Dammkultur für Gemüse

Moderator: Alli


AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 4029

Dammkultur für Gemüse

Beitrag#1von starkepferde » Freitag 20. März 2009, 19:20

Hallo, da ich neben meinen VIEHchern auch noch Gemüsebau zur Selbstversorgung betreibe, möchte ich gerne wissen, ob von euch jemand Erfahrung mit Dammkultur hat. Wir haben hier einen sehr lehmhaltigen, schweren Boden, bei der Ernte für Schwarzwurzel und Karotten werde ich immer gefragt, ob ich Untertagebau betreibe, weil diese so tief Wurzel, dass ich mid, 2 Spaten tief graben muss. Nun möchte ich das in diesem Jahr mit der Dammkultur ausprobieren, ich denke mir einfach, je höher sie über der Erde im Damm wachsen, je weniger bracuhe ich im Herbst zu graben. Die Dämme will ich mit dem Vielfachgerät und den Pferden ziehen. Kann ich nach dem Auflaufer der Saat auch Mulchen, funktioniert das überhaupt auf den Dämmen, ..... ?
Also jede Menge Fragen. Freue mich über Tipps, Meinungen und Anregungen zu diesem Thema.
Liebe Grüße vom Fuße der Hardeck aus dem Büdinger Land.
KH
Benutzeravatar
starkepferde
Moderator
Moderator
Beiträge: 156
Registriert: 01.2009
Wohnort: Büdingen-Orleshausen
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#2von Herwig » Samstag 21. März 2009, 10:37

Hallo, wir haben hier auch sehr lehmigen Boden, allerdings betreibe ich keinen TiefbauBild

Also ich vermute das Problem mit der Tiefwurzelung in anderen Bereichen. Eine Pflanze wächst dem Wasser hinterher, darum wurzelt sie so tief wenn es sehr trocken ist. In der Dammkultur besteht die Gefahr, dass der Damm noch schneller austrocknet. Die Dammkultur ist natürlich eine Erntehilfe, ohne Frage. Mulchen kannst du die Täler (Furche) sehr gut, dann kommt der Dünger eher an die Wurzeln der Kultur und in den Tälern wird wird im Mulch die Feuchtigkeit gespeichert. Es wird bestimmt auch etwas auf den Dämmen liegen bleiben, kommt darauf an, womit du mulchst und mit welchem Materiel?
Mir ist noch nicht so ganz klar, wie du auf den Dämmen sähen willst, das wird nicht mit der Maschine gehen, auch nicht mit einer Einzelkorn oder Dippelmaschine. Wenn du erst sähst und dann häufelst liegt das Saatgut zu tief, funktioniert ja auch nur bei Kartoffeln. Aber darüber wirst du dir Gedanken gemacht haben?
Den Ansatz an sich finde ich interessant.

Ein befreundeter Bio Gärtner erntet hier die Mohrrüben mit einem Unterpflug.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3422
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 202
Geschlecht: männlich

