Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

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Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#1von Dine » Dienstag 3. September 2013, 12:03

Hallo ihr Lieben,

wie handhabt ihr die Fütterung eurer alten Rassen? Ich versuche gerade mich über die "richtige" Fütterung unserer Rauhwoller schlauer zu machen, stosse dabei jedoch auf einige Probleme.

Es ist mir zwar gelungen eine Exceltabelle herunter zu laden für die Fütterung von Schafen sowie eine Anleitung zur Rationsberechnung vom Hofgut Neumühle und ich habe da noch Bücher zu Hause, aaaaaber... die sind eben alle nur auf die Fütterung der heutigen Intensivrassen bezogen. Ich finde einfach keine Literatur über die Fütterung von Extensivrassen, geschweige denn Rauhwollern! Von Fütterungstabellen wage ich ja gar nicht zu träumen, aber die programmiere ich mir einfach selbst. Hab ich für die Pferde auch getan und fahre gut damit. Aber für meine Schafies fehlen mir einfach die Daten.

Ich kann doch nicht einfach von einem Intensivschaf ausgehen und dann runter rechnen? Das funktioniert bei einem Shetty, Hafi oder Islandpony in Relation zu einen Deutschen Warmblut ja auch nicht wirklich. Klar könnte man in Bezug auf die Energie- und Eiweißwerte so verfahren, aber spätestens die Mineralstoff- und Spurenwertbedürfnisse sind viel höher! Gerade bei den Extensivrassen.

Also liebe alterfahrene Landschafhalter: wie macht ihr das?

Zur Zeit laufen unsere 10 Rauhwoller auf gut 2ha, eher etwas mehr. Da gehe ich schwer davon aus, dass sie genug zu fressen finden. Zumindest ist der Futterzustand gut, die Tiere sind munter und haben klare Augen. Und auch bei Schmuddelwetter ziehen sie es vor sich einfach hintern Knick zu legen anstatt in ihren alten Stall unter Dach zu gehen. Mineralleckmasse und Wasser stehen immer zur Verfügung.
( Neuer Stall ist in voller Planung - mit Dachpfette. :smileyvieh: )

Der Plan sieht nun aber so aus, dass sie demnächst Herrenbesuch erhalten sollen. Und dann fängt die Trächtigkeit an.
Gut, dass größte Mengenwachstum des Fötus/der Föten findet erst im 4ten und 5ten Monat statt, doch wie füttere ich da? Wieviel mehr und vor allem was kann ich geben? Letztes Jahr allein mit Heu satt hatten einige der Damen doch etwas wenig Milch, so dass wir nach der Geburt dann schnell mit Malzbier und gequetschtem Hafer "nachgeholfen" haben. Dass soll uns nicht noch einmal passieren. Dieses Jahr wollen wir es von vorne herein besser machen!

Und wie füttere ich nach der Geburt weiter? Und was an Futtermitteln kann ich/sollte ich einer so alten Rasse wie lange noch geben?

Ihr seht, ihr Lieben... ich hab da echt noch Nachholbedarf. Wenn ihr mir also Tipps, eure Erfahrungen oder Literaturempfehlungen zur Verfügung stellen könntet wäre ich euch echt dankbar!

Danke schon einmal...

Dine.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#2von Claudia » Dienstag 3. September 2013, 16:22

ich beobachte lieber, statt tabellen zu errechnen. das hab ich nur gemacht, als ich langstreckendistanzen gegangen war, weil es dann einfach auch mit der futtermenge die ins pferd "passt" eng wurde. ich finde das ist von sovielen faktoren abhängig und dauernd in veränderung bei den schafis, ziegen (und auch sauen) da ist das beobachtende auge die beste berechnung. das fängt ja schon damit an, das es immer starke und schwache fresser in einer gruppe gibt, es sei denn du fütterst alle einzeln
: )

ich halte meine schafe mit den ziegen zusammen, kann also die menge schlecht trennen, wer wieviel frisst.
mehrbedarf in der trächtigkeit konnte ich bisher nur die letzten 2-3 monate festellen und in der laktation kam der nächste sprung erst mit einem lammalter von ca 4 wochen, bis dato reichte die mehrfütterung aus der trächtigkeit aus.

