Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

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Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#1von Jaegertom » Samstag 21. Dezember 2013, 12:02

Wölfe sollen Menschen meiden?? Gegenteil beweist dass nicht.
So wie ich bereits beschrieben habe, dass Hunde verschwinden, ist Realität.
Nur dass es so dreist ist in einem wildreichen Land, ist sehr erschreckend.
Die Frau wird sich wohl kaum mehr mit ihrem Kind nach draußen trauen.
Und nun? Das wird sich mit Ansteigen der Wolfspopulation synchron mehren. Seid ihr dann noch dafür?
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#2von Herwig » Samstag 21. Dezember 2013, 16:58

Nun musst du zu deiner Argumentation schon 3 Jahre alte Berichte heranziehen. Die Argumentation, dass sich das "synchron" mehren wird ist ad adsurdum geführt! Nie wieder ähnliches gehört. Wer mit einem Pekinesen ins Wofsrevier wandert dürfte sowieso einiges nicht verstanden haben. Hätten die Wölfe es auf den Menschen abgesehen, wäre die Mahlzeit erheblich sättigender gewesen. Die Frau hat vor 3 Jahren schon den Wolf durch lautes Schreien vertrieben. Außerdem war das in Schweden, nicht in Deutschland! Rein statistisch scheinen sich also die Vorfälle eher nicht synchron zu mehren, sondern im Gegenteil, proportinal zum Wolfsvorkommen, veringern sie sich.
Die Überschrift in dem Artikel zeigt schon ganz klare Tendenzen, denn nicht der Mensch wurde angegriffen sondern der Rivale Hund ... typisch Regenbogenpresse!

Um noch einmal unmissvertändlich klar zu machen:
Ich bin nicht der Meinung Wölfe sein ungefährlich für Menschen, ich bin auch nicht der Meinung man sollte sie sich ungebremst vermehren lassen. Man sollten ihnen aber Raum geben und aufhören sie beständig als Bedrohung der Menschheit und seines Viehs verunglimpfen.
Ich persönlich sehe mich öfter durch schlecht erzogene Hunde bedroht oder durch übereifrige Jäger. In meiner Schäferzeit hatte ich oft Verluste durch freilaufende Hunde in der Setz- und Brutzeit, deren dämliche Besitzer mehr Tier- und Menschenleben auf dem Gewissen haben als wir vermutlich erahnen können. Ähnlich dämliche Jäger waren auch der Meinung meine Schafe würden das Wild vertreiben, obwohl sie gesagt bekamen, das ich meinen Schafen Glocken umhänge um das Wild von meinen Elektrozäunen fernzuhalten, nach dem ich einige Rehe aus dem Draht friemeln musste.
Hasstriaden zu schüren, egal in welche Richtung bringt niemanden weiter und verhärtet nur Fronten. Wenn ich Deine Berichte so lese, frage ich mich immer, wieviel hundert Schafe du schon an den Wolf verloren hast. Bei deiner Verärgerung müssen das ungeheur viele sein. Ich weiß erntshaft nicht, was dich reitet. Du solltes seltener Kontakt zu den Waidmännern suchen, die machen scheinbar Gehirnwäsche oder sowas.
Du hast keinerlei Erfahrung mit dem Wolf machen müssen und dennoch bist du emsig dabei vor ihm zu waren. Mir graust vor dem Tag, an dem tatsächlich mal eines deiner Tiere dem Wolf zum Opfer fällt, da möcht ich echt nicht in der Nähe sein...
Empfindest du keinerlei Empathie mit dem Wolf, hast du echt keinen Blick für seine Pracht und Erfurcht vor dieser einzigartigen Kreatur?? Es wurden mehr Menschen von Wild- und Hausschweinen getötet als vom Wolf, jährlich sterben Menschen weil sie von Hunden angegriffen wurden und von Stieren. In Deutschland gibt es keinen Menschen der durch einen Wolf getötet oder verletzt wurde. Aber hin und wieder mal schwer verletze Personen die aus Versehen vom Jäger angeschossen wurden.
Berichte aus anderen Ländern, mit völlig anderen Gesetzen und Infrastruktur, anderem Klima und anderer Bevölkerungs- und Wolfsdichte sind nicht 1 zu 1 übertragbar.
Wenn mir hier nachts einige Rudel um das Haus streifen, sicherlich bin ich dann auch für kontrollierten Abschuß, im Moment sehe ich diese Notwendigkeit nur in Einzelfällen. In Sachen Wolf werde ich jedoch sicher keine "Endlösung" unterstützen.
Und ja, auch wenn ein Wolf in Schweden einen Pekinesen gefressen hat, oder in der Schweiz Pferde ausgebrochen sind oder gar in China ein Sack Reis umfällt, dennoch finde ich es gut, wenn er wieder angesiedelt wird.
Und wenn es gehäufte Vorfälle ind Deutschland gibt, überdenke ich meine Position...vielleicht!
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#3von Jaegertom » Samstag 21. Dezember 2013, 17:37

