Käse und Butter selbst herstellen

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Käse und Butter selbst herstellen

Beitrag#1von Biela » Sonntag 20. Januar 2008, 22:53

Wegen meinem großen Hobby Mittelalter werde ich in Zukunft öfter versuchen, selbst Käse und Butter herzustellen. Da in unserer Gruppe auch Laktose-Allergiker dabei sind, wäre es mit Ziegen- oder Schafmilch ganz besonders von Vorteil.

Mit der Käseherstellung habe ich mich schon beschäftigt und habe bestimmt keine Probleme dabei - wenn ich die Milch bekomme und noch eine Bezugsquelle für Lab finde. Allerdings ist mir eine 25g-Packung noch immer viel zu viel, so viel kann ich nicht verbrauchen bis es kaputt wird (ich nehme am liebsten Pulver). Hat jemand vielleicht schon mal gesucht und irgendwo noch kleinere Verpackungen gefunden? Tips zu einem Shop wären klasse. Oder vielleicht hätte ja jemand Lust, sich mit mir eine Packung zu teilen, meine Mutter hat sich dazu schon angemeldet, dann wäre es für niemanden zu viel.

Bei der Butterherstellung habe ich noch meine Probleme und gleich ein paar Fragen, vielleicht kann mir die hier jemand beantworten.
Ich weiß zu meiner Schande nicht genau, wie ich den Rahm aus der Milch erhalte. Hat jemand einen Tip, wie ich das am dümmsten anstelle?
Wieviel Milch brauche ich, damit ich genug Rahm für ca. 250g Butter bekomme? Dass ich das nicht in einem Butterfass schlagen kann, weiß ich, daher werde ich es ausprobieren, wie mir meine Oma geraten hat - mit einem kleinen Schneebesen aus Birkenreisig.

Ich weiß auch nicht so recht, ob das gut funktioniert, Butter aus Ziegenmilch zu machen. Ich dachte, da wäre es wegen der Inhaltsstoffe nicht so gut möglich.
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Beitrag#2von dani » Montag 21. Januar 2008, 12:42

Hallo Biela,

Ziegenbutter ist was ganz leckeres.
Für Kleinmengen bis 10 Liter Milch mache ich folgendes:
Um die Sahne zu gewinnen stellen wir die Milch in breiten Gefässen abgedeckt in den Kühlschrank. Nach 12-24 Stunden hat sich eine satte Sahneschicht gebildet. Die schöpfe ich vorsichtig ab und mit dem Rührgerät machen wir dann Butter. Meist geb ich wegen des besseren Geschmacks(minimale Säuerung) noch etwas Saure Sahne oder Creme Fraiche zur Sahne. Auch die Buttermilch schmeckt köstlich.
Bei größeren Mengen wirst du wohl um eine Zentrifuge nicht rumkommen.

LG
Dani

PS: was für Käsesorten produzierst du?
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Beitrag#3von klosterbauer » Montag 21. Januar 2008, 12:54

Hallo aus dem Bergischen

was mit Ziege geht, geht mit Kuh auch. Irgendwo im Handel kaufte ich mal irdene Gefäße (ganz flach und viel Oberfläche) mit einem kleinen Ausguss. Da kann man zwei Mal am Tag locker abschütten. Rahm sammeln, Dreimix oder anderes Gerät dran (mit Schneebesen war ich immer zu langsam ...) - und fertig ist die Butter. Vielleicht noch ein wenig Salz dazu - ist auch lecker.

Für den Haus- und Wochengebrauch reichte mir immer der Rahm von drei bis 5 Litern Milch (je nach Vorhaben) - normale Kuhmilch, beim Bauern gekauft, ist dafür spitze.

Beste Grüße
Peter
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Beitrag#4von Biela » Montag 21. Januar 2008, 21:34

Wieviel Butter ergeben die 10l Milch denn ungefähr? Dann werde ich das wohl mal ausprobieren.

