Hühnerfutter anbauen


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Hühnerfutter anbauen

Beitrag#1von Jürgi » Sonntag 18. September 2016, 17:00

Hallo ins Forum,

von einem benachbarten Landwirt habe ich etwas außerhalb unseres Dorfes eine kleine Ackerfläche (ca. 250qm) zur Verfügung gestellt bekommen. Diese würde ich gerne für den Hühnerfutteranbau nutzen, auch wenn ich den Bedarf der Tiere damit nur teilweise decken kann. Welche Futterpflanzen wären denn dafür aus Eurer Sicht sinnvoll?

Grüße aus dem Rheinland
Jürgen
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#2von Herwig » Montag 19. September 2016, 05:45

Hallo Jürgen,
250 m2 ist natürlich nicht die Welt.
Es kommt darauf an, wie Du das Futter erzeugen willst, konventionell oder naturnah (Bio)?

Damit du Deinen Acker nicht ausbeutest, solltes du eine Fruchtfolge einhalten und Düngen. Denn Du hast ja auch Hühnerdung...

Wäre ich in Deiner Situation, würde ich folgendes tun:
Den Acker in 3 Teile teilen und nach alter Dreifelder Methode arbeiten.
Dann entscheiden, welche Futterart Du anbauen willst?? Wobei Dir Getreide am meisten helfen würde für die Hühner. Da musst du allerdings dreschen...
Ich würde vermutlich im ersten Jahr Mais anbauen, das lässt sich am Besten per Hand ernten, einfach die Kolben abbrechen und zum Trocknen unter Dach auslegen oder aufhängen, zweite Fläche würde ich für lagerfähiges Gemüse verwenden ( Möhren, Rote Beete, Rüben, Kartoffeln) Die dritte Fläche (Brachfläche) mit einer Leguminose (Rotklee geimpft mit Knöllchenbakterien) auf der Fläche kannst du auch den frischen Hühnerdung verteilen, den Klee als Grünfutter abmähen etc.
Der Mais wandert in 3 Jahren dann über die Fläche.
Die Hackfrucht kannst du einlagern, im Keller oder in einer Miete. Als Futter kochst du es oder isst es selber.
Bei ebay kannst du Maisrebler kaufen, damit lassen sich die Maiskolben gut abrebbeln.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#3von karinenhof » Dienstag 20. September 2016, 11:52

meine Oma hat immer Markstammkohl angebaut. Die Blätter wurden dann, von unten beginnend, abgebrochen und in Bündeln aufgehängt.
Der Markstammkohl kann etwas Frost vertragen und so bekamen die Hühner frisches Grün und etwas gegen Langeweile bis in den Winter zu fressen.

Grüße von Karin aus dem Havelland
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#4von waldschrat » Dienstag 20. September 2016, 12:03

Was auch gut kommt, ist Eiweiß in Form von Erbsen oder Saubohnen. Das kann man trocknen und dann schroten als Futterzusatz. Saubohnen haben den weiteren Vorteil, die kann sehr früh aussähen und damit hat man auch früher Platz für Folgefrucht. Außerdem vergiss nicht, von allem was du für dich anbaust, fällt genug für die Hühner ab (gekochte Kartoffelschalen, Salatabfall, usw.) und um bei Herwigs Vorschlag mit dem Mais zu bleiben: Wenn der Mais aufgelaufen ist, sähe einfach als Untersaat Klee dazwischen. Das düngt und hält den Boden bedeckt und Unkrautfrei.

Viele Grüße aus dem wilden Süden
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#5von Jürgi » Dienstag 20. September 2016, 16:38

Danke für Eure Ratschläge, das hört sich interessant an.

@Herwig: Ja, das soll schon einigermaßen nach ökologischen Methoden geschehen. Kunstdünger kommt auf jeden Fall nicht in Frage - Düngen kann ich mit Mulch (Grasschnitt) und Gründüngung zwischen den Anbauphasen. Den Hühnermist brauche ich leider schon komplett im Garten auf, aber ich komme nahezu unbegrenzt an Rinder- und Pferdemist.

1. Mais / Kartoffeln / Brache (Gründünger) - ist mir auf Anhieb sympatisch. Aber muss ich gerade bei Mais und Kartoffeln nicht verstärkt mit Wildschweinbesuch rechnen (der Acker ist waldnah und nicht abgezäunt)?

2. Markstammkohl habe ich gerade mal gegoogelt - ist wohl eher ein "Ergänzungsfutter" für den Winter, oder? Dafür wäre die Anbaufläche dann vielleicht zu schade...