ab oktober - november fang ich an langsam an mais(kolben), kartoffeln und (zucker- (feldreste) und futter- ) rüben zu füttern, dann kommen trockenfrüchte (energiegehalt wie hafer) dazu, ab dezember -je nach wetter- gerste und mineralfutter. gerste fang ich an mit rund 200 gramm an pro tier, in der voll-laktation hab ich den ziegen auch schon 1 kg pro tag gegeben, bei einer milchleistung von rund 4-6 liter. wobei dann schon langsam die ersten grünpitzen kommen, so das das nur ein kurzer zeitraum ist.
die ziegen bekommen- je nachdem was buschsägen anfängt - so ab dezember noch zweige dazu, die schafe knabbeln da auch immer ein bisschen mit.

meiner beobachtung brauchen meine zackels mehr energie (futter)als die thüringer, mag aber daran liegen das bei ihnen auch energie in das wollwachstum geht.
für den eiweissbedarf füttere ich futtererbsen, bohnen gehen auch- ich schmeck das aber in der milch.
wegen der milch und auch weil ich kein freund von (mais oder gras)silage bin, füttere ich keine. was jedoch prima sein soll ist biertreber, kriegen nachbars schafis immer und die lieben das zeug, ich werde das diesen winter auch ausprobieren, zumal es mit den futtererbsenbeschaffung immer schwieriger wird.
ich denke fütterung hängt immer davon ab, was verfügbar ist, wieviel lagerplatz man hat und was hat der geldbeutel sagt ; )
ich glaub es gibt auch fertigfutter für schafe (wegen kupfer aufpassen bei pferdefutter) aber das hat entweder sojabestandteile oder ist überteuert
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#3von schnuckened » Dienstag 3. September 2013, 20:59

diese rationsrechner kann ich auch absolut nicht ab. das ist meiner meinung nach etwas von profis erfundenes für neueinsteiger, die verlernen das beobachten und wähnen sich in sicherheit, alles richtig zu machen. nicht selten sind gerade deshalb fütterungsfehler vorprogrammiert, selbsterlebend!
wie lange habt ihr denn eure schafe eigentlich schon?
der beste weg ist wirklich wie claudia es beschreibt. beobachten und ...beobachten halt!
claudia nutzt ihre zackels wohl in dreifachnutzung, wie ich das sehe, oder? sonst wäre ich über die futtermenge des zackelbedarfs doch erstaunt. denn meine ggh-schnucken bekommen im winter heu, heu und heu! wasser und leckstein natürlich in ganzjähriger koppelhaltung mit offenem unterstand! meine frau verwöhnt sie ab und an mit ner scheibe brot, selten. äste zur vitamin- mineralversorgung, meist kiefer, die sie blitzeblank putzen als leckerli, das war es schon. die pommern werden auf alle fälle etwas mehr in der laktation benötigen, probier es aus und fang mit wenig an. den energiegehalt des beifutters natürlich im auge behalten. die herdengröße ist natürlich entscheidend, denn 10 pommern nur mit heu satt zu kriegen, da schleppt man sich als mensch nen wolf! da müssen dann eben die alternativen her und ein rationsrechener wird wieder interessant. oder eben das maßvolle "händchen".

grüße

ed
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#4von Uwe » Dienstag 3. September 2013, 22:34