Beitrag#3von starkepferde » Samstag 21. März 2009, 22:05

Hallo Herwig,
danke für Deine Antwort. Habe heute die Frühkartoffel gesteckt und die Dämme für die Aussaat gleich mitgezogen. Die Kartoffel werden morgen mit Lochfolie abgeplant und die Schwarzwurzel und Karotten per Hand ausgesät und nach dem Auflaufen vereinzelt. Bei Karotten und Schwarzwurzel auf 8-1o cm. Mache das jetzt seit ein paar Jahren so und das hat sich bewährt. Bei den SChwarzwurzel sind die Teile überwiegend bis zu 35 cm lang und auch 3-4 cm im Durchmesser. Die Länge hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich vor dem Aussäen das Beet rigolt habe, das heißt, dass ich in 2 Schichten umgrabe. Da mein Feldgarten nur 100 m vom Sportplatz entfernt ist und der im Sommer alle 10-14 Tage gemäht wird, habe ich mit dem Unternehmer die Vereinbarung getroffen, dass er den Grasschnitt auf meinen Acker abläd und mir eine SMS schickt . Er hat den Transport und die Entsorgung nicht und ich habe immer ordentliches Mulchmaterial. Der Nachteil ist, man muss es sofort verarbeiten ansonsten wird es heiss und matschig. Da ich am Anfang (Frühjahr) größere Mengen brauche nehme ich auch noch geschnittenes Stroh. Ich lasse beim Rundballen pressen vom Lohnunternehmer die Messer, die für den Schnitt der Grassilage benötigt werden, einschalten und bekomme somit optimales Stroh zum Mulchen und auch für die Einstreu meiner Tiere. Dieses Stroh ist saugfähiger, d.h., die Ställe sind trockener, es wird weniger Stroh benötigt und der Misthaufen wächst auch nicht so schnell. Der ausgefahrene Dung lässt sich mit den Pferden auch besser unter pflügen. Ich lasse die Ballen auf 1,5 m pressen. Bei 1,50 m Ballen hatte ich das Problem, dass sie sich beim aufnehmen mit der Frontladergabel (habe keine Zange) in der Mitte durchgefdrückt haben und dann einfach auseinander gefallen sind. Durch das Mulchen und durch die Lage des Feldes habe ich eigentlich keine Probleme mit der Wasserversorgung. Unbepflanzte Flächen, gerade im Frühjahr hat man ja noch einiges davon, werden entweder mit Inkarnatklee angesät, mit dem später auch gemulcht wird oder mit der Luzerne zu Kleeheu (welches ich auf die 3beinigen "Kleeböcke" zum trocknen hänge - klappt hervorragend und wird von den Pferden bis auf den letzten Krümel gefressen) getrocknet.
Benutzeravatar
starkepferde
Moderator
Moderator
Beiträge: 156
Registriert: 01.2009
Wohnort: Büdingen-Orleshausen
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#4von Ihrwißtschon » Freitag 17. Juli 2009, 23:27

Hallo KH, hast Du es probiert? Mein Vater spricht manchmal davon, er nennt als Vorteil das man dann schon vor Auflauf weiß wo die Zeilen sind und man so zeitiger igeln kann. Ich nehm an man macht die Zeilen dann nicht so hoch wie Kartoffeldämme. Hab auch schon Werkzeuge gesehn die seitlich am Damm langkratzen, einfach Drahtstäbe in unterschiedlicher Länge.
Was mich bisher davon abgehalten hat ist das Herausfinden der richtigen Einstellung der Häufelkörper. Ich glaub ohne Erfahrung ist das Feld zuende bevor man das Optimum gefunden hat.
Benutzeravatar
Ihrwißtschon
Highscores: 6

Beitrag#5von starkepferde » Samstag 18. Juli 2009, 15:19

es ist einfach zum Bild . Hab jetzt schon zum 3. mal geantw. und jedesmal ist der Text weg. War wahrscheinlich zu viel. Werde heute Abend noch mal einen Versuch starten und die Antwort auf 2 mal schreiben.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
Benutzeravatar
starkepferde
Moderator
Moderator
Beiträge: 156
Registriert: 01.2009
Wohnort: Büdingen-Orleshausen
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#6von starkepferde » Samstag 18. Juli 2009, 20:51

Hallo, danke für deinen Bericht. Hab es im kleinen Stil probiert mit einem Häufelkörper per Hand. Dämme ca. 15 cm hoch.
Hat bis jetzt hervorragend geklappt. Bei Salat besseres Wachstum, Ernte verfrüht, Pflege vereinfacht. Werde im nächsten Jahr alles zeitig im Frühjahr mit den Pferden und dem Vielfachgerät auf große Dämme ziehen und dann pflanzen und säen.
Verschiedene Anbauteile fürs Gerät = Streichkörper (lassen sich mehrfach verstellen), Hackkörper, Damm-Kettenschleppe und Damm-striegel (wird noch aus Schwader- oder Wenderzinken gebaut). Hier noch ein paar Links:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** - *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** - *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
Benutzeravatar
starkepferde
Moderator
Moderator
Beiträge: 156
Registriert: 01.2009
Wohnort: Büdingen-Orleshausen
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#7von Ihrwißtschon » Sonntag 19. Juli 2009, 13:16

Wow, die Häufelpflug-Seite! Getreide auf Dämmen! Vielleicht kann ich Häufelkörper an meinen Fähse-Rübendrill-Dreipunkt-Rahmen dazukombinieren. Vorneweg die Körper und auf den Dämmen die Säkästen.

