Bauen in 2. Reihe im Außenbereich

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Bauen in 2. Reihe im Außenbereich

Beitrag#1von g4313 » Freitag 19. November 2010, 09:22

Hallo,

ich habe eine stillgelegte Landwirtschaft, alles verpachtet bis auf 1 ha Holz, dass wir noch bewirtschaften. Außerdem hat die Hoffläche eine Größe von 1 ha. Auf dem Hof steht ein 100 Jahre alter, baufälliger Stall, mit dem ich was machen wollte. Ursprüngliche Planung war, den Stall etwas kleiner als Garangengebäude für Traktor und Anhänger zu ersetzen, daran ein Treppenhaus und anschließen ein Wohnhaus, welches dann großteils im Garten entstehen würde.

Auskunft vom Bauamt, keine Chance, ist Außenbereich und 2. Reihe - hier wird nie und nimmer gebaut. Der BGM der Gemeinde war ursprünglich auch dagegen mit Begründung auf Erhalt der Landwirtschaft und Schaffung eines Präsidenzfalles, sieht aber nach wiederholtem Gespräch etwas possitiver aus.

Vielleicht kann mir hier einer weiterhelfen, ob ich hier noch Möglichkeiten habe.
Ein Thema ist Ersatzbau für den Stall und darin eine Wohnung zu integrieren, wobei mir diese Lösung nicht wirklich gefällt. Ginge das aber, in einem landwirtschaftlichen Gebäude durch Ersatzbau eine Wohneinheit umzusetzen? Und wie sieht es hier mit den Möglichkeiten der Gestaltung aus? Muss das Gebäude wieder 1:1 aufgebaut werden? Und wie sieht hier der steuerliche Aspekt aus?
Andere Überlegung ist, die Flurnnr. zu teilen, so dass das jetzige Wohnhaus eine Flur wäre, der Hof eine 2. Flur. Würde in diesem Fall aus der 2. Reihe 1. Reihe nach hinten versetzt werden? Oder ist das eine Schnapsidee, die nicht funktioniert? Zufahrten sind vorhanden, da sich zwischen den Gebäuden frei Hoffläche befindet.
Oder gibt es eine andere Möglichkeit?

Die Situation ist die, dass durch Emissionsschutz bedingt keine andere Möglichkeit besteht. Alternative wäre nur den Standort zu verlassen, will ich aber eigentlich nicht. Mein Nachbar befürwortet das Vorhaben als einziger Anlieger und Betroffener. Er unterstützt es sogar, sieht natürlich die Probleme, wenn ich weg bin und jemand Fremder hier dann wohnt, der nicht mit der Landwirtschaft aufwuchs.

Für Eure Unterstützung wäre ich sehr dankbar, denn langsam weiß ich nicht mehr weiter...

Andi
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Beitrag#2von Christina » Freitag 19. November 2010, 12:25

Hallo Andi,

am besten gehst Du mal mit dem Lageplan zu einem wirklich erfahrenen Architekten vor Ort. So ein richtig alter Hase, der alle Tricks kennt....

Gruß, Christina
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Beitrag#3von klosterbauer » Sonntag 21. November 2010, 13:18

genau - denn ich würde aus der Ferne auch erst mal sagen, sieht schlecht aus ...

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Beitrag#4von Conny » Sonntag 21. November 2010, 19:54

Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur einen wichtigen Tipp geben, sind auch im Außenbereich.

Wenn du etwas abreisst, bekommst du keine Aufbaugenehmigung mehr (zwar eine Genehmigung zum Abriss, aber auch nicht mehr). Also immer nur teilweise abreißen wieder aufbauen, wieder etwas abreißen und ....... Niemals das komplette Gebäude.

Eine Umwidmung des Stalles wenn auch nur teilweise, z. B. des Heubodens, was sich ja meistens anbietet, in Wohnraum ist sehr schwierig und eine teure Angelegenheit, meisten haperts an der Höhe des Kniestockes, das Gebäude hätte nach Umbau meistens eine Höhe von zwei vollen Baugeschossen, genehmigt werden jedoch nur 1,5. Hat bei uns auch nicht funktioniert. Außer Spesen nichts gewesen.

Und was die Gemeinde zu deinen Baumaßnahmen sagt, ist völlig unerheblich. Wenns nach unserer Gemeinde gegangen wäre, hätten wir bauen können, ohne Ende.

LG
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Beitrag#5von steinadlerehemann » Dienstag 23. November 2010, 13:54

Hallo Conny,
und was ist mit Bestandsschutz?
Jedes Gewerbe darf aufgrund von Bestandsschutz wieder aufbauen, es müssen nur die Grundmauern
noch vorhanden sein.