Dass in Polen wo der Wolf deutlich länger und häufiger zu Hause ist, regelmäßig Hunde gegriffen werden weiß ich von den Menschen dort vor Ort.
Ich finde das nicht adsurdum. Undda ich das dort selbst erlebt habe, dass die Wölfe meinen Hund angriffen und es nicht auf mich abgesehen haben weiß ich auch. Im Eifer des Gefechts war es aber sehr knapp dass sie mich auch bissen.
Da haben sie sich nicht durch Geschrei vertreiben lassen, die hatten sehr Hunger. Was ich nicht verstand da es dort sehr viel Wild gab.
Und ich hatte eine Deutsch Drahthaar mit etwa 35 kg, dehr sich sehr heftig ebenfalls wehrte. Nur dass er keine Chance gehabt hätte wenn ich nicht wie verrückt auf die Tiere eingedroschen hätte.
Das mag ein einmaliger Vorfall gewesen sein. Aber mir hat es gereicht und ich werde keineswegs der Auffassung sein, dass die Wölfe nicht gefährlich werden können. Kinder mit kleinem Fiffi an der Leine kann man dan nicht mehr alleine rauslassen im Wolfsrevier.
Wie seither .
Warten wir es ab was die Zeit bringt wenn sie Reviere besetzen, die in dichter besiedelten Gegenden sind. Der Wolf ist wie der Fuchs in der Lage, auch Müll und tote Straßentiere zu verwerten. Und genau so anpassungsfähig.
Wenn er wie die Wildschweine mal Stadtgegenden erreicht, mal sehen. Bei einer Vermehrungsrate wie derzeit dürfte es nicht mehr lange dauern.
Aber wie ist die Meinung, wenn sie Großnutztiere durch die Koppeln treiben und so für Verkehrsgefährdung sorgen?
Ich stehe sehr skeptiech gegenüber.
Ich bin immer noch dafür, die Wolfsbestände in besonderen Nationalparks leben zu lassen, das ist durchaus berechtigt.
Aber nicht so, dass der Überblick und die Kontrolle verloren geht.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#4von schnuckened » Samstag 21. Dezember 2013, 19:34

gerade in der vergangenen woche erzählte mir eine junge mutter aus unserem dorf, eine nachbarin fuhr ihr baby mit dem kinderwagen in die richtung, in der ich täglich raus zu meinen schafen fahre. über den zaun des letzten grundstücks sprang plötzlich der ansässige boxer- hund , verfolgte die frau mit dem "leihkind" und biß ihr (gott sei dank "nur") leicht ins bein. der hund ist hinlänglich als aggressiv bekannt, nun bekommt die halterin eine anzeige übers ordnungsamt, denn die bisswunde musste nicht dem arzt vorgestellt werden. daher ist das ordnungsamt zuständig. (aussage der mutter)
überhaupt nicht dramatisch diese sache. und gut dass wir hier jägertom haben, der ebensolche vorkommnisse von und über wildtiere hier ausfindig macht und einstellt. ansonsten wäre ich gar nicht auf die idee gekommen, so etwas nichtiges hier einzuschreiben...

ich warte im übrigen immer noch auf den ersten wildunfall mit tödlichem ausgang, der auf haar-oder niederwild zurück zu führen ist, seit wir die wolfsthemen haben. möglich wäre auch ein schuldhaftes versagen eines öjv-lers, der ein loch im krötenzaun übersehen hat, so dass der juppiporsche bei tempo 150 in der kurve keine chance hatte. und hab ich dir schon mal geschrieben, als meinem mitschüler anfang der 90-er auf einer gemeinsamen fahrt uns ein bussard in die fruontscheibe geknallt ist- und ach... der hirsch... ähm, die hirschkuh gott sei dank auf usedom! wäre es ein hirsch, so der zufällig vorbeifahrende förster, wären meine frau und ich mausetod... es war herbst- pilzsammler, so der förster, treiben regelmäßig vor unbedacht wild auf die straße...

noch einen?...

klar habe ich noch einen, jetzt bekommste auf deine alte schwedenkamelle noch ne neue...

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#5von Jaegertom » Samstag 21. Dezember 2013, 20:18

Nochmals, ich bin nicht für Ausrottung. Sondern für sein Überleben in Schutzgebieten die groß genug sind.
Die nächsten Wolfsrudel, die bestätigt sind , sind von mir gerade mal 70 und 150 km weg.
Durchziehende sind schon gewesen. Das ist die gleiche Situation der Thüringer vor zwei Jahren.
Auch hier in unserem Gebiet wird sich ein Vorkommen bilden.
Als Jäger habe ich nichts gegen den Wolf, da er mir nicht schaden kann!. Da habe ich keine Gehirnwäsche gebraucht.
Ich mache mir Sorgen um die Kosten, die mich aufreiben werden.
Und wenn ich nun nicht beginne, die Herden zu schützen, wann dann? Ich will vorbereitet sein.
Kann es mir leider finanziell nicht leisten.
Habe die erste Stellungnahme aus offiziellerStelle, aber keine Zusage für Übernahmen der Schutzmassnahmen.
Und deshalb sehr große Angst, weil scheins lieber Risse bezahlt werden als Vorbeugemaßnahmen. Es kommt billiger.
Ich will unsere Tiere nicht verlieren, an etwas für dessen unkontrollierte Ausbreitung ich nie war.
Und wenn man liest, dass der Wolf in als gesicherten eingetragenen Umzäunungen immer viele Tiere getötet hat, ist das sehr beunruhigend. Klar, die Tiere kommen nicht mehr so leicht raus wenn er erst mal drin ist und tötet dann mehr als nötig.
Bei ungesicherten Beständen sind es oft nur Einzeltiere die gerissen wurden.

