Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

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Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#1von Uwe » Mittwoch 30. November 2011, 23:29

Moin,
heute habe ich Post bekommen von der LBG (Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft), ich bin dort seit neuestem als "Zwangsmitglied" in der Unfallversicherung Pflichtmitglied!
Nun soll ich Beiträge für zwei Jahre entrichten ...
Wie geht das denn? Ich habe keinen Betrieb angemeldet, meine Tiere bei der Tierseuchenkasse (obligatorisch) angemeldet - und nun soll ich ca. 170 EUR
jährlich in eine Unfallversicherung einzahlen die ich nicht benötige? Ich habe alle Vorsorgen getroffen ... private Krankenversicherung, beihilfeberechtigt, private Unfallversicherung usw.
Was habe ich falsch gemacht? Meine Schafe sind Rasenmäher, die Hühner liefern nur uns die Eier, keine Vermarktung etc.! Kein Erwerbsbetrieb! Ich habe keinen Betrieb!
Ist jeder private Tierhalter gleich auch ein Unternehmer, nur weil er die Tiere ordnungsgemäß anmeldet?
Ich verstehe die Welt nicht mehr ... mir schwillt der Hals!

Weiß jemand wie ich aus dieser Nummer wieder raus komme???
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#2von Conny » Donnerstag 1. Dezember 2011, 10:11

Morgen Uwe,

da kommst du leider gar nicht mehr raus, außer du gibts die Tierhaltung auf.

Mir geht es genau so wie dir, habe sogar dagegen geklagt und verloren, mit der Begründung dass ich "Graswirtschaft" betreibe, das heißt, meine Pferde fressen vorne Gras und hinten schei... sie und düngen die Wiese. Laut Gesetzgebung muss sogar jeder Kaninchenhalter, der diese mit z. B. Löwenzahn aus seinem Garten füttert oder mit Grünfutter von sonst irgendwelchen Wiesen, in die Berufsgenossenschaft eintreten. Zahlen darfst du, aber irgendwelche Fördermittel bekommst du nicht, da du keinen Betrieb angemeldet hast.

Das Einzig Vorteilhafte ist, wenn du dir auf dem Hof irgendeine Verletzung zuziehst, kommt die Berufsgenossenschaft für die Krankenkosten auf.

LG
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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#3von klosterbauer » Donnerstag 1. Dezember 2011, 10:34

Ahoi

noch ein Nachsatz, denn klar hat Conny recht. Aber es gilt ja auch, dass Deine normale Krankenversicherung nicht die Berufsgenossenschaft ersetzt - wenn Dir etwas in der Landwirtschaft passiert, dann muss die KV nicht zahlen, dafür gibt es ja die BG (da wird dann gerne abgewälzt, wenn man nicht richtig versichert ist). Und wenn mich nicht alles täuscht, hast Du über die BG auch Helfer versichert. Ich finds ne gute Sache - nicht unbedingt die Beitragsgestaltung, die ist zulasten der kleinen Betriebe, aber die Einrichtung der BG an sich.

Es grüßt mal wieder

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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#4von Uwe » Donnerstag 1. Dezember 2011, 11:54

Moin!
Nun war ich eben bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und bin etwas schlauer - aber immer noch stinkig!
Mein Fehler war wohl, dass ich für 2010 eine Grünlandprämie beantragt habe. Mit diesem Antrag bin ich dank Datenabgleich Mitglied und zur Zahlung in die gestzliche Unfallversicherung verpflichtet. Wie mir eben erklärt wurde hat das natürlich nur Vorteile ...

Beenden kann ich das Ganze nur durch Verpachtung bzw. Abgabe der Flächen zur Nutzung an andere und dann Abmeldung bei der LPG. Termin dazu liegt vor dem 15. Mai (Stichtag) für das abgelaufene Jahr!

So schrumpft die Prämie dahin ...
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#5von serradella » Montag 5. Dezember 2011, 18:36

Die Versicherungspflicht in der ldw BG beginnt in zB Niedersachsen bei mehr als 2500 qm ldw genutzter Fläche. Das kann also schon ein größerer Garten sein.

Es geht dabei nur um die Flächengröße, ob Ziergarten, Gemüsegarten, Ponyauslauf, Hühnerhof, Acker ist völlig egal, auch ob sie aktiv genutzt wird oder nicht ist egal.