Wozu ist ein Rationsrechner gut?
Ich habe meine derzeit 16 Moorschnucken auf einer Weide von ca. 2 ha, alternativ noch eine verbuschte Fläche - und die sind gesund! Ab und an gibt es Heckenschnitt (Buche, natürlich kein Immergrün) und einige Äste von Pappel und Birke. Jeden Abend eine kleine Portion "Kraftfutter" zum verwöhnen und gut ist das! Wahrscheinlich mache ich alles falsch - aber die Tiere sind fitt und mein Tierarzt (selbst Schafhalter) ist zufrieden! Keine Medikamente, Wurmkur nur bei Bedarf ... Was mache ich falsch???
Die übernommenen Flaschenlämmer (Magerlämmer) aus dem Frühjahr gedeihen prächtig, meinTA sagte neulich: Wie machst Du das, das die alle durchkommen und sich gut entwickeln! (In diesem Jahr hatte ich keine Verluste!)
Na ja, ich habe die aber auch nur so zu meinem Vergnügen ...
PS: Der TA kommt nur so mal vorbei, nur zum gucken! Gebraucht habe ich den schon länger nicht mehr! Komisch ...
In der normalen Vegetationsperiode stehen die Tiere auf den Weiden, im Winter gibt es dann natürlich neben dem Salzstein Heu, Heu, Heu - und jeden Abend eine kleine Portion Kraftfutter. Sonst nix ...
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#5von Herwig » Mittwoch 4. September 2013, 05:53

Gerade die Rauhwoller sind nicht besonders anspruchsvoll. Rationsrechner sind vielleicht eher etwas für Großmastbetriebe und genau das ist der Fehler.

Bei mir gab es nur "Kraftfutter" zu Lockzwecken und für laktierende Muttern und im Lämmerschlupf für die Lämmer. Ansonsten gutes Heu und ich lebe immer noch ohne mich totgeschleppt zu haben...

Kraftfutter war bei mir Quetschgerste... alles ohne Tabelle.

Es gibt im Internet auch kaum Futtertabellen für normale Gänsehaltung, Schweinehaltung, Hühnerhaltung, Kaninchenhaltung etc. alles ist ausgelegt auf Leistung und wissenschaftliche Berechnung für maximal Ausbeute. Lasst euch nicht verführen, wenn ihr das wollt habt ihr die falschen Rassen.
Ein Rauhwoller ist kein Texel, ein Mangalitza kein Hybridschwein. Die alten Rassen können nur wirtschaftlich gehalten werden, wenn wir auch so füttern wie es der Rasse entspricht.
Füttert man ein Hybridschwein wie ein Mangalitza kommt es nicht klar, füttert man ein Mangalitza wie ein Hybridschwein ist es genauso. Die robuste Genetik könnte im Extremfall sogar negativ von der Fütterung beeinflußt werden.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#6von Dine » Mittwoch 4. September 2013, 10:58

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten. :dh:

@Claudia: Wir halten unsere Schafe in einer klassischen 2fach Nutzung: Wolle & Fleischproduktion. Sie laufen allein in einer Gruppe (obwohl sie die Pferde sehr sympatisch finden und umgekehrt).
Letztes Jahr haben wir wie gesagt Heu satt gefüttert, aber es erschien uns nach den Geburten doch so, dass einige insbesondere junge Schafe sich mit der Milch etwas schwer taten. Dann haben wir bei einer mit 1 Flasche Malzbier am Tag sowie bei allen mit rund 200gr gequetschtem Hafer am Tag nachgeholfen. Dann wurde es auch schnell besser, aber das war mir doch einfach zu "knapp" bemessen. Wir hätten im Vorfeld, also spätestens gegen Ende der Trächtigkeit, schon anfangen müssen mit moderatem Kraftfutter. Und dann natürlich während der Laktation dabei bleiben, bis die Koppeln wieder genug hergeben (unsere Lämmer sollen nächstes Jahr so im Februar kommen).

