Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?


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Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#1von Horstus » Mittwoch 17. Februar 2016, 09:22

Hallo Freunde alter Hühnerrassen,
die heutigen Sprenkelhühner sind bekanntlich hervorgegangen aus regional Landhühnern. Sterben diese nun aus oder gibt es eine Change? Schaut man sich „Rote Listen“ an so scheinen einige Rassen kurz davor zu stehen.
Mit dem Rückgang der allgemeinen privaten Geflügelhaltung ist auch ein Schrumpfen des Rassegeflügels unverkennbar und diverse Rassen, die immer schon nur einen kleinen Liebhaberkreis gefunden hatten, sind davon wohl am stärksten betroffen.
Die Situation Westfälischer Totlegerhühner scheint noch nicht so dramatisch zu sein, jedoch finden sich immer weniger oder gar keine auf Ortsschauen und auf den großen Schauen gerade mal 1 bis 2 Dutzend Tiere, meist in den Farbschlag Silber.
Bei meinen Recherchen fand ich herraus, dass Totlegerhühner häufig von Landwirten oder Bewohner des ländlichen Bereichs gehalten werden, die in der Mehrzahl den Farbschlag Gold hielten, ohne dabei Tiere für Ausstellungen oder Schönheit zu selektieren. Ist dies evtl. eine Change für eine alte Rasse, die durch Beweglichkeit, Form und Federzeichnung besticht.
Wie seht ihr dass, gibt es ein Change?
MfG, Horst
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Re: Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#2von Herwig » Donnerstag 18. Februar 2016, 07:59

Hallo Horst,
eine Chance gibt es immer.
Die vielfältigen Gründe für den Rückgang, oder auch scheinbaren Rückgang, verschiedener Rassen liegt, meiner Ansicht nach, klar auf der Hand:
1. Durch die komplizierteren Regularien werden Hobbytierzüchtern ihr Hobby beständig erschwert. Kleine Tierbestände sind in der Regel auch nicht mehr politisch gewollt. Der Aufwand für Verwaltung eines Hobbyzüchters bei Vet. Amt und Tierseuchenkasse etc. ist genaus so hoch, wie der eines Agrarunternehmens mit Ställen für 40 000 Tieren. Gerne macht auch die Agrarindustrie die kleinen Geflügelbestände für die Ausbreitung von Geflügelseuchen verantwortlich, zu unrecht natürlich. Viele Ausstellungen scheitern an den behördlichen Auflagen, zum angeblichen Tierseuchenschutz.

2. Die Akzeptanz, auch für Kleinbäuerliche Tierhaltung sinkt in der Bevölkerung beständig. Vegan ist auf einmal in und schick, ohne diese Lebenseinstellung zu hinterfragen oder gar Einblicke in landwirtschaftliche Gegebenheiten zu haben. Vielen vegetarisch lebenden Menschen ist nicht klar, dass sie eigendlich "Kälbchenmörder" sind. Veganer leben in dem Glauben durch ihre Ernährung Tierleid zu verhindern, ohne zu wissen, dass es durch ihr Ernährungsverhalten teilweise sogar gesteigert wird. ( Die wissen auch nicht, dass Kartoffeln gespritzt werden und Milliarden von Kartoffelkäfern getötet werden um die veganen Kartoffeln zu ernten)

3. Veränderte Lebensumstände der Bevölkerung, durch immer mehr Arbeit für immer weniger Geld, führt zu weniger Freizeit und zu weniger Bereitschaft kostenintensive Hobbys zu betreiben. Ist jemand bereit, 10 Hühner zur Selbstversorgung zu halten, heißt das noch lange nicht, dass er Zeit und Muße hat, Rassetiere zu züchten mit den notwendigen "Sonderarbeiten". Man investiert lieber Geld in Futter oder Werbung für die Eier, als in Mitgliedsbeiträge für Geflügelzuchtvereine, Eintrittsgelder für Ausstellungen, Reisekosten zu Ausstellungen, Fußringe etc. etc. Die administrativen Aufgaben nehmen zu, ein Bestandsregister zu führen für seine 5 Hühner wäre vor 20 Jahren niemanden ernsthaft in den Sinn gekommen. Außerdem können schon 5 Hühner auch einen jährlichen Familienurlaub verhindern...Verlängerte Lebensarbeitszeit bedeutet auch weniger Rentner, die vielfach die potenziellen Züchter sind. Unbestritten ist Tierzucht auch ein "Zeiträuber".