3. An Erbsen und Dicke Bohnen hatte ich auch schon gedacht. Kann man die nicht sogar an Stelle des Klees als Gründünger einsetzen? Dann hätte ich zusammen mit Mais und Kartoffeln schon fast ein vollwertiges Futter, oder?

Grüße
Jürgen
Zuletzt geändert von Jürgi am Dienstag 20. September 2016, 17:03, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#6von legasp96 » Dienstag 20. September 2016, 18:26

"Dann hätte ich zusammen mit Mais und Kartoffeln schon fast ein vollwertiges Futter, oder?"
Das empfinde ich persönlich zu eiweißlastig und Samen würden dann auch fehlen.
Grüße
Monika
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#7von Herwig » Mittwoch 21. September 2016, 05:59

Monika, die Betonung lag auf FAST...
Diese Einstellung würde ich teilen, natürlich muss noch ein Getreide dazugemischt werden.
Aber Jürgen war klar, dass er auf 250m2 keine vollwertige Landwirtschaft betreiben kann mit Getreideanbau :yes4:

Erbsen und Bohnen können nicht als ganzes verfüttert werden, die müssen gebrochen werden und sind im Erntevorgang seeeeehr arbeitsaufwendig. (Schoten pflücken, auspuhlen, brechen) Für, sage ich mal, maximal 80m2 Bohnen lohnt sich absolut keine eigene Schrotmühle!!!!!!!! Erbsen und Bohnen sind Leguminosen und können auch mit Knöllchenbakterien geimpft werden, die dann enstsprechen Luftstickstoff binden.
Es wird hier vergessen, um weclhe Fläche es tatsächlich geht.
Und, egal was man anbaut, man muss immer mit Wildschaden rechnen. Selbst wenn du Mais aussähst, holen dir die Wildtauben die Saat weg, später die reifen Erbsen aus den Hülsen etc. Landwirtschaft ist unberechenbar, das ist und bleibt so und ist vielleicht auch gut so.
Alternativ kannst du dich ja mal über rote Linsen informieren, ist Leguminose und hat viel Eiweiß. Ernten als Busch, trocknen lassen und dann auf einer Plane ausschlagen....

Um wieviel Hühner geht es eigentlich??
Zuletzt geändert von Herwig am Mittwoch 21. September 2016, 06:14, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#8von waldschrat » Mittwoch 21. September 2016, 11:44

Das wollte ich auch noch fragen, hab's dann aber vergessen, weil das ist die Grundfrage überhaupt.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#9von Jürgi » Mittwoch 21. September 2016, 15:52

"Um wieviel Hühner geht es eigentlich??"

Ups, klar, das dürfte die Sache natürlich vereinfachen - Im Winter 5-6 (Zuchtstamm) und über den Sommer maximal 10-13 (Zuchtstamm und Masttiere).
Zuletzt geändert von Jürgi am Mittwoch 21. September 2016, 15:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#10von legasp96 » Mittwoch 21. September 2016, 18:02

"Erbsen und Bohnen können nicht als ganzes verfüttert werden"
Meine Hühner bekommen die Erbsen 24 Std. eingeweicht und dann gründlich mit heißem Wasser abgebraust als ganze Erbsen. Ich weiche immer für mehrere Tage ein so das die Erbsen am 2. Tag beginnen zu keimen. Einweichen müssen sie aber nur beim 1. Mal. Danach nur täglich abbrausen.
Grüße
Monika
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#11von Herwig » Mittwoch 21. September 2016, 18:36

Das stimmt natürlich, einweichen kann man Hülsenfrüchte. Auch kochen und dann mit dem Pürrierstab eine Paste daraus machen, oder gar einkochen. Für 5-6 Hühner vielleicht sogar machbar.
Monika, warum duscht du die noch heiß ab? Geht da nicht das Protein kaputt??
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#12von legasp96 » Mittwoch 21. September 2016, 18:47

Herwig, die Erbsen scheiden beim Einweichen etwas Giftiges ab (weiß gerade nicht wie es heißt), das abgespült werden muss. Das mache ich kurz über einem Sieb. Das Wasser hat ca. 50 Grad, ist also nicht wirklich heiß und macht dem Eiweiß sicher wesentlich weniger aus als kochen oder einkochen.
Grüße
Monika
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#13von Jürgi » Mittwoch 21. September 2016, 20:32

Ich weiß ja nicht wirklich, was es an Aufwand bedeutet, Bohnen oder Erbsen zu Schroten oder Pürre daraus zu machen. Eine Wissenschaft wollte ich auf jeden Fall nicht daraus machen. Was mir als erstes in den Sinn kommt, ist der Gartenhäcksler (Walzenhäcksler für den Astschnitt im Garten). Der dürfte die Saubohnen sicherlich auch im trockenen Zustand ganz gut zerkleinern. Vielleicht geht das sogar mitsamt den Schoten? Es kommt wohl auf einen Versuch an...
Was mir an den Saubohnen jedenfalls gefällt, ist der verlässlich gute Ertrag und die wenigen Fressfeinde (abgesehen von den Blattläusen, die aber nicht jedes Jahr da sind und sich außerdem ganz gut im Griff halten lassen).
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#14von waldschrat » Donnerstag 22. September 2016, 11:58