Käse mache ich nichts besonderes und hab mich noch nie darum gekümmert, ob das eine bestimmte Sorte ist. Das wird so eine Art Frischkäse, ganz weiß und noch relativ weich. Der wird nur am Anfang noch mit Salz eingerieben und ich möchte noch ausprobieren, ihn mit Gewürzen zu verfeinern oder so, aber der wird immer sofort gegessen, da ich keine Lager- oder Trockenmöglichkeit habe, ganz besonders nicht, wenn wir auf unseren Veranstaltungen unterwegs sind.

Da ich auch die Butter auf Lagern machen möchte, kann ich dafür kein Rührgerät oder eine Zentrifuge verwenden. Für größere Mengen wäre ein Butterfass noch möglich, aber soviel will ich eigentlich nicht machen (die kriegen wir nie weg! *g*)

@Peter
Diese irdenen Gefäße interessieren mich, hättest du davon vielleicht ein Foto? Denn wenn die wirklich gut funktionieren, würde ich mir so etwas töpfern lassen. Wie gesagt, ich muss mit Handarbeit dran, um die Butter zu schlagen - aber wir Mädchen können uns auf einem Lager bei so etwas abwechseln, wenn eine nicht mehr kann.

Den abgegossenen Rahm kann man doch sicherlich über einen Tag mal stehen lassen, damit man eine größere Menge zusammen bekommt, oder?
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Beitrag#5von kräuterhexe » Montag 21. Januar 2008, 22:58

Hallo Biela.

Länger als 4 Tage sollte man aber nicht mit dem Buttern warten.

Hier noch noch was für Profi und Hobbykäser,www.kaesereibedarf.de

Haben selbst von Bunte Kuh eine Käsepresse ,der Käse war leckerBild


LG Gunda
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Beitrag#6von klosterbauer » Montag 21. Januar 2008, 23:14

Hallo Biela,

wer zeltet, muss halt schneller den Schneebesen schwingen. Viel Glück dabei.

Foto geht klar - aber nicht mal eben. Habe gerade viel Arbeit im Stall, im Büro .... - aber kommt.

Bis dahin also Grüße aus dem Bergischen von
Peter
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Beitrag#7von Biela » Dienstag 22. Januar 2008, 08:15

[TABLE][TR][TD]
@Kräuterhexe
Danke für den Link! Solche Käseformen hab ich schon (und für Lager mach ich mir welche aus Ton oder Holz), aber trotzdem denke ich, werde ich dort noch was bestellen.

@Klosterbauer
Das mit den Fotos ist auch nicht so dringend, wenn halt die Zeit dafür ist.[/TD][/TR][TR][TD][/TD][/TR][/TABLE]
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Beitrag#8von Herwig » Dienstag 22. Januar 2008, 09:58

Grundsätzlich sollte man mal bei ebay schauen.

Ich habe dort schon Butterformen, Milchzentrifugen, elektrische Buttermaschinen etc. gekauft.
Seit einiger Zeit buttere ich nicht mehr, weil ich keine Ziegen und noch keine Kuh habe, aber es soll wieder losgehen.

Wenn du beabsichtigst nicht nur mal zum Experimentieren zu buttern, kann ich eine Zentrifuge nur empfehlen.
Ansonsten tun es auch flache Teller um den Rahm zu schöpfen (Esslöffel) man braucht aber schon sehr lange um dann eine vernünftige Menge zusammen zu bekommen.
Wenn man den Rahm im Sommer länger stehen lässt, macht man hat Sauerrahmbutter oder, so habe ich es gemacht, man stellt eine Große Tupperschüssel in die Kühltruge und gießt jeden Tag den neuen Rahm darauf, bis man genug zum Buttern hat.
Das Buttern geht notfalls auch mit einem Mixer, kennt jeder Hausfrau vom Sahne schlagen, wenn man zu lange schlägt buttert die Sahne.
Es geht aber nix um professionelles Handwerkszeug.
Wenn du also vor hast längere Zeit dich mit Butter, Sahne, Magermilch und Buttermilch selbst zu versorgen, kannst du bei ebay für ca. 150.- Euro alles zusammen kaufen was du brauchst.
Ich habe mich mit den Jahren, zu einem kleinen Spezialisten für Zentrifugen entwickelt, wenn du bei ebay eine beabsichtigst zu kaufen, schicke mir einfach den Link, dann kann ich dir meistens schon sagen, ob sie komplett ist und funktionieren müsste.
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Beitrag#9von Biela » Dienstag 22. Januar 2008, 11:51

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Vielen Dank für das Angebot, Herwig! Ebay ist sicher nicht schlecht als Bezugsquelle (Bauernleinen finde ich dort ja auch), aber da es ja nur Experimente sein sollen, kann ich davon leider nichts verwenden und brauche es auch erst mal nicht.

