Kampf gegen den Preisverfall

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Kampf gegen den Preisverfall

Beitrag#1von Claudia » Freitag 11. September 2015, 06:30

Wenn sich mal alle Bauern so wehren würden....

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Re: Kampf gegen den Preisverfall

Beitrag#2von General » Freitag 11. September 2015, 11:07

Aber leider wird doch auch hier der Preis durch den Käufer gemacht.
Das ganze Problem liegt in unserer Denkweise.
Wir wollen gutes Essen, aber dafür "nichts" bezahlen.
Das sind einfach 2 Sachen die so nicht zusammen passen.

Wenn man dann im Supermarkt noch sieht wie einige Leute sich die Einkaufswaagen vollpacken, und letztendlich gar nicht alles verzehren können kriegt man doch nen Knall!!!
Der ganze abgelaufene, "gammelige" oder verdorbene Rest landet im Müll.

Wenn man hier, das quasi weggeschmissene Geld, in teurere Lebensmittle investiert hätte wäre allen geholfen, vor allem auch dem Landwirt - es gibt (als Beispiel) Milchsorten wo der Bauer nachweißlich mehr Geld für die Milch bekommt - man kann regionales Gemüse und Fleisch aus kontrolliertem Anbau / Herstellung kaufen und noch vieles mehr...

Wen ich billiges Fleisch aus dem Ausland kaufe (ja, da kommen nämlich die "leckeren" Grillhähnchen für 3,90€ vom Grillwagen her) unterstütze ich zusätzlich noch Treibhauseffekt, Arbeitrechtsverletzungen (ohne die Firma Tönn...es hier zu erwähnen), usw...

Ach was reg ich auf, ich bin weder Bio-Futzi noch Öko-Freak und heuchlerisch will ich auch nicht sein (hin und wieder geht man schon zum Burger-Laden), aber wenn jeder nen bischen was tut, naja hier gibts noch soviel zu verbessern...

Grüße
Zuletzt geändert von General am Freitag 11. September 2015, 11:16, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße vom Möhnesee, Michael
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Re: Kampf gegen den Preisverfall

Beitrag#3von legasp96 » Freitag 11. September 2015, 17:44

Meiner Meinung nach gehören die Landwirte ordentlich für ihre Produkte bezahlt und das muss sich auf den Verbraucher so drastisch niederschagen, das er mit Lebensmiteln wieder sorgsam umgeht. D.h. heißt bewußt einkauft und nichts verkommen lässt.
Die Billigprodukte aus dem Ausland könnten als solche gekennzeichnet werden und einen ähnlich hohen Preis haben. Ist zwar ein bürokratischer Aufwand, aber das was der SB an Mehrgewinn durch die Billigprodukte hat, könnte an regionale Hilfsprojekte abgeführt werden. Damit wäre meiner Meinung nach schon etwas Sinnvolles getan.
Grüße
Monika
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Re: Kampf gegen den Preisverfall

Beitrag#4von Claudia » Sonntag 13. September 2015, 06:54

Wir haben hier auf dem Hof immer wieder Menschen aus dem Ausland die uns hier helfen ([url]workaway.info[/url]).
Die sind regelmäßig, egal aus welchem Land sie kommen- erschrocken/erfreut wie billig hier in Deutschland Lebensmittel sind.
Mein "teurer" Mangalitza-Schinken ist einigen Ländern fast Normalpreis im Discounter.

Das schwierige ist doch, den Preis zu bekommen, den jeder Erzeuger für sein Erzeugnis braucht. Ich denke das hat auch nur begrenzt damit zu tun das die Leute "billig" wollen. Sondern die vergleichen einfach. Biofleisch/Milch/Käse wird immer günstiger.
Ich denke es fehlt die Transparenz für den Verbraucher welche Arbeit an einem Liter Milch/Kilo Fleisch hängt.Und dafür tun die Landwirte auch recht wenig, lieber murren sie und verschließen ihre Ställe aus Angst vor vermeintlichen Tierschützern und Keimen immer mehr und mehr.

@general: rund 80 kg pro Kopf werden an Lebensmittel weggeworfen.
ich habe mich immer gefragt wie die Zahl zustande kommt.
Ein Bekannter von mir entsorgt Lebensmittel und zwar jene ab Fabrik aus Fehlproduktion etc- also bevor sie in den Handel kommt.
sehr selten ist offensichtlich was damit nicht stimmt, meist fehlte irgendwo auf dem langen Produktionsweg eine Unterschrift-da wird die komplette Charge verworfen. Oder der Nußanteil ist 1% zu hoch oder zu niedrig im Müsli oder die Verpackung hat einen Druckfehler.
Ich sag Dir, was da jedes Jahr an hunderttausende (!)von Tonnen auf dem Hof landet, ist der blanke Wahnsinn. Und er entsorgt nur 2-3 Firmen und das nicht mal allein(gibt mehr bei der gleichen Firmen).
Allein was dort an Kakaopulver für Fertig-Tassen-Kakao landet, könnte man jedes Jahr alle Schulen und Kindergärten in ganz Deutschland das ganze Jahr mit versorgen.

Ich selber "entsorge" Speisekartoffeln, manchmal sind in der Tat ein paar matschige dabei,das Gewicht stimmt nicht oder es ist eine andere Sorte als auf dem Ettikett steht, aber oft ist überhaupt nicht ersichtlich warum das nun "Abfall" ist. Ich selber brauche jede Woche eine Tonne, auch dort sind wir mit mehreren Leuten und auch das nur eine Firma.
Irgendwo las ich mal das 5 Millionen Schweine jährlich allein in Deutschland im Müll landen, bevor (!) sie in den Handel kommen.

Ich kenne recht viele Leute die containern gehen, letztlich holte sich jemand 10 kg Räucherlachs kurz vor Ablaufdatum aus dem Container eines Supermarktes, war noch gut gekühlt.

Also mittlerweile denke ich, der Wegwerf-Wahnsinn beginnt nicht im Einkaufswagen, sondern bereits lange davor.

Es gibt keinen Respekt für Lebensmittel, also warum sollte der Erzeuger am Anfang der langen Kette Respekt bekommen?
Und wenn man bedenkt was all die Fehlproduktionen kosten, wundert es mich nicht das die Landwirte nichts für die "Grundstoffe" bekommen.
Die Firmen müssten hohe Strafen für jedes weggeworfene Kilo zahlen oder eine Zwangsverordnung das sie es an Tafeln spenden müssten.(Aber dann schreit wahrscheinlich das Amt für Lebensmittelsicherheit).
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