Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"


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Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#1von Jürgi » Freitag 13. September 2013, 17:12

Hallo liebe Mitstreiter,
ich züchte jetzt im dritten Jahr Hühner (Mechelner) in meinem Garten und habe bei einigen Themen immernoch das Gefühl, dass ich überhaupt nichts weiß... :dash1:
Im Moment geht es bei mir mal wieder um die Aufteilung, bzw. die Trennung der Tiere im Gehege - oh mann ist das kompliziert:

Ich habe meine liebe Mühe,

  • die Legehennen von den Glucken zu trennen (sonst legen alle ihre Eier in das Gluckennest und vertreiben ständig die Glucke)
  • die Küken von den Alttieren zu trennen (die brauchen ja anderes Futter)
  • die Junghennen von allen anderen zu trennen (die sollen immer Zugang zum Futter haben, anders als die Alttiere, außerdem werden die Junghennen von den alten "zerpflückt")
  • und schließlich die Masttiere von den Legehennen, bzw. dem Zuchtstamm zu trennen (ebenfalls das "Anderes-Futter-Problem")
Und dabei habe ich momentan gerade einmal 14 Tiere (1 Hahn, 4 Althennen, 2 Junghennen, 7 Küken)!
Ich habe noch keine wirklich sinnvolle Lösung gefunden, wie man ohne 3 Gehege mit jeweils separatem Stall auskommt. Bisher baue ich permanent alles um - das kann es aber auf Dauer doch nicht sein? Oder kennt jemand eine Musterlösung?

Über eure Ratschläge würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße aus dem Rheinland
Jürgen
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#2von Herwig » Freitag 13. September 2013, 18:09

Ich werde mal versuchen eine Antwort zu geben, wenn auch nicht auf alle Probleme:
Du musst nicht die Legehennen von den Glucken trennen, sondern die Glucken von den Legehennen. Wenn die Glucken sich übrigens vertreiben lassen, sitzen sie nicht fest. Erste Maßnahme wäre, einen Korb über die Glucke mit den Eiern. sitzt sie fest, umsiedeln an einen anderen Ort.
Die Küken müssen nur zu Anfang anderes Futter ahben, Lösung wäre, einen Kükentrog kaufen, da passen nur die kleinen Köpfe der Küken ducrh, nicht die der erwachsenen Tiere, Oder einen Kükenschlupf konstruieren (z.B. aus Estrichmatte, da passen Küken durch, aber keine erwachsenen Tiere.
Die Tiere brauchen kein Mastfutter, können alle das gleiche fressen, sowohl die Jungtiere als auch die Masttiere. Die Hackordnung ist kein Problem, wenn sie hergestellt ist. Also die Tiere sollten nie getrennt sein (außer Sicht) weil dann jedes Mal alles wieder von vorn losgeht.
Defakto brauchst du nur einen geschützten Platz für die Glucken..., das ließe sich auch mit einer Estrichmatte lösen.
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#3von Uwe » Freitag 13. September 2013, 18:19

Ich habe mal das Stichwort "Gluckenkorb" bei Google eingegeben und tolle Infos gefunden ...
So wurde das im letzten oder vorletzten Jahrhundert (vlt. auch noch früher) gemacht:
Nett zu lesen ...
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Wir hatten früher einen solchen Gluckenkorb, gab es aus Metallgeflecht (Estrichmatte wie Herwig schon schrieb) oder aus Weide geflochten. Eine Alternative ist im Link erklärt ...
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#4von Christina » Freitag 13. September 2013, 21:18

Ich trenne auch die Glucke vom "normalen Volk" sobald sie sich entschieden hat wirklich zu sitzen. Bei mir kommen die dann in einen ausrangierten Kaninchenstall.
Abends kommt in den Stall Wasser und Futter, eine Ecke wird gut eingestreut und etwas nestförmig ausgebildet und da kommt ein "Opferei" rein. Darauf kommt die Glucke und dann darf sie sich erstmal eine Nacht gewöhnen. Wenn es beim Umsetzen noch nicht dunkel ist, hänge ich den Stall zu, damit sie zur Ruhe kommt. Wenn sie am nächsten Tag gut sitzt, was sie tut, wenn sie so weit war und eine gute Glucke ist, dann tausche ich das Opferei gegen die Eier, die ausgebrütet werden sollen.
1 x täglich gibt es frisches Futter und Wasser, dazu soll die Glucke aufstehen... Und dann gibt es bald viele gesunde, süße, kleine Küken. Die ersten 1- 2 Wochen lass ich die Bande in dem Stall, damit die Küken gut in Schwung kommen, und dann werden sie tagsüber raus gelassen, nachts kommen sie aber immer noch in den Extrastall und bekommen dort eine Extraration Futter.
Wenn ich meine, dass sie groß genug sind, oder ich den Stall für die nächste Glucke brauche, kommen sie komplett auch nachts zu den anderen.

