Hochwasser kommt nach Niedersachsen

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Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#1von TomundPetra » Donnerstag 6. Juni 2013, 09:35

Liebe Tierfreunde,

Derzeit haben viele Probleme mit dem Hochwasser.

Wir sind in Bayern an dem kleinen Fluss Sulz, haben kein so großes Ausmaß.Der Regen hatte kurz vor knapp aufgehört.

Ich hatte schon Erfahrungen mit dem Hochwasser 2002 und wusste wie schnell Wasser in Ställe einschießen kann.

In Niedersachsen wird laut Sachsen ( dort sitzt derzeit eines meiner Kinder fest ) sehr schlimm werden.

Wir hatten hier folgende Probleme:

Ratten die vor dem Wasser geflüchtet sind,haben sich in Nichthochwassergebieten durch Volieren gefressen und ganze Bestände dezimiert.

Schwalbenkinder sind innerhalb 3 Tage Hochwasser verhungert da die Eltern nicht ausfliegen konnten.

Storchenkinder sind verhungert.

Katzenbabys sind ertrunken.

Kleinbäche wie Mühlbäche sind so reißend geworden das sie Heu und Futtervorräte in kleinen Stallanlagen unbrauchbar gemacht haben.

Achtung auch bei niedrig liegenden Stallanlagen an Kleingewässern, bei uns haben 5 cm Hochwasser gereicht innerhalb 1,5 Stunden eine komplette Anlage zu fluten.

Bleibt in der nähe der Tiere manche weigern sich die Ställe zu verlassen, das Wasser ist so schnell das dann kaum noch möglich ist alle Tiere zu retten.

Ich selbst hatte massive Probleme in einem halben Meter Flutwasser vorwärts zu kommen.

Ich denke das in Bayern sehr sehr viele Tiere umgekommen sind von den Schäden nicht zu sprechen.

Alles Liebe Eure Neuen Forumsbesucher Petra und Tom aus Bayern
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#2von Claudia » Donnerstag 6. Juni 2013, 10:00

tut mir unendlich leid für euch beide, denke ihr hattet keine vorwarnzeit, echt übel was so ein hochwasser in kurzer anrchten kann.

Info:
unser landkreis hat katastrophenalarm.
aber ausnahmezustände vom castor gewohnt, funktioniert hier die buschtrommel und hilfestellung von kuchen backen für helfer, bis trecker zur verfügung stellen und sandsäcke füllen gut (mitten im gras schneiden), aber es sind aufgrund der dünnen besiedelung immer zuwenig helfer.

geschätzte 1,2 millionen bis 2 millionen sandsäcke müssen gefüllt und auf die (maroden) deiche gepackt werden.
zentrale sandfüllstation ist neu tramm das kieswerk/(einfach hinfahren, da gehts 24 h rund) und dann natürlich diverse sandkuhlen direkt in den betroffenen dörfern und gemeinden.

derzeit müssen hier 12000 klauentiere und diverse pferde evakuiert werden, wer landkreisnah wohnt, kann sich bei der viehvermarktung in lüchow melden, die sammeln unterkunftsadressen und organisieren zusammen mit dem maschinring die transporte.

kleinviehhalter (geflügel. kaninchen und co) haben es schwerer, die müssen selber unterkunft finden, aber ich denke hilfegesuche werden auf den gängigen sozialen netzwerkseiten veröffentlicht oder können dort angeboten werden.


P.S Zwischenlager gorleben(kartoffelscheune)mit seinem atommüll und das AKW krümel liegen auch recht nah bzw. direkt an der elbe. ich hoffe die beluga muss nicht wieder im wasser schwimmen
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#3von TomundPetra » Donnerstag 6. Juni 2013, 12:02

Hi,

Danke für die Anwort.Ich Drücke ganz fest die Daumen.

Wer gerne Eine Pedition unterschreiben möchte, geht online ganz fix.

Www.bund-Naturschutz.de dort kann Mann/Frau für die Aktion rettet die Donau unterschreiben.

Dazu muss man kein Mitglied sein, es ist sinnvoll den wenn nicht renaturiert wird und Auen zugebaut werden, wird sich das Drama ständig wiederholen.

