Ramelsloher Anspruch und Zucht


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Ramelsloher Anspruch und Zucht

Beitrag#1von SV Ramelsloher » Freitag 10. Juli 2009, 23:29

Nach dem Lesen von Beiträgen in diesem Forum, das von mir gezüchtete Ramelsloher Huhn betreffend, möchte ich einige Dinge kritisch anmerken.

Die Eistückzahl bei dieser Rasse, stimmt mit den im Standard geforderten Werten bestens überein. Die oftmals geäußerte, pauschale Kritik, Züchter des BDRG würden nur auf das Aussehen der Hühner schauen und somit würden Tiere die geforderte Eistückzahl nicht erbringen, mag hier und da stimmen, aber wahrhaftig nicht bei Ramelslohern. Nach 3 Jahren ehrlicher, auf die einzelne Henne bezogener Erhebungsarbeit, weiß ich, empirisch gegründet, wovon ich spreche. Das Eistückgewicht ist bei Junghennen verbesserungswürdig, das will ich zuzugeben, aber der Mangel ist nicht dramatisch und die Vorzüge der Ramelsloher egalisieren diesen kleinen Nachteil spielend.

Oftmals wird behauptet Ramelsloher seien züchterisch am Ende und Degenerationerscheinungen würden in den Vordergrund treten. Wenn ich meine Küken aus der Lohnbrüterei abhole, ist der Betreiber jedes Jahr erneut von der Schlupfzuverlässigkeit angetan. Der Schlupf lag immer über 90%. Die Agilität der Küken ist phänomenal und absolut vorbildlich. Die Mortalität bei der Aufzucht liegt bei 1-3%. Beim Einsatz in konventioneller Haltung erreichten bisher nur Marans ein ähnliches, krankheitsresistentes und angepasstes Erscheinungsbild. Das Ramelsloher Huhn ist mit seinen Eigenschaften immer noch gut für eine ursprüngliche Landhaltung geeignet.

Was oftmals vergessen wird, ist, dass seltene, vom Aussterben bedrohte Rassen, nur in den Reihen des BDRG erhalten wurden. Auch heute noch sind die Instrumentarien des BDRG das einzig geeignete Mittel zur Zuchstandstüberprüfung bei Hühnern. Unabhängige Richter garantieren jährliche und öffentlich zugängliche Bewertungen. Zugegeben, da läuft nicht immer alles optimal, aber die öffentliche Ausstellung garantiert lebhafte Diskussionen unter den Züchtern. Somit sind richterliche Bewertungen ein Garant für kontroverse Ansichten, aber nicht kontraproduktiv, da Meinungsaustausch lebendiges Zuchtgeschehen fördert.

Wenn Rassehühner in der Leistung stark abfallen, dann ist meiner Erfahrung nach, fast immer ein Haltungsfehler das Problem. Rassehühner reagieren schneller und empfindlicher als Industriehybriden. Das ist kein Auszeichnungsmerkmal der Hybriden. Rassehühner haben noch naturgegebene Mechanismen inne. Schlechte Bedingungen bedeutet keine Eier. Ein vollständig nachvollziehbares Verhalten. Hybriden haben Eierleistung angezogen bekommen, was heißt, produziert wird auch auf Kosten der Gesundheit. Wer in diesem Falle Eierleistung mit Gesundheit gleichheißt, begeht einen Gedankenfehler.

Die größten Fehler bei der Haltung werden bei meinen Beobachtungen durch unorganisierte Halter begangen. Gesundheitvorsorge ist mangels Aufklärung durch örtliche Vereine nicht existent. Rote Vogelmilbe, Federlinge, keine Impfprogramme, insgesamt also bedenklich.

Die große Anzahl der Züchter des Ramelsloher Huhnes hat keine Probleme mit dieser Rasse, im Gegenteil.

Das unser Huhn in der Roten Liste steht, empfinden wir bei der Zucht nicht als Auszeichnung. Die Rote Liste kann nur ein Signal bedeuten, dass sich mehr Züchter der Rasse annehmen. Verdient hat das Ramelsloher Huhn die Aufnahme in die Rote Liste nicht und jeder derzeitige Züchter wird froh sein, verschwindet dieses unverdiente Merkmal baldmöglichst.