Unterschiedliches Futter gibts hier nicht, außer für die Küken die ersten Tage bis Wochen.

Das Opferei schmeiße ich übrigens anschließend in die Luft. Nach der Landung stürzen sich die anderen Hühner darauf und verwerten es sofort. :-)

Ausrangierte Kaninchenställe gibt es hier überall für 0-20 Euro günstig zu bekommen. Ich hab auch schon mal einen geschenkt bekommen und dafür im Herbst ein Hähnchen zurück geschenkt. ;-)

edit: Achja: Der Kaninchenstall steht einfach mit im normalen Hühnerauslauf, so dass die Vergesellschaftung nachher problemlos läuft. Man muss dann nur eine Zeit lang einen Stall mehr öffnen.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#5von Christina » Freitag 13. September 2013, 21:27

Was mich wundert ist, dass Deine Jungtiere zerpflückt werden. Passen die Mutterhennen da nicht auf???
Beste Grüße,
Christina

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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#6von legasp96 » Samstag 14. September 2013, 18:58

Ich trenne die Glucke auch von den anderen Hühnern. Da ich keine andere Möglichkeit habe, bleibt die Glucke den Tag über im Hühnerstall und die anderen Hühner legen die Eier ins Heu der Schafe. Das machen sie übrigens sehr gerne. Abends lasse ich die Glucke zum staubbaden usw. auf die Weide. Manchmal auch morgens, wenn ich merke, sie will raus. Abends, wenn ich die anderen Hühner reinlasse, bleibt sie auf den Eiern sitzen und da die anderen Hühner schon alle gelegt haben, wird sie nicht mehr gestört. Die ersten Tage nach dem Schlupf will sie mit den Küken noch nicht raus, also sperre ich die Tür wieder zu, nachdem die anderen Hühner draussen sind. Glucken machen sich bemerkbar, wenn sie mit den Küken raus wollen und dann lasse ich die Türe offen.
An Futter gebe ich Kükenaufzuchtfutter und gemischtes Körnerfutter. Die Glucke zeigt den Küken, was sie fressen können und was gut für sie ist.
Christina, was ist ein "Opferei"?
Grüße
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#7von Christina » Samstag 14. September 2013, 19:24

Ein Ei, das ich opfere. Es wird nur eine Nacht benutzt, um die Glucke am neuen Platz fest zu setzen.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#8von Claudia » Samstag 14. September 2013, 19:28

ich hätte ja bedenken, das die hühners auf den geschmack kommen und anfangen eier zu picken. eier kriegen bei mir hund, schwein, katze
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#9von Herwig » Samstag 14. September 2013, 19:35

Ein Ei braucht man nicht opfern, wenn man Gibseier hat.
Außerdem ist das Ei nicht schlecht, wenn es 24 Std bebrütet ist.
Ich habe einen bekannten, der backt sogar Kuchen mit den geschierten Eiern aus der Brutmaschine (7 Tage gebrütet)
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#10von legasp96 » Samstag 14. September 2013, 19:41

Danke, Christina! Das kannte ich nicht.
Ich verwende die Eier, die sie unterliegen hat bis ich Bruteier besorgt habe, als Spiegeleier oder für Kuchen (einzeln in einer Tasse aufgeschlagen). Die Eier liegen meist nicht mehr als 3 Tage unter der Glucke.
Grüße
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#11von Uwe » Samstag 14. September 2013, 20:41

... wenn die Glucke nichts produzieren soll schiebe ich Gipseier (natürlich selbst gemachte ...) unter.
Die Henne kann brüten, ihren Trieb ausleben und verlässt das Gelege dann nach ca. 3 Wochen - und ist scheinbar zufrieden!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#12von legasp96 » Samstag 14. September 2013, 20:56

Uwe, so einfach ist das in den seltesten Fällen.
Letztes Jahr hatte ich meiner Glucke die eigenen Eier und ein paar zugelegte gelassen und es ist nichts geschüpft. Ich habe sie dann sitzen lassen (ist ein kräftiges Huhn) bis ich am 24.Tag Bruteier bekommen habe. Diese Eier hat sie nocheinmal 21 Tage bebrütet. Zum Glück sind Küken geschüpft, sonst hätte ich sie entglucken müssen.
Grüße
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#13von Uwe » Samstag 14. September 2013, 21:07

