Milchzentrifuge, woher?

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Beitrag#26von bodibaer » Sonntag 1. August 2010, 17:48

Hallo Magda,
danke für Deine Hilfe und Antwort. Komme diese Woche zwar nicht dazu, aber sobald ich wieder Luft habe werde ich mich dranmachen und versuchen die Dichtung herzustellen. Werde Dir natürlich sofort schreiben, wie es bei mir geklappt hat.
Doch bei uns wird es ein bisschen schwieriger sein Kuhmilch zu finden; bei Euch im Norden ist es ein wenig einfacher.
Bei uns muss man schon einen Bauern mit Kühen suchen. Aber irgendwo werde ich einen auftreiben.
Liebe Grüße aus Heidelberg
Bodo
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Re: Milchzentrifuge, woher?

Beitrag#27von dinoli » Sonntag 5. September 2010, 20:08

Hallo,
ich bin neu hier im Forum, ich habe mir letztes Jahr eine mechanische Zentrifuge von Miehle von vor 100 Jahren gekauft. Das Drehen war mir aber zu anstrengend, deshalb habe ich wieder bei ebay geschaut und habe aus der Ukraine eine elektrrische Zentrifuge für 80 l Milchleistung in der Stunde gekauft. Leider ist die Beschreibung in Russisch. Beim ersten Mal hat es gut geklapppt. Habe ca. 9 l Milch und ein L Rahm rausbekommen. Das nächste Mal ist der Rahm viel zu dick geworden und ist ganz wenig herausgekommen. Habe ich etwas falsch gemacht. Eigendlich kann gar nicht viel anders gemacht werden. Ich verstehe das nicht. Vielleicht kann mir jemand helfen. Danke schon mal im Voraus und schönen Abend wünscht Bettina


Herwig hat geschrieben:Im Laufe der Jahre bin ich zum Experten für Milchzentrifugen mutiert. Ich kenne die manuellen Dinger von innen und außen.
Wenn jemand mal beabsichtigt sich eine gebrauchte zu kaufen, kann ich gerne mal ein Blick auf das Foto werfen um zu sagen ob die Funktion noch warscheinlich ist, aber zumindset ob die Teile komplett sind.
Bei ebay wird man übrigens fündig.
Zwischen 50 und 100 Euro werden dort geboten.

Wer natürlich eine neue elektrische für knapp 1000.- Euronen kauft ist profimäßig unterwegs.

Für ein paar Ziegen und eine Kuh reicht eine Kurbelmaschine völlig aus!!
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Erster Zentrifugenversuch

Beitrag#28von bodibaer » Mittwoch 8. September 2010, 08:04

Hallo Magda und auch an die anderen mit Interesse an meinem Versuch;

habe jetzt endlich Milch direkt vom Bauern bekommen. War wirklich nicht ganz so einfach hier in Baden Württemberg. Da ist es im Norden bei Euch mit Sicherheit um ein vielfaches einfacher. Die wenigen Milchbauern in unserer Umgebung sagten, dass sie keine Milch verkaufen düften. Durch Zufall bin ich auf einen Bauern gestoßen, in 60 km Entfernung, welcher ein Kontigent besitzt und verkaufen darf (seine Aussage).
Nun zur Zentrifuge.
Bezüglich der Dichtung. War ganz einfach. Ich habe in meiner Werkstatt einen größeren 3-4 mm O-Ring gefunden, stammte von einem Oldtimer. Diesen habe ich der Länge passend zugeschnitten, am Ende schräg, sodaß eine Überlappung stattfindet. Und die Sache war hundertprozentig dicht. Die O-Ringe wurden früher z.B. in den Scheinwerfern benutzt.
Dann ging es an die Milch. Zunächst drehten wir zu schnell, denke ich einmal. Beim nächsten Versuch, eine Umdrehung in einer Sekunde, ging es gut. Irgendwas wurde getrennt. Doch meine Frau fand, dass die Sahne, die von der Milch getrennt werden soll, nicht nach Sahne schmeckt, sondern genauso wie die Milch auf der anderen Seite. War zwar ein bisschen dicker und farblich ein bisschen anders, aber doch noch flüssig.
Nun ja, wir haben dann probiert, die Sahne zu schlagen. Das ging jedoch nicht, die Sahne blieb flüssig.
Kann es sein, dass es an der warmen Milch gelegen hat?
Denn von der Zentrifuge her, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir was falsch gemacht haben. Als ich diese wieder auseinanderbaute, war an dem Führungsbolzen, wo die ganzen Bleche draufkommen, dicke Sahne vorhanden.
Kann es auch sein, dass es was mit der Verstellschraube Milch zu tun hat?
Bin mal gespannt auf die Antworten.
Liebe Grüße aus Heidelberg
Bodo
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Beitrag#29von Herwig » Mittwoch 8. September 2010, 09:01