4. Der Faktor "Einsparung durch Selbstversorgung" als Motivation zur Geflügelhaltung ist nicht mehr Vorhanden. Durch den Preisverfall von Fleisch aus der Massentierhaltung lohnt sich, rein finanziell gesehen, das Halten von Geflügel nicht mehr. Wem Qualität und Tierleid egal sind, der wird durch Geflügelhaltung enorme finanzielle Einbußen haben. Ich kann mir nicht denken, dass ein Geflügelhalter bereit ist, ein küchenfertiges Suppenhuhn für 1,50 € zu verkaufen. Wobei da auch die leichten Geflügelrassen noch deutlich im Nachteil sind.

5. Landleben ist nur ohne Geräuschkulisse schick. Immer weniger Menschen wollen auf dem Lande leben, und schon gar nicht mit der ländlichen Belastung. Selbst Gerichtsurteile berücksichtigen nicht mehr die selbstversorgerische Tierhaltung auf dem Land. Da wird tapfer von Nachbarn gegen krähende Hähne, gackernde Hühner riechende Misthaufen geklagt und, komischerweise, immer häufiger gewonnen.

Aber dennoch gibt es sie, die Unverbesserlichen, die Idealisten und die Phantasten und gerade jene halten die Welt in Atem. Wichtig ist, das diese Grupen sich zusammen tun. Das war die Mutter des Gedanken zur Gründung von VIEH und den Nutztier-Archen.
Die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen beginnt zu wachsen, je weiter die Industrialisierung der Landwirtschaft voranschreitet, das ist eine Chance!

Fest steht, unsere erhobenen Tierzahlen aus den vergangenen Jahren lassen keinen Rückschluß auf dramatischen Rückgang von Geflügelzahlen zu. Es wird weiter gezüchtet, aber weniger ausgestellt.
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Re: Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#3von Claudia » Donnerstag 18. Februar 2016, 23:36

Herwig hat geschrieben:Hallo Horst,
eine Chance gibt es immer.
Die vielfältigen Gründe für den Rückgang, oder auch scheinbaren Rückgang, verschiedener Rassen liegt, meiner Ansicht nach, klar auf der Hand:

2. Die Akzeptanz, auch für Kleinbäuerliche Tierhaltung sinkt in der Bevölkerung beständig. Vegan ist auf einmal in und schick, ohne diese Lebenseinstellung zu hinterfragen oder gar Einblicke in landwirtschaftliche Gegebenheiten zu haben. Vielen vegetarisch lebenden Menschen ist nicht klar, dass sie eigendlich "Kälbchenmörder" sind. Veganer leben in dem Glauben durch ihre Ernährung Tierleid zu verhindern, ohne zu wissen, dass es durch ihr Ernährungsverhalten teilweise sogar gesteigert wird. ( Die wissen auch nicht, dass Kartoffeln gespritzt werden und Milliarden von Kartoffelkäfern getötet werden um die veganen Kartoffeln zu ernten)


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9% Vegetarierer in D
der Fleischkonsum steigt weltweit
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da fallen die paar Veganer auch nicht auf
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Re: Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#4von Horstus » Freitag 19. Februar 2016, 08:28

Herwig hat geschrieben:Fest steht, unsere erhobenen Tierzahlen aus den vergangenen Jahren lassen keinen Rückschluß auf dramatischen Rückgang von Geflügelzahlen zu. Es wird weiter gezüchtet, aber weniger ausgestellt.


