Plastik in der Umwelt

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Plastik in der Umwelt

Beitrag#1von Herwig » Donnerstag 7. November 2013, 07:40

Ich erinnere mich gut, wie ich vor rund 40 Jahren mit Jutebeuteln zum Einkaufen fuhr, aus Überzeugung. Diese "kleinen Kartoffelsäcke" mit dem Aufdruck: Jute statt Plastik sehe ich heute nirgends mehr! Die Problematik holt uns jetzt allerdings ein. Mich schockieren die Aufnahmen der riesigen, im Meer treibenden Plastikteppiche ebenso wie die Mageninhalte der verendeten Tiere oder die Feinuntersuchungen der Strände, die unter dem Mikroskop erst zeigen, wie viele winzig kleine Plastikteilchen im Strandsand schlummern. Es frustriert mich zunehmend mehr, dass dieser jahrelange Protest in vielen Bereichen des Umweltschutzes so fruchtlos geblieben ist.
An der Supermarktkasse fand ich es immer furchtbar, wenn vor mir jemand, wie selbstverständlich unter das Förderband griff und eine Plastiktüte auf das Band zu seinem Einkauf legte. ...Gesagt habe ich denen nichts! Wie blöd, ich werde das ändern!
Später als Bioladenbesitzer stellte ich fest, das bei den "BIOS" nur nach außen Umweltbewusstsein eine Rolle spielt. Die Waren und Umverpackungen zeigten die gleichen Umweltsünden wie die normalen Diskounter. Selbst die Paletten wurden Daumen dick mit Folie umwickelt... Die Landwirtschaft erstaunt mich auch immer wieder. Bei uns in der Feldmark liegen nicht nur hunderte alte Reifen massenweise an Silolagerplätzen sondern auch zerrissene Siloplanen, Silonetze, Heunetze etc. Riesige, bereits überwucherte "Planenrollen" an ehemaligen Kartoffeläckern erinnern an die Versuche die Frühkartoffeln noch früher zu ernten. Manch einen Bauern erwische ich dabei, wie er versucht diese Planen kurzerhand unterzupflügen. Jutesäcke findet man kaum noch, alles wird in Plastik-Netzsäcke verpackt und verhökert.
Warum sage ich denen nichts?? Ich bin abgestumpft gegen die Ignoranz meiner Mitbürger. Ich werde müde ständig anzuecken.
Erzeuger machen es sich einfach, sie meinen, der Konsument will es ja so und ziehen sich damit aus der Verantwortung.
Mein Arbeitsplatz liegt an einer Bürgerbgegnungsstätte, diese wiederum direkt am "Penny Markt". Da beobachte ich junge Mütter mit Kinderkarre auf der Bank, die anschließend, einfach fallen gelassene, Plastikberge zurücklassen. Viele, gerade junge Menschen, lassen ihren Plastikmüll fallen wo sie gerade stehn und wenns gerade neben dem Papierkorb ist. Parkplätze ohne Müllentsorgung sind mir ein Graus, ich frage mich immer wieder, was Menschen umtreibt, ihren Müll dort zurückzulassen.
Von mir erwischte und angesprochene Menschen erwidern mir dann oft: Macht doch die Stadtreinigung weg! Einige behaupten sogar, damit Arbeitsplätze zu schaffen. Fast alle sind ohne jegliches schlechtes Gewissen.
Mich kotzt das an!!!!!!!
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#2von schnuckened » Donnerstag 7. November 2013, 08:33

gelegendlich, im grunde inzwischen nur noch ein mal zu weihnachten, geh ich in die kirche. eine der botschaften dort ist sich zu besinnen, an das was früher war und heute noch gilt! ich glaube ganz sicher, dass es das ist was uns fehlt. es ist einfach unschick, ja schon doof geworden, sich an das zu besinnen was gut und richtig ist. diese dinge herwig, die du ansprichst, gehören einfach dazu. sie sind ausdruck einer sich zentrifugal drehenden gesellschaft, die inzwischen globale ausmaße erreicht hat, die nicht mehr aufzuhalten ist und im supergau enden wird. wir haben keine chance mehr!

grüße

ed
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#3von karinenhof » Donnerstag 7. November 2013, 13:33

Herwig Du hast recht, und dann auch noch recht.

Als ich Deine Anfangszeilen las, dachte ich - genau. So sehe ich das auch. Ich lasse mir in der Apotheke keine Tüte geben, weil dass bekomme ich auch so nach Hause. Auch sonst, nutzte ich keine Plastetüten für den Einkauf. Ich habe andere immer wieder verwendbare Behältnisse. Wenn ich es mal verdödelt habe, dann macht es ein Pappkarton auch.

Aber wenn ich mein Fleisch vakuumiert habe (da verzichte ich nicht auf Plaste), dann schichte ich es fein säuberlich in eine Plastetüte. Und dass mit einer Selbstverständlichkeit, die mir gerade etwas peinlich ist.

Ich werde es ändern. Ab dem nächsten Jahr gebe ich meine halben Schafe in einem Stoffbeutel weiter.