Also ich hab ne Schrotmühle (alt aber professionell) für 50€ aus der Bucht ersteigert. Die ist zur Zeit nur nicht in Betrieb, weil ich den Antrieb umbauen muss, weil der Stellplatz wechselt. Also mit ein bisschen suchen hast du auch so ein Glück. Es gibt sogar neue Mühlen als Aufsatz auf Plastikfässer, die kosten keine 200€. Ich will mir mein Legemehl selbst machen damit kein Gensoja drin ist. Aber für Futteranbau hab ich keine Zeit, die Zutaten hol ich beim Biobauern oder in der Mühle.

Gruss aus dem wilden Süden
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#15von Herwig » Donnerstag 22. September 2016, 18:24

Naja, der Bohnenertrag wird so bei 30-40 kg liegen, der tägliche Bedarf bei 6 Hühnern kann dann so bei 100 Gramm per Tag liegen, die kannste auch täglich in deine Küchenmaschine geben und hacken...
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#16von Conny » Freitag 23. September 2016, 08:36

Mal ganz ehrlich. Bei dieser Anzahl von Hühnern lohn doch der ganze Aufwand nicht. Ich würde eine schöne Grünfläche daraus machen mit vielen Kräutern und diesen den Hühnern zur freien Verfügung stellen, da haben sie alles, was sie brauchen. Oder die Grünfläche je nach Bedarf mähen und den Tieren anbieten.

LG Conny
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#17von Jürgi » Mittwoch 28. September 2016, 20:57

@ Conny

ganz Recht, natürlich "lohnt" der Aufwand nicht (im Sinne moderner Möglichkeiten)...

Deine Idee, das "Mini-Feld" als zusätzliche Weidefläche zu nutzen, ist ja prinzipiell gut, wäre der Acker direkt dort, wo ich die Hühner halte. Da das aber nicht der Fall ist, möchte ich dort eben Futter anbauen (welches man auch, wie z. B. dicke Bohnen oder Kartoffeln, "zur Not" auch selbst essen kann). Und dabei geht es auch um lagerfähiges Futter, nicht nur frische Maht. Dahinter steckt sicherlich zu einem großen Teil ein ehrgeiziger Selbstversorger-Gedanke - bei meinem Gemüsegarten funktioniert das recht gut. Alles, was ich ernte, habe ich selbst erschaffen - von der Saat, bis zur Frucht. Bei den Hühnern stört es mich (auch wenn es nur 6-10 Tiere sind), dass die Eier und das Fleisch nicht komplett aus meiner eigenen Produktion stammen, da ich das Futter immer zukaufen muss. Davon möchte ich weg - Aufwand hin oder her. Ich muss aber sehr wohl gestehen, dass mich der Futterbedarf einer so überschaubaren Anzahl von Hühnern ganz schön erstaunt hat.

Dass es nicht ausreicht, den Hühnern ausreichend Platz im Garten zu bieten, sondern dass man darüber hinaus mindestens noch das dreifache für den Futteranbau benötigt, ist eine Erfahrung, der ich mich gerne stellen möchte...

Grüße
Jürgen
Zuletzt geändert von Jürgi am Mittwoch 28. September 2016, 21:10, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#18von Herwig » Donnerstag 29. September 2016, 05:04

Ein erwägbarer Schritt wäre evntuell auch, etwas auf der Fläche zu erzeugen, das gegen Hühnerfutter eingetauscht werden kann.

