Ein paar "dumme Fragen" von einem Anfänger...


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Ein paar "dumme Fragen" von einem Anfänger...

Beitrag#1von Jürgi » Montag 14. Februar 2011, 23:01

Hallo zusammen,

dumme Fragen soll es ja nicht geben - also stelle ich mal ein paar davon :roll:

Zur Info schicke ich am besten Folgendes über mich und meine Motivation voraus:
  • Meine Erfahrung mit Hühnern beschränkt sich auf wenige Jahre mit ein paar Hybriden (bis der Marder kam...)
  • Nun habe ich einen (hoffentlich) Marder-und Fuchs-sicheren Stall gebaut, und möchte wieder ein paar Hühner haben.
  • Ich bin noch nicht ganz entschlossen, ob es Dt. Sperber, Mechelner oder Vorwerkhühner werden sollen (in dieser Frage werde
    ich zZt. ganz prima in einem anderen Thread beraten...). Auf jeden Fall soll es eine vom Aussterben bedrohte Rasse sein, die ich dann auch züchten möchte.
Und nun zu meinen Fragen:
  • Kann man auch zwei Rassen züchten, ohne diese komplett voneinander zu isolieren?
  • Kann man ausschließlich mit Hilfe des Bruttriebs der Hennen einen Stamm erhalten? (Ich möchte nicht künstlich Brüten)
  • Kommt man bei der Fütterung der Hühner (bzw. der o. g. Rassen) ohne gekauftes Legemehl aus - und wenn ja, wie bzw. womit?
  • Wie viele Hennen braucht man mindestens, um einen Hahn dazu zu halten?
  • Müssen Lege- und Masthühner generell unterschiedlich gefüttert werden?


Gruß aus dem Rheinland und vielen lieben Dank für Eure Hilfe
der Jürgen
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Beitrag#2von Alex » Dienstag 15. Februar 2011, 00:16

Hallo,

wenn du zwei Zuchtstämme mit den ensprechenden Hähnen zusammen hältst werden sie sich zwangsläufig ja vermischen, weil die Hähne hüpfen ja nicht nur auf ihre Rassehühner.

Wenn du gute Brüter hast, brauchst du keinen Brutapparat, ich habe jedes Jahr reichlich Nachwuchs nur von meinen Mädels. Allerdings hat es lange gedauert bis ich viele gute Brüterinnen hatte.

Ich kenne mich mit den von dir genannten Rassen im speziellen nicht aus, aber ich habe noch nie Legemehl gefüttert und würde es auch nie tun.

Ich füttere meine Legehennen und Masthühner auch nicht getrennt, weil meine Küken laufen seehr lange mit der Mutter, da legt die längst wieder. Ich halte meine Hühner aber auch nicht um ernsthaft Geld damit zu verdienen, und hab mir das von der wirtschaftlichen Seite noch nie ausgerechnet, ob es anders nicht rentabler wäre. Aber dann bräuchte ich ja getrennte Ställe und Ausläufe.

Meine Hühner bekommenmorgens Weizen und Gerstenschrot, Muschelkalk, Futterkalk und Molke( als Brei) und mal Brotreste gekochte Kartoffeln Salatreste und was sie halt so noch finden, gelgentlich gibts auch Reste vom Schlachten. Abends gibts dann Körner.

Wenn die Küken noch ganz klein sind, halte ich sie mit der Glucke getrennt von den anderen und füttere extra Futter. Schrot Molke Brennessel gekochte Eier und Futterkalk (Brei)

Grüße Alex
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Beitrag#3von Jürgi » Dienstag 15. Februar 2011, 00:29

Hallo Alex,

wenn du zwei Zuchtstämme mit den ensprechenden Hähnen zusammen hältst werden sie sich zwangsläufig ja vermischen, weil die Hähne hüpfen ja nicht nur auf ihre Rassehühner.
nun ja, hätte ich mir eigentlich auch denken können Bild

Wenn du gute Brüter hast, brauchst du keinen Brutapparat, ich habe jedes Jahr reichlich Nachwuchs nur von meinen Mädels. Allerdings hat es lange gedauert bis ich viele gute Brüterinnen hatte.
Wie bekommt man die? Zufall, Rasse, Züchtung?

Ich halte meine Hühner aber auch nicht um ernsthaft Geld damit zu verdienen, ...
Habe ich auch nicht vor (max. 10 Tiere)

Meine Hühner bekommen morgens Weizen und Gerstenschrot, Muschelkalk, Futterkalk und Molke( als Brei) und mal Brotreste gekochte Kartoffeln Salatreste und was sie halt so noch finden, gelgentlich gibts auch Reste vom Schlachten. Abends gibts dann Körner.
Was davon kaufst Du zu, was produzierst Du selbst?

Grüße
der Jürgen
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Beitrag#4von Christina » Dienstag 15. Februar 2011, 09:30

Hallo Jürgen,

ich hab gerade einem Nachbarn, der letztes Jahr keine Küken bekommen hat, eine meiner Zwerghennen gegeben, die bei mir sehr gut gebrütet und die Küken zuverlässig aufgezogen hat.
Du könntest Dir auch eine Zwerghenne aus Naturbrut dazu holen. Die macht das dann schon.
Ich hab jetzt eher das Problem, dass die sich alle hinsetzen und unmengen an Küken aufziehen wollen. Für dieses Jahr muss ich mir da was überlegen.

Damit sie sicher und ruhig brüten können, setze ich sie dann einfach in alte Kaninchenställe. Es hat sich als sinnvoll herausgestellt, weil sie sich dann nicht täglich neue Eier aussuchen und auch nicht von Ameisen usw. gestört werden.