Thomas Jensen

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Beitrag#2von Herwig » Sonntag 12. Juli 2009, 09:12

Hallo Thomas

ich habe einmal nachgesehen in den Beiträgen und eigendlich nichts gefunden was darauf hinweist, das hier jemand den BDRG oder dessen Züchter "verunglimpft".

Es ist ein altes Thema, dass Austellungszüchter kritisiert werden, lediglich auf das Äußere der Tiere zu achten und die Leistungsparameter nicht oder nur ungenügend erheben. Ich halte von derartigen Pauschalisierungen wenig. Fakt ist allerdings, das einige der Halter oder auch Züchter der Wirtschaftsrassen Erfahrungen in diese Richtung machen mussten, dazu gehöre auch ich. Züchter sind Menschen und Menschen Individien, nicht alle sind also gleich. Letzlich trifft auch hier eine Pauschalisierung für die Züchter des BDRG in beiden Richtungen nicht zu, weder sind alle Züchter ausshcließlich an Schönheit interessiert noch achten alle gewissenhaft auf die Wirtschaftlichkeit des Huhnes (Bei Bewertungsrichtern ist dieser Querschnitt ebenso vorhanden!). Dazu zählen eben auch die ganzen medikamentösen Unterdrückungen der Resistenzen...
Die Ansicht, dass die größten Fehler in der Zucht durch unorganisierte Züchter gemacht werden, teile ich absolut nicht. An vielen Beispielen in allen Zuchtbereichen von Rassetieren ist abzulesen, das auch der persönliche Ergeiz des organisierten Züchters für nachhaltige Schäden gesorgt hat. Ob Hunde, Pferde, Geflügel oder andere Rassen, überall gab es das "Zurückrudern" wenn man erkannte falsche Wege beschritten zu haben, ob übermäßige Wollproduktion, Hüftschäden, Gelenkschäden übertriebene Bärte etc. oder Stichwort Dunkle Biene, würden alle In Imkervereinen organisiert sein, gäbe es diese Tiere nicht mehr!!

Ich denke, es macht wenig Sinn, das jeder seine Position für die einzig richtige hält.
Es geht nur miteinander, darum erwerbe auch ich meine Tiere von Ausstellungszüchtern, trete aber nur in sehr wenige Zuchtvereine ein.

Natürlich sei auch jedem seine eigene Meinung vergönnt und natürlich auch kritische Anmerkungen.
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Re: Ramelsloher Anspruch und Zucht

Beitrag#3von Drachenreiter » Montag 13. Juli 2009, 09:34

Hallo Herr Jensen,

das ist ein interessanter Beitrag finde ich.


SV Ramelsloher hat geschrieben:Nach dem Lesen von Beiträgen in diesem Forum, das von mir gezüchtete Ramelsloher Huhn betreffend, möchte ich einige Dinge kritisch anmerken.

Die Eistückzahl bei dieser Rasse, stimmt mit den im Standard geforderten Werten bestens überein. Die oftmals geäußerte, pauschale Kritik, Züchter des BDRG würden nur auf das Aussehen der Hühner schauen und somit würden Tiere die geforderte Eistückzahl nicht erbringen, mag hier und da stimmen, aber wahrhaftig nicht bei Ramelslohern. Nach 3 Jahren ehrlicher, auf die einzelne Henne bezogener Erhebungsarbeit, weiß ich, empirisch gegründet, wovon ich spreche. Das Eistückgewicht ist bei Junghennen verbesserungswürdig, das will ich zuzugeben, aber der Mangel ist nicht dramatisch und die Vorzüge der Ramelsloher egalisieren diesen kleinen Nachteil spielend.


Das mag sicher zutreffen, das die Legeleistung bestens mit den im Standart geforderten Werten übereinstimmt, da ja selbige zu 100 % durch Mitglieder des BDRG, welche im Zuchtbuch mitmachen erhoben werden. Ob all diese Erhebungen zutreffen sei dahin gestellt. Mit Sicherheit gibt es Leute wie Sie, die diese Erhebungen akribisch machen und somit im eigenen Interesse einen Ist-Wert Ihres Bestandes ermitteln.