Ich möchte das alles vorerst eigentlich nur als Experiment für mich machen (später kann sich das immer noch ändern) - und wenn es klappt, um Kindern mal zu zeigen, wie man Käse und Butter früher mal gemacht haben könnte/hat. Butterfaß oder Reißigbesen sind da angesagt Bild, sowie Tontöpfe/-schalen zum Rahmabschöpfen und Holz- oder Tonformen für den Käse.
Das mit dem Kühlschrank könnte auch etwas schwieriger werden, aber wenn ich den Rahm und die Milch im Schatten in wassergekühlten Tontöpfen lagere, müsste das auch schön kühl bleiben. Aber für so ca. 250g Butter (mehr wird für ein Wochenende seltenst benötigt), müsste das doch klappen, die entsprechende Menge in ein/zwei Tagen zusammenzubekommen, was meint ihr?[/TD][/TR][TR][TD][/TD][/TR][/TABLE]
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Beitrag#10von Biela » Sonntag 3. Februar 2008, 11:32

Hm, vielleicht könnt ihr mir nochmal weiterhelfen, denn ich bin gerade auf Probleme im Zusammenhang mit der Milchverarbeitung gestoßen - naja eigentlich weniger mit der Verarbeitung als dem Einkauf von Milch und der Weitergabe an Fremde. Und ich hab im Netz leider keine Info´s dazu gefunden.

Also, am besten erkläre ich von Anfang an.
Ich möchte den Käse ja auf einer öffentlichen Veranstaltung herstellen, auf einer zum Bewohnen aufgebauten Burg. Damit die Besucher und vor allem Kinder dort sehen, wie man so etwas machen kann. Und viele wollen dann natürlich auch probieren, denke ich. Natürlich kann dort aber nicht alles steril abgehen, das ist einfach nicht möglich. Es ist zwar ein Kühlschrank da, in dem ich alles aufbewahren kann, damit die Wärme keinen Schaden anrichtet, aber die Vorführung müsste natürlich im Hof/im Freien auf einem Holztisch gemacht werden, wo auch mal Staub oder Pollen oder ähnliches hinkommen kann, bevor´s wieder in den Kühlschrank bzw. zumindest ins Saubere geht.


Zwei Probleme hab ich nun: Erstens - hab ich jetzt gehört, dass ein Bauernhof die Milch eigentlich gar nicht ab Hof verkaufen darf sondern nur selbst verbrauchen oder in die Molkerei liefern muss, stimmt das? Kennt ihr die Gesetze dazu?
Und zweitens - darf ich dann überhaupt Käse für unsere Gruppe selbst hergestellen und Stückchen zum probieren ans Publikum weiterreichen? Falls die Erziehungsberechtigten damit einverstanden sind? Also, vorausgesetzt natürlich, ich darf die Milch ab Hof kaufen, ohne schon damit Probleme zu kriegen.

Mein Onkel hat nämlich einen Bauernhof und da holt das ganze Dorf immer Milch, daher hab ich mir dabei nie etwas gedacht und bin erst vor kurzem auf dieses mögliche Problem aufmerksam gemacht worden. Eigentlich muss doch jeder selber wissen, ob man die Milch frisch kaufen möchte oder lieber pasteurisiert und entfettet im Laden, oder? Wenn es nämlich verboten ist, die Milch ab Hof zu kaufen, kann ich das mit Käse und Butter gleich wieder vergessen, mit Milch aus dem Laden gehts ja nicht.
Ich meine, ich habe einmal gehört oder gelesen, dass für den Eigenbedarf hergestellt werden, aber nichts verschenkt oder verkauft werden darf (dann dürfte ich für unsere Gruppe ja auch nicht herstellen). Ich war aber der Meinung, das wäre doch digentlich auch etwas, was jeder selbst entscheiden müsste, finde ich.