Der Punkt ist einfach auch: ich habe es nicht gesehen. Es waren die letztes Jahr die ersten Lämmer, die bei uns geboren wurden und ich habe nicht erkannt, dass unsere Auen mehr gebraucht haben. Durch meine mangelnde Erfahrung. Aber ich möchte unter gar keinen Umständen, dass unsere Schafe darunter leiden müssen, dass mein Auge noch zu schlecht und unerfahren ist. Daher möchte ich gern Fütterungspläne haben. Als Krücke für mich, für die Schafe, damit es zumindest besser wird als im letzten Winter.

ich denke fütterung hängt immer davon ab, was verfügbar ist, wieviel lagerplatz man hat und was hat der geldbeutel sagt ; )

Am Platz mangelt es nicht. Bei 10 Schafen kann man den Bedarf an Getreide oder Körnerlegumiosen ja auch locker in einer großen Tonne mit Deckel unterbringen. Ansonsten bauen wir eben noch einen Behälter den man verschließen kann. Da bin ich absolut unbesorgt.
Verfügbar ist natürlich immer gequetschter Hafer, da meine beiden Großpferde den täglich bekommen. Gerste wäre aber auch kein Problem.
Geldbeutel sagt: schön wenn es Schafe und Pferde fressen können... ;-) :boysparschwein:

Das Fertigfutter für Schafe möchte ich nicht an unsere Rauhwoller füttern...

@Schnuckened: Wir haben unsere Rauhwoller jetzt seit 1 1/4 Jahren. Damals haben wir die 5 Schafe mit drei Lämmern bei Fuss im März übernommen. Drei der Schafe haben dann im April noch bei uns auf der Koppel abgelammt. Aber da die Koppeln mehr als genug hergeben, war die Fütterung kein Problem. Im Januar war dann die erste geplante Lammung bei uns zu Hause.
Unsere Schafe haben wie deine im Winter Heu ad libidum, Mineralmasse, Wasser natürlich und einen Offenstall auf offener Koppel. Ab und zu bekommen sie eine große handvoll Kanne Energiebarren für die ganze Herde oder Gemüse oder so... Und ja, wir haben gut geschleppt... :-/ Daher ja auch der neue Stall viel dichter am Haus und am Heulager und am Frischwasser... ;-)

Mir geht es wirklich nicht darum, einen automatischen Rationsrechner zu haben. Gut, klar, ich sollte und will schon wissen, was "Rauhwoller" denn so über den Daumen für einen Bedarf in welcher Lebenslage hat um dann den "Feinschliff" mit einem sich immer weiter verbesserndem "Händchen" handhaben zu können. Aber erstmal will ich einfach eine Gehhilfe für mich und die Schafies. Denn wenn ich mich verhaue, müssen sonst sie drunter leiden. Und das geht gar nicht. :dr:

@Uwe: Welches und wieviel Kraftfutter gibst Du denn?
PS: Der TA kommt nur so mal vorbei, nur zum gucken! Gebraucht habe ich den schon länger nicht mehr! Komisch ...

:dh:

@Herwig: Das die zugänglichen Rationsrechner und Futterbedarfspläne eben alle nur für die Intensivrassen ausgelegt sind, ist ja grade die Krux... :jc_hmmm:

Wann hast Du denn angefangen, den Auen Kraftfutterzugaben zu geben? Erst nach dem Lammen oder schon die letzten Wochen davor? Müssen unsere Lämmer einen Lämmerschlupf haben? Bislang halten wir sie die ersten Tage in einer Mutter-Kind-Box bevor sie dann raus in die Herde dürfen... Kraftfutter gab es für die Lämmer bislang nie. Sollte man das machen? Ich dachte, die werden bei Muttern am Zitzen satt (so Mutti den genug Kraftfutter bekommt und damit genug Milch vorbereitet hat)? :scratch_one-s_head:

Mit Quetschgerste kann ich was anfangen! :-)

Die robuste Genetik könnte im Extremfall sogar negativ von der Fütterung beeinflußt werden.