Hallo Herwig,
da kann ich dir nur zustimmen und wenn man dass so ließt kann einem die Lust auf Hühnerhaltung vergehen.
Mir geht es um Rassegeflügel und so wie ich es einschätze ist ein Schwund der Züchter und der unverzichtbaren Halter unverkennbar.

Das Schwergewicht der Geflügelhalter ist heute Massentierhaltung mit all ihren grauenvollen Erscheinungen, wie der massiven Vermehrung und gleichzeitigen Tötung; da dreht sich mir der Magen um.

Ich bin ja kein Züchter im strengem Sinne sondern mehr ein Erhalter, mein Gockel ist im 8 Jahr hat nie eine Ausstellung gesehen und wird auch noch einige Jahre machen dürfen. Ich erlaube mir den Luxus einer derartigen Haltung denn auch einige seiner Hennen sind in die Jahre gekommen und decken immer noch meinen Bedarf an Eiern.
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Re: Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#5von Herwig » Freitag 19. Februar 2016, 11:46

Claudia, genau das ist das Problem. Menschen denen unser Anliegen lau am Popo vorbeigeht, essen mehr und mehr Fleisch weils billig ist. Menschen die unser Anliegen teilen und denen Tierleid nicht egal ist, verzichten immer mehr auf Fleisch oder können es sich gar nicht leisten.
Die Veganer und Vegetarier fallen sehr wohl voll ins Gewicht, nämlich besonders für jene verantwortungsvollen Erzeuger, deren Zielgruppe immer kleiner wird, eben wegen des Fleischverzichtes.
Statistik hat immer seine Tücken, dein Beispiel zeigt deutlich, wie wachsam die Kleinbäuerlichen Betriebe sein müssen.
Schau Dir auch diese Statistik an und erkenne den deutlichen Zuwachs:
Anstieg der Vegatarier

Der Anteil der Vegetarier lag 2009 schon bei über 6%, 2014 bei fast 8% und wird 2016 vermutlich nahe an die 10% kommen, in Europa wohlgemerkt, in Deutschland speziell sieht es noch viel dramatischer aus: 2012 waren es bereits 9% und aktuell sind es fast 12%.

In den letzten 2 Jahren haben z.B. 2 Nutztier-Archen gekündigt weil die Betreiber Veganer geworden sind (!!!!) in den 10 Jahren davor keiner.
Ich merke das sehr wohl, das ich von Leuten höre, die jetzt vegan leben wollen, die vorher zu meiner Kundschaft gezählt haben.
Geht die Steigerung des Fleischverzichtes unreflektiert so weiter, sehe ich sogar eine ökologische Katastrophe auf uns zukommen.
Darum ist es wichtig, auf dem Hof genau die Besucher aufzuklären über bäuerliche Landwirtschaft und Agrarindustrie!!
Vielen Veganern ist es völlig unbegreiflich, das nicht überall wo Gras wächst kein Gemüse wachsen kann!!
Zuletzt geändert von Herwig am Freitag 19. Februar 2016, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#6von Horstus » Freitag 4. März 2016, 11:55

Hi, @ Herwig & Claudia,
so ganz verstehe ich eure Darstellung nicht, was hat eine uralte aussterbende Hühnerrasse wie die "Westfälischen Totleger" mit Veganer zu tun? Man muss sie ja nicht essen und ich kenne z.B. einen versierten Lachshuhnzüchter der seine Hühner nicht schlachtet und isst.
Gruß, Horstus
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Re: Westfälische Totlegerhühner, eine aussterbende Rasse?

Beitrag#7von Herwig » Freitag 4. März 2016, 17:12

Veganer essen auch keine Eier und lehnen jegliche Nutzung von Tieren ab.
Eebnso trinken sie keine Milch und essen keinen Honig.
Du verwechselst das mit Vegetarier, die lediglich auf Fleisch verzichten!!
Zuletzt geändert von Herwig am Freitag 4. März 2016, 17:13, insgesamt 1-mal geändert.
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