Für eure Hilfe wäre ich echt dankbar, denn wenn die Bestimmungen da so streng sind, müsste ich es lassen, auch wenn es wirklich furchtbar schade wäre, wenn es eine Herstellungsarbeit mehr gäbe, die verloren geht und wo Kinder nur Endprodukte, aber keine Herstellungsmethoden mehr kennen - wissen doch selbst viele Erwachsene heute kaum noch, wie Käse, Joghurt, Quark entsteht oder Butter gemacht werden kann.

Aber ich möchte weder für mich noch für die Burg Probleme mit den Gesundheitsbehörden riskieren. Ich hoffe ja, dass es noch Möglichkeiten gibt, um sowas zeigen zu können.

Wie macht ihr es denn mit eurer Milch, Käse oder Butter, wenn es hier jemanden gibt der das macht.
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Beitrag#11von klosterbauer » Sonntag 3. Februar 2008, 15:03

Hallo Biela,

in Sachen Milch kann ich Dir ein wenig helfen, hoffe ich. Bauern dürfen auch direkt ab Hof verkaufen. Allerdings nur an "Wanderer" und Zufallskunden und mit dem Hinweis auf die Risiken ...
Da kannst Du also in aller Ruhe Deine Milch kaufen. So ist es, und so bleibt es hoffentlich.

Wie das ist mit der Käseproduktion auf Märkten und der anschließenden Verkostung (so würde ich das mal nennen - klingt einfach professioneller), da wiß ich es nicht so genau. Denn die hygienerechtlichen Vorschriften sind Legion. Da solltest Du Dich - vielleicht weiß ja hier einer mehr - erstmal ins Lebensmittel- und Hygienerecht einfuchsen, bevor Du zum öffentlichen Amte gehst. Das ist zumindest meine Erfahrung. Lieber vorher wissen ... - und dann lass uns teilhaben. Vielleicht kennst Du einen Hofkäser z.B. oder blätterst mal ein wenig im Internet.

Ich helfe gerne, wenn ich was weiß - aber da muss ich auch noch fragen.
Da fallen mir auch meine noch nicht fotografierten Schalen ein - Tschuldigung.Bild

Beste Grüße aus dem Bergischen von
Peter
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Beitrag#12von Biela » Sonntag 3. Februar 2008, 15:15

'Hinweiß auf die Risiken' - Entschuldige, hört sich für mich echt doof an, auch wenn ich weiß, dass heutzutage alles grundsätzlich erst mal als Gesundheitsrisiko gesehen wird. Immerhin hat´s seit Milch getrunken und Milchprodukte verbraucht werden diese Risiken gegeben, ohne dass man daran eingegangen ist. Die Risiken sind ja nun nicht so viel mehr geworden, oder?

Aber dass ich kaufen darf, beruhigt mich schon mal - mir ist die Milch frisch eher lieber als die bearbeitete und vertütete ausm Laden.


Zum zweiten Problem, ich suche natürlich weiter, vielleicht ist mir das Glück in den nächsten Tagen hold. Vielleicht weiß auch noch jemand von hier eine Antwort oder Lösung. Falls ich was finden sollte, werde ich das natürlich gerne weitergeben.
Das öffentliche Amt sollte (hoffentlich) erst der letzte Schritt sein müssen, wenn es nicht vorher klar werden kann. Ich möchts ja nicht professionel und um Geld damit zu verdienen machen *seufz*
Dass Deutschland bei sowas immer alles so schwer macht.

Ach je, ja, die Schalen. Es eilt noch nicht, mein Töpfer hat momentan sowieso keine Auftragsannahme, weil er die Werkstatt umbaut, bestellen kann ich sowieso noch nciht.
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Beitrag#13von Herwig » Sonntag 3. Februar 2008, 16:49

Ja, es ist ein Krampf in Deutschland, demnächst verbieten sie uns Selbstversorgern das Selbstversorgen.