SV Ramelsloher hat geschrieben:
Oftmals wird behauptet Ramelsloher seien züchterisch am Ende und Degenerationerscheinungen würden in den Vordergrund treten. Wenn ich meine Küken aus der Lohnbrüterei abhole, ist der Betreiber jedes Jahr erneut von der Schlupfzuverlässigkeit angetan. Der Schlupf lag immer über 90%. Die Agilität der Küken ist phänomenal und absolut vorbildlich. Die Mortalität bei der Aufzucht liegt bei 1-3%. Beim Einsatz in konventioneller Haltung erreichten bisher nur Marans ein ähnliches, krankheitsresistentes und angepasstes Erscheinungsbild. Das Ramelsloher Huhn ist mit seinen Eigenschaften immer noch gut für eine ursprüngliche Landhaltung geeignet.


Diese Schlupfrate kann ich auch bei meinen Altsteirern und Paduanern feststellen genauso wie die Agilität. Die Mortalität bei Ihnen kann schon wieder auf ganz andere Faktoren zurück zuführen sein.
Ich habe da erheblich Unterschiede festgestellt, nicht in Bezug auf die Rasse sondern in Bezug auf die Aufzuchtart. Diese unterscheidet sich sehr stark ob ich Küken im Kükenheim, bei einer Glucke oder anderweitig aufziehe. Weitere Faktoren wie Futter.... nicht berücksichtigt.

SV Ramelsloher hat geschrieben:
Was oftmals vergessen wird, ist, dass seltene, vom Aussterben bedrohte Rassen, nur in den Reihen des BDRG erhalten wurden. Auch heute noch sind die Instrumentarien des BDRG das einzig geeignete Mittel zur Zuchstandstüberprüfung bei Hühnern. Unabhängige Richter garantieren jährliche und öffentlich zugängliche Bewertungen. Zugegeben, da läuft nicht immer alles optimal, aber die öffentliche Ausstellung garantiert lebhafte Diskussionen unter den Züchtern. Somit sind richterliche Bewertungen ein Garant für kontroverse Ansichten, aber nicht kontraproduktiv, da Meinungsaustausch lebendiges Zuchtgeschehen fördert.


Ja das trifft sehr gut zu, denn einige Züchter des BDRG bzw. von Sondervereinen haben gar KEIN INTERESSE eine seltene Rasse zu verbreiten, den dann ist sie ja nicht mehr selten! Bzw. andere könnten eventuell gute Tiere bei Ausstellungen haben.
Die Mittel des BDRG zur Zuchtbestandserfassung versagen leider vollkommen! Zum einen machen teils schon die Mitglieder unvollständige Angaben über Ihre Bestände, zum anderen werden Bestände außerhalb des BDRG gar nicht erfasst!

Die Zuchtstandsüberprüfung des BDRG bei Hühnern ist auch nur in Bezug auf Standartaussehen vorhanden und dahin auch vom BDRG aufgeweicht worden. Leistungskontrollen wurden ja abgeschafft!

Meine Erfahrungen mit seltenen Rassen und BDRG Mitgliedern stimmen mich da sehr nachdenklich!
Wenn ich da so die Memoiren eines Züchters betrachte der 50 Jahre eine sehr seltene Rasse hatte, dann stehen mir da die Haare zu Berge, auch weil ich bezüglich dieser Rasse ein Gespräch mit dem Zuchtwart dieser Rasse des SV`s geführt habe.

Leider habe ich da den Eindruck das manche BDRG oder SV Mitglieder eher den Untergang provozieren wollen als den Erhalt einer seltenen Rasse.


SV Ramelsloher hat geschrieben:
Wenn Rassehühner in der Leistung stark abfallen, dann ist meiner Erfahrung nach, fast immer ein Haltungsfehler das Problem. Rassehühner reagieren schneller und empfindlicher als Industriehybriden. Das ist kein Auszeichnungsmerkmal der Hybriden. Rassehühner haben noch naturgegebene Mechanismen inne. Schlechte Bedingungen bedeutet keine Eier. Ein vollständig nachvollziehbares Verhalten. Hybriden haben Eierleistung angezogen bekommen, was heißt, produziert wird auch auf Kosten der Gesundheit. Wer in diesem Falle Eierleistung mit Gesundheit gleichheißt, begeht einen Gedankenfehler.


