Permakultur

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Permakultur

Beitrag#1von herzwig » Montag 1. März 2010, 10:49

Permakultur ist ein Thema, das bisher noch nicht explicit hier als Thread aufgeführ war. Angeregt durch die Aktivitäten von Georg möchte ich hier ein Forum schaffen für den Austausch über diese "Wirtschaftsweise" im kleinen und großen Rahmen,
nun denn...
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Beitrag#2von Christina » Montag 1. März 2010, 17:50

Prima! Da hab ich einen Haufen Bücher drüber! Praktiziert hab ich es bisher eher weniger, aber das wird schon noch....
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Beitrag#3von karinenhof » Montag 1. März 2010, 17:55

irgendwie ist es doch dass, was wir hier im Kleinen versuchen. Z.B. Du Herwig, mit Deinem Windrad für die Wasserversorgung der Tiere. Oder Alex, die die Milch Ihrer Ziegen verarbeitet. Oder wir, die inzwischen das notwendige Heu für die Tiere selber machen und auch hoffendlich mal etwas abgeben können.

Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
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Beitrag#4von mangalitza » Montag 1. März 2010, 18:24

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Beitrag#5von Andreas » Montag 1. März 2010, 23:04

Hallo miteinander,
mir geht es wie Christina, einiges an Literatur, viel Interesse aber noch nicht wirklich viel umgesetzt. Ich habs halt auch mehr mit Viechern und Bienen. Aber vielleicht ist jetzt ja die Zeit gekommen erste Versuche zu machen.


Bildle Grüße


Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
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Beitrag#6von Alex » Dienstag 2. März 2010, 00:09

Hallo,

naja soweit ich Permakultur verstehe funktioniert sie, indem man das Gras unter seinen Obstbäumen nicht mühevoll mäht, sondern Gänse abweiden läßt, daß man die Molke vom käsen nicht wegschüttet sondern den Schweinen und Hühnern füttert, daß man die Schafwolle, die nicht weiterverarbeitet werden kann als mulch und Dünger im Garten nimmt, daß mabn statt Schneckenkorn Laufenten arbeiten läßt, statt zu pflügen, die Schweine sich austoben läßt. Als Windschutz um den Garten Hecken mit Beeren usw. anpflanzt. Also einen kleinen Teil hab ich ja schon verwirklicht, sind aber selbst grade am überlegen, wie wir unseren Hof besser anlegen und strukturieren könnten, daß alles besser ineinander greift. Es ist halt grßteil Pachtgrundstück, wo ich nicht einfach wild Bäume pflanzen kann usw., deshalb muß man genau nachdenken, wie man alles plant. Kosten darfs auch nicht viel. Aber man kann schon einiges machen. Ich finde es grad in der Selbsversorgung eigentlich vom System her sehr erstrebenswert, wenn man den "Abfall des einen zum Gedeihen des anderen verwendet und dabei jeder:Mensch Haustier und Wildtier einen Platz zum leben und sich wohlfühlen hat. So hab ich Permakultur verstanden.

Grüße

Alex
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Beitrag#7von Herwig » Dienstag 2. März 2010, 10:38

Permakulturelles Denken und Handeln basiert auf drei Grundwerten:
· Achtsamer Umgang mit der Erde (Care for the Earth)
· Achtsamer Umgang mit den Menschen (Care for the People)
· Selbstbegrenzung und Überschussverteilung (Limits to consumption and growth, redistribution of surpluses)
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Beitrag#8von Christina » Dienstag 2. März 2010, 20:27

Naja, in diesem kleinen von Alex angeschriebenen Umfang hab ich natürlich schon damit angefangen:
Pferdemist geht nach einem Jahr zu den Hühnern, die die Würmer rauspicken... Anstatt den Dung wie auf Anraten vieler vom Bauern abfahren zu lassen....
Nachbarn geben mir Essenreste mit und bekommen dafür mal Eier, sind aber eigentlich froh, dass ich ihre Mülltonne entlaste.
Schlechtes Heu geht als Einstreu in den Hühnerauslauf oder als Dünger auf die Weide...
Im Moment freue ich mich über die Überschwemmung der feuchten Weide, weil sie damit gedüngt wird... Es wird keine weitere Drainage dort angelegt, sondern als Weide für Trockenphasen eingeplant.
Äste von gefällten Bäumen bekommen die Pferde zum Knabbern und die Reste, die danach noch sind, werden zur Benjeshecke direkt nebenan verarbeitet....

Aber ich bin halt wirklich noch ganz am Anfang.
Was mir in dieser Kette eindeutig bisher noch fehlt ist der Obst- und Gemüseanbau.

Als nächstes plane ich ja gerade den Wasserkreislauf am neuen Haus: Drainage des Hauses geht in den Teich mit den bald kommenden Karpfen, das Teichwasser müsste gutes Wasser zur Garten-/ Gemüsewässerung sein, nur wie kommt es energiesparend dort hin? ...Bekomme ich die Pferde noch irgendwie eingebaut?? Enten???

Ich würde die Hühner auch gerne unter Obstbäumen laufen lassen, traue aber den Greifvögeln nicht über den Weg...
Ein befreundeter Bioobstanbau-Berater (fragt mich nicht nach der richtigen Jobbezeichnung!) hat für mich einen ganzen Schwung von Obstbäumen gezogen, die nächsten Winter zu mir können, auch alte Sorten. :-) ...Vielleicht setze ich darunter einfach nochmal Hühner aus, die alten evtl., um es zu probieren!