Gibt es Vorteile der Kettenschleppe gegenüber der Netzegge? Letztere halte ich für effektiver, und da gibts gar welche bei ebay nagelneu und in verschiedenen Breiten.

Bei der Dammkultur der Kartoffeln hats dies Jahr gut funktioniert. Ganz altdeutsch: Lochmaschine, flach zugehäufelt, hoch gehäufelt, einmal runtergestriegelt, wieder hochgehäufelt , fertsch. Ich denk weil die Samenkartoffeln gut vorgekeimt waren gings mit so wenig Arbeitsschritten.
Benutzeravatar
Ihrwißtschon
Highscores: 6

Beitrag#8von starkepferde » Sonntag 19. Juli 2009, 21:03

Die Netzeggen die im ebay angeboten werden sind meiner Meinung nach Schleppen und für den Kartoffelanbau bzw. die Dammkultur nur bedingt geeignet. Wir haben die Erfahrung gemacht dass die Kettenschleppe (3 Ketten hinter einander) mehr auflaufendes und kleines Unkraut bekämpft als die Netzegge und weniger Kartoffeln rauszieht bzw. abreißt. Auch werden bei unserem schweren Boden kleinere und auch größere Erdklumpen richtig in Bewegung gebracht und bei günstigen Boden- bedingungen noch zerkleinert. Ferner kann man mit dem Balken der Kettenschleppe (muss schwer genug sein) den Dammkamm gleich einebnen für Säkasten, Dippelmaschine oder ähnliches.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
Benutzeravatar
starkepferde
Moderator
Moderator
Beiträge: 156
Registriert: 01.2009
Wohnort: Büdingen-Orleshausen
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#9von Ihrwißtschon » Freitag 24. Juli 2009, 22:13

Jetzt hab ich mir grad die 28 Download-Seiten vom Häufelpflug zu Gemüte geführt. Also mit Dämme häufeln und drauf säen ist es da nicht getan. Grad diese erwähnten glattgestrichenen Seitenflanken, das hab ich auch in einer Vielfachgeräte-Anleitung.Die Gefahr der Austrocknung.
Wie weit bist Du da vorgedrungen? Schon bis zu Geräte-Preisen? Interessant ist es auch durch die höheren Arbeitsbreiten gegenüber dem normalen Pflug. Allerdings sind auf den Bildern auch richtig starke Traktoren zu sehen.

Was ist das besondere bei Neuhaus und Frost?
Benutzeravatar
Ihrwißtschon
Highscores: 6

Beitrag#10von starkepferde » Sonntag 26. Juli 2009, 20:37

Da ich von meinem Landbau nicht leben muss, komme ich auch mit weniger Ertrag durch ev. Wassermangel gut zu recht.
Im Moment mulche ich ja ca. 1000 qm Gemüse kompl. mit Rasenschnitt aus den uml. Kindergärten(sehr sauber). Dies möchte ich natürlich auch weiterhin mit den Dämmen machen. Da ich alles mit den Pferden mache, kann ich nur Teile nachbauen oder fertige Teile an meine Geräte anbauen. Neuhaus bietet ein Vielfachgerät/Hacke mit Dammstriegel an und Forst hat jede Menge Maschinen im Programm für Dammkultur.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
Benutzeravatar
starkepferde
Moderator
Moderator
Beiträge: 156
Registriert: 01.2009
Wohnort: Büdingen-Orleshausen
Geschlecht: nicht angegeben


Beteilige Dich mit einer Spende