Beste Grüße,
Christina
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Beitrag#5von Conny » Dienstag 15. Februar 2011, 11:22

Guten Morgen,

unter den vielen unterschiedlichen Hühnerrassen gibt es einige die von Natur aus gute Brüterinnen sind, z. B. Brahma, Seidenhühner usw..

Hybriden, sog. Legehühner müssen/sollten anders gefüttert werden, als Rassegeflügel. Sie sind vergleichbar mit einem Rennpferd, was die Fütterung angeht. Benötigen z. B. viel Eiweiss, daher auch das spezielle Legefutter.

Kartoffeln, Brot, Mais, Weizen, Sonnenblumenkerne etc. sind reines Mastfutter und sollte sehr verhalten gefüttert werden. Essenreste von menschlicher Nahrung sollte gar nicht verfüttert werden, da es zuviel Salz enthält.

Hauen sich die Hühner den Kropf mit zuviel Grünfutter voll, leidet darunter die gelegte Eianzahl.

Salat nur verhalten füttern, er besteht fast nur aus Wasser und enthält so gut wie keine Vitamine und Nährstoffe, was leicht zu Durchfall führen kann.

Wir bauen Korn gar nicht an und kaufen dieses direkt bei der Agrar eg zu 50 kg-Säcken.

Elterntiere sollten auch nicht zuviel Eiweiss aufnehmen, da die Qualität der Bruteier darunter leidet, es kann/wird zuviel Eiklar gebildet werden und die Küken können absterben.

Vieviele Hennen pro Hahn, kommt auch auf die Rasse an. Es gibt ruhige Rassen und "unruhige", wie z. B. Italiener, wo der Anteil der Hennen etwas größer sein sollte.

Ich kann hier nur von den Deutschen Lachsen reden. Ich halte sie 1,10 und die Hennen sehen da schon im Laufe des Jahres etwas ramponiert aus, der Hahn könnte noch einige Hennen mehr vertragen. Manche teilen ihre Stämme in der Zeit der Bruteigewinnung z. B. in Stämmen zu 1,3 auf, um sicher gehen zu können, das jedes Ei auch befruchtet ist. Wenn genügend Eier gewonnen wurden, werden sie wieder zu einer Herde zusammengefasst, die überzähligen Hähne verkauft oder geschlachtet.

LG
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Re: Ein paar "dumme Fragen" von einem Anfänger...

Beitrag#6von Herwig » Dienstag 15. Februar 2011, 11:34

  • Kann man auch zwei Rassen züchten, ohne diese komplett voneinander zu isolieren?
Nein, ist ja schon beantwortet...
  • Kann man ausschließlich mit Hilfe des Bruttriebs der Hennen einen Stamm erhalten? (Ich möchte nicht künstlich Brüten)
Ja, einfach beim Züchter nachfragen, manche sind froh wenn sie die Glucken los sind, oder eine führende Glucke mit Küken kaufen etc., Aber generell schaeun, dass man nicht gerade die wegschlachtet. Man munkelt, dass Hennen angeregt werden zum Glucken, wenn sie im Frühjahr in der Hauptlegezeit ausschließlich Gerste bekommen, habe ich aber noch nicht probiert...
  • Kommt man bei der Fütterung der Hühner (bzw. der o. g. Rassen) ohne gekauftes Legemehl aus - und wenn ja, wie bzw. womit?
Wenn du einen großen Auslauf hast, mit Gras und Würmern und Fliegen, kann eine reine Weizenfütterung schon reichen. Allerdings ist das Futter von Jürgen letzlich auch ein Leistungsfutter, nur die Komponenten sind halt anders. Wir haben gerade einen Futtermittelhersteller überzeugt, ein Futtermittel für alte Nutztierrassen herzustellen. Ohne Soja, nur heimische Komponenten , weniger Rohproteine etc.
  • Wie viele Hennen braucht man mindestens, um einen Hahn dazu zu halten?
Alles unter 4 Hennen wäre Quälerei, Dein Vorhaben 10 Tiere zu halten ist in Ordnung (9+Hahn)
  • Müssen Lege- und Masthühner generell unterschiedlich gefüttert werden?

Nicht generell, es macht aber Sinn. Wenn Legehennen in der Legepause zu viel Power bekommen verfetten sie, meistens hast du aber dann gerade die Masttiere dabei. Da ist es gut die Tiere zu trennen und den Masttieren etwas Eiweiß zuzuführen, Kartoffeleiweiß, Erbsen, Bohnen oder auch Mais. Molke im Getreidebrei ist natürlich super, aber wer hat das schon. Auch dafür wird es nun ab demnächst ein Biofutter geben...
Gruß aus dem Rheinland und vielen lieben Dank für Eure Hilfe
der Jürgen[/quote]
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Beitrag#7von Lise1 » Dienstag 15. Februar 2011, 12:01

Oh, das mit dem Biofutter für alte Nutztierrassen interessiert mich! Wo gibt es Infos dazu? Wer ist die Firma? Wo kann man es beziehen?
Eine ganz tolle Initiative, danke!
Lise
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Beitrag#8von Tino Gärtner » Dienstag 15. Februar 2011, 12:12

Hallo Lise1,

kuckst du hier Bild

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Liebe Grüße

Tino
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Beitrag#9von Lise1 » Dienstag 15. Februar 2011, 12:30

Klasse, danke, den Thread hatte ich bisher nicht gesehen!
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Beitrag#10von Jürgi » Dienstag 15. Februar 2011, 17:14

Danke Euch - da sind ein paar Erkenntnisse dabei, die man so einfach nicht in Büchern findet.
Wenn´s Recht ist, werde ich zukünftig noch mit vielen Fragen Löchern...

Auch hier noch einmal: Bild


Viele Grüße
der Jürgen
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