... bei mir hat es geklappt! Aber wohl nicht die Regel!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#14von Christina » Samstag 14. September 2013, 21:40

Meine Hühner bekommen immer mal Eier als Leckerlies, wenn mir die zu schmutzig sind.
Sie haben noch nie angefangen die eigenen heilen Eier zu fressen. Im Gegenteil: Eierfressende Hühner, die ich bekommen habe, haben es aufgegeben.
Wenn ich die Eier schmeiße, kommen sie angelaufen wie verrückt. Zerbricht das Ei nicht, sind sie richtig enttäuscht und drehen ab. Zerbricht es, stürzen sie sich drauf wie die Verrückten.
Hört sich jetzt wie eine große Verschwendung an. Ist es wohl auch. Aber durch die Laufenten haben wir zweitweise wirkliche viel zu viele Eier und die Hühner sind gut im Lack dadurch.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#15von legasp96 » Samstag 14. September 2013, 22:10

Eierfressende Hühner haben einen Mangel. Deshalb hacken sie ihre eigenen Eier auf und fressen sie. Ein Huhn, das keinen Mangel hat, wird nie die eigenen Eier aufhacken und fressen.
Hin und wieder habe ich ein sehr dünnschaliges, zertretenes Ei bzw. Eierschale im Nest liegen. Davon ist nichts anderes übrig als die Eierschale. Den Rest haben die Hühner gefressen. Aber deshalb habe ich keine Eierfresser.
Grüße
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#16von Claudia » Sonntag 15. September 2013, 08:55

christina, bei sovielen eiern brauchst du ein schwein : )

monika, ich glaube das es einfach hühner gibt, die einfach auf den geschmack kommen können, da höre ich 100% auf meine oma. mir ist das risiko zu groß, den ein eierpicker kann weitere nach ziehen und dann landen die mühsamen zuchten doch im topf.
ich hab allerdings auch genügend andere eierabnehmer, so das sich mir die frage gar nicht stellt

@ herwig, sag wer das ist, damit ich dort nicht mal aus versehen kuchen esse ; )
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#17von Herwig » Sonntag 15. September 2013, 09:43

Ich bin NICHT der Meinung das Hühner die Eier fressen irgendeinen Mangel haben.
Welcher konkret sollte das sein??
Dagegen spricht weiterhin, dass völlig gleich gefütterte Hühner im Nebengehege KEINE Eier fressen.
Ich stütze die Theorie, das es lecker ist und sie müssen nur auf den Geschmack kommen, fressen aber schon prinzipiell lieber Körner.


@ Claudia, er heißt KL, und tut das ehrlich seit vielen Jahren ohne gesundheitliche Schäden.
Hast du schon mal ein unbefruchtetes Ei aus dem Brüter aufgeschlagen? Ist tadellos!
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#18von Christina » Sonntag 15. September 2013, 10:27

Also... Ich mach das jetzt seit vier Jahren so und es ist noch NIE eines der Hühner auf die Idee gekommen, ein ganzes Ei zu fressen.
Meine Theorie, dass die Eifütterung ungefährlich ist, stütze ich auf zwei Ideen:

1. Sie fressen ja nicht nur das Innere, sondern auch die Schale. Dadurch bleiben die gelegten Eier schön fest in der Schale und lassen sich nicht so ohne Weiteres aufpicken. Generell geht bei mir natürlich auch die gesamte Schale aus der Küche zurück zu den Hühnern. Ansonsten gibt es kein extra Hühnerfutter aus dem sie die feste Schale ziehen könnten. Sie bekommen eine Hand voll Getreidekörner und müssen sich den Rest selbst suchen.
Mit "richtigem" Hühnerfutter würden sie vielleicht mehr Eier produzieren, aber die Versorgung wäre auch viel teurer. So kosten sie fast nichts.
Sie reinigen die Enten- und Gänseställe und -futterstellen und klauen bei deren Fütterung ein paar Körner, sind aber viel langsamer als das Wassergeflügel. Sie müssen also überall nachsuchen, um genug zu bekommen.

2. Ich unterstelle den Hühnern, dass sie ein aufgeschlagenes Ei nicht mit einem ganzen in Verbindung bringen. Wenn das geschmissene Ei nicht zerbricht, drehen sie wirklich enttäuscht ab. Sie überlegen NICHT: "Oh, das Ei ist nicht zerbrochen, vielleicht sollte ich es aufpicken.". So weit denken die Hühner nicht! Hühner denken überhaupt nicht besonders weit.