Das will ich unbedingt verhindern. Aber was dazu geben muss ich offenbar auch. Also versuche ich schlauer zu werden und zu lernen was meine Schafies denn so brauchen, ab wann und wieviel. :-)

Liebe Grüße,
Dine.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#7von Uwe » Mittwoch 4. September 2013, 11:32

Hallo,
meine Moorschnucken (derzeit 16) bekommen täglich gegen 17:00 Uhr einen Liter einfaches Kraftfutter von Raifeisen um sie bei mir am Fuß zu halten. So kann ich jedes zu jeder Zeit anfassen. Und: Die kommen freiwillig, nix mit jagen oder so!
Einigen kann ich im Stehen die Klauen nachsehen ...
Zum Ende der Tragzeit (März/April) gibt es dann zusätzlich etwas mehr, Salzleckstein ist natürlich genau wie Wasser stehts verfügbar, im Winter zusätzlich reichlich Heu!
Ansonsten haben die ihre Weiden mit Gestrüpp, aufwachsenden Birken, Brombeeren usw. - und ihren Unterstand.
Zur Lammzeit kommen die Mütter mit ihren 'Lämmern in eigene Buchten, ca. 4-6m² / Muttertier für max. eine Woche. Dann wieder in die Herde und gut ist das. Lämmerschlupf habe ich nicht vorgesehen, die können sich auch so ggf. aus dem Wege gehen.
(In den Lammbuchten lagere ich im Winter unser Feuerholz ...)
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#8von Claudia » Mittwoch 4. September 2013, 17:48

ed: ja genau 3 fach-nutzung, wobei ich jetzt das melken von den zackels (und ziegen)aufgegeben hab.


ich füttere normale gerste, ungequetscht. das bisschen was gequetschte mehr ausgenutzt wird, lohnt den aufwand nicht. ähnlich wie bei der kartoffelfütterung.
man darf sich halt nicht abschrecken lassen durch die schalenreste im kot.ist nicht anders als wenn mensch mais isst
200 gramm sind nicht viel an menge, 1000-1500 gramm ist ein ungefähr ein litergefäß voll. ist aber jedes jahr unterschiedlich, mit jeder ernte wieg ich einmal das maß ab.
gerste kriegen meine hottis auch, insofern ist es einfacher, weil der wallach meiner mittleren kein hafer verträgt, der wird direkt unhandlich : D
ausserdem können ziegenböcke, vor allem kastrierte probleme( ich glaub blasensteine) mit haferfütterung bekommen, wegen des eher ungünstigen ca/p gehaltes und meine ziegenmädels lehnen hafer ab.wie das bei schafen ist, weiß ich nicht.

haferschalenpelletts füttere ich auch noch ganz gerne, die sind prima für die pansenflora und ich kann die futtermenge strecken, damit die langsam fressenden schafe gegen die staubsaugerartigen ziegen eine chance haben

ausserdem lammen unsere recht früh ab ende januar,der zeitpunkt der lammung spielt ja auch eine rolle, ob man erst im februar zufüttern muss, wenn im märz schon wieder grün kommt oder die hochträchtigkeit mitten im winter liegen hat.

wenn du unsicher bist, ob du genug fütterst, fühl einfach mal jeden tag, wie sich in den sommermonaten die wirbelsäule, hüfte, brustbein, hals anfühlt. dann merkst du in den wintermonaten schnell wenn sich was verändert. hals hat zwar kein direkter indikator, aber ich merke das dort noch am ehesten, weil ich finde das sich dort die muskulatur bei futtermangel sofort verändert.
aber ich denke da muss jeder selber für sich rausfinden, wie er seine tiere am besten beurteilen kann.ist halt bei schafen mit der wolle etwas schwieriger, die kaschiren gut ihre figur (manchmal möchte ich ein schaf sein )
es ist alles übungssache, es ist noch niemand morgens aufgestanden und wusste wie es geht und fast jeder musste auch ein mehr oder minder großes lehrgeld zahlen.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#9von Conny » Montag 9. September 2013, 09:57