Es ist vermutlich nur schwierig einen Tauschpartner zu finden. Oftmals ist man aber in einer Selbstversorgungsscene vernetzt.
Ich denke, z.B. Bamberger Hörnchen lassen sich gut gegen Getreide eintauschen, ebenso Linsen oder veredelte Erzeugnisse wie Kartoffelschnaps oder bunte Pommes aus bunten Kartoffelsorten ebenso lassen sich z.B. beschnitzte Kürbisse oder Kürbismarmelade tauschen. Diese Art der Selbstversorgung wird oft außer acht gelassen, denn auch besondere Fertigkeiten bzw. Talente, Zeit oder Wissen können zur Selbstversorgung beitragen. Wer Besenbinden kann und einen Stallbesen regelmäßig gegen Getreide eintauscht ist in meinen Augen auch ein Selbstversorger. Wer dem Nachbarn hilft bei der Ernte und dafür Getreide bekommt hat seine Zeit eben auf dem Acker des Nachbarn investiert und nicht auf dem eignen.
Ebenso kann man einen Acker gegen Getreiede "verpachten".
In der heutigen Zeit kann und muss man diese Kompromisse schließen.
Noch etwas zum "lohnen".
Ich höre das unheimlich oft, dass mich Menschen fragen ob sich "etwas rechnet". Mein Windrad, mein Elektroauto, meine Hühnerhaltung oder mein kleines Gewächshaus muss sich immer für Außenstehende "rechnen". Oftmals fragen mich das Leute mit einer Schachtel Marlboro in der Brusttasche, auf meine Frage ob sich rauchen denn eher rechnet, verstummen die dann auch. Wir Menschen tuen viele Dinge die sich nicht rechnen aber einen Mehrwert an Lebensqualität, Erfahrungswerte oder gar Anerkennung bringen. Rechnet sich ein Geburtstagsgeschenk an Enkel? Rechnet sich ein Eintritt in ein Schwimmbad? Rechnet sich der Kauf eines Romans? Mathematisch natürlich nicht... aber ich mach es gerne!
Zuletzt geändert von Herwig am Donnerstag 29. September 2016, 05:34, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#19von Jürgi » Sonntag 2. Oktober 2016, 20:36

Da es für mich kein Wirtschaftsfaktor ist, muss sich der Selbstversorgergedanke für mich natürlich nicht "rechnen". Allerdings möchte ich damit niemandem hier zu nahe treten - schließlich weiß ich nicht, wer von den netten Leuten, die immer wieder auf meine Fragen Antworten, im Haupt- oder Nebenwerwerb Landwirt(in) ist. Da ist die Sichtweise auf solche Dinge dann oft und verständlicherweise eine etwas andere. Für mich selbst unterscheide ich eben fein zwischen "rechnen" und "lohnen". Da können sich Dinge, die sich nie und nimmer rechnen, trotzdem lohnen...

Grüße
Jürgen
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#20von waldschrat » Mittwoch 5. Oktober 2016, 11:58

Meine Sichtweise ist eigentlich die, ich sehe es als Hobby, beim dem noch was dabei rumkommt. Andere haben ihre Modelleisenbahn oder gehen ins Restaurant oder sonst was, ich habe meinen Schlepper und meine Motorsäge, etc.. Wenn meine Frau Wolle verarbeitet, darfst du die Zeit nicht rechnen, gekauft ist meist billiger, aber mir sind ihre Pullis und Socken weitaus lieber.

Gruß aus dem wilden Süden
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#21von Jürgi » Mittwoch 15. November 2017, 17:51

So, mittlerweile hab ich das Projekt umgesetzt (ist ja auch schon ein gutes Jahr her). Das nächste "Problem", das sich mir jetzt stellt ist das Folgende:
Ich habe jetzt zwar ordentlich Mais und Bohnen, aber in ganzer und natürlich extrem harter (getrockneter) Form. Für einen Vorschlag, wie ich die Maiskörner und die getrockneten dicken Bohnen aufgebrochen bekomme, ohne gleich eine Schrotmühle für hunderte von Euro kaufen zu müssen, wäre ich extrem dankbar!

P. S.:
Wie haben die Leute das eigentlich früher gemacht, oder hat man so etwas einfach nicht an die Hühner verfüttert?

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#22von rudi71 » Mittwoch 15. November 2017, 18:43

Es gibt auch gebrauchte Schrotmühlen bei Kleinanzeigenportalen welche nicht unbedingt mehrere 100 Euro kosten.
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Re: Hühnerfutter anbauen

Beitrag#23von Herwig » Mittwoch 15. November 2017, 19:02

Es gibt mehrere Möglichkeiten, es kommt darauf an, wieviel du täglich benötigst.
Ein gebrauchte Hammermühle ist eine Möglichkeit.
Eine Stampfvorrichtung mit einem Hammer wäre möglich bei kleinen Mengen.
Auch kleine Mengen bereitet die Küchenmaschine.
Die beste Möglichkeit ist jedoch, die Bohnen oder Erbsen einen Tag in warmes Wasser legen, also quellen lassen. Anschließend durch einen Fleischwolf drehen oder in der Küchenmaschine kleinschreddern. Kann man ja für einige Tage im Voraus machen und dann kühlstellen.

Du wirst die ja nicht ausschließlich verfüttern wollen, sondern lediglich etwas als Zufutter.
Allerletze Maßnahme ist kochen...
Zuletzt geändert von Herwig am Mittwoch 15. November 2017, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.
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