Und dann hat meine Kollegin noch eine interessante Theorie dazu eingeworfen: Sie meint, vielleicht haben die Hühner ja den Trieb zerbrochene Eier zu fressen und ganze liegen zu lassen, weil sie nur so ihr Nest beim Brüten sauber halten können. Diese Theorie könnte ich mir auch noch vorstellen, weil sie in allem und vor allem beim Brüten SEHR instinktiv handeln.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#19von legasp96 » Sonntag 15. September 2013, 18:45

Ich bin NICHT der Meinung das Hühner die Eier fressen irgendeinen Mangel haben.
Welcher konkret sollte das sein??


*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
dort steht es unter "Gesundheitliche Gründe"

Grüße
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#20von Claudia » Sonntag 15. September 2013, 21:39

darf ich aus dem von dir genannten artikel zitieren?
" Einmal auf den Geschmack gekommen, kann sich hieraus ein erlerntes Verhalten ergeben, das sogar soweit geht, dass Hennen und auch Hähne die gelegten Eier so lange mit dem Schnabel bearbeiten, bis sie zu Bruch gehen und verzehrt werden können."

da steht nirgendwo, das es ausschließlich mangelernährung ist, sondern in bezug auf mangelernährung wird darauf hingewiesen, das es leichter zu brucheiern aufgrund dünner schale kommen kann, wodurch die hühner auf den geschmack kommen können.

MEIN fazit aus dem artikel: keine eier für hühner


@ christina
hühner sind nicht so doof wie man meint und sie sind ungemeine gewohnheitstiere. ausserdem heisst eierpicker nicht das das ganze nest leergefressen wird
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#21von Uwe » Sonntag 15. September 2013, 21:54

... für mich ist das einfach NATUR!
So doof sind die nicht, die wollen nur Spuren für Fressfeinde verwischen/unlesbar machen. Instinkt kann das auch sein - selbst bei den überzüchteten Rassen!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#22von Herwig » Montag 16. September 2013, 06:33

Ich stütze Claudia in der Interpretation des Artikels, da steht nix davon, das Eierfressen auf einen Mangel zurückzuführen ist, sondern das schlechte Schalenbildung ein Zeichen von Mangel ist. Dieses teile ich.
Darin sieht man, wie schnell eine Fehlinformation bzw. Fehlinterpretation die Runde machen kann.
Noch mal ausdrücklich möchte ich darum darauf hinweisen, das weder Feder- noch Eierpicken eine Mangelerscheinung ist. Auch nicht der sogenannte Kannibalismus der Hühner, wie es auch im Artikel schon beschrieben ist.
Das Hühner Eier fressen halte ich auch für instinktiv, jedoch können Instinkte gut oder weniger gut ausgeprägt sein, oder aber abtrainiert werden (wie der Löwe der durch den Feuerreifen springt)

Klein "gekloppte" Hühnerschale verfüttere ich auch, bei ganzen Eiern wäre ich jedoch vorsichtig...obwohl Christinas Argumente nicht von der Hand zu weisen sind. Das kann gut gehen, muss aber nicht zwingend gut gehen.
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#23von Christina » Montag 16. September 2013, 07:33

Ein "Hühnerkumpel" hat mir schon zwei Mal Hennen geschenkt, die bei ihm unversehrte Eier aus dem Nest gefressen haben.
Die ersten Tage haben sie es bei mir auch noch gemacht, aber dann wurden die Schalen so hart, dass sie es gelassen haben. Wichtig ist meiner Meinung nach einfach nur für harte Schalen zu sorgen, so dass erstens der Trieb, das Nest von Brucheiern zu reinigen, nicht mehr ausgelebt werden muss, und zweitens das Eieraufpicken zu schwierig wird. Dann suchen sie sich leichter verfügbares Futter. So ist zumindest meine Erfahrung.
Allerdings denke ich, dass genügend Auslauf und damit die Möglickeit, all ihren Instinkten nachzugehen, bestimmt auch förderlich ist.

Ich weiß, dasss man das nicht so macht wie ich. Mich warnen auch immer alle alten Hasen hier in der Gegend. Aber ich neige charakterlich generell dazu sämtliche Regeln auf Logik zu überprüfen... Und in diesem Bereich hab ich einfach andere Erfahrungen gemacht. Ich glaube, diese alte Regel kommt daher, dass die Menschen damals nicht darüber nachgedacht haben, dass Ei nicht gleich Ei ist.

