aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

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aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#1von karlo2011 » Montag 4. Juni 2012, 14:02

Servus zusammen,

lieben Dank für die nette Begrüßung!

Ich melde mich aus Österreich, wo ich grad an einer kleinen Landwirtschaft bastle.
Letztes Jahr im April hab ich einen 2 Monate alten Bock gerettet und der macht jetzt Probleme. Ist ziemlich aggressiv geworden und attackiert, sobald man in die Weide kommt.
Hat jemand von Euch ne Idee? Kann man das umerziehen?
Der war mal handzahm und hat sich dann so entwickelt.
Letzte Option wäre natürlich die Schlachtung, aber das mach ich nur in absoluten Ausnahmefällen.

Vielen Dank und beste Grüße aus dem Mühlviertel

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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#2von karinenhof » Montag 4. Juni 2012, 14:14

hallo Karlo,
das handzahme wird genau das Problem sein. Inzwischen ist der Bock ein Bock und versucht seine Herde zu beschützen. Umerziehen wird wohl nicht gehen. Evt. wird es besser, wenn Du Ihn kastrieren lässt.
Ein agressiever Bock ist gefährlich. Ich würde ihn schlachten.

Grüße von Karin aus dem Havelland
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#3von Uwe » Montag 4. Juni 2012, 17:25

karlo2011 hat geschrieben:Letzte Option wäre natürlich die Schlachtung, aber das mach ich nur in absoluten Ausnahmefällen.
karlo2011


Das ist dann wohl einer dieser Ausnahmefälle!
Handzahm bleiben die nur als "Jugendliche", später kommt der Bock durch!
Ganz so wie Karin sehe ich das auch: Ehe etwas Schlimmes passiert und sich jemand erklären muss sollte der Bock gehen!
Schuld ist im Schadensfalle der Halter und hinterher weiß man sowieso alles besser; da kommt dann das böse Erwachen ...
Hätte ich nur früher reagiert/gehandelt usw.!
Dem Bock wird das egal sein; da ist immer nach Natur drin in unseren Haustieren - und das ist irgendwie auch gut so!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#4von Alex » Montag 4. Juni 2012, 23:26

Hallo,

das Problem bei den Ostfriesen ist das sie in der Regel immer handzahm sind und soweit ich weiß, sind die Böcke dieser Rasse dadurch immer mit Vorsicht zu genießen.

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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#5von Holda » Montag 11. Juni 2012, 23:19

Ich sage es nicht gerne, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Bock durch eine Kastration umgänglicher wird, ist nicht wirklich groß. Probieren kann man es natürlich.

Ich würde es aber auf jeden Fall davon abhängig machen, wie Deine Situation vor Ort ist. Wenn Du beispielsweise Kinder hast die auch auf die Weide und/oder in den Stall gehen, dann würde ich das Risiko auf keinen Fall eingehen. Hast Du hingegen die Möglichkeit den Bock sicher zu verwahren dann könnte man eine Kastration vielleicht doch in Erwägung ziehen. Aber ein Risiko ist so ein Schafbock immer. Ob das dafür steht?

Liebe Grüße
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#6von Jaegertom » Dienstag 12. Juni 2012, 10:04

Kastration hilft nur bedingt.
Er wird sich wenig ändern. Mach dir keinen Kopf und ab in die Wurst.
Wir haben auch handaufgezogene Böcke und keiner ist zu uns aggressiv.
Im rechten Moment erziehen und schon bei ersten Rangeleien zeigen wer der Herr ist.
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#7von Herwig » Dienstag 12. Juni 2012, 14:05

Oftmals hilft es, sich ein paar mal durchzusetzen. Wobei das nicht immer klappt, aber ich hatte immer gute Erfolge mit folgender Vorgehensweise:
Zeigt der Bock deutlich wenig Respekt oder gar Anzeichen, dass er mich stoßen will, stelle ich mich seitlich neben den Bock, greife mir jeweils ein Vorderbein und das Hinterbein und werfe ihn einfach auf den Rücken. Das geht, wenn man auf einer Seite die beiden Beine hoch hebt und ihn aus der Balance bringt, relativ einfach. Das kann der gar nicht wechseln... Er will sich mit dem Schädel auseinandersetzen, machtvoll gegen etwas gegenrennen. Dieses unterlegene Umfallen bringt er nach einigen Malen mit deiner Person in Verbindung und bleibt bei Menschen auf Abstand.
Kastrieren ist absolut wirkungslos.
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#8von permakult2012 » Freitag 15. Juni 2012, 13:57