Also die Rahmausbeute von der Rohmilch sollte etwa 10–12 % betragen.
Ist das nicht der Fall, gibt es vielfältige Fehlerquellen, die ich mal nach meiner erfahrung aufliste:

Drehgeschwindigkeit zu hoch oder niederig (ca. 1 Umdrehung per Sekunde)( Klingel muss gerade verstummen)
Dichtungsring ist undicht, Glocke nicht festgeschraubt
Milch zu kalt oder zu warm ( ca. 6 Grad sollte gut sein)
Lamellen in der Maschine ausgeleiert, bzw. locker.
Die Milch ist homogenisiert oder es ist Magermilch.
Die Milch ist alt, der Rahm hat sich schon auf der Milch abgesetzt.
Jede Maschine hat verschiedene Einstellungen an der Glocke unter der Mutter... (da muss man experimentieren, allerdings sollte man berücksichtigen, das fabrikneue Maschinen vermutlich schon richtig eingestellt sind, alte, gebrauchte Maschinen vermutlich auch, wenn zwischenzeitlich nicht jemand daran herumgewerkelt hat)



Wenn es heute geht und morgen nicht, kann es also nicht an der Maschine liegen sondern eher an der Bediehnung, es sei denn es hat sich etwas verstellt, der Dichtungsring wurde vergessen oder falsch eingelegt etc.
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Beitrag#30von magda » Mittwoch 8. September 2010, 17:46

hallo bodibaer und alle anderen,
aus unserer erfahrung kann ich sagen: das hat etwas mit der einstellschraube zu tun. bei uns ist das so ein kleines unscheinbares teil an der glocke. (s. photos altes handwerk). falls du soetwas auch hast, experimentier mal damit. aber wirklich nur minimal verändern. ein millimeter ist schon ziemlich viel. bei uns ist auch eine markierung auf dem gehäuse und eine auf der schraube. die schraube muß ziemlich weit reingedreht sein. sonst gibt das die pampe in dem förmchen und nur magermilch aus einem rüssel. da bei euch aus beiden rüsseln was weißes kam würde ich versuchen, die schraube ein wenig weiter rauszudrehen. (wirklich nur minimal). -wir puzzeln auch immer mal wieder. eben wie herwig sagt: die milch, temperatur etc ist ja auch jedesmal etwas anders-. unser kuhsaft hat meistens eine temperatur zwischen 7-11 grad. und, wenn es so läuft, wie bei euch: einfach wieder alles zusammenschütten, schraube verändern und von vorn (gibt erstmal muckis in den armen und irgendwann sahneBild). ein weiterer punkt fällt mir noch ein. deine dichtung ist ja dicht. wichtig ist noch, daß die nicht zu hoch ist, da sonst die förmchen nicht aufeinander gepresst werden (durch die schraube beim festziehen) -glaube ich aber nicht, da sonst wohl keine dicke sahne dazwischen hängen würde ?!- (diese pampe hast du da aber auch, wenn die zentrifuge gut trennt).
die sahne, die -wenn sie sahne ist- aus der zentrifuge kommt, schmeckt auch anders, als die gekaufte. das zeug sollte eine etwas dicklichere konsistenz haben. je nach gewünschtem fettgehalt kannst du mit der einstellschraube experimentieren. wir haben sie lieber etwas "fetter" und verdünnen sie dann ggf. mit milch, als daß man stundenlang den mixer quält.
viele grüße
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Frage an die "Milchzentrifugen-Experten"