Habt ihr schon die Schafbestandszahlen von Sachsen gesehn, um wieviele Tiere er sich bereits verringerte ?
es kann nicht sein dass Menschen ihre Tiere aus Furcht aufgeben oder nur weil ihnen nun der Aufwand zu groß wird.
Natürlich ist nicht nur der Wolf am Sinken der Zahlen schuld, es wird auch vielerlei berufliche oder Altersgründe geben.
Die Schäfer in Sachsen sind auch sauer, weil wie im Film bestätigt wurde, die Schutzhunde nicht gefördert werden und nur 60 % der Kosten gefördert werden, man muss auch noch 3 verschieden Angebote des Projekts vorlegen von denen das günstigste dann gefördert wird.
Muss man sich das geben für etwas das die Betriebe existenziell überfordert?
Wer hat von euch einen Tierbestand von über 100 Tieren ? (Natürlich Schafe,Rinder oder Ziegen,ohne Geflügel und Kaninchen) Liegt es vielleicht an der fehlenden Vorstellung, dass das nicht so einfach hinzubekommen ist?
Ich würde gerne etwas abnderes schreiben, aber wo ich bisher angerufen habe, nach Förderung von Zaun und Hund gefragt habe, hieß es :Derzeit leider nicht.
Und dann noch eines.
Hat schon jemand ins 10 cm entfernte Gesicht eines fletschenden Wolfes gesehen,so dicht Zähne von fast 5cm Länge im Auge haben müssen ?
Ich schon. Seither bin ich eben auf Distanz zu dem Räuber .
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#6von frank.s » Sonntag 22. Dezember 2013, 10:56

Ich denke man darf eine Sache nicht ganz vergessen! Wölfe, Luchse und sonstige Raubtiere sind ein Teil der Natur und es gab sie seit Jahrhunderten in unserer Gegend. Sie habe genau so ein Recht auf ein Leben in der Natur und Freiheit wie jedes andere Lebewesen. Der Mensch beschneidet die Lebensräume der Wildtiere und nicht umgekehrt.

Beide Seiten müssen lernen miteinander zu leben und wenn man Schafe in einem Naturschutzgebiet zur Landschaftspflege einsetzt, ist das aus Naturschutzsicht eine gute Sache, aber dann muss man auch mit Ausfällen rechnen.

Man sollte aber nicht versuchen einzelne negative Vorfälle übertrieben auszuschlachten. Es gibt immer mal, wo Mensch und Tier zusammen leben Zwischenfälle, die dann gern ausgeschlachtet werden und für Hetzkampagnen gegen z. B. Wölfe genutzt werden!

Täglich werden Menschen durch Hunde verletzt oder auch getötet, wir sehen sie trotzdem als unsere Freunde an und rotten diese nicht aus. Ich würde mir wünschen, dass man auch den wilden Verwandten eine ähnliche Toleranz entgegenbringt!
Viele Grüße
Frank

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#7von Herwig » Sonntag 22. Dezember 2013, 11:19

Ich habe uneingeschränktes Verständnis für die Sorge von Tierhaltern vor Wolfsangriffen. Ich habe ebenfalls uneingeschränktes Verständnis für die Sorge der finanziellen Belastung von Tierhaltern.
Der Fuchs hat mir in diesem Jahr einen kompletten Stamm Sundheimer, einen kompletten Stamm Warzenenten, 4 Gänse und meinen Stamm Sachsenhühner geholt, Schaden insgesamt 500 € (4 Schafe Gegenwert) ich habe nicht nachgefragt ob mir nun elektronische Hühnerklappen und Elektrozaun gegen den Fuchs subventioniert werden. Es hätte auch niemand Verständnis gehabt für diese Forderung. Jeder wäre der Meinung dieses Risiko hätte ich zu tragen und müsste meine Tiere eben entsprechend sicher einsperren.
Meine Rinder sind im Frühjahr ausgebrochen, standen auf der Bundesstraße, um ein Haar wäre ein LKW in die Herde gedonnert. Polizeieinsatz und Feuerwehr nachts um 2.30 Uhr durfte ich bezahlen. (Kosten 1180- Euro, Gegenwert Schafe: 10 Stück)Rücktransport der Rinder war kompliziert und ich musste einen Tag Urlaub nehmen. Ein Rind verletzt am Bein und Klaue, Kosten Tierarzt mit Medikation und Nachbehandlung, 190.- Euro. (Gegenwert Schafe ca. 1,5)Ich habe den Verdacht, dass die Rinder wegen des Hundes ausgebrochen sind, der schon Tage vorher hier herumstreifte und später vom Nachbarn ins Tierheim verbracht wurde. ( Keiner kam auf die Idee nun den Hund abzuschießen) Keine Förderung jedcoh für mich, keine Versicherung zahlt, kein schlagstärkeres Ezaungerät oder zusätzlichen Zaun subventioniert bekommen!
Ein Greifvogel, welcher Art auch immer hat mit im Letzten Jahr 12 schlachtreife Hähnchen gekillt, keine Förderung für das Silonetz und den neuen Ezaun für meine Masttiere. Schaden ist bei mir ca. 180 Euro, (1,5 Schafe Gegenwert)
Aber vor allem: Kein Gezehter gegen Greifvögel und Generalvollmachten zum Abschießen sämtlicher Füchse in meiner Gegend.
Und ebenso wenig: Emotionale Beileidsbekundungen von sogenannten Wolfsgegnern die um jedes Tier weinen, das der böse Wolf gefressen hat. Unser Emdener Ganter Emil stand uns auch fast 19 Jahre sehr nahe, meine Tochter hat geweint, als der Jagdpächter uns eine Lebendfalle zur Verfügung stellte hat sie protestiert, weil der Fuchs doch auch "nur leben wollte!!"