Danke Herwig für diesen Schups

sagt die Karin aus dem Havelland
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#4von Claudia » Donnerstag 7. November 2013, 14:17

Nach 2 Wochen KHhabe ich hier Berge an Werbung liegen. Dabei fand ich das es mit der Werbung deutlich weniger geworden ist, seit ich außerhalb der Stadt wohne.
Nicht nur das der überwiegende Teil Hochglanz beschichtet ist und damit untauglich zum Ofen anzünden, nein - als Krönung gibt es jetzt noch gesammelte Prospekte in Plastiktüten verpackt.
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#5von Fuhrmann » Donnerstag 7. November 2013, 19:50

Ich vermute mal die Jute-Tasche wurde von der Stofftasche abgelöst. Ich nehm meist die.

Für den wöchentlichen Großeinkauf nehm ich das Auto und ne Plastikiste, die aber schon seit einigen Jahren.

Wenn die endlich mal ne Anbindestange am Einkaufsmarkt anbringen würden, würde ich ja mit der Kutsche fahren.
Bild

Ich versuche es mittlerweile zu vermeiden andere ändern zu wollen. Wenn man sie kritisiert dann legen sie ihre ganze Energie darin, das wofür sie kritisiert wurden zu rechtfertigen oder schön zu reden. Besser ist es denen Anerkennung zukommen zu lassen die etwas gutes tun. Ich versuche gutes Beispiel zu sein ohne mich für die anderen zum Affen zu machen. Wenn ich es schaffe, dass 2 Menschen meinen Beispiel folgen habe ich mein Lebensziel erreicht. Wie war das noch mit dem Schachbrett und dem Reiskorn ?
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Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#6von Herwig » Donnerstag 7. November 2013, 20:17

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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#7von Alex » Donnerstag 7. November 2013, 23:44

Das Problem ist ja nicht nur die Plastiktüte für den Einkauf, sondern der Einkauf selber, es ist ja kaum möglich, z. B. Nudeln, Hirse, und viele Produkte nicht im Plastikbeutel zu kaufen. Egal ob Diskounter, Bioland oder Demeter. Ich würde gern, aber ich kann nicht alles selbermachen, vor hundert Jahren, hätte mein kleiner Hof noch zusätzlich ne Magd und nen Knecht gehabt, weil es sonst nicht zu bewältigen gewesen wäre, und wir wären aber nicht immer satt geworden und es hätt uns auch noch öfter gefroren. Um wirklich so zu leben, dass wir kaum Müll produzieren und wenig Energie verbrauchen, müssten wir sehr weit zurück und das wird aber kaum jemand wollen, weil dann müssten wir auf sehr viel verzichten. Is ja innerhalb der Familie schon schwierig, wie soll man das einer verwöhnten Gesellschaft klarmachen?

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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#8von karinenhof » Freitag 8. November 2013, 12:21

hallo Claudia,
wir sammeln Papier. Bei uns in der Küche, bei mir im Büro und auch bei meiner Mutti, stehen Kartons und Kisten. Dort wird Papier gesammelt und dann regelmäßi in unregelmäßigen Abständen zur Sammelstelle gebracht. Wenn ich sowieso in diese Richtung fahre, krache ich das Auto voll und lade dann aus. Es gibt sg. Papiersammelstellen od. Papierbanken. Bei uns ist in ca. 15 km Entfernung ein Schrotthändler, der auch Papier aufkauft.

Grüße von Karin aus dem Havelland
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#9von Claudia » Samstag 9. November 2013, 09:27

Hallo Karin,
Papieraufkäufer gibt es hier auch, der Ankaufswert ist auch gar nicht so schlecht, so das unser Dorf vor einiger Zeit überlegt hatte, Papier zu verkaufen, statt in die blaue Tonne zu geben.
Leider ist es aber so, das seitens der Ankäufer sehr selektiert wird. Hochglanzpapier, Papiersäcke (Futter, Dünger etc), Karton, Pappe wird nicht bezahlt. Geld gibt es nur für "Tageszeitungsähnliches" Papier und das macht leider einen sehr geringen Anteil aus (und wird eher zum Ofen anzünden benötigt) so das es doch in die blaue Tonne geht, die jeder Haushalt kostenlos beantragen kann
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#10von karinenhof » Dienstag 12. November 2013, 12:36

hm, bei uns ist es nicht ganz so kompliziert. Bis auf sämt. Pappen landet alles in der Sammelkiste für Papier.

sonnige Grüße von Karin aus dem Havelland
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Re: Plastik in der Umwelt

Beitrag#11von Jokl » Mittwoch 20. November 2013, 20:09

Wenn ich mir allwöchentlich die überquellende gelbe Tonne ansehe und mal wieder genauer in Augenschein nehme was da eigentlich alles drin ist, muss ich wieder mal erkennen, daß irgendetwas falsch läuft/gelaufen ist...
Wann haben wir verpennt, daß man unweigerlich mit Kunststoffmüll überflutet wird wenn man, wie jeder, gezwungen ist Lebensmittel zukonsumieren?
Warscheinlich zu dem selben Zeitpunkt als wir bemerkt haben sollten, daß sich die von uns gewählten Politiker schon lange nicht mehr um die eigentlichen Interessen der (Welt-)Bevölkerung kümmern, sondern sich lieber dem allgemeinen Lobbyismus beugen. Auch ich bin mit den Jahren müde geworden gegen die allgemeine Ignoranz, Geldgier, und den Egoismus des Einzelnen anzukämpfen - aber etwas muss doch geschehen! Sind denn (fast) alle blind geworden???
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