Gerade in Bayern ist Straubing betroffen ( wird im Projekt benannt ) solange die Ursache nicht angegangen wird nützt auch Schadensbegrenzung NUR durch Dämme nichts.
Wie wir heuer sehen sind die Dämme oft schnell durchgeweicht .

Wobei ich natürlich nicht Gegner von Dämmen und Flutmauern bin, ich finde nur es sollte mehr Rücksicht auf die Belange der Naturkraft genommen werden.Dann kann Städten und Dörfern vorab mehr Schutz geboten werden.
Wichtig ist auch das sich dann die Fließgeschwindingkeit verringert, Wasser läuft an den Engstellen wie Passau nicht so schnell zusammen.

Außerdem gibt es mehr Auen für Wild und Nutztiere zu beweiden und Schutzraum für bedrohte Arten.

Viele liebe Grüße eure Naturfreakpetra
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#4von TomundPetra » Donnerstag 6. Juni 2013, 22:47

Hi,
Da hast du recht, die Landwirte verdichten mit schwerem Ackergerät aber auch den Boden.
Das Wasser kann auf intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen ebenfalls nur schwer versickern und läuft oberirdisch ab.Ein bekanntes Problem.

Mit Auenbeweidung meinte ich nicht unbedingt Dauerbeweidung.

Mein Slow Food Gärtchen stand nach dem Wetter auch unter Wasser, wie ein Sumpf.Wichtig ist, denke ich, das Regenwasser auch wieder abfließen kann bzw versickern.Das dauert bei mir auch, ist dann aber wieder betretbar.

Als Weide scheidet mein Gartenteil eher aus, Grübel Denk.

In Zukunft kannst du drauf Wetten das Bauern und Landbesitzer enteignet werden, sowas geht immer ganz schnell.
Inwieweit solche Projekte wirksam sind ...da streicht mein Horizont die Segel.

Die Frage ist auch, trifft mich das als Hobbylandwirt der NUR sein Heu machen will oder Tiere zeitweise auf zb Auenflächen hält, oder ist meine Existenz als Landwirt bedroht weil ich produzieren muss.

Danke für den Denkanstoß es grüßt dich herzlich

Frau Grübelnachdenk
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#5von TomundPetra » Donnerstag 6. Juni 2013, 22:54

Liebes Mettbrötchen,

Dein Name hat mir dermaßen eine Lust auf Mettbrötchen gemacht.

Mir ist nicht ganz klar warum die Bäche bei euch verschlammen, bei uns wurde 2006 renaturiert, verschlammte Bäche habe ich keine gesehen.

Das einzige was bei uns verschlammt ist der alte Treidelkanal, der wird vom Fischereiverein ab und zu
ausgebaggert.Was immer ein ziemliches Theater mit dem Amt für Umweltschutz ist,die wollen das nicht.Da der alte Kanal viele Staustufen hat verschlämmt er nach ein paar Jahren wieder.

Bin interessiert an deiner persönlichen Erfahrung.

Es grüßt eine MorgenEinkaufgehende
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#6von TomundPetra » Donnerstag 6. Juni 2013, 23:48

Aha du reflektierst deine persönlichen Probleme mit Überlegungen zu Flutkatastrophen.Machst du das immer so ?

Ich stell mir gerade vor wie du zu einem Amt gehst, ohne Anklopfen geschweige denn die Nennung deines Namens deinen Text runterleierst, ohne auf Antwort zu warten heraus stürmst und den betroffen kopfschüttelnd zurück lässt.

Cool wäre in dem Fall, wenn du wie Colombo noch mal zurück kommst und sagst:' Übrigens, mein Name ist Mettbrötchen, aber das sag ich dir nicht weil du sonst einen Fressanfall bekommst.'

Ich habe immer noch nichts über deine persönlichen Erlebnisse gehört, nur Schlagworte und total überzogene Beschuldigungen sind uninteressant.

Ich hoffe du gehörst nicht zu den Typen die nach oben buckeln und Kratzen und auf jemanden treten der wie ich nur seine Überlegungen im eigenen Threat anspricht.