Ich habe rein rechnerisch also ca. 17 Schafe im letzten Jahr verloren, musste ca. 2000 Euro investieren für Neuanschaffungen, Reparaturen etc, die auf Wildangriffe zurückgehen. Gesamtinvestitionsvolumen 4050.- Euro
Wenn das so weiter geht kann ich mir ausrechnen, wann ich pleite bin!
Dennoch bin ich für den Wolf, den Fuchs und den Greifvogel. Warum? Weil ich schon immer für Biodiversität und Natur eingetreten bin, das gilt eben auch dann, wenn mir eigentlich "das eigene Hemd" am nächsten sitzen sollte. Und vor allem, wenn es nur um Geld geht.

Luftlinie zum nächsten Wolfsrevier (Lüneburger Heide, Truppenübungsplatz) von mir ist ca. 25 km. Ich habe Verständnis dafür, dass mir das Land nicht schon mal prophylaktisch ein paar tausend Euro überweist um mir einen Hochsicherheitszaun zu finanzieren, weil er ja meine Tier angreifen KÖNNTE. Auch möchte ich mich im Moment noch nicht bewaffnen. Ich warte auf den ersten Angriff, dann sehen wir weiter. Außerdem versuche ich bewusst meine Nachbarn noch nicht in Panik zu versetzen und werfe ihnen nicht andauern die neusten Schreckensmeldungen von Fuchsbandwürmern und Wolfsangriffen in der Ukraine in den Briefkasten. Weil es mir nichts nützen würde. Alles in Allem versuche ich das Leben weiter zu genießen und renne lieber gegen die Verordnungen der Staatsmacht an, die mich zwingt tausende von Ohrmarken, Ohrmarkenzangen, Listen, Register, Meldebögen etc. zu bevorraten. (Darin wird auch vielmehr der Rückgang der Bestandszahlen bei den Kleinbauern liegen, ganz zu schweigen von dem Preisverfall für Rohwolle und fehlenden Markt für Schffleisch!)

Gegen das erlittene Trauma durch die Nähe von Wolfszähnen zum menschlichen Antlitz, lässt sich therapeutisch etwas machen, wird voll subventioniert von jeder Krankenkasse. Das meine ich völlig ernst. Ich hätte jedenfalls, ohne Zweifel, auch genau so ein Trauma erlitten an deiner Stelle. Ich hätte auch existentielle Angst gehabt, das sei dir garantiert!! Ich habe schon Schiss vor wütenden Hunden...
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#8von Christina » Montag 23. Dezember 2013, 01:02

O.K. Jetzt verstehe ich wenigstens endlich den Hass!
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#9von Jaegertom » Freitag 27. Dezember 2013, 14:05

Christina hat geschrieben:O.K. Jetzt verstehe ich wenigstens endlich den Hass!

Du missverstehst viel.
Ich hege keinerlei Hass gegen das Lebewesen und Raubtier Wolf.
Nur gegen die, die solch kommende Miseren zu verantworten haben und es dann nicht tun.
Im Gegenteil, ich bin vielleicht mehr für Biodiversität wie mancher ahnt.
Aber nicht für eine sinnlose Ausbreitung eines Überlebenskünstlers mit Nachteilen für Nutztierhaltung in großem Maße.
Ich habe auch keinerlei Angst vor Wölfen, gehe trotzdem alleine in Reviere in denen es welche gibt.
Und selbst wenn Herwig meint, ich hätte von Wölfen keine Ahnung täuscht das.
Hatte schon mehr Wolfsbegegnungen als viele Schützer.
Positive und eine furchtbar negative.
Auch habe ich keinerlei Trauma davon getragen.
Wenn ich alleine gewesen wäre hätte mir das alles nichts ausgemacht. Aber es war bei dem Angriff der harmlosen Tiere ein kleines Kind dabei und ich hätte
da wohl von keinem dieser Schützer eine Garantie bekommen dass die Wölfe in ihrer Aggression auch das Kind geschnappt hätten.
Und wenn ich dasnn Angst um Kind und Hund habe weil SELBST erlebt, ist das kein Trauma. Und jedem der was anderes denkt wünsche ich die gleiche Situation.
Die Wölfe taten nur zu was sie geboren wurden . Beute machen. Und das ausgerechnet mein Hund, obwohl genug Wild in dem Gebiet vorhanden.
Und genau das zeigt mir kommende Probleme auf, und es wird auch bei uns den einen oder anderen Spaziergängerhund erwischen.
Jagdhunde wurden schon verletzt.
Nein, gegen den Wolf zeige ich keinen Hass. Nur gegen die, die alles so schönreden.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#10von schnuckened » Freitag 27. Dezember 2013, 22:19

wer sich in irgend einer art mit dem thema wölfe befasst, sollte sich das hier reinziehen, es lief am heilig abend auf arte und ist unglaublich beeindruckend...

