Geflügel schlachten

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Geflügel schlachten

Beitrag#1von Canaria111 » Dienstag 13. November 2007, 16:47

Weihnachten naht und bald ist dann grosser Schlachttag. Am Samstag unterhielt ichmich darüber mit meinen canarischen Freund, da ich am Tag vorher eins von meinen Gallinas Blancas notschlachten musste. Ich kenne nur die Variante mit Genick brechen und muss zugeben, bei den grossen Huhn hatte ich echte Probleme. Wie wird es also bei den bedeutend grösseren Enten, dachte ich bei mir und schnitt das Thema an.

Er sticht mit einen Nadelspitzen Gegenstand (was genau habe ich auf spanisch nicht verstanden) in den Hinterkopf und tötes das Geflügel dadurch. Danach soll man auch besser rupfen können. Ich habe diese Art mal in einen Buch gelesen (im Medicus *gg*)

Was soll ich von der Methode halten ? Soweit wie ich verstanden habe, werden die Tiere vorher auch durch einen Kopfschlag betäubt.
Francisco sagte mir, er macht es immer so, nachdem er mal eine peinlich Situation mit Wachteln hatte. Sie wollten mal spontan ein paar Wachteln von einen Freund schlachten, weil Hunger angesagt war. Also fangen sie die Tiere ein, Fran bricht ihnen das Genick und lässt sie erstmal auf den Boden liegen, klar bei Wachteln braucht man schon ein paar. Er guckt wieder auf den Boden um zu schaun, wieviele es schon sind, liegen da keine mehr, sondern die Kleinen rennen wieder putzmunter rum Bild
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Beitrag#2von Herwig » Dienstag 13. November 2007, 19:00

Hallo canaria,
ich favorisieren ja nach wie vor die "Kopf ab Methode":
Mit dem Stiel vom Beil beherzt betäuben und dann gleich mit der Axt den Kopf abtrennen.

Die von Dir beschriebene Methode wurde hier in Deutschland auch viel angewendet, besonders bei Enten und Gänsen.

Dazu griff meine Oma den Gänsehals kurz unter dem Kopf von hinten und nahm vorne den Schnabel mit in die Umklammerung. dadurch wurde der Hinterkopf der Gans nach oben gesrteckt und sie stach mit einem Kartoffelschälmesser genau in den Hinterkopf, zwischen dem