Beitrag#31von Jürgi » Freitag 17. Dezember 2010, 10:45

Hallo Herwig,
hallo liebe Zentrifugen-Experten,

zuerst einmal bin ich richtig froh, dass ich euch und dieses Forum nach intensiver Google Recherche gefunden habe, denn ich brauche dringend einen Rat...

Ich möchte mir eine alte Milchzentrifuge zulegen, habe aber (wie andere hier vor mir) nicht die geringste Ahnung, woran ich die Vollständigkeit und/oder die Funktionalität dieser Dinger erkennen kann. Es scheint sie ohnehin nur bei der eBucht zu geben, so dass ich mal die Links der aktuellen Angebote hier einstelle:


Ebay - Milchzentrifuge_01
Ebay - Milchzentriguge_02
Ebay - Milchzentrifuge_03
Ebay - Milchzentrifuge_04


Dann gibt es noch solche Plastik-Zentrifugen aus der Ukraine (siehe hier). Ich wäre da trotz Ahnungslosigkeit skeptisch - es sei denn, jemand kann aus der Erfahrung sagen, dass diese Dinger tatsächlich etwas taugen...


Kann mir jemand hierzu einen Tipp geben? Ich würde mich freuen.

Vielen Dank und viele Grüße

Jürgen
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Beitrag#32von Herwig » Freitag 17. Dezember 2010, 15:23

Hallo Jürgen,

also die Berurteilung nach den Bildern beiebay ist schwierig, aber ich wills versuchen, natürlich ohne Gewähr:

Nr.1
Scheint vollständig zu sein, mit dabei sogar ein "Milchfilter", ob tatsächlich ALLES dabei ist ist nicht zu sehen, z.B. Dichtungsring kann ich nicht sehen, aber hier im Forum gibt es Tipps zum neu machen. Den Verschluß für den Vorratsbehälter sehe ich auch nicht, kann aber irgendwo drunter liegen.
Alles andere scheint da zu sein.
Miele ist gut...
Empfehlenswert

Nr. 2
Fragliche Vollständigkeit und Funktion ( kann aber im Prinzip nix dran kaputtgehen, nur etwas fehelen) Verschluß für den Behälre ist zu sehen sonst nix. Kann ein absolutes Schnäppchen sein, für 5 Euro allemal das Risiko wert.
Bis 5 Euro Empfehlenswert

Nr.3
Guter Zustand, gute Marke aber nicht Vollstöändig, entweder sind nicht alle Teile fotografiert worden oder die Lamellen fehlen komplett!! 3 der Zubehörteile gehören zum Milchfilter und nicht zur Maschine
Nachfargen und weitere Fotos anfordern bzw. fragen ob das alles ist. Wenn ja, Finger weg.
eingeschränkt zu empfehlen.

Nr.4
Natürlich keine Buttermaschinne! Teile gehören zu zwei verschiedenen Zentrifugen, es ist aber nur ein Unterteil dabei. Eher etwas für Leute die eine Milchzentrifuge der Marke haben und Ersatzteile suchen.
Untauglich.

Mit der Plastikmaschine habe ich keine Erfahrung, finde die aber gar nicht schlecht für den Preis. So wie es aussieht ist der Antribe und der Scheludermechanismus aus Metall, nur die Gehäuseteile sind aus Plastik und die Teile die mit der Milch in Berührung kommen, das ist generell nicht schlecht, zumal bei den alten Maschinen dieses oft aus Aluminium ist. Alu ist mittlerweile wegen des gesundheitsschädlichen Abriebes verboten.
Vorteile: Per paypal kein Risiko, Ersatzteile beschaffbar, gutes Presi-Leistungsverhältnis, keine Gesundheitsschädlichen Aluteile.