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#11von Jaegertom » Samstag 28. Dezember 2013, 14:32

schnuckened hat geschrieben:wer sich in irgend einer art mit dem thema wölfe befasst, sollte sich das hier reinziehen, es lief am heilig abend auf arte und ist unglaublich beeindruckend...

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grüße
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Der Film ist wirklich gut. Bis auf den Schluss wo wieder auf die Gefühlsdrüse gedrückt wird.Die gute Mutter Wolf, so lieb und fähig erziehend.
Das war die Elchmutter auch, der sie das Kalb aus dem Leib gerissen haben und noch Kälber führte.
Wenn schon, dann Gleichbehandlung von Räuber und Beute.
Die Finnen handhaben das in meinen Augen richtig. Solange die Wölfe keinen Schaden anrichten, oK.
Wenn aber wie am Schluss gezeigt die Tiere in das Gehege eindringen und großer Schaden zu befürchten ist, dann handeln sie.
Ein fast gleich großes Land wie Deutschland mit zigfach mehr Wild erlaubt sich an die 130 Wölfe.
Obwohl bei rechnerisch 16 Menschen pro quadratkm wesentlich weniger Konfrontationen sein sollten , bleiben sie nicht aus.
So wie ich bereits beschrieben habe, reißen die Wölfe einige Hunde vor der Haustüre. Nicht die Stadtbevölkerung ist betroffen, nein, die Menschen auf dem Lande.
Wenn nun die Deutschen meinen, sie brauchen um die 1000 !!! Tiere um die Population gesund und stabil zu halten bleiben massivere Übergriffe nicht aus.
Das ist in meinen Augen einfach zu viel.
In Deutschland kann man sich einige Rudel in weitläufigen Regionen erlauben um die Tierart zu erhalten. Da bin ich absolut dafür.
Hier leben wir bereits mit dem Luchs. Von dem aber weit keine solchen Schäden zu befürchten sind.
Die Problematik mit den Wölfen habe ich während meiner Aufenthalte in Schweden und Finnland selbst mitbekommen.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#12von schnuckened » Samstag 28. Dezember 2013, 16:39

für mich gestaltete sich der schluss völlig anders.

finnische jäger spielen gott und bilden sich ein, die meinung der bevölkerung zu vertreten, indem sie rücksichtslos mit einer anzahl von 135 man jagd auf ein wolfsrudel machen, dass sich seiner art entsprechend einer rentierherde näherte (und womöglich auch teile gerissen hat) , um es vollständig zu eleminieren. diese menschen haben meine tiefste verachtung!

für mich hat diese art und weise etwas davon den holocaust (schreibweise?) gegen die juden im nationalsozialismus zu rechtfertigen, nur weil sie während der weltwirtschaftskriese reichtümer von deutschen angeeignet haben.

ausrottung als selbstschutz, ein trauriges kapitel...

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#13von Jaegertom » Samstag 28. Dezember 2013, 18:21

Ich habe so vernommen dass sie bereits im Gehege waren, nicht davor.
Und von ausrotten spricht da auch keiner. Was ist gegen eine Bestandsregelung einzuwenden?
Das kann ich dir sagen, dass mehr Wölfe von erzürnzen Bauern und Rentierhütern gestreckt werden als die paar legalen Abschüsse durch Jäger!
Durch diese Methode wird eine Akzeptanz geschaffen was die Landbevölkerung angeht. Die fühlen sich durch die Entnahme der Problemwölfe wie der Hundespezialist sicherer und nicht allein gelassen.
So muss man handeln, dann wird der Wold auch in weiteren Kreisen Bestand haben und geschützt werden.
Ausrotung?Muss nicht sein, aber entsprechend handeln.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#14von schnuckened » Samstag 28. Dezember 2013, 21:30

hm, möglich, dass du sogar recht hast...

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#15von frank.s » Sonntag 29. Dezember 2013, 12:29

So langsam reicht es mir hier mit diesem Wolfs-Thema!!!

Ich fände es schön, wenn dieses From sich weiter mit Selbsversorgung und alten Haustierrassen befassen würde und nicht von einzelnen Personen dauernd dazu genutz wird, in Interesse von Jägern gegen die Wölfe zu hetzen.

Jedes mal wenn ich hier nach den neuen Beiträgen (die ich eingentlich immer interessiert lese) schaue, sind mindestens ein dittel zum Thema Wölfe! Ich finde das gehört hier in diesem Ausmaß nicht hin und ist eher in einem Forum der Jagdfreunde angebracht.
Viele Grüße
Frank

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#16von Jaegertom » Sonntag 29. Dezember 2013, 13:33

frank.s hat geschrieben:So langsam reicht es mir hier mit diesem Wolfs-Thema!!!

Ich fände es schön, wenn dieses From sich weiter mit Selbsversorgung und alten Haustierrassen befassen würde und nicht von einzelnen Personen dauernd dazu genutz wird, in Interesse von Jägern gegen die Wölfe zu hetzen.

Jedes mal wenn ich hier nach den neuen Beiträgen (die ich eingentlich immer interessiert lese) schaue, sind mindestens ein dittel zum Thema Wölfe! Ich finde das gehört hier in diesem Ausmaß nicht hin und ist eher in einem Forum der Jagdfreunde angebracht.