Dem kann ich nur zustimmen

SV Ramelsloher hat geschrieben:
Die größten Fehler bei der Haltung werden bei meinen Beobachtungen durch unorganisierte Halter begangen. Gesundheitvorsorge ist mangels Aufklärung durch örtliche Vereine nicht existent. Rote Vogelmilbe, Federlinge, keine Impfprogramme, insgesamt also bedenklich.

Die große Anzahl der Züchter des Ramelsloher Huhnes hat keine Probleme mit dieser Rasse, im Gegenteil.


Dem möchte ich nur hinzufügen das viele Dinge erst durch den Übereifer der BDRG-Züchter bzw. durch übereifrige Gesetze in der BRD unterliegen, wie z.B. Impfprogramme. Medikamente....

Div. Impfprogramme fördern erst die Krankheitsanfälligkeit von Tieren bzw. stellen eine große Belastung für die Tiere dar.
Ein großes Problem sehe ich gerade in den Reihen des BDRG bzw. dessen Ausstellungszüchtern, die teils auf beengtem Raum eine große Anzahl Tiere für die Ausstellung heranziehen (Man beachte die Nachzuchtquote bei Spitzenzüchtern damit sie auf eine Bundesausstellung gehen können), diese mit Impfungen und Medikamenten versorgen und dann entsprechend vitale Tiere abgeben.

Allein schon die Tatsache das viele Ausstellungszüchter nicht darauf hinweisen gegen was sie alles impfen und somit Bestände anderer Züchter bzw. Hobbyhalter gefährden! Bzw. erst nach hartnäckigem Nachfragen Auskunft darüber geben!

Ich möchte betonen, das ich bei unorganisierten Züchtern, Laien und Liebhabern von seltenen Rassen gesündere und vitalere Tiere gesehen habe als bei Profizüchtern.

Allein schon die Tatsache das Liebhaber oder Hobbyzüchter ihren Tieren einen großen Auslauf bieten - im Gegensatz zu vielen Profizüchtern (Ausstellungszüchter) Ihre Tiere auf beschränktem Auslauf teils sogar in Volieren halten! Sicher in großzügiger bis hin zu unbegrenzter Auslaufhaltung kommt es zu Verlusten im Gegensatz zur Volierenhaltung, durch Feinde, wie Fuchs, Marder u.a. aber die Vialität in solchen Beständen muss nicht erst durch Impfprogramme, Medikamente gesteigert werden.

So habe ich z.B. bei den erfolgreichen Züchtern von Paduaner fast ausschließlich Volierenhaltung festgestellt. BE von solchen führen beim Hobbyzüchter dann zu Problemen! Da beim Hobbyzüchter die Tiere in Freilaufhaltung sind, mit GLucken gezogen werden und den aus der Volierenhaltung unbekannten Viren u. Erreger, die dort zusätzlich noch mit Impfungen und Medikamenten unterdrückt werden, sodann schutzlos ausgeliefert sind. Die Tiere die aber in solchen Haltungen überleben ergeben sehr vitale Ausgangstiere.



Ich muss aber auch anmerken das es neben einigen dieser "schwarzen Schafe" auch wirklich gute Züchter in den Reihen des BDRG gibt.
Wahrscheinlich habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht im Laufe der Zeit mit eben diesen "schwarzen Schafen".
Aber meine Meinung wurde auch durch viele andere Leute bestätigt die ehemalige Züchter waren und als Zuchtwarte und Preisrichter z.B. Einblick in die Bewertung von Tieren hatten. Das da nicht immer alles optimal läuft ist teils nur gelinde ausgedrückt!