Hallo,

unsere Skudden haben Weidegang, bis der Schnee zu tief wird. Ab Oktober wird Heu zugefüttert, so können sie sich bei Bedarf bedienen. Im Winter Heu satt, Mineral- und Salzleckstein immer vorhanden, frisches Wasser sowieso. Tiere sind kerngesund, Lammen sogar 2x im Jahr, viele Zwillingsgeburten, Mütter verfügten bisher immer über genügend Milch, Kraftfutter bekommen sie nicht. Dann lieber Äste und Zweige. Entwurmung nur bei Bedarf.

Wir halten mittlerweile seit ca. 10 Jahren Skudden. Der Stamm besteht aus 1,5 Tieren plus Nachwuchs auf 1,5 Hektar (kann bei Bedarf aber erweitert werden).

LG Conny

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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#10von Deichwolf » Mittwoch 11. September 2013, 17:33

Conny hat geschrieben:
Der Stamm besteht aus 1,5 Tieren plus Nachwuchs auf 1,5 Hektar (kann bei Bedarf aber erweitert werden).

LG Conny

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Öhm tschuldigung wie sieht bitte eine halbe (0,5) Skudde aus? Oh Gott meine Phantasie mahlt sich da böses aus.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#11von Conny » Mittwoch 11. September 2013, 18:08

1,5 bedeutet: 1 männliches Tier und 5 weibliche Tiere ;). Dann gibt es noch z. B. 1,5,10, d. h. 1 männliches, 5 weibliche und 10 Jungtiere, wo das Geschlecht noch nicht bekannt ist.

1,5,5,5: 1 männliches, 5 weibliche, 5 männliche Jungtiere und 5 weibliche Juntiere.

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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#12von Claudia » Mittwoch 11. September 2013, 18:44

Deichwolf hat geschrieben:
Öhm tschuldigung wie sieht bitte eine halbe (0,5) Skudde aus? Oh Gott meine Phantasie mahlt sich da böses aus.



also bei dem gedanken an halben skudden, hab ich keine bösen fantasien.
da kommt eher der drang das kochbuch zu zücken : )

@conny, gibt es eine eselsbrücke dafür? ich vergesse IMMER was zuerst genannt wird.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#13von schnuckened » Mittwoch 11. September 2013, 19:57

claudia, tiere sind noch nicht emazipiert, da gelten die alten hirarchien noch: mann der boss also als erster, frau aus rippe, also zweitgenannte und die kinderschaar hinten dran!

grüße

ed
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#14von Dine » Mittwoch 11. September 2013, 20:55

Und wie schreibt man dass, wenn man keinen Bock, sondern nur einen Hammel hat? :biggrinn:

-1,7,0,2 ? Einen Hammel, sieben Damen, keine Jungböcke, zwei kleine Mädchen?

Am WE werden wir nach Warder fahren und da werden wir versuchen weitere Gespräche mit anderen Rauhwoller Züchtern zu führen. Ich bin schon total gespannt und neugierig, ich war noch nie da... :88n:
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#15von Herwig » Donnerstag 12. September 2013, 05:00

In deinem Fall wäre das:
0,7 Schafe 0,2 Nachzucht, und ein Hammel.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#16von Dine » Donnerstag 12. September 2013, 13:48

Oh, Olaf würde sogar extra genannt? Cool... :boys_0126:

Was ist denn eigentlich mit dem Schaf/Ziegenfutter von Gut Rosenkrantz? Die haben doch in Kooperation mit VIEH mal ein Schaffutter entwickelt? Der Innendienst hat mir gerade bestätigt, dass es nach wie vor die gleiche Rezeptur hat.