Dich in deiner Gegend mag das noch nicht so brennend interessieren wie mich, der sich auf die Situation vorbereiten muss und mir gibt das Forum hier mehr als nur ein Jagdforum.
Als Jäger interessiert mich das Wolfsthema lange nicht so wie als Nuztierhalter. Und genau hier laufen viele Informationen zusammen. Wenn ich auch nicht immer Eds Meinung bin, bringt er viel zum Überlegen und Nachdenken.
Und genau das ist sehr wichtig, sich aus VERSCHIEDENEN Meinungen ein Bild zu machen.
Hier kommt Kritik, wenn ich mal zu heftig auf die Sache losgehe und hier lerne ich, mit den Verantwortliche durch die Meinungen hier umzugehen.
Mich betrifft es in nächster Zeit.
Und wenn du meinst, die Jäger hezen nur gegen Wölfe, bist du vollkommen falsch informiert. So komisch wie es sich anhört, sind die Jäger die einzige Gruppe
staatlich geprüfter Menschen, die nachhaltig auch ei n Raubtier schützen können.
Die stärkste Zweifel kommen von Landwirten, Nutztierhalern und Bauernverbänden!
Jedenfalls hat mir das hier sehr geholfen, als NUTZTIERHALTER nicht zu polemisch mit dem Naturschutzverband umzugehen und Sachlichkeit zu wahren.
Auf alle Fälle Ed und Herwig vielen Dank für ihre offene und ehrliche Kritik.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#17von schnuckened » Sonntag 29. Dezember 2013, 14:26

lieber frank,

bevor es mit den wolfsthemen hier anfing, habe ich das moderatorenteam konsultiert, ob wir die raubtierthemen hier hineinnehmen wollen oder nicht. ich wusste vorher und hab es auch angemahnt, dass es durchaus problematisch werden könnte, gerade weil die diskrepanzen soweit auseinander gehen.
wichtig ist es allemal, und wenn sie (die themen und die wölfe) dich nerven, dann ist der erste schritt erreicht, denn sie berühren dich!
kannst du es nicht mehr hören und sehen, dann klick die themen einfach nicht an!
schreibe statt dessen über pferde/esel/ enten/hühner/bienen/tauben/kaninchen selbstverständlich, greife themen zum boden, acker/weide, saatgut, maschien oder einfach nur dem wetter auf, ich könnte gar nicht mehr aufhören aufzuzählen, wenn ich all die themen anschneiden würde, die mich in diesem forum interessieren! sogar gesellschaftlich, politische themen sind dabei! "leider" hab ich mich den wölfen verschrieben und weiß auf grund meines standortes, was das bedeutet! du kannst dir vielleicht nicht vorstellen, wie das ist wenn der wolf in deiner nachbarschaft tiere gerissen hat und er selbst an der eigenen koppel zu besuch war! dann bekommst du nämlich angst! diese zu überwinden lieber frank, dazu sollen diese themen dienen! das ist eine ganz wichtige, vielleicht die wichtigste derzeitige aufgabe in der nutztierhaltung und sei froh, dass die wölfe sich nicht seuchenzugartig ausbreiten wie blauzunge oder schmallenberg! aber vielleicht ist das auch der grund, warum du so genervt bist!

sei einfach dabei und mach mit, wenn es um andere wichtige themen in der nutztierhaltung geht, dann ist viel gewonnen! denn der wolf ist wirklich nicht alles, da geb ich dir unumwunden recht! und siehst du, auch mit dieser (deiner) meinung muss man sich auseinander setzen, wo ich doch gerade dabei war, jägertoms sichtweise zu analysieren...

grüße

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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#18von Claudia » Sonntag 29. Dezember 2013, 19:01

@es
ich kann Frank verstehen.
was Jägertom ist unschön,polemisch, zusammenkopiert und von Hass getrieben.
Das einzige was er bei mir damit erreicht, ist starker Widerstand noch irgendetwas von ihm zu lesen und langsam auch in diesem Forum zu schreiben.
Was er sich damit selber verbaut ist die Chance das ein Teil seiner Argumente vielleicht einen Kern haben, der diskussionswürdig ist.
aber ich hab 0 Bock auf Diskusssionen die zusammenkopiert, schlecht formatiert und sachlich unrichtig sind und sich zudem immer wieder in der Quellenangabe wiederholen.
Ich schließe mich da Herwigs Therapievorschlag an.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#19von Herwig » Sonntag 29. Dezember 2013, 21:06

Eines steht fest, jedem kann man es nicht recht machen!!
Ich empfehle auch, einfach auf der Sartseite zu schauen, ob das Thema interessiert. Beim nächsten Problem unterhalten wir uns dann wieder seitenlang über Milchzentrifugen oder Nachsaaten in der Weide.
Vielfältigkeit auch im Forum!
By the way, Wölfe oder andere Raubtiere können die Selbstversorgung erheblich stören,gehören also meiner Meinung nach dazu! Manchmal führt die Brisanz eines Themas auch zur Verschiebung der Prioritäten, wäre schade wenn das zum Nachteil gereichen würde, obwohl es doch ein Vorteil ist.
Also, locker bleiben!!
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#20von permakult2012 » Sonntag 5. Januar 2014, 15:14

