Das Alpenschwein neu entdeckt ?

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Das Alpenschwein neu entdeckt ?

Beitrag#1von Herwig » Samstag 8. Juli 2017, 15:37

Schwarze und gescheckte Alpenschweine sind äußerst selten und waren in Bayern bereits ausgestorben. Bergbauer Franz Kuchlbauer aus Ramsau bei Berchtesgaden hat sich aus Südtirol zwei Muttersauen und einen Eber besorgt, um sich für ein Erhaltungszuchtprogramm dieser alten Rasse zu engagieren.
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Autorin: Anita Bach

Interessantes YouTupe Video dazu:
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Was genau halten wir davon?
Zuletzt geändert von Herwig am Samstag 8. Juli 2017, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Alpenschwein neu entdeckt ?

Beitrag#2von frank.s » Sonntag 9. Juli 2017, 16:57

"Was genau halten wir davon?"

Die Frage ist gut Herwig. ;)

Es ist ein schöner Film über eine gute Haltungsform von Schweinen.

Aber ich weiß nicht so recht was für eine Rasse da erhalten wird, wenn es mal Alpenschweine in Bayern gab und diese ausgestorben sind, dann sind diese jetzt immer noch. Die Tiere um die es in Film geht sind aus Italien und habe wohl eher nicht ihren Ursprung in Bayern auf einer Alm.

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Ich hatte neulich eine ähnliche Diskussion über das ausgestorbenen Tirolerhuhn, hier wird jetzt aus Rassen andere Länger ein Neutiroler Huhn gezüchtet, auch von der gleichen Vereinigung Pro Patrimonio Montano wie jetzt auch dieses Schweinerasse. Auch hier erschließt sich mir nicht der Sinn - ausgestorben ist ausgestorben.

Ich finde Freunde alter und gefährdeter Haustierrassen sollten sich wirklich auf die seltenen Rassen konzentrieren, die wir noch haben. Das „Rückzüchten“ ausgestorbener Rassen bringt doch nicht wirklich viel, wenn einmal etwas ausgestorben ist, dann ist es das für immer. Also lass uns lieber verhindern das weitere Rassen aussterben und unsere Energie nicht für solch zweifelhafte Projekte verschwenden.
Viele Grüße
Frank

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Re: Das Alpenschwein neu entdeckt ?

Beitrag#3von Herwig » Freitag 14. Juli 2017, 09:21

Hallo Frank, im Großen und Ganzen teile ich Deine Meinung.
Jedoch, wenn es tatsächlich italienische schwarze Alpenschweine sind, sind sie es, unabhängig von der Region in der sie gezüchtet werden. Ich stelle mir einfach die Frage was wäre wenn...
Vergleichbare Szenarien wären:
1. Das Wollschwein stirbt in Ungarn aus... es werden dann Tiere aus Deutschland importiert... sind das dann keine echten Mangalitza mehr??

2. Wir haben eine Nutztier-Arche auf Tenriffa, die züchten Emdener Gänse. Wenn nun die Emdener Gänse, wegen einer regionalen Katastrophe (z.B. Geflügelgrippe) in Deutschland verschwinden, wären dann Reimporte von Teneriffa keine Emdener Gänse mehr??

3. Das Heiderind ist in Deutschland ausgestorben, in Holland gibt es noch einige Tiere etc etc.

Wir müssen auch bereit sein über den Tellerrand zu schauen. Wenn eine Rasseerhaltung nur regionalen Sinn macht, gehen wichtige Genreserven verloren, wenn entsprechende Unterstützung fehlt.

Wichtig ist, das dieses Alpenschwein ein Alpenschwein ist, zwar ein Italienisches, aber ein Alpenschwein. Es darf eben, meiner Ansicht nach, NIEMALS "altes Bayrisches Alpenschwein" genannt werden. Das ein Bayer ein "Italienisches Alpenschwein" züchtet und sagt, " Ich möchte Alpenschweine wieder in den Bayrischen Alpen ansiedeln! " und unterstütze die Erhaltungszucht, finde ich in Ordnung. Denn explizit von Rückzüchtung ist ja hier nirgends die Rede. Die vielgepriesene Agrobiodiversität darf nicht dazu führen, dass Rassen hinten runterfallen, nur weil sie nicht aus der angestammten Region stammen, oder aus verschiedenen alten Rassen gemischt wurden. Vielfalt schließt ALLES ein, auch z.B. Hybriden.
Wenn Menschen ein Neutiroler Huhn züchten finde ich das auch in Ordnung, solange es nicht als ein altes Tiroler Huhn verkauft wird.
Aus diesem Grund kann ich Dein Argument, dass es sich um ein "zweifelhaftes Projekt" handelt, nicht teilen.
Schlussendlich werden ja einige tatsächlich alte Rassen, wegen zu geringem Genpool zusammengeführt, was wiederum auch eine genetische Reserve ist.
Ich würde diese Rassen nicht in einer "Roten Liste für gefährdete Nutztierrassen " sehen wollen, halte aber die Bemühungen und daraus resultierenden Nachforschungen für sehr gut.
Zuletzt geändert von Herwig am Freitag 14. Juli 2017, 09:35, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Das Alpenschwein neu entdeckt ?

Beitrag#4von frank.s » Samstag 15. Juli 2017, 09:06

Hallo Herwig,

da bin ich im Grunde deiner Meinung, natürlich macht es Sinn Tiere auch außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zu Züchten und natürlich sind das dann auch noch Emdener Gänse - auch wenn sie auf Teneriffa leben und gezüchtet werden.

Im Falle von Krankheiten und Seuchen ist dies sogar sehr wichtig um eine Regionale Rasse nicht ganz aussterben zu lassen. Ich selbst züchte auch ausländische Rassen: Klätscher bzw. Egelränder Schecken (Böhmen), Genter Bartkaninchen (Belgien) und Bresse (Frankreich). Ich bin also hier durchaus der Meinung das man hier auch überregional denken muss.

Wobei man natürlich auch hier immer kritisch betrachten muss, passt ein Tier in die Region.

Die guten Eigenschaften der alten Rassen kommen in dem oder einen ähnlichen Umfeld - wie das - in dem sie entstanden sind natürlich am besten zur Geltung und bleiben erhalten.

Als Beispiel sei nur mal die Heidschnucke genannt, diese ist seit Jahrhunderten krages Futter in den Heiden gewohnt und hat sich darauf spezialisiert, ich glaub auf einer Fetten Rheinhessischen Obstreuwiese bei uns, wäre sie nur bedingt optimal gehalten.
Wir wollen doch auch bei der Erhaltungszucht die guten Nutztiereigenschaften erhalten und diese hängen bei jeder Rasse auch mit den Lebensbedingungen zusammen.

Wovon ich halt keine Freund bin, sind Rückzüchtungsversuche schon ausgestorbener Tiere. Ich finde, dies hat mit Erhaltungszucht nichts zu tun. Jedoch muss dies im Grunde auch jeder für sich entscheiden und kann jeder auch machen wir er das möchte.
Viele Grüße
Frank

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