Mich hätte erstmal interessiert, was Du denn machst, wenn der Bock "attackiert". Du beschreibst auch gar nicht wie genau so eine Attacke aussieht bzw. seine Aggression. Wir haben zwar keine eigenen Schafe, aber ich kann mich noch erinnern, dass wir mal ausgebrochene Schafe eingefangen und zu der Weide zurückgebracht haben. Da waren einige Schafe dabei, die versucht haben, uns umzustoßen. Wenn man da aber mal ordentlich Paroli bietet und denen eine mitgibt, lassen siehs auch wieder. Aber Aufmerksam muss man schon immer sein und nie ausweichen - das ist jedesmal ein Pluspunkt auf seiten des Schafs. Wie Herwig schon schreibt, manchmal hilft einfach paar mal durchsetzen. Viel Erfolg! L.G. Anja
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#9von Christina » Samstag 16. Juni 2012, 10:43

Habs auf Herwigs Anraten auch schon gemacht wie er oben beschrieben hat.
Bericht siehe hier:
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Man muss es immer mal wieder erneuern, aber es funktioniert! Wobei ich schon beim Moorschnuckenbock Probleme hatte. Möchte über einen riesigen Milchschafbock lieber nicht nachdenken.

Beste Grüße, Christina

PS: Mit Konter-schlägen vor den Kopf wird man langfristig keine Freude haben. Damit macht man sie nur aggresiver. So meine Erfahrungen...
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#10von dani » Montag 18. Juni 2012, 09:51

Hallo,

hatte vor ein paar Jahren das gleiche Problem mit Ostfiresenbock, bis ca. 8 Monate war er umgänglich, dann aus heiterem Himmel hat er Anlauf genommen und mir seinen Schädel an den Schenkel geknallt, mitten auf der Weide. Bis ich reagieren konnte, hat er bereits die 2. Attacke gestartet. Mein Glück war dass mein Sohn dabei war. Der hat den Bock gepackt und regelrecht durch die Luft geschleudert und ein paar Tritte in den Hintern verpasst. Ich habe die Weide nicht mehr betreten bis das Schaf gedeckt war. Ich hatte dann erst wieder Kontakt mit ihm wie er als Pfefferbeisser und Polnische in der Speis hing.

Ein 2. Beispiel aus meinem Erfahrungsschatz. Ein BockLamm(Ostfirese) mit 10 Tagen hat angefangen zu attakieren. Der wurde dann sofort mit 3 Monaten auf den Grill gepackt. Wenn die mal anfangen ist es am besten einen Schlußstrich zu ziehen bevor was ernsteres passiert.

VG
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#11von Jaegertom » Montag 18. Juni 2012, 10:02

Das ist der beste Ansatz, Rassen auch auf Gutmütigkeit zu züchten.
Alles was angreift ab in die Wurst.
Bei Ziegenböcken klappt das Umwerfen noch halbwegs, vor allem sind die lernbereiter.
Schafe sind da nur stur.
Bevor wirklich was passiert sofort schlachten.
Vielleicht mal auf eine andere Rasse gehen oder darüber nachdenken.
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#12von Alex » Montag 18. Juni 2012, 11:11

Hallo,

soweit ich weiß, sind die Ostfriesenböcke alle nicht ohne, einfach weil diese Rasse sehr zahm ist, was bei den Mädels ja auch gewollt ist. Ich brauche dieses Jahr auch einen, mal schauen wie ich zurecht komme.

Grüße Alex
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#13von Jaegertom » Montag 18. Juni 2012, 11:16

Hallo Alex,habe noch einen sehrlieben Jungwidder Alpines Steinschaf, kannst jamaldarüber nachlesen.
Sehr fruchbar,robust und vor allem sind meine nicht aggresiv.
Nur eben etwas kleiner. Aber sehr gute Milchleistung!
Durchaus zum einkreuzen wie es ja auch gehandhabt wurde.
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#14von Alex » Montag 18. Juni 2012, 23:27

Hallo,

Das Alpine Steinschaf wird gemolken? Das hab ich gar nicht gewusst.