Die Arte-Doku hab ich auch gesehen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Wölfe dort war nur 2 Jahre. Das ist schon traurig, dass nicht einmal dort, wo wirklich - so meint man - genug Platz für Wölfe ist, diese natürlich leben können. Was ist denn ein Wolfsrudel ohne erfahrene ältere Tiere? Sie sind unter Stress und so verhalten sie sich auch. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Stress zu den vielen Rissen von Hunden führt und auch von Haustieren wie Schafen etc. Es ist doch auch schon erwiesen, dass eben gerade durch die Jagd auf Wildtiere diese sich lieber in stadtnahen Gebieten oder an Autobahnen etc. aufhalten, weil dort nicht gejagd wird, als im Wald wo sie eigentlich sein sollen. Evtl. verschulden genau die Jäger mit dem Druck, den sie den Wölfen machen, gerade diese schlimmen Vorfälle. Mich hat der Film sehr berührt. Und hab mir dabei auch gedacht, dass es Irrsinn ist, den Wolf in Deutschland wieder anzusiedeln. Und zwar nicht weil ich den Wolf fürchte, sondern weil er hier keine Existenzgrundlage hat. Unsere Waldvorkommen sind doch ein Witz, und fast alle sind forstwirtschaftlich genutzt. Es kann sich da kein Wolf natürlich verhalten, er wird immer unter Stress stehen durch die ständige Störung. Das geht anderen Wildtieren in Deutschland doch schon längst so, nur reagieren die ihrer Art gemäß nicht ganz so verheerend darauf wie ein Raubtier in der Größe und von der Intelligenz eines Wolfes. Von daher kann ich Järgertoms Bedenken nachvollziehen.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#21von permakult2012 » Donnerstag 9. Januar 2014, 22:14

Mettbrötchen hat geschrieben:Die forstwirtschaftliche Nutzung stört nicht wirklich, da diese zeitlich sehr begrenzt ist.
Im Gegenteil.
Ohne die forstwirtschaftliche Nutzung und Pflege würden die Wälder erheblich schlechter aussehen.
Und das würde auch der Artenvielfalt sehr schaden.

Davon abgesehen, der Großteil der deutschen Wälder sind Nutzwälder.
Die Bäume wurden ganz gezielt zur Holzerzeugung angepflanzt.

Die Wildtiere gehen immer mehr zu den Menschen weil jene nicht in der Lage sind ihren Müll gescheit zu entsorgen.
Es ist natürlich viel einfacher eine Mülltonne leer zu fressen als sich selber im Wald was zu fressen zu suchen.

Müll ist sicherlich reizvoll für ein hungriges Tier, Wanderer im Wald stören nat. auch und hinterlassen leider oft mehr als nur Fußabdrücke, aber sind bestimmt nicht der einzige Grund, dass die Tiere immer öfter in die Nähe von Städten und Dörfern ziehen. Den Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und forstwirtschaftlicher Nutzung verstehe ich nicht. Unsere Wälder sind doch Monokulturen wegen der Holzwirtschaft. Daher ja auch die Probleme mit Windbruch und Borkenkäfern. Klar seit Kurzem besinnt man sich wieder auf den Vorteil eines Mischwalds, aber das ist noch ein langer Weg - die Bäumchen wachsen leider nicht schneller (obwohl man ja schon eine ganze Armada von Wissenschaftlern daran forschen lässt, wie man das beschleunigen könnte...)
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#22von Jaegertom » Samstag 11. Januar 2014, 23:07

Meine Befürchtungen sind real geworden.
In Amerika ist erst kürzlich ein 16jähriger knapp dem Angriff entronnen.

Nun gebe ich kein Kommentar mehr dazu, sonst werde ich wieder als vom hass getriebener bezeichnet.....


Wolf tötet Hund in Hoyerswerda
Quelle: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
hg | 11.01.2014
Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Schäferhund von einem Wolf getötet worden. Und zwar in der letzten Nacht, direkt am Stadtrand, auf dem Gelände einer Tierpension. Dr. med. vet. Peter Bresan: "Ich habe keinen Zweifel, dieser Hund wurde eindeutig von einem Wolf getötet".
"Am Freitag, zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr muss er zugeschlagen haben", sagt Cornelia Schreiber, die Chefin der Tierpension in der Meitnerstraße. "Nur wenige Minuten, bevor der Hund aus dem umzäunten Außenbereich in seinen Zwinger zurück gebracht werden sollte."
Nun kniet sie traurig vor ihrem Udo, dem 9 Jahre alten Belgischen Schäferhund. Das Tier ist schrecklich zugerichtet. Bissmale am Hals. Am Körper zwischen den Vorderläufen fehlen ganze Fleischfetzen.

"Die Art, wie dieses Tier getötet wurde, lässt eindeutig auf einen Wolf schließen", sagt Dr. med. vet. Peter Bresan aus Sollschwitz. "Der Drosselbiss und die Verletzungen zwischen den Vorderläufen sind typisch.
Doch es ist absolut außergewöhnlich, dass ein Wolf auf dem umfriedeten Gelände einer Tierpension einen Hund angreift. Hier ist eine neue Hemmschwelle überschritten worden."
Dr. Bresan hat den Hund direkt vor Ort untersucht sowie die Kampfspuren und Abdrücke begutachtet, die auf dem Platz zu finden waren.