Ntürlich wird die Hygiene hoffnungslos übertrieben, in allen Bereichen, noch vor einigen Jahren gingen nicht nur meine Großeltern im Kuhstall aufs Plumpsklo, ohne Domestos und Klostein... alle haben es überlebt, ich auch!!Bild
Wir haben auch alle frische Milch direkt aus dem Euter getrunken, und meines Wissens sind nicht keine Menschen daran gestorben. Wir waren aber auch noch robust!! Im Zeitalter der notorischen Verweichlichung geht das natürlich nicht mehr. Selbst die Kälber dürfen ja faktisch nur noch sterilisierten Milchaustauscher... Gut, mit den Gesetzen müssen wir uns abfinden, aber mitmachen müssen wir den Unsinn nicht!

Buttern kannst du auch aus Kaufhausmilch (Vollmilch), aber will man das????
Käse geht schon gar nicht, braucht man sogenannte Vorzugsmilch, gibt es auch zu kaufen, aber will man das??
Für eine Vorführung würde ich das empfehlen (gekaufte Milch) aber privat würde ich das niemals machen.
Ein frischhergestelltes Produkt kannst du auf dem Markt verschenken, ähnlich wie vor Ort gebackenes Brot.
Ich würde empfehlen mit einem kleinen Aushang die Lage zu erklären und die Leute darauf aufmerksam machen, das es sich um ein Produkt handelt, das vor Ort nach mittelalterlichen Methoden hergestellt wird und die modernen hygienischen Auflagen nicht erfüllt sind und im Mittelalter sich auch niemand daran Vergiftet hat.
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Beitrag#14von Biela » Sonntag 3. Februar 2008, 19:06

Ich hab festgestellt, wenn man sich nicht um die kleinsten Bakterien kümmert, kümmern die sich meist auch nicht um mich. Jedenfalls hat ein bisschen Flugasche im Essen erst die richtige Würze gegeben, ein bisschen Sand nur die Zähne abgeschmirgelt und noch ein wenig rußige Finger das Essen nur schwärzlich gefärbt.
Angeblich (sorry, off topic aber passt grade zum Thema Hygiene beim Essen), ist es auch superschädlich, in Eisenpfannen und Kupfertöpfen zu kochen - was auch niemanden umbringt, sogar gute Restaurants nehmen noch Eisen und Kupfer bei bestimmten Sachen. Aber gut.
Wer den Unsinn unbedingt mitmachen will und damit noch mehr Allergien und Krankheiten fördern will, soll das tun. Ich bin ja noch jung, vielleicht kann ich bei mir noch ein bisschen mehr Robustheit fördern, indem ich mich nicht um jedes bisschen Dreck schere.


Da die Butter wirklich nur für den Gebrauch in der Gruppe sein soll, ist mir sicher keiner böse, wenn ich Ziegen- oder Schaf-Milch vom Bauern nehme - dann könnten nämlich eventuell auch unsere Laktose-Allergiker davon naschen und die Butter schmeckt auch viel besser (ich kenne zwar nur die von meiner Oma aus Kuhmilch, aber - MMMMMH!!!).
Von Vorzugsmilch hab ich noch nicht mal gehört, und ich will es auch nicht. Dann mach ich´s noch lieber nur für die Gruppe, dafür aber aus frischer Milch vom Bauern und informiere die Besucher, dass das deutsche Gesetz zum Thema Hygiene zu streng ist.

In Kanzach könnte ich mir vorstellen, dass die Besucher dort dann richtig enttäuscht wären. Da war ich nämlich über die Wissbegier und die Probierfreudigkeit baff (Kinder die !freiwillig! Kohleintopf essen, habt ihr sowas schon mal gesehen?). Der war auch nicht nach Hygienevorschriften gekocht, sondern überm Feuer und ein bisschen mit Asche gewürzt Bild

Deine Idee mit dem Anschlag mit Informationen ist übrigens sehr gut, sowas ähnliches wollte ich sowieso machen um es anzukündigen, vielleicht nur nicht so ausführlich.
Ich gucke trotzdem nochmal, ob ich noch irgendwas an Vorschriften finde.
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Beitrag#15von Alli » Sonntag 3. Februar 2008, 19:59