Mein Mann ist entsetzt, vielleicht sind wir im Verein doch nicht an dem richtigen Platz.

Tschüss Mettbrötchen
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#7von Fuhrmann » Freitag 7. Juni 2013, 08:00

TomundPetra hat geschrieben:Hi,
Da hast du recht, die Landwirte verdichten mit schwerem Ackergerät aber auch den Boden.
Das Wasser kann auf intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen ebenfalls nur schwer versickern und läuft oberirdisch ab.Ein bekanntes Problem.


Da habt ihr vollkommen recht, es ist zwar nicht das einzige Problem, aber die Verdichtung der Ackerböden stellt schon eine Ursache für die Hochwasser da.
Schon Ende der 80er Jahre sagte Prof Preuschen: " Ganz Europa hat einen Horizont unter der Pflugsohle "
Mit einem guten Auge kann man das auch selbst beobachten, wie das Wasser auf den Feldern stehen bleibt und garnicht bis in die Drainagen druchsickert.

Im Wald haben wir das gleiche Problem, Rückegassen, bis zu 50 % der Fläche, hier ist mit einer Überfahrung das Grobporenvolumen um 95% reduziert. Die Folge das Wasser fließt ab.

Gerade dieser Tage habe ich den Bericht eines Amisch-Bauern gelesen, der berichet, dass die mit Pferden bearbeiteten Böden 7 mal so viel Wasser aufnehmen können, als die von Schlepper bearbeitenden Betriebe.

Sepp Braun hat durch gute Bewirtschaftung seiner Böden und Reduzierung des Schleppergewichtes auf seinen Böden bis zu 600 Regenwürmer pro m². In der konv. LW sind es im Schnitt 16 RW/m². Braun berichtet dass seine Böden bis zu 150 Liter je Stunde aufnehmen können.

Der Film von Prof. Ehlers ist leider nicht mehr im Netzt, er würde noch mal für Klarheit sorgen.

Die Ursachen der Flut werden nicht beseitigt, es werden nur wieder die Symptome versucht zu lindern. Die Schwermaschinen-Industrie verdient siche eine Goldene Nase und der Steuerzahler bezahlt das. Das Leid das Mensch und Tier dadurch ertragen noch nicht mal gerechnet.
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#8von TomundPetra » Freitag 7. Juni 2013, 10:02

Guten Morgen Ihr lieben,

War gerade einkaufen.

Ich habe nichts gegen Landwirte, wenn das so rüber kommt dann bitte ich das Mettbrötchen (heute mit dick Zwiebeln ) um Verzeihung.Und alle anderen auch,die sich angesprochen fühlen.

Ich habe tagtäglich mit Landwirten zu tun, es sind viele von Ihnen vom Hochwasser betroffen, weil das Wasser nun an Stellen kommt wo es vorher nicht war.

Ein Hof war so gefährdet das wir 2 Tage und Nächte versucht haben zu retten was zu retten ist, gerade die Landwirtschaftlichen Geräte konnten wir kaum noch bewegen weil der Boden morastig war.

Bei uns ist es momentan ruhig, am WE sollen aber Unwetter kommen und wir haben große Bedenken ob der Flussrand hält, da alles unterspült ist.

Meine Gedanken gehen eher dahin das jeder einzelne einen Beitrag zur Gesamtursachen Beseitigung tun könnte.Es ist gewaltig anstrengend und auch gefährlich erst nach solchen Unwettern die Schäden zu beseitigen.Habe heute Morgen in der Au das Tote Kitz gefunden welches bei uns aufwachsen sollte.
Rehe kommen gerne in die Nähe zu uns und jedes Jahr kommen dort Ihre Babys zur Welt.

Schuldzuweisungen sind eine total veraltete Strategie irgendwelcher Politiker, damit kommt man meiner Meinung nicht weiter.
Ich selbst bin für mein handeln verantwortlich, ich muss mir Gedanken machen was ich tun kann um
Artenvielfalt, Umweltzerstörung, an gutes Leben möglichst ohne auf Kosten anderer etc etc erleben zu können.
Ich kann keinem Befehlen etwas anders zu machen noch Ihn für seine Meinung zu verdammen.