Davon geht auch Cornelia Schreiber aus. Aber mehr als der tragische Verlust des Hundes macht ihr zu schaffen, dass die Wölfe jetzt schon so nah an bewohntem Gebiet zuschlagen. "Man muss sich das mal überlegen. Der Außenbereich ist mit einem bis zu 2 Meter hohen Zaun umgeben. Dass ein Wolf auf einen Stromkasten vor dem Zaun springt, um dann diese hohe Barriere zu überwinden, also das hätte ich niemals für möglich gehalten!".

Nach dem tödlichen Angriff brachte sie das Tier erst einmal in ein Nebengebäude der Pension. "Ich war so durcheinander, wusste gar nicht was ich machen sollte. Zuerst hatte ich gar keinen Gedanken daran, die Polizei oder das Ordnungsamt zu informieren. Wie reagiert man in so einem Fall?"

Cornelia Schreiber kontaktiert am Samstagmittag die Polizei. Zwei Beamte kommen auch sofort zur Tierpension, sind aber etwas irritiert. Schließlich wird der Vorfall mit Fotos dokumentiert, ein Protokoll aufgenommen. Unter der Rubrik "Sonstiges", wie einer der Beamten erklärt.

Parallel hat auch der Tierarzt die Polizei angerufen und sie über seine Erkenntnisse informiert. Die Polizei-Zentrale verständigte daraufhin das Landratsamt, welches seit 2011 für "Nutztierbisse durch den Wolf" zuständig ist. Doch der Kollege ist wohl nicht erreichbar und so wird das Wildbiologisches Büro "Lupus" kontaktiert. Hier arbeitet Gesa Kluth. Die junge Frau macht sich sofort auf den Weg.

Als Gesa Kluth eintrifft, wirkt auch sie überrascht: "Es ist definitiv ungewöhnlich. Es gibt in Deutschland keinen vergleichbaren Fall, dass ein Hund jemals von einem Wolf angegriffen wurde", sagt sie. Die Lupus-Mitarbeiterin fotografiert den Tatort und nimmt DNA-Proben. Als sie den Tierkadaver begutachtet bemerkt sie: "Das Tier hat mit Sicherheit noch gelebt, als die Bisse erfolgten. Das sieht man unter anderem an den Unterhautblutungen".

Cornela Schreiber verlässt blass den Raum. Die Vorstellung, dass ihrem Udo die Fleischfetzen aus dem Körper gerissen wurden als er noch lebte, kann sie nicht ertragen. Wie kann so etwas überhaupt passieren? Ist das Areal mit dem hohen Zaun zu schlecht gesichert? "Nein", sagt Gesa Kluth. "Der Schutz ist absolut ausreichend. Und eine Entschädigung dürfte in diesem Fall auch kein Problem sein".

"Mir geht es gar nicht um eine Entschädigung", entgegnet Cornelia Schreiber. "Ich will einfach nur, dass endlich bekannt wird, wie nah die Wölfe schon in die Städte vorgedrungen sind. Ich habe nämlich das Gefühl, dass das gern von den Wolfsbefürwortern verharmlost wird und totgeschwiegen werden soll!"

Jetzt wird der Hundekadaver erst einmal von Gesa Kluth mitgenommen und in eine Kühlzelle gebracht. Später soll er noch einmal gründlich untersucht werden. In spätestens 10 Tagen dürften dann die Ergebnisse der DNA-Proben feststehen. Die sollen zweifelsfrei beweisen, dass Udo durch einen Wolf getötet wurde.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#23von schnuckened » Sonntag 12. Januar 2014, 11:16

Jaegertom hat geschrieben:...Nun gebe ich kein Kommentar mehr dazu, sonst werde ich wieder als vom hass getriebener bezeichnet.....


Nein Jägertom, das wirst du nicht und dieser Vorfall geht eindeutig zu weit, wenn er sich wirklich bestätigt, und so sieht es wohl aus! Wir haben anscheinend den ersten wirklichen Problemwolf in Deutschland und jetzt bin selbst ich gespannt, wie hier verfahren werden wird...

Grüße

Ed
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#24von Herwig » Sonntag 12. Januar 2014, 12:23

So sehe ich das auch, ist es tatsächlich ein Wolf gewesen muss eine Lösung her und wie die aussieht haben wir sicherlich schon angesprochen.
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Re: Wolf greift Hund unmittelbar vor Menschen

Beitrag#25von schnuckened » Sonntag 12. Januar 2014, 18:32

Unter Anderem genau darum geht das ganze Monotoring doch, Mettbrötchen! und dann...? Bei mir allerdings mit Fragezeichen! Wieviel Wolf verträgt (Agro-) biodiversität? Offensichtlich SCHEINT die Grenze (wenn sich der Fall bestätigt) für den mit Wölfen besetzten Nordostsächsischen- Südbrandenburgischen Raum gesättigt, dass Einzeltiere auf diese Möglichkeit der Beutezüge ausweichen. Aber ich denke, wir sollten hier im Forum den Spekulationen keinen weiteren Raum geben, denn die Tatsache spricht erst einmal für sich. Ich bin wie gesagt gespannt auf die Reaktionen der nächsten Tage!

Grüße

Ed
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