Hallo Biela,
ich weiß auch nicht genau was da wo und wie geregelt ist, aber ich kann Dir sagen, wie es bei uns ist.
Scheinbar darf man Rohmilch nur direkt ab Hof verkaufen (zum selber zapfen), oder halt an eine Molkerei abgeben. In dem Hofladen in dem wir einkaufen gibt es schon immer Rohmilch zum selber zapfen, allerdings hängt dort ein Schild auf dem steht, dass man gesetzlich dazu verpflichtet ist darauf hinzuweisen, dass man die Milch vor dem Verzehr erhitzen soll. (bla bla, selber schuld wer sich daran hält)
Seit kurzem haben die dort ihre Milchverarbeitung ausgebaut und verkaufen jetzt auch Milch in Flaschen, die dann allerdings vorher pasteurisiert werden muss.
Gruß
Alexandra
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Beitrag#16von dani » Montag 4. Februar 2008, 14:07

[LEFT]Hallo Biela,

das mit Milch und Käseverkauf ist eine teuflische Sache. Im Käsekurs lernt man dass das in Verkehr bringen von selbst hergestelltem Käse, dazu gehört auch das verschenken, die Produkthaftung nachsichzieht. Auf deutsch, wenn einer Bauchweh bekommt und behauptet das kommt von deinem Käse, musst du beweisen dass das nicht so ist. Käse aus Rohmilch ist immer gefährlich (behaupten die Veterinäre), ausser du arbeitest im stark saueren Bereich (Feta) oder bei Hartkäse der mindestens 2 oder 3 Monate gelagert wird.

Rohmilch darf ab Hof verkauft werden. Mit dem Hinweisschild:

Rohmilch muss vor dem Verzehr abgekocht werden [/LEFT]
Zuletzt geändert von dani am Montag 4. Februar 2008, 19:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#17von Sylvies kleine Alm » Montag 4. Februar 2008, 19:11

Geregelt ist das alles in der HygieneVO, MilchVO und ButterVO. Viel SpaßBild

Ich würde ja doch mal beim VetAmt nachfragen, dann weißt Dus ganz sicher. Bei uns jedenfalls sind die sehr hilfsbereit.

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Beitrag#18von Christina » Montag 4. Februar 2008, 22:12

Hallo Biela,

ich schlage mich beruflich sehr, sehr viel mit Hygienikern rum.
Der härteste unter ihnen verbietet als "Amtsperson" die kleinsten Kleinigkeiten, sagt aber gleichzeitig, dass er seine eigene Gesundheit seiner Kindheit in der Hundehütte zuschriebe. Die so genannte Abhärtung sei sehr wichtig seiner Meinung nach, als Amtsperson müsse er sich aber nach dem deutschen Recht schützen, weil er den Kopf dafür hinhalten müsse, wenn etwas in seinem Zuständigkeitsgebiet passieren würde und ihm eine Unterlassung angehängt werden könne.
So ist es halt...
Ich muss zugeben, dass ich beruflich inzwischen auch oft rein "gesetzlich" denke. Wenn man da immer wieder den "gesunden Menschenverstand" einschaltet, zermürbt man sich selbst - zumindest, wenn man für den Staat arbeitet.
Deutschland ist schon extrem, aber es macht auch vieles leicht.

Das VetAmt kann ich auch empfehlen. Eigentlich freuen die sich, wenn sie VORHER gefragt werden.

Viele Grüße,
Christina
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Beitrag#19von klosterbauer » Montag 4. Februar 2008, 23:24

Hallo in die Runde,

wie schön war es doch ehedem (frei nach den Heinzelmännchen, ein schönes Buch), als wir so einfach mal einiges taten ohne zu fragen. Schon mal bin ich auch heute noch so mutig (zum Glück). Aber ich geb´s zu, da, wo Fremde mitspielen, da werd ich pingelig. Denn es gibt leider immer mehr Menschen, die eine Rechtsschutzversicherung haben ...

Also: bei mir wird nur offiziell z.B. geschlachtet. Aber wer zu Besuch kommt, der erhält auch mal die selbstgemachte Wurst ... Oder die Milch gleich vom Bauern (die hole ich nämlich auch gerne, nur leider ist der nächste Milchbauer mittlerweile weiter weg). Aber wartet, wenn ich erst mal melke ... (dann bin ich wahrscheinlich arbeitslos oder in Rente).