Nun entscheide Dich... Würde mich über ein feedback hier sehr freuen.
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Beitrag#33von Jürgi » Freitag 17. Dezember 2010, 20:08

Hallo Herwig,

herzlichen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Das nach Deiner Meinung vielversprechendste Modell hat mittlerweile leider schon den Besitzer gewechselt...

Aber obwohl ich eigentlich gerne so ein altes Ding gehabt hätte, bin ich jetzt ermutigt, die Russland-Variante aus Kunststoff zu kaufen (ist wahrscheinlich auch hygienischer).

Grüße
Jürgen
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Milchzentrifugen

Beitrag#34von Stephan » Samstag 5. Februar 2011, 22:24

Hallo,
ich habe duch Zufall die Berichte über Milchzentrifugen gelesen.
Ich benutze seit einiger Zeit eine Westfalia und eine Miele Zentrifuge.
Bei beiden Zentrifugen soll die Rohmilch Melkwarm verarbeitet werden.Das heißt ca.32-35 Grad Celsius.
Unter 30 Grad darf die Temperatur der Milch nicht sinken,sonst arbeiten die Seperatoren nicht richtig.
Es gab früher bei Westfalia auch Trommeln für Kaltentramung diese sind aber sehr selten und so gut wie nicht
verbreitet.
Trommeldichtringe für Westfalia Zentrifugen gibt es noch bei GEA SEPARATOR in Oelde.Einfach mal Nachfragen!
Trommeldichtringe für Miele Zentrifugen da kann ich vieleicht aushelfen, hängt vom Typ ab.
Ich versuche mal Bilder anzuhängen die den Zusammenbau der Trommel beschreiben.
Habe die Bilder wie meine Vorgänger in altes Handwerk abgespeichert.
Das Bild von der Trommel einer Miele Zentrifuge ist nicht so gut,kommt noch ein Besseres.
Bei beiden Trommeln, kommt der Teller mit gezacktem Rand,als erstes auf die Trommel.
Gruß Stefan
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Beitrag#35von Herwig » Sonntag 6. Februar 2011, 10:21

Hallo Stephan,
du hast ja eine der seltenen echten Beschreibungen zu einer Milchzentrifuge!!
Hat die noch mehr Seiten und kannst du die auch online stellen??
Wäre toll.
Ich kenne z.B. von vielen Teilen gar nicht die Fachbezeichnung und der Zusammenbau basierte immer nur auf Erfahrungswerte.

Mich würde auch deine meinung zu den verschiedenen Typen interessieren?
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Beitrag#36von Stephan » Sonntag 6. Februar 2011, 20:04

Hallo Herwig,
Ich habe noch nicht alle Seiten der Beschreibungen eingescannt. Wenn sie Komplett sind kann ich sie gerne
Online stellen.Es sind aber pro Anleitung ca. 10 Seiten,wo soll ich die am besten hier abspeichern.Ich habe noch nicht so viel Erfahrung hier im Forum.
Meine Erfahrungen beschränken sich bisher nur auf Zentrifugen von Miele und Westfalia liegt wohl an der Gegend hier. Die beiden Firmen waren hier am meisten vertreten.
Ich habe bei den alten Zentrifugen bisher die Erfahrung gemacht, das wenn die Behälter,Teller,Milchausläufe
nicht rostig sind und die Mechanik läuft sind sie nahezu Unverwüstlich.
Bei Ersatzteilen sieht es allerdings nicht so gut aus. Ich habe mich mit beiden Firmen diesbezüglich in Verbindung gesetzt.
Die Ausbeute war sehr dürftig,Westfalia kann nur noch Trommelringe liefern.
Na ja die Zentrifugen sind ja auch schon ein paar Tage alt.
Ich versuche aber weiter Ersatzteile zu beschaffen oder sie nachzufertigen.
Gruß Stefan
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Beitrag#37von magda » Sonntag 6. Februar 2011, 20:10

