist aber nicht so. Also eher das Gegenteil ist der Fall, wenn auch ein Schaf hin und wieder Ampfer frisst, so ist das keine artgerechte Haltung, wenn man sie zum nachweiden von Kühen verwendet.
Schafe brauchen Eiweißfutter wie jeder andere Wiederkäuer auch, Landschafrassen weniger als Fleischschafe, aber ohne gehts nicht.
Schafe vertragen sich mit Kühen, fressen denen aber auch das Futter weg. Ampfer fressen sie in der Regel wenn nix anderes mehr da ist, Disteln nur sehr begrenzt wenn er abgemäht wird. Aber auch dieses ist rasseabhängig.
Alles in allem: Schafe taugen nicht zur Weidepflege, bzw. ersetzen sie nicht die Weidepflege
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