Ich habe eine Stimme und die kann ich jemandem geben, ich mag Artenvielfalt, vom aussterben bedrohte Rassen, meinen verwuschelten Garten mit allerlei Gemüse und Kräuter, ich liebe Kinder denen möchte ich weitergeben das wir heute anders denken müssen.

Für meine Kinder ist der Tod des Rehes ganz schlimm, ich komme da auch in Erklärnot.Warum hat das Kitz am Wasser geschlafen, warum ist es nicht mit d Mama weggelaufen. wo ist die Mama .....

Ich habe Verantwortung für mich und meine Kinder und den kleinen Raum ( Hof ) in dem wir leben, mein Mann und ich tun alles um uns dies zu erhalten.
In diesem Raum leben Tiere und Insekten werden Brutmöglichkeiten geschaffen etc, das sind Dinge die ich tun kann weil es mir gehört.
Andere Menschen haben andere Prioritäten, diese sind genauso wichtig.Ich könnte zb kein Veganer sein, ich esse einfach zu gerne.

Ich möchte nicht streiten, ich mag es lieber sich auszutauschen.

Ps ein Bekannter von mir rückt in Hessen Nähe Usingen auch Holz mit Pferden eine tolle Sache. auch hier in Bayern wird dies noch gemacht.Das ist Waldnutzung wie ich sie sehr mag, ich hoffe das löst jetzt wieder kein Mettbrötchensturm aus.

Ich wünsche euch frohes Schaffen und bin dann mal im Garten,

Alles Liebe wünscht Frau Gartenwusel
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#9von TomundPetra » Freitag 7. Juni 2013, 11:51

Hallo mal schnell zwischendurch,


eben hat mich ein befreundeter Landwirt aus Hofen besucht, bei Ihnen ist Verwandschaft in Österreich
gestern ums Leben gekommen im Hochwasser.

Er erzählte mir das sie vor einigen Jahren enteignet worden sind um knapp eine Hektar, der gut vergütet wurde.
Vorteil sei daran das nun die 10 Hektar oben drüber Hochwasserfrei sind, er meinte das viele Bauern sich Landstücke an einem Fluss teilen, der Verlust deshalb keiner sei.

Aus der Erfahrung heraus kann dieser Landwirt sagen das dies für seine Landwirtschaft gut war.

Der Landwirt ist in Hofen der größte Erwerbslandwirt mit großen Maschienen.

So nun wieder los, viele Grüße
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#10von Herwig » Freitag 7. Juni 2013, 15:35

Hallo, ich habe den Beitrag von Mettbrötchen gelöscht, weil ich die Wortwahl nicht angebracht fand.
@Mettbrötchen, du kannst gerne einen Beitrag erneut verfassen, aber ohne Pfui und ähnliche Beschimpfungen, in der Regel befleißigst du dich doch auch anderer Vokabeln ohne ausfallend zu werden. Ich hoffe dein Zorn ist jetzt verraucht, in der Regel schätze ich Deine Beiträge, diskutiere gerne kontrovers, aber ohne Beschimpfung.OK??.