Viele Grüße aus Bayern
Erich
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Beitrag#4von Drachenreiter » Samstag 1. August 2009, 12:26

Auf eine Antwort vom Ram. SV dürfen wir wohl auch vergebens warten
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Beitrag#5von Herwig » Samstag 1. August 2009, 15:50

Ja, wirklich schade, man hätte das mal ausführlich diskutieren können...
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Beitrag#6von Ihrwißtschon » Dienstag 4. August 2009, 22:01

Was gibts denn da noch zu diskutieren? Es gibt überall solche und solche, aber eine Rasse kann nur durch regelmäßige Beurteilung und Auslese erhalten werden, und das geht wohl hierzulande nur über die ausgebildeten Zuchtrichter des BDRG. Und eine Mitgliedschaft in diesem.
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Beitrag#7von Drachenreiter » Dienstag 4. August 2009, 23:09

Ihrwißtschon hat geschrieben:Was gibts denn da noch zu diskutieren? Es gibt überall solche und solche, aber eine Rasse kann nur durch regelmäßige Beurteilung und Auslese erhalten werden, und das geht wohl hierzulande nur über die ausgebildeten Zuchtrichter des BDRG. Und eine Mitgliedschaft in diesem.


Das ist schon richtig, das eine Rasse nur durch Auslese erhalten werden kann.
Ob die Beurteilung durch den BERG die beste ist sei dahin gestellt.

Seitens des BDRG wird rein die Schönheit in den Vordergrund gestellt.
Mit Marans aus einer Ausstellungszucht, war es nicht weit her - ok die Tiere sahen gut aus aber die Eifarbe (das eigentlich wichtige bei dieser Rasse) war ernüchternd. Ganz anders bei Marans die ich auch Frankreich nun seit letztem Jahr mein eigen nenne.

Leistung, was eigentlich auch ein Huhn in der heutigen Zeit wieder mehr in den Focus von privaten Hühnerhaltern rücken würde, interessiert die wenigsten Ausstellungszüchter.
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Beitrag#8von Ihrwißtschon » Mittwoch 5. August 2009, 16:14

Ich geh mal von der Ortsschau aus, da hat der jeweilige Zuchtrichter vielleicht nicht immer das allerletzte Spezialwissen für die jeweilige Rasse. Aber er erkennt mit Sicherheit die groben Fehler, welche unsereiner doch mal übersieht.
Die Zucht auf Leistung ist dann Hausaufgabe des Züchters. Wie sollte der BDRG das auch bewerkstelligen? Ich habe mir erst dies Jahr zwei Bruja-Fallennester gekauft, und ich muß zugeben, vorher war doch alles was ich gezüchtet habe purer Zufall. Aber selbst dabei wird sich die Henne am meisten vermehren, die die meisten Eier legt, möglichst zeitig im Jahr. Und der Züchter hat immer noch die Möglichkeit auf Eigröße zu selektieren.
Erfahrene Ausstellungs-Züchter machen sowas eher als Hobbyzüchter, um aus einer möglichst großen Anzahl Nachkommen eine möglichst große Anzahl sehr guter Tiere zu haben. In beiderlei Hinsicht, Schönheit und Leistung.
Was hat man hier alles schon gelesen. Tiere mit Kammfehler gekauft, dann Brutapparat für 6 Eier. Was dabei rauskommt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Erhaltungszucht wertlos.
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Beitrag#9von Herwig » Mittwoch 5. August 2009, 17:57

Fakt ist:

überzählige Ringe werden verschenkt oder verhökert.
Als Mitglied kann ich zu Hause hunderte von Tieren beringen, die nie ein Richter gesehen hat, für die es keinerlei Garantie der Reinzucht gibt, Fehler völlig wurst etc etc.
Bei gerichteten Tieren ist die Leistung in keinster Weise gefragt und die angebliche Hausaufgabe beruht ebenfalls auf reinem Idealismus.
Da kann ich mir die Kopie des Satzes nur schwerlich verkneifen:
Was dabei rauskommt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Erhaltungszucht wertlos.

Warum also nicht gleich auch aus reinem wirtschatlichen Interessen auf Leistung züchten und die Schönheit ist dann eben nur isdealistische Hausaufgabe des Züchters?? Also einfach nur andersrum.