Es wäre für uns ganz praktisch, da wir nächstes Jahr Biohof werden wollen und dieses Futter sowohl für alte Rassen entwickelt wurde als auch Bio zertifiziert ist.
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#17von Herwig » Donnerstag 12. September 2013, 13:56

Das ist das Futter Ohne Soja
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#18von ClaudiaL » Donnerstag 12. September 2013, 19:17

Hallo,
nun wir füttern unsere Blackies mit Heu ad lib. Darüber hinaus bekommen sie Mineralfutter und Hafer, wenn sie in den letzten Wochen der Trächtigkeit sind und wenn sie laktierend sind.
Liebe Grüße
Claudia
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#19von Uwe » Donnerstag 12. September 2013, 20:10

Moin,
ich bin gerade etwas verwirrt ... welche Alternative zum herkömmlichen Kraftfutter, Hafer oder Gerste? Bislang bekommen die in homöopathischen Dosen Kraftfutter ...
Ich will nicht mästen, soll nur lecker sein für die Schafe um sie "bei Fuß" zu halten - verwöhnen also!
Und ist natürlich nicht das Hauptfutter - vlt. aber günstiger wie Pellets?
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#20von Christina » Donnerstag 12. September 2013, 20:21

Diejenigen, die Kraftfutter dazu geben, füttern vor dem Lammen also mehr?
Ich hab immer im Kopft:
Während der Deckzeit mehr, damit es mehr Zwillinge gibt...
Und vor dem Lammen eher weniger, damit sie bei der Geburt nicht so fett sind und sich somit leichter tun.
Nach dem Lammen dann wieder mehr.

Wobei die robust gehaltenen wohl gar nicht wirklich fett werden, was????
Beste Grüße,
Christina

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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#21von Uwe » Donnerstag 12. September 2013, 20:34

Moin Christina,
ich mache da keinen Unterschied, die bekommen alle täglich ihre kleine Portion und gut ist das!
Meine sind nicht fett, ist nur ein Leckerchen um mir die Arbeit zu erleichtern!
Weißt Du doch ...
Während der Deckzeit mehr ... für wen, den Bock oder die Mädels? ;)
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#22von Christina » Donnerstag 12. September 2013, 20:58

Uwe, Dich meinte ich nicht. Du gibst ja quasi kein Kraftfutter.

Bock oder Mädels? Weiß ich doch nicht, wer da über Einling oder Mehrling entscheidet. *grübel*
Tjoa, im Zweifel gibt man allen mehr, wenn man Mehrlinge haben will (edit: und diese Theorie stimmt). ! ;-)
Beste Grüße,
Christina

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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#23von Uwe » Donnerstag 12. September 2013, 21:08

Und darum hatte ich fast nur Zwillingsgeburten!? Da könnte was dran sein!
offtopic on: Ich stelle um auf Krokodile, da entscheidet die Bruttemperatur über Junge oder Mädel, das hat doch auch was ... und aus jedem Ei nur eins! offtopic aus!
hihi
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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#24von Christina » Donnerstag 12. September 2013, 21:28

Da sind Clownfische noch besser, die wandeln ihr Geschlecht nach Bedarf, sehen hübsch aus und beißen nicht.

Die Eselsbrücke bezüglich der Zahlen:
Gott schuf erst den Mann (erstgenannte Zahl) und aus seiner Rippe (das Kommazeichen) die Frau (zweitgenannte Zahl).
Wobei wir alle wissen, dass der Mann nur einen ersten Versuch darstellte, der durch die weitere Verbesserung zur Frau deutlich an Schönheit, Witz und Intelligenz übertroffen wurde!!!! :yahoo: :yahoo: :yahoo:
Beste Grüße,
Christina

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Re: Fütterung von Landschafen (Rauhwoller)

Beitrag#25von Uwe » Donnerstag 12. September 2013, 21:37

Ich schmeiß mich weg ...
Alles eine Frage der Sichtweise!
SO habe ich das noch nie gesehen, danke für die Erleuchtung!
Zurück zum Thema ...
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