Schöne Grüße aus dem Bergischen von
Peter
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Beitrag#20von Biela » Freitag 8. Februar 2008, 17:09

Ich muss mal berichten, denn gestern hab ich den ersten Käse aus Eigenproduktion fertig gestellt. Klasse! Echt lecker!

Ich kannte bisher nur Schafmilchkäse in dieser Art, dieses Mal habe ich frische Kuhmilch benutzt. Schmeckt ähnlich wie Mozarella und sieht auch ein bisschen so aus und war gestern total mild. Heute schmeckt er etwas stärker, aber auch hervorragend - ich könnte den einfach pur naschen.
Mein Mann will jetzt noch alles mögliche ausprobieren mit Würze und Umhüllung und Einlegen und und und - er ist jedenfalls Feuer und Flamme und ich werde zumindest für unseren eigenen Gebrauch definitiv noch sehr oft Käse machen.
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Beitrag#21von Herwig » Freitag 8. Februar 2008, 18:02

Biela, hast du einen Frischkäse gemacht oder Hartkäse??

Selbstgemachter Frischkäse mit Kräutern und Knobi auf Vollkornbrot, das ist ein Essen, das ich gegen keinen Restaurantbesuch eintauschen wollte.
Du gehörst also zu den previligierten unserer Geselschaft, herzlichen Glückwunsch!!

Du kannst ganz einfach eine Käsepresse selbst bauen, dann hast du Schnittkäse!
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Beitrag#22von knüllbergfarm » Freitag 8. Februar 2008, 23:27

List sich echt lecker Biela wir setzen demnächst unsere Ziegenlämer ab dan machen wir wieder Zeigenmilchkäse da las ich Kuh und Schafmilchkäse für liegen,seit ich Ziegenmilch trinke mag ich keine Kuhmilch mehr.Ziegenmilch ist käftiger im geschmack.

Gruss Thomas vone Knüllbergfarm
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Beitrag#23von Biela » Samstag 9. Februar 2008, 23:51

Momentan ist´s eher ein Frischkäse - wie gesagt, ähnlich wie Mozarella - hart wird der von selber *g*. Zum Streichen ist er aber zu fest obwohl er nicht gepresst wurde, den muss man schon schneiden. Naja, ich reibe den momentan hinterher auch mit ein wenig Salz ein, das entzieht ja noch mehr Flüssigkeit und der wird dann mit der Zeit knochenhart.

Hm, wenn ich nahe genug dran wäre, würde ich mir dann mal einen Liter Ziegenmilch holen, denn hier in meiner Gegend gibts kaum Bauern und noch weniger Leute, die Schafe oder Ziegen haben. Ich kenne ihn bisher allerdings nur von Schafmilch und von Kuhmilch. Der im Laden verkaufte Ziegenkäse schmeckt mir aber meist zu stark. Mal sehen wie´s mit selbstgemachtem wird.

Ich werde mir morgen oder übermorgen wieder Milch holen, der Käse ist schon fast wieder all. *g*
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HALTBARKEIT SELBSTGEMACHTER BUTTER??

Beitrag#24von Pierrette » Freitag 4. April 2008, 19:23

Hallöle!!! Bild

Das hat aber jetzt meine Neugierde geweckt, also werde ich mal den Versuch starten Butter selbst herzustellen. Wie lange ist diese Butter denn haltbar??

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Beitrag#25von Biela » Samstag 5. April 2008, 13:56

Hm, wie lange die Sachen haltbar sind, kann ich nicht genau sagen.
Aber die Butter wird ja im Prinzip auch erst mal 'nur' ranzig, wenn man sie im Kühlschrank lagert. Hat bei mir meist ca. eine Woche gedauert (keine selbstgemachte, aber auch frisch vom Hof). Wenn man nicht so empfindlich ist, kann man die meiner Meinung nach dann immer noch verwenden. Ich hab sie jedenfalls trotzdem noch gegessen, schmeckt zwar anders, aber man gewöhnt sich dran. Wäre ja schade, die Butter dann wegzuschmeißen.
Oder du machst sie (wenn du viel Butter machst) in den Gefrierschrank, da hält sie sich auch ein paar Monate, klar.
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