Ich finde auch, dass die Gründe für Hochwasser vielfältig sind, sicherlich ist die Bodenverdichtung nicht ursächlich für die Überschwemmungen, aber zu leugnen ist sie warlich nicht.
Mit zunehmenden Gewicht der Bearbeitungsmaschinen steigt propotional der Grad der Bodenverdichtung, dass ist selbst von den Organisationen der Landwirte anerkannt (Landvolk, Bauernvertreter, LWkammer etc) Schon in den 80ger Jahren hatte man die Idee, mit sogenannten Luftkanonen Steroporkügelchen in den Untergrund zu schießen um der zunehmenden Bodenverdichtung Herr zu werden. Es ist oft ein kleiner Teufelkreislauf, zunehmende Bodenverdichtung erfordert tiefer Bearbeitung und dieses wiederum stärkere und somit schwerere Maschinen und häufigeres Bearbeiten. Gäbe es die Bodenverdichtung nicht, gäbe es wohl auch nicht die vielen Geräte zur Tiefenlockerung des Bodens nicht!
Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um einen Ausweg aus der Misere. Bauern tragen eventuell eine kleine Mitschuld. Aber wir alle tragen vermutlich viel mehr dazu bei... Geiz ist geil setzt die erzeugende Landwirte unter Druck, möglichst viel aus möglichst wenig Fläche herauszuholen. Der jahrelange Reinheitsfimmel lies Verantwortliche Flußbegradigungen und Betonversiegelungen vornehmen (Schließlich Gremien, die wir gewählt haben)
Es wurde Bauland ausgeschrieben in Überschwemmungsgebieten und Deiche Flußeinwärts verlegt. (oft auch auf Druck von Bürgerinitiativen) Auen und Moore wurden systematisch trockengelegt. Erhöhte Verkehrswege durchschneiden die Landschaft mit unzureichenden Brücken etc etc etc. Nun rächt sich das!
Bauern müssen nicht enteignet werden, in Überschwemmungsgebieten lediglich Weidewirtschaft zu betreiben reicht ja völlig aus. Es werden so viele sinnlose Subventionen gezahlt, dann müssen eben welche für Deich Hinterland gezahlt werden.
Ich wohne in der Nähe der Leine und der Aller, hier ist es üblich keinen Acker im Überschwemmungsgebiet zu haben.
Letzlich wird uns nichts anderes übrig bleiben, als all diese krusen "Renaturierungsmaßnahmen" zu bezahlen, was ja nichts anderes heißt, als die teuren Fehler der Fachleute in der Vergangenheit durch neu zu finanzierende Ideen der Fachleute der Gegenwart, zu ersetzen, ohne zu wissen was morgen ist.


Und eine vorgegebene Tatsache hat bis heute Gültigkeit: Eigentum verpflichtet! Das gilt natürlich für Bauern und Häuslebesitzer gleichermaßen.
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#11von Fuhrmann » Samstag 8. Juni 2013, 14:13

Sicherlich sind die Versiegelten Flächen auch eine der Ursachen für das Hochwaser, vor allem weil das Wasser hier schnell herausfließt. Aber das sind weniger als 14 % der Fläche. Dem stehen über 50 % LW Fläche gegenüber.

Bild
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#12von Herwig » Samstag 8. Juni 2013, 15:27

Mal einige kleine Beispiele:
Mein Welger Miststreuer fasst 3 to, hat Ballonreifen.
Ein Bauer in unserem Ort hat einen Miststreuer der pack 18 to, also 6 mal soviel, nun soll ich glauben, das die Auflagefläche seiner Reifen 6 mal größer ist??? Entweder ich kann nicht gucken oder nicht rechnen...
Mein alter 2 Schar hat ein Rad von ca 15 cm Breite, der Fünfschar meines Nachbarn müsste also einen 42 cm breite Reifen haben???????????
Ähnliches gilt für meinen Schwader oder Wender....
Ich sehe es genau andersherum, die Märchen der reduzierten Verdichtung durch breutere Reifen oder größere Auflage ist ein gern genommenes Argument der Agrarindustrie.
Teilweise haben die Maschinen Walzenartige Räder, die mindestens mit gleichem Andruck arbeiten wie alte , leichtere Geräte, verdichten also ergo eine größere Fläche.
Es ist, wie ich denke ein Ammenmärchen, von weniger Verdichtung zu sprechen.
Ausschlaggebend ist die Andruckfläche und das Gewicht. Fahre ich mehr Gewicht mit größerer Andruckfläche über den Boden, verringere ich doch nicht die Bodenverdichtung! Der Boden ist pro cm² mit dem gleichen Andruck belastet, ob ich 5 tonnen auf 15 cm² verteile oder 10to auf 30cm² der Druck bleibt der Gleiche, nur die Fläche hat sich verdoppelt.
Selbst wenn ich weniger Bearbeitungsschritte benötige, wegen der größeren Bearbeitungsbreite, habe ich doch nix gewonnen.
Unterm Strich ist eines klar:
Egal welches Gewicht ich über eine Fläche fahre, die Erdanziehung bleibt die Gleiche wirklich etwas bringen würde doch nur, wenn ich alte Maschinen mit den neuen Reifen versehen würde, nur dann hat man das gleiche Gewicht, auf eine größere Fläche gebracht. Alles andere ist Augenwischerei!
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#13von schnuckened » Sonntag 9. Juni 2013, 00:06