hallo stephan, hallo an alle anderen,
kuhwarm??? ähm, kann das an zu kalter milch liegen, wenn an den förmchen soviel "fett" hängenbleibt? wir haben eine westfalia und sahne bekommen wir damit auch. aber wenn es dann an die reinigung geht... da hängt echt viel leckeres dickes fettiges pampfzeug zwischen den förmchen und in den auslassbohrungen (trotz nachspülen mit schon durchgekurbeltem kuhsaft).
und eine zweite frage hab ich auch noch. sag, weißt du, wieviele von den förmchen eigentlich originalerweise dazu gehören??? wir haben unsere ja -wie sollte es auch anders sein- gebraucht gekauft und erst mit hilfe dieses forums auch zusammengebastelt bekommen.
liebe grüße
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Beitrag#38von Stephan » Sonntag 6. Februar 2011, 21:15

Hallo Magda,
die Milch sollte schon 32-35 Grad Celsius haben,Du mußt ja das Fett ( Sahne) aus der Milch lösen.
Ich endrahme meine Kuhmilch mit ca. 34 Grad.
Das Fett das beim Endrahmen hängen bleibt nennt man Zentrifugenschlamm und besteht zu großem Teil aus
schwebteilchen die noch in der Milch sind und von der Zentrifuge aussortiert wurden.
Die Milch sollte vorher gefiltert oder durchgesiebt werden.
Es kann aber auch feste Sahne sein die bei zu kalter Milch entanden ist.
Sahne bleibt auch in der Trommel hängen wenn der Milchfluss beim Entrahmen unterbrochen wird.
Darum sollte mann die komplette Milch in einem Stück durchdrehen.
Ich weiß nicht was fur eine Wesfalia Zentrifuge Du hast. Die Anzahl der Teller hängt von der Milchleistung der Zentrifuge ab.
Eine GA 50 (50 liter Stundenleistung) hat ca. 14 Teller.
Das kannst Du aber schnell prüfen, baue die Trommel komplett zusammen und ziehe die Schraube fest an.
Dann nimmst Du sie in die Hände und schüttelst kraftig.Wenn nichts klappert ist alles in Ordnung.
Zum reinigen der Zentrifuge nehme ich warmes Wasser das ich nach dem Entrahmen in die noch nachlaufende Zentrifuge schütte.
Mann sollte vorher aber die Behälter mit Milch und Sahne gegen leere austauschen sonst kommt noch Wasser in die gute Sahne.
Milch zum Spülen der Zentrifuge wäre mir viel zu schade,die nehme ich lieber zum Trinken oder zum Herrstellen von Magerquark.
Gruß Stefan
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Beitrag#39von magda » Montag 7. Februar 2011, 20:18

hallo stephan,
erstmal, damit keine mißverständnisse auftauchen. wir spülen die zentrifuge mit magermilch durch. das was aus dem rüssel kommt landet also wieder im topf zur weiterverarbeitung.
ich glaube wirklich, daß das zeug was hängenbleibt eher mit zu kalter milch zu tun hat. als der kuhsaft im sommer etwas wärmer war, war auch weniger "mascarpone" hängengeblieben. der kuhsaft ist vorher schon gefiltert (beim bauern) und es schmeckt wirklich wie feste sahne (daher kommt auch kein wasser hinterher rein. ist viel zu lecker beim saubermachen...) ok, und das unterbrechen beim kurbeln werden wir auch abstellen... ächz, schnauf.
wir haben eine ga65. und klappern tut nichts (glück gehabt). falls du ne adresse haben solltest, wo man diese förmchen bekommen kann, wär ich aber trotzdem dankbar (sind teilweise schon ein wenig ausgeschlagen).
wir sind bald in deiner gegend. ich schick dir mal ne pn.
liebe grüße magda
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Beitrag#40von Stephan » Dienstag 8. Februar 2011, 13:54