LG
Christiane
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Beitrag#6von Conny » Dienstag 23. November 2010, 14:56

Hei Christiane,

wir betreiben aber kein Gewerbe Bild

Was den Bestandsschutz angeht, würde ich mich auch erst einmal ganz genau beim zuständigen Bauamt erkundigen. Bauen im Außenbereich ist immer so eine Sache.

Vor allem mal nachfragen, ob der 100jährige Stall nicht unter Denkmalschutz steht.
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Beitrag#7von steinadlerehemann » Dienstag 23. November 2010, 17:49

Hallo Conny,
zumindest bevor ich in Rente ging, war ich noch up to date.
Ich habe ja jahrelang als Sicherheitsfachkraft gearbeitet.
Dort gab es etliche Baubesprechungen.
Da dies damals aber dienstlich war, weiß ich heute nicht,
wie es heutzutage aussieht, daher auch die Frage.

Früher - bis 2005 - war es zumindest so - wenn Bestandsschutz war, konnte man immer!!!.
Ich habe auch auf meinem Grundstück in Niedersachsen eine Ruine, war mal ein Kuhstall,
den man wieder aufbauen kann weil Bestandsschutz. Ist eine große Acker- und Weidefläche
innerhalb eines Ortes, aber am Rande des Kerngebietes.
Wenn ich aber alles abreißen würde, dürfte ich dort nicht mehr hochziehen, so aber habe ich
das Recht dort - zumindest auf meinem Grundstück dort in Niedersachsen. Daher habe ich dort
alles gestapelt an Steinen, was zum Gebäude gehört, was ich wieder mit einarbeiten muss.

Wie es hier aussieht in Meck-Pomm, kann ich nicht sagen, da ich hier dienstlich nicht zu tun hatte.
Kann es sein, dass es auch unterschiedlich - je nach Bundesland - ist?

Damals war es auch egal, ob gewerblich oder privat, nur habe ich "gewerblich" halt nur die Erfahrung.


LG
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Beitrag#8von Christina » Dienstag 23. November 2010, 19:32

Bestandsschutz ist die eine Geschichte... (Mein Opa hatte damals jedes Jahr eine Seitde des Stalls abgerissen und wieder neu aufgebaut. Nach vier Jahren war der ganze Stall neu Bild).
Wenn man aber aus Ställen / Scheunen o.ä. Wohnraum schaffen will, ist das eine Nutzungsänderung. Da wird es schwierig bis (fast) unmöglich

Für die Geschossigkeit kann man manchmal noch Tricks anwänden: Da kann zum Beispiel eine umlaufende Dachterrasse helfen... Aber wenn kein Wohnraum möglich ist, hilft das auch nicht.
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Beitrag#9von steinadlerehemann » Dienstag 23. November 2010, 19:51

nabend,
mein damaliger Kollege hatte in Pirmasens eine Scheune gekauft vom Nachbarn, diese Scheune lag genau zwischen seinem Elternhaus (gehört heute ihm) und dem Haus des Bruders.
Die Scheune wurde nie zu Wohnzwecken genutzt.
Sie bauten die Scheune um, und durch die Nutzungsänderung darf man mit dauerndem Wohnrecht dort
nicht wohnen, sondern es nur mal zu sog. Ferienzwecken nutzen.
So sagte mein Kollege.
Wie das geht, weiß ich nicht. Ich fand es nur merkwürdig, dass man es zu Ferienzwecken nutzen kann aber nicht zum "Dauerwohnen".
Man müßte mal recherchieren, wozu das "Haus" früher genutzt wurde.
Vielleicht ist es dann keine Nutzungsänderung mehr, weil früher Vieh und Wohnung unter einem Dach doch
waren Bild Bild Bild Bild Bild Bild
Bildle liebe Grüße
Christiane
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Beitrag#10von Christina » Dienstag 23. November 2010, 21:54

Jo, Wochenendhäuser sind nochmal wieder ne andere Nummer.
Viele wohnen in reinen Wochenendgebieten ja auch fest, haben die offizielle Adresse aber bei Eltern, Geschwistern o.ä...
Muss jeder selbst wissen... Sowas ist mir zu stressig, weil zu kompliziert... Da hab ichs lieber ehrlich und einfach.
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Beitrag#11von steinadlerehemann » Donnerstag 25. November 2010, 13:54

Hallo Christina,
so geht es mir auch - gradlinig ist immer der beste Weg.
Nur recherchieren würde ich mal trotzdem, wer weiß, was bei rauskommt.

Und ob es was nutzt Bild

LG
Christiane
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