Ich verstehe Permakultur als "totale" Vernetzung aller sinnvoller Komponenten, die dann so ineinander greifen, dass es keinen Abfall und keinen Bedarf (also weder Überschuss noch Mangel) gibt, sondern einen permanenten Kreislauf. :-)
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Beitrag#9von Fuhrmann » Dienstag 2. März 2010, 21:02

Christina hat geschrieben:
Als nächstes plane ich ja gerade den Wasserkreislauf am neuen Haus: Drainage des Hauses geht in den Teich mit den bald kommenden Karpfen, das Teichwasser müsste gutes Wasser zur Garten-/ Gemüsewässerung sein, nur wie kommt es energiesparend dort hin? ...Bekomme ich die Pferde noch irgendwie eingebaut??



Bzgl Bewässerung: es gibt Pumpen mit Solarpanel, damit könntest du das Wasser in den Garten Pumpen.

Pferde, kommt auf deine Struktur an:
sämltiche Transportarbeiten ( Heu, Stroh, Dung, Holz, und was sonst noch anfällt)
Einkaufsfahrten
Wiesen und Weidepflege
Arbeiten im Garten

Für die Hühner evtl. einen fahrbaren Käfig, den könnten die Pferde auf der Wiese weiterziehen.
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Beitrag#10von klosterbauer » Mittwoch 3. März 2010, 15:11

lAhoi - hier hat einer eine Pumpe installiert, die wohl ohne externe Energie (auch ohne Muskelkraft) arbeitet. Zur Recherche dazu bin ich aber noch nicht gekommen ... und wieviel Höhenunterschied die schafft.

ist kein Witz, aber wie gesagt noch nicht recherchiert - soll aber funktionieren ....

vielleicht komme ich dieses Frühjahr dazu

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Beitrag#11von Fuhrmann » Mittwoch 3. März 2010, 21:47

Peter, nein installiert habe ich es nicht, aber ich hatte mich mal damit aueinandergesetzt. Wollte einen Brunnen auf der Weide bohren und über eine Solarpumpe ein Wasserfass, als Puffer, speisen. Hab es aber dann doch nicht umgesetzt.

Zu der Zeit hat ein großer Elektronikversand eine Brunnenpumpe mit Solarpanel angeboten. Das aktuelle Angebot kenne ich nicht.
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Beitrag#12von karinenhof » Mittwoch 3. März 2010, 22:54

bei den Pumpen kommt es auf die Saughöhe an. Es gibt wunderbare Windradpumpen, die mit einer Kolbenpumpe ausgestattet sind. Die funktionieren bis zu einer Saughöhe von ca. 7 m. Herwig hat so ein Teil bei sich auf dem Hof zu stehen.
Wir brauchen eine, die eine Saughöhe von 30 m hat. Und da wird´s technisch einfach schwierig und für uns zu teuer. Schon alleine das Loch bohren lassen kostet ein Vermögen. Da werden wir doch lieber weiter Regenrinnen an unsere Schafställe bauen und das Wasser in Tonnen auffangen.

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Re: Permakultur

Beitrag#13von tonila » Samstag 30. April 2016, 12:04

Die Idee mit den Abfällen finde ich auch sehr schön muss ich sagen! Danke für die gute Zusammenfassung, interessiere mich schon seit längerem für Permakultur, aber langsam verstehe ich auch die Gedanken dahinter! Würde mich interessieren wie ihr mit den Pumpen weiterkommt, berichtet dann bitte!
Wer nichts weiß, der weiß zumindest hoffentlich das
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Re: Permakultur

Beitrag#14von Herwig » Montag 2. Mai 2016, 06:16

Mit meiner Windradpumpe versorge ich 3 Pferde, 2 Rinder mit Nachzucht, rund 100 Stück Geflügel, einen Springbrunnen und den Ententeich mit 30m² Wasseroberfläche.

Meine Pumpe ist von Lubing und hat eine Saughöhe von 8 m und eine Druckhöhe von 2m, sodass 10m überwunden werden können.

Bei Saughöhe um die 30m empfehle ich eine Tauchpumpe mit entsprechender Druckhöhe. Druckhöhe ist erheblich billiger zu erwerben als Saughöhe. Wobei ich glaube, dass eine Saughöhe von 30m kaum zu bezahlen ist.

Druckhöhe lässt sich auch mit 12V bzw. 24V Pumpen erzeugen. Dazu ein Solarpanel oder ein Windrad und Pufferspeicher für Strom (Batterie) und Wasser (1000l Fass).

Anfänglich kann man aucvh ohne Solar arbeiten, eine Autobatterie einfach zu Hause laden und wenn sie voll ist zum Brunnen bringen. Dann spart man erstmal den Laderegler, Solarpanel und Solarkabel (ca 200 Euro).

Kosten würde die Bohrung, die Pumpe und die Batterie (kann ja auch gebraucht sein) wären also die Erstinvestition.

Bei normaler Brunnentiefe würde eine einfache Tauchpumpe reichen: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Zuletzt geändert von Herwig am Montag 2. Mai 2016, 06:28, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Permakultur

Beitrag#15von karinenhof » Dienstag 3. Mai 2016, 10:19

hallo Herwig,
das Problem bei den Kosten ist die Bohrung. Nach meinen Recherchen und Anfragen sind das so um die 10.000,- Euro. Und das steht in keiner Relation.

sonnige Grüße von
Karin aus dem Havelland
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