Hallo magda,
Ich habe leider keine Adresse wo mann noch Teller (Förmchen) bekommt.
Auch die Hersteller haben nichts mehr.Dafür sind die Zentrifugen schon zu alt.
Du kannst nur eines machen, ab und zu bei Ebay nachschauen ob Du noch eine gleiche Zentrifuge bekommst.
Wenn Du noch eine Zentrifuge vom gleichen Typ hast kannst Du Ersatzteile tauschen.
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Beitrag#41von magda » Donnerstag 10. Februar 2011, 19:57

hallo an alle,
eben haben wir mal wieder gekurbelt. diesmal mit kuhwarmer milch. und siehe da!!! keine reste in den förmchen, (ok, nix naschen beim reinigen...) und eine vieeeelll größere sahneausbeute bei gleicher einstellung. (beim buttern werden wir dann sehen, ob da wesentlich weniger fett jetzt drin ist oder ob die trennung so einfach nur viel effektiver ist. lecker ist die sahne jedenfalls). und, netter nebeneffekt: es war lange nicht so anstrengend zu kurbeln und zu reinigen!!!
liebe grüße
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Beitrag#42von Stephan » Donnerstag 10. Februar 2011, 20:56

Hallo magda,
Schön das alles gut gelaufen ist mit eurer Zentrifuge und der Sahneausbeute.
Ist das kurbeln bei eurer Zentrifuge Anstrenegend? Was für ein Öl habt Ihr auf eurer Zentrifuge.
Habt Ihr mal in das Getriebegehäuse geschaut,manchmal setzt sich da Ölschlamm ab.
Aber falls ihr den Gehäusedeckel abbaut, solltet Ihr die Dichtung ersetzen,die geht meißt beim Ausbau kaputt.
Gruß Stefan


An alle, habe es endlich geschafft eine Anleitung von einer Miele und einer Wesfalia Zentrifuge in mein persönliches Fotoalbum zu stellen.
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Beitrag#43von Alli » Freitag 11. Februar 2011, 09:53

da hast Du ein interessantes Thema angesprochen, wir fragen uns auch schon länger, was für ein Öl man in das Getriebe einfüllen darf. Bild
Was haben denn die Zentrifugen-Spezialisten hier für Empfehlungen zum Öl???
Gruß
Alexandra
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Beitrag#44von Herwig » Freitag 11. Februar 2011, 10:18

Ich verwendete ganz normales, leichtes Getriebeöl.

Die außerordentlich interesanten und seltenen Original Handbücher für Milchzentrifugen findet man nun in Stephans Album:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Da bleibt nun keine Frage mehr offen, boah, echt interessant!!
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Beitrag#45von Stephan » Freitag 11. Februar 2011, 12:07

Hallo
Erst einmal herzlichem Dank Bild an Herwig für den Link,das hätte ich nie!! hinbekommen.
Zum Öl, da habe ich gute Erfahrung mit dünnflüssigem Motoröl (5W30) gemacht.
Das hat den Vorteil das, das heutige Motoröl, Schlamm und Ablagerungen aufnimmt und dann beim Ablassen
alles mit ausscheidet.
Das Motoröl bleibt einige Zeit ( so zehn Durchläufe)auf der Zentrifuge dann lasse ich es ab und fülle nochmals Motoröl auf.Das Öl wird meist schon nach kurzer Zeit dunkel und ist verdreckt.
Bei der dritten Ölfüllung benutze ich wie Herwig schon beschrieben hat dünnflüssiges Getriebeöl.
Ich habe bei meinen Zentrifugen Industriegetiebeöl CLP 57 genommen.Das ÖL mische ich aus 1:1 CLP 68 und
CLP46 . Dieses wechsel ich dann nur noch einmal pro Jahr.
Mann kann das ganze abkürzen wenn mann das Getriebe mit Petrolium auswäscht und dann gleich Getriebeöl
auffüllt.Getriebeöl hat gegeüber Motoröl den Vorteil das es auf den Zahnrädern besser haften bleibt.
Nun noch ein kurzer tipp: Bei Westfalia Zentrifugen Lagerdeckel abnehmen und das Komplette Öl oben am
Halslager einfüllen.
Gruß Stefan
Zuletzt geändert von Stephan am Sonntag 27. Februar 2011, 18:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#46von Stephan » Sonntag 20. Februar 2011, 00:20