Es gibt einen Mindestbeitrag zZt mW 56 Euro /a. dafür kann man aber schon deutlich mehr Land versichern, abhängig von der Nutzungsart - die BG unterscheidet die Flächennutzungen nach gefährungsklassen. "Haben" bedeutet, man ist entweder Eigentümer oder Pächter einer Fläche. Versicherungspflichtig ist der Nutzer.

Dazu, da drauf kommen dann noch weitere Beitragsanteile für Tierhaltung, nach Art und Geschlecht

Prinzipiell wäre die Ungfallversicherung eine gute Einrichtung, aber ich kenne zu viele Fälle, in denen die sich - wie jede Versicherung - um eine Zahlung drückten (und wer hält schon immer alle Unfallverhütungsvorschriften ein?).

Andererseits: wenn man mit seinem PKW einen Unfall hat und ist bei der BG zB als Hühnerhalter versichert, dann war man natürlich grad auf dem Weg zum Landhandel für einen sack Futter, gell?

Schlimmer allerdings ist es, wenn man nach der BG noch versicherungspflichtig wird in den anderen Zweigen der ldw Sozialversicherung - das kann bösartig teuer werden, grad, wenn ein Ehepartner nicht berufstätig ist.Und es ist völlig frei von Nutzen für einen Hobbybauern.
Manche LSV hat dazu Rechenmodelle auf ihrer Web-Seite, ansonsten berät der Landvolkverband hier kompetent.

Wie gesagt - ldw BG und LSV sind regional organisiert und haben unterschiedliche Regelungen.

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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#6von schnuckened » Donnerstag 24. April 2014, 05:59

Habt Ihr auch über Euren neuen Bescheid solche Freudentänze abgehalten wie ich???? Der Hammer der neue Bescheid. Vor allem die Ankündigung! Ehrenhaft wird behauptet, dass der diesjährige Beitrag nur 63 % des tatsächlichen Beitrags sind, derschrittweise bis 2017 auf 100% steigen wird. in Zahlen: als ich noch als Zwangsmitglied bei der Mittel- und ostdeutschen LBG versichert war, zahlte ich für das Beitragsjahr 2011 79,92 € im Jahr, für 2013 ind der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sind es 130,95 € und im Jahre 2017 dann 192,66 €. Teure 4 Schafe! Ich überlege eine Erholungsgebür für Spaziergänger und Pilzsammler zu erheben!

Nein, es macht mich nicht zornig! Es stählt!

Grüße

Ed
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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#7von Uwe » Donnerstag 24. April 2014, 15:23

Was mir daran u.A. stinkt ist die Tasache, dass man "Zwangsmitglied" ist - ohne von denen akzeptierte Alternative! Monopolstellung? Jede Versicherung kann ich frei wählen, diese aber wohl nicht!
Zudem stellt sich mir die Frage: Wer sieht denen auf die Finger, wer prüft die Entwicklung und Entstehung der Beitragshöhe? Können wohl machen was sie wollen ...
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#8von hpuhydraulik » Mittwoch 16. Juli 2014, 11:31

Hallo, lest doch mal dieses Urteil. Ich jedenfalls habe dieses Jahr mal wieder Einspruch eingelegt und bin auch bereit zu klagen.
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Viele Grüße Peter
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Re: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Beitrag#9von schnuckened » Donnerstag 17. Juli 2014, 06:28

Ich verstehe dieser Urteil ganz und gar nicht, es öffnet mehr Fragen als es Antworten gibt! Frage eins, was ist mit der Ehefrau, zahlt sie stattdessen in die LBG ein?
Und Frage zwei, was ist mit dem Gleichheitsprinzip, muss nun jeder der Rasen mäht (ab Größe x) entweder in die Kasse zahlen oder klagen?
Und Peter, wieso klagst du? Hast du kein landwirtschaftliches Unternehmen? Wenn du nur "Rasenmäher" bist, ist der ganze Beitrag hier in diesem Forum falsch, ansonsten besteht ja noch immer für jeden Beitragspflicht, auch wenn es ungerecht und teilweise überzogen ist!

Grüße

Ed
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