na da hat doch die hochwassersituation wirklich ne tolle wendung bekommen! woanders saufen die ländereien ab und ihr streitet, ob die breite der treckerreifen ursache dafür ist. so ein Dung...!
viel wasser braucht viel raum, so einfach ist das! wer viel wasser nicht gebrauchen kann, versucht es abzuleiten. das geht von bergoben nach bergunten. und immer der nachfolgende hat "neese" wenn ersterer es so will! nur saufen die ersten immer zuerst ab, davon haben die die schnauze voll! drum zwängen sie ihr wasser ein und geben es in die darunter befindlichen regionen ab. die saufen dann auch bald ab! und wenn es dort auch kräftig regnet, haben die ein doppelproblem. ob verdichtet oder nicht, sättigt sich dort der boden mit wasser und kann nicht mehr weg, wenn die großen flüsse randvoll sind. es sei denn, man ist politisch durch kohlegruben oder unesco- geschützte reservate privelegiert. das ist ein politikum und wahrt den schein. denn drumherum säuft auch alles ab. und so werden als politischer schein auch "renaturierungen" geschaffen, dass die ministerpräsidenten sich ab und an deichlaufend als helden feiern können!

grüße

ed
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Re: Hochwasser kommt nach Niedersachsen

Beitrag#14von Claudia » Sonntag 9. Juni 2013, 07:29

gestern sah ich eigene satelittenbilder von den überschwemmungsgebieten. das ganze szenario wirkte nicht sonderlich dramatisch - im vergleich zu dem was tatsächlich los ist.

bei der tageschau fand ich den bericht: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** folgen für fauna und flora.
auch hier das größte problem mensch gemacht, mit seinen verklappten sondermüllabfällen. auch wenn hier mal wieder die DDR schuld sein soll.
gestern las ich einen bericht das spitzenpolitiker behaupten, dass umweltverbände und bürgerinitiativen schuld sind, weil sie schutzbauten und ähnliches verhindern.

schade das dies ganze flussystem nicht komplex gesehen wird, sondern immer nur in teilbereichen wo ein passender schuldiger gesucht wird.

die flüsse als transportmittel sind doch sowieso nicht mehr so wichtig wie in früheren zeiten und entfernungen haben sich längst relativiert.
weg von den flüssen - hinein ins landesinnere. (ich weiß - utopie) aber hätten die ururmenschen auch gemacht wenn 3x ihre hütte in einer generation abgesoffen wäre.
keine ahnung wann es im menschlichen hirn geklickt hat, den fluss bezwingen zu wollen - hat für mich den hauch von tief verankerten machtspielchen
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Das nächste höhere Hochwasser ebenfalls vorprogrammiert

Beitrag#15von eumax » Donnerstag 27. Juni 2013, 21:59

14 % sehen auf dem ersten Blick eigentlich ganz harmlos aus, aber sehen wir genauer hin, so erkenn wir leicht, daß 80% der Flächen, die das Wasser zuvor zurückgehalten haben nun mit Industrieflächen und Logistikflächen bedeckt sind und somit das Wasser unaufhaltsam in die Täler spült.

Da werden auch keine höhere oder neue Dämme mehr helfen.

Absicht?
Vorsätzlich?
Rücksichtslos?
Schicksal?
Oder nur
Dummheit?

Diese Katastrophe ist zweifelsfrei "Hausgemacht".

Schuld daran ist ebenfalls zweifelsfrei die global herrschende Finanzdiktatur (Raubtier-Kapitalismus), der sich - koste es was es wolle - durchsetzt gegen Vernunft, Verstand und Demokratie.

Aufhalten oder Verhindern können wir dies nur mit Transportbeschränkungen, Renaturierung und dem Abnehmen des Fallrohrs von der Kanalisation.

Sonst sehe ich für Euch keinen Ausweg.

Grüße
aus dem Rothaargebirge
Demokratie schließt Regierungen (=Terrorismus) aus.

Und der Arme sagte bleich: "Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."
Berthold Brecht
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