Hallo an alle,
Sorry, ich habe heute beim erneutem Durchsehen der Westfalia Anleitung festgestellt das nicht alle Seiten
kopiert waren Bild . Habe sie noch dazu gepackt. Jetzt ist die Beschreibung vollständig. Bild
Gruß Stefan
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Re: Milchzentrifuge, woher?

Beitrag#47von tomtom » Dienstag 27. November 2012, 15:16

Hm, hallo zusammen,

ich bin leider erst jetzt zu diesem Forum und zum Thema Milchzentrifuge gestoßen. Hab gerade eine alte Westfalia GA 50 erstanden und versuch ein wenig Rahm rauszubekommen... frische Kuhmilch natürlich, bisserl was kommt auch raus, aber auf zwei Liter Milch nur einige Tropfen Rahm... bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich eine komplette Maschine erstanden hab, die besteht im Prinzip nur aus 6 Teilen:
- Gußgehäuse mit dem Getriebe und der Handkurbel,
- darauf das Zentrifugengewicht, das die Schwungmasse bringt,
- Blechteil mit Auslauf für die Milch,
- Blechteil mit Auslauf für den Rahm,
- Aluschüssel zur Rohmilchaufnahme,
- Verschlussstopfen für die Milchschüssel.

Weitere Lamellenscheiben o.ä. gibts nicht, ich wüsste aber auch nicht, wohin damit...

Ich würd mir gerne die Anleitungen von Stefan ansehen, um ein wenig klarer zu sehen, aber leider funktioniert der Link bei mir nicht. Sind die Scans noch irgendwo verfügbar?

Vielen Dank für jede Antwort, lg, Thomas.
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Re: Milchzentrifuge, woher?

Beitrag#48von Herwig » Dienstag 27. November 2012, 18:57

Hallo Thomas,
das was du als Zentrifugengewicht bezeichnest (da läuft dann oben die Milch rein??) kann man aufschrauben, darin sind die Förmchen oder lamellen.
Dein "zentrifigengewicht" ist das A und O der Maschine, auf den kompletten Inhalt kommt es an und auf die Sauberkeit in dem Teil. Berichte mal, was du darin gefunden hast!
In der Regel ist oben eine Schraube (Mutter) mit Löchern. Notfalls Öffne diese Schraube mit einer Wasserpumpenzange und einem Stück Lumpen zum Schútz der Schraube.
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Re: Milchzentrifuge, woher?

Beitrag#49von tomtom » Dienstag 27. November 2012, 21:13

hallo herwig, hab heute Mittag noch ein wenig weitergekurbelt... immerhin konnte ich aus warmer Milch ne ordentliche menge sahne rausbekommen :-) was das Herz der Maschine anbelangt, werd ich mir morgen mal genauer anschauen, oben ist tatsächlich eine gerändelte schraube mit löchern, hab sogar das passende Werkzeug dafür :-) weisst du was über die gescannten Anleitungen, ich denke die wären hilfreich?
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Re: Milchzentrifuge, woher?

Beitrag#50von tomtom » Dienstag 27. November 2012, 21:42

Hab mich doch noch rangesetzt, schraube auf und lauter schöne lamellenscheiben :-) leider alles recht angerostet und eingesaut, da ist wohl ne generalreinigung fällig... und die Dichtung sieht auch ein wenig mürbe aus...
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