Ralf, ist doch alles gehupft wie gesprungen, letzlich baut alles auf den guten Willen und den setz ich bei allen vorraus, ist eben eine Vertrauenssache, in beiden Formen.
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Beitrag#10von Ihrwißtschon » Mittwoch 5. August 2009, 20:43

Herwig hat geschrieben:Fakt ist:

überzählige Ringe werden verschenkt oder verhökert.

Ich hab noch 20 Stück Größe 13 da, braucht jemand welche?

Als Mitglied kann ich zu Hause hunderte von Tieren beringen, die nie ein Richter gesehen hat, für die es keinerlei Garantie der Reinzucht gibt, Fehler völlig wurst etc etc.

Das muß man ja sogar, weil man im Alter des Beringens die Tiere noch gar nicht abschließend beurteilen kann. Wo ist da das Problem? Wer garantiert rassereine Tiere will , kann sie mit Bewertungskarte kaufen, da ist die Ringnummer vermerkt. Sowas ist dann etwas teurer.
Bei mir sind 10 Tiere bereits im Alter von 10 Wochen über den Hackstock gegangen.Fortsetzung folgt. Im Moment grübel ich drüber, ob ich der Rasse schade, wenn ich meine fehlfarbenen Hennen verkaufe.
Das soll eigentlich mal meine Variante werden: eine Großrasse auf Ausstellungsqualität und Leistung züchten, und die Hennen die es nicht in den Zuchtstamm schaffen bleiben als Wirtschaftsherde da. Ca. 40 Tiere. Dann ist eine ausreichende Menge zur Auslese gegeben. Wie gesagt, eine Rasse, nicht 5.


Bei gerichteten Tieren ist die Leistung in keinster Weise gefragt und die angebliche Hausaufgabe beruht ebenfalls auf reinem Idealismus.

Richtig.

Da kann ich mir die Kopie des Satzes nur schwerlich verkneifen:
Was dabei rauskommt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Erhaltungszucht wertlos.

Wieso das? Gerichtete Tiere sind kontrolliert auf unnatürliche Merkmale, Fehler usw. und , wenn sie eine gute Bewertung haben sind sie dem Zuchtziel recht nahe. Und diese kontrolliert man dann auf ihre Legeleistung, und mit den besten wird weitergezüchtet.


Warum also nicht gleich auch aus reinem wirtschatlichen Interessen auf Leistung züchten und die Schönheit ist dann eben nur isdealistische Hausaufgabe des Züchters?? Also einfach nur andersrum.

Weil das dem Anliegen der Rassegeflügelzucht widerspricht. Ein Rassegeflügelzüchter ist ein Idealist, der sich an der Schönheit seiner Tiere erfreut und in den seltensten Fällen wirtschaftlichen Gewinn macht. Wer rein wirtschaftliche Interessen hat, ist mit Legehybriden besser beraten. Für deren Anschaffungspreis kann ich keine Junghenne erzeugen. Vom Deckungsbeitrag ganz zu schweigen.

Ralf, ist doch alles gehupft wie gesprungen, letzlich baut alles auf den guten Willen und den setz ich bei allen vorraus, ist eben eine Vertrauenssache, in beiden Formen.

Worauf will ich bspw. bei Deinen Tieren vertrauen? Nach Deinen Ausführungen haben diese hohe Legeleistungen , aber das Aussehen selektierst Du nur nach Deinen eigenen Ansprüchen. Was ist mit Flügellücken, Entenfüßen, Doppelzacken, Schilf,etc., kontrollierst Du so etwas auch? Wenn das über Jahre nicht gemacht wird , entfernen sich die Tiere immer weiter vom Standart.


Unser Verein ist eine gemütliche Truppe, die sich gerne trifft zu den Versammlungen. In diesem Jahr haben wir auch einen Besuch bei einem anderen Verein gemacht, da war es auch sehr schön. Ich kann nur empfehlen, das ganze mal auszuprobieren. Und wer gute Tiere hat, der kriegt auch gute Bewertungen. Und aus schlechten Bewertungen kann man immer noch die richtigen Schlüsse ziehen.
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