Bisher hab ich hier noch keinen Ostfriesen aufgetrieben, der einzige Züchter im Umkreis von hundert Kilometer wollte sich eigentlich schon vor Wochen melden, aber nix, antwortet auch nicht auf Anrufe, frustet mich etwas.

Würde ich jetzt ein Alpines einkreuzen hätt ich aber keine reinrassigen mehr, und das wird aber eigentlich von "Vieh" nicht gewollt, wenn ich das richtig gelesen habe?! Oder, ich frage in die Runde.

Ich mein, einen Bock brauch ich heuer unbedingt noch, sonst steh ich nächstes Jahr blöd da.

Grüße Alex
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#15von Herwig » Dienstag 19. Juni 2012, 06:44

Stimmt, Kreuzen finden wir nicht generell toll. Nutztier-Archen sollten rasserein züchten.
Ich sehe auch keinen Vorteil im Einkreuzen des Steinschafes. Weder ist das eine Garantie für weniger Wehrhaftigkeit noch für Milchleistung noch für verbesserung der Wollqualität.
Wehrhaftigkeit der Böcke kann durchaus auch sinnvoll sein!
Bei meinem Nachbarn wurden schon Schafe Nachts auf der Weide geschlachtet, Schafe gestohlen oder durch Hunde attakiert.
Die Aufgabe des Herdenbocks ist der Schutz der Herde, dass sollte nicht vergessen werden!
Ich werde nie eine Geschichte aus den 70er Jahren vergessen: in der Presse machte es die Runde, dass auf einer Schafweide ein toter Hund lag, der vom Schafbock gekillt worden war. (Wirbelsäule gebrochen) Der Schafhalter konnte sich hinterher vor Anfragen nach Bocknachzucht kaum retten. Alle Schafhalter wollten auch so einen Herdenbewacher haben...
Jede Medaillie hat also zwei Seiten...
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#16von Christina » Dienstag 19. Juni 2012, 11:05

Da gebe ich Herwig Recht. Unsere Schnuckenherde auf einer sehr abgelegenen Weide wurde jahrzehntelang ordentlich von den wehrhaften Böcken bewacht. Da haben sich nie Fremde drauf getraut. Wie hatten auch nie Verluste bei den Lämmern an Füchse o.ä.
Wichtig finde ich nur, dass ich als Halter unbeschadet mit den Tieren umgehen kann. Bei der Schur jetzt hatten wir mit den Moorschnuckenböcken keinerlei Probleme mit den Tieren, nur mit dem Fell und der Schere!!!
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Re: aggressiver ostfriesischer Milchschafbock

Beitrag#17von Alex » Dienstag 19. Juni 2012, 22:43

Hallo,

eine Freundinn von mir hat letzte Woche(nachdem sie endlich eine Wiese am Ort aufgetrieben hat ihre kleine Schafherde auf die Weide, nach einem Tag lag der Zaun am Boden und alle Schafe weg, sie dachte sie wären von selbst ausgebrochen, Schafe waren versprengt, hat aber alle wieder erwischt stellenweise einen kilometer weit weg, ein paar Tage später war Zaun wieder umgelegen ein Schaf tot drei komplett verschwunden und ihr Lieblingsschaf angeschossen und von Hund? gebissen im Wald gefunden, noch lebend. Da wünscht man sich so einen richtig aggressiven Stinker, der ohne Vorwarnung jeden platt macht der meint er müsse jetzt mal zur Belustigung eine Runde Schafe quälen.

Mein Skuddenbock( die sind allerdings recht klein) war auch nicht ohne, der ging mir zweimal von hinten in die Kniekehlen, den hab ich mir einmal gegriffen und danach hielt er grundsätzlich zwei Meter Abstand.

Allerdings haben zwei Hobbyschäfer letztes Jahr ihre Schafe aufgegeben, der einen hat der Bock die Kniescheibe gebrochen und der andere wurde im Stall beim füttern so übel attakiert, dass er auf der Intensivstation landete, es ist eine schwierige Sache.

Aggressiv oder nicht, ich hab hier ernsthafte Probleme im Umkreis von 150km überhaupt einen OFM Bock herzbekommen. Bis jetzt noch nichts gefunden.

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