darf ich einen Unterstand im Außenbereich bauen...

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darf ich einen Unterstand im Außenbereich bauen...

Beitrag#1von karinenhof » Donnerstag 7. Januar 2010, 14:50

wenn ich "nur" Landwirt im Nebenerwerb bin? Wenn ja unter welchen Bedingungen?

Wir haben hinter unserem Hof ein Stück Wiese. Dort sollen zukünftig unsere Schafe laufen. Wir haben einen Unterstand gebaut, der keinerlei Fundamente hat. Für die zeitweise Unterbringung von Futtermitteln und Tieren - so od. so ähnlich steht es irgendwo.

Nun bin ich mir nicht sicher, ob wir das dürfen. Hat jemand Erfahrungen. Ich habe nichts brauchbares im Netz gefunden. Wer bestimmt denn, ob ich previligiert (ist das richtig geschrieben? Sieht so komisch aus) bin oder nicht?

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Beitrag#2von klosterbauer » Freitag 8. Januar 2010, 14:24

Ahoi Karin,

lies Dich mal hier durch:
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Ein Unterstand wird Dir grundsätzlich nur fürs Vieh, nicht für Trecker oder Futter genehmigt (zumindest ist dies bei uns so). Bei Stallungen mit Baugenehmigung ist dies anders.
Das solltest Du bei den notwendigen Anträgen wissen.

Grundsätzlich ist auch wichtig zu wissen, ob der Unterstand im Innen- (also ortsbereich) oder Außenbereich liegt. Das sind planungsrechtliche Grenzen, die - wenn Du sie nicht kennst - über die Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung zu erfragen sind. bei uns kann man dies schon unauffällig übers Internet, ein kreisweites "Rauminformationssystem" ...

Vielleicht weißt Du dann schon mehr ...

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Beitrag#3von Alex » Sonntag 10. Januar 2010, 12:54

hallo,

soweit ich weiß kommt es auch auf die Größe des Unterstandes an, bis zu einer bestimmten Größe darf man oder durfte man ohne Genehmiging bauen, ich kann aber mal meinen Vater ftragen der kennt sich da aus, seh ihn nächste Woche.

Bis denn Alex
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Beitrag#4von klosterbauer » Sonntag 10. Januar 2010, 14:37

Hallo Alex - solche Regelungen gibt es, können aber regional unterschiedlich sein. ....

Vielleicht kennt Dein Vater (ich weiß ja nicht, was er so macht) auch konkrete Infos für Karin.

Schönes WE wünscht
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Beitrag#5von starkepferde » Montag 11. Januar 2010, 17:47

Hallo Karin,
erkundige dich beim zuständigen Landwirtschaftsamt. Doie sollten das wissen.
In Hessen kann man Unterstände fürs Vieh ohne Genehmigung bauen, aber nur in einer bestimmten Größe. Für das Lagern von Futter muss in jedem Fall eine Genehmigung beantragt werden.
Eine Ausnahme machen hier die Stall- bzw. Hallenzelte, aber auch nur bis zu einer bestimmten Größe.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

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Beitrag#6von karinenhof » Dienstag 12. Januar 2010, 10:42

hallo,

erst einmal vielen Dank. Den Link von Peter hatte ich gesucht. Ihn aber nicht unter "Nebenerwerb" vermutet.

Die Fläche für den Stall würde sich im Außenbereich befinden. Laut Bauordnungsamt bekommen wir nur eine Baugenehmigung, wenn wir nachweisen können, dass durch die Tierhaltung unser Einkommen anteilig nachhaltig gesichert wird. Ha, ha. Selbst wenn wir unsere Gruppen auf 100 Tiere vergrößern würden, könnten wir nicht davon leben. Es ist ja auch ein Nebenerwerb.

Nun kenne ich auch die Aussage, für die zeitweilige Unterbringung bedarf es "nur" der Anzeige bei zustängigem Amt (nicht Bauordnungsbehörde). Allerdings bin ich da noch auf der Suche nach den Rechtsgrundlagen.