Herwig, theoretisch dürftest Du auch keine kleingehackte Schale verfüttern, weil die Hühner dadurch ja auch auf die Idee kommen könnten. So wie Du hab ich damals auch angefangen und dann immer weniger gehackt / die Grenze ausgetestet. Ich glaub, ich muss mal ein Video davon machen, damit ihr den Unterschied auch seht, wie sie sich auf kaputte Eier stürzen und bei ganzen enttäuscht sind.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#24von Claudia » Montag 16. September 2013, 09:10

"Der Krug geht solange zum Brunnen bis er zerbricht"

Finde ich ganz amüsant, daß hier im Thread "altes Wissen" in Frage gestellt wird, während im Nebenfred darüber diskutiert wird, wie dieses Wissen erhalten kann.

@christina, Hühner lassen sich ablenken vom Eierfressen, so das bei einem Umgebungswechsel, mit neuer Gruppe, Beschäftigung mit neuer Hackordnung durchaus die Chance besteht das es Hühner verlernen. Deine haben einfach (noch) nicht begriffen, das sich die Leckerei hinter der Schale verbirgt, deshalb drehen sie sich auch weg.

Ich probiere ja auch gerne aus, musste aber feststellen, das diese "alten Regeln" in der Landwirtschaft ihre Berechtigung haben. Das sind keine Regeln die mal eben jemand aufgestellt hat und wahllos über das Internet verbreitetet wurden und fragwürdig in Ihrer Gültigkeit sind. Sie haben sich Regionunabhängig über hunderte von Generationen entwickelt und wurden mit Sicherheit immer mal von neugierigen Menschen auf Gültigkeit geprüft.

Vielleicht hast Du Dein leben lang Glück mit Eierfütterung, vielleicht findet dein Vorleben auch jemand so toll, das er es auch tut und muss all seine Hühner schlachten, weil er es nicht abgewöhnt bekommt.Ich finde es schwierig etwas, was einmal funktioniert, als Allgemeingültig zu erklären - egal wie man es sich erklärt. Ich sehe da die Verantwortung für ein Lebewesen

@Kuchen-Herwig
ich halte das menschliche Immunsystem für sehr anpassungsfähig und glaube fest dran, das viele (nicht alle) Allergien und Autoimmunerkrankungen durch eine Unterforderung/Langeweile des Immunsystems zustande kommen.
Von daher glaub ich sofort das KL das verträgt :)
Ich hab keine Brutmaschine, bei mir sind es die Eier aus Naturbrut oder (als noch alle Hühner frei liefen) ein gefundenes Nest.
Die Eier sehen ok aus, aber mir dreht sich jedes Mal der Magen um(und ich bin nicht empfindlich) wenn ich sehe das das Eiweiss flüssig/verlaufend ist. Wahrscheinlich kommen da meine Mutterinstinkte durch, welche meine Brut schützen will.(aber das ist Spekulation) : )
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Re: Kompliziertes "Stall- und Gehege-Management"

Beitrag#25von Jürgi » Montag 16. September 2013, 18:59

:P Hallo zusammen und vielen Dank für Eure Ratschläge!

@ Herwig & Christina: "Die Hackordnung ist kein Problem, wenn sie hergestellt ist."
Soviel zum "Junghennen-Problem": Ich hatte die Tiere getrennt gehalten, und beim späteren Zusammenführen war es dann halt etwas heftig. Wenn die Junghennen allerdings das Gleiche fressen dürfen, wie die Legehennen (eiweißreicheres Futter), dann wäre das Ganze kein Problem. Ich dachte aber bislang, dass die Junghennen zum gesünderen Ausreifen Eiweißärmeres Futter haben sollten (?).
.
@ Herwig: "...Die Tiere brauchen kein Mastfutter, können alle das gleiche fressen, sowohl die Jungtiere als auch die Masttiere"
Hmmm, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Mechelner bei normalem Futter ca. 20 Wochen zum Ausreifen brauchen. Dann habe ich allerdings gewichtige Poularden (natürlich auch nicht zu verachten), aber eben keine zarten "Grillhähnchen". Das wollte ich mit dem Mastfutter einfach mal anders machen - ist aber erst einmal ein Versuch.

"Estrichmatte" - ja Himmel, auf die Idee hätte ich eigentlich auch selbst kommen können...

@ Herwig & Uwe: Ich werde jetzt auf Katzenklos als Legenester umsteigen (habe ich in einem anderen Forum gelesen). Die sind schön transportabel und lassen sich mitsamt der Glucke woanders platzieren.

@ Christina: "...Man muss dann nur eine Zeit lang einen Stall mehr öffnen." Das scheint wohl die perfekte Lösung zu sein...


Danke nochmal (ich liebe das Internetzeitalter) :10hallo2:

Liebe Grüße
Jürgen
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