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Beitrag#7von klosterbauer » Dienstag 12. Januar 2010, 11:04

Hallo Karin

im Außenbereich brauchst Du für jeden Bau - egal, ob Unterstand oder Stall - üblicherweise eine Privilegierung! (Baurecht kann von Land zu Land unterschiedlich sein - aber Ausnahmen - s. Beitrag von "starkepferde" sind Relikter alter Zeit, ob es die bei Euch gibt??) Die Privilegierung gibt es auch für Nebenerwerbler, nicht für Hobbyhaltung.
Nebenerwerb heißt nicht, dass Du davon leben kannst - aber dass die Viecher zum Lebensunterhalt beitragen. Da muss ein Konzept und ein gutes Gespräch mit der Landwirtschaftskammer (die entscheidet bei uns grundsätzlich über die Privilegierung, die Stadt-/Gemeinde-/Kreisverwaltung hat das letzte Wort) her.
Unterstände haben im Gegensatz zum Stall keinen festen Boden, maximal drei geschlossene Seiten, sind "vorübergehend" und damit auch ohne große Fundamente und wieder "abreißbar".
Bei uns ist im Grünlandbereich die Privilegierung u.a. eine eine Mindestfläche von rund 7 ha gebunden. Das kann aber regional unterschiedlich sein.

Ach ja, verstellbare Unterstände wie diese Schaf-Iglus sind meist genehmigungsfrei.

Viel Glück und gute Wünsche schickt

Peter
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Beitrag#8von Alex » Dienstag 12. Januar 2010, 21:41

Hallo,

mein Vater sagte auch, daß du privilegiert sein mußt um einen Unterstand ohne Baugenehmigung zu bauen, der darf dann auch nur eine bestimmte Größe haben, ansonsten brauchst du eine Baugenehmigung, ich habe einen bzw. zwei fahrbare Unterstände einen umgebauten Heuwagen und einen alten zirkuswagen auch Bauwägen sind bei uns kein Problem.

Bis denn

Alex
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Beitrag#9von karinenhof » Mittwoch 13. Januar 2010, 13:02

hallo Peter und Alex,

wer entscheidet denn, ob wir privilegiert sind oder nicht? Gibt es da irgendwelche Richtlinien, die Ihr gefunden habt und ich noch nicht, wie hoch die Einnahmen sein müssen?
Nebenerwerb haben wir schon lange angemeldet. Das wir keine Hobbyzucht betreiben, könnte evt. der Schafzuchtverband mit bestätigen.
Zuständiges Landwirtschaftsamt fragen? Ich will auch keine Pferde scheu machen.

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Beitrag#10von klosterbauer » Mittwoch 13. Januar 2010, 13:45

Hi Karin

wie oben schon geschrieben: die letzte Entscheidung hat die baugenehmigende Verwaltung, die Landwirtschaftskammer, das Landwirtschaftsamt schreibt ein Gutachten. Die Kriterien sind regional unterschiedlich - frag doch mal beim LaWiamt nach den Kriterien. Dann schreib ein Konzept (mit Zahlen etc) und mail es es mir mal zu, ich schau gerne mal drüber ...

Es grüßt

Peter
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Beitrag#11von Alex » Mittwoch 13. Januar 2010, 23:24

Hallo,
das hab ich im Netz gefunden.

Bei unserem LandwA hab ich keine Probleme was nachzufragen sind im Gegensatz zu den meisten anderen Ämtern sehr freundlich und vorallem hilfsbereit und auskunftsfreudig.

Bis denn Alex
Privilegierung von Nebenerwerbsbetrieben
  • Auch Nebenerwerbsbetriebe können privilegiert werden
  • Spürbarer wirtschaftlicher Nutzen muss gegeben sein
  • Anstelle der Gewinnerzielungsabsicht können im Einzelfall auch andere Gründe die Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit begründen (lange Historie des landw. Betriebes, Betriebsumfang, aufgewendetes Kapital, Maschinenbestand)
  • Genehmigungsfreie Baumaßnahmen
    • Freistehende, eingeschossige, nicht unterkellerte Gebäude ohne Feuerungsanlage privilegierter Betriebe bis zu 100 qm Grundfläche und bis zu 140 qm überdachte Fläche
    • Güllebehälter bis 50 cbm und bis zu 3 m Höhe
    • Dungstätten, Fahrsilos mit bis zu 3 m Höhe der Seitenwände
    • Beabsichtigte genehmigungsfreie Baumaßnahmen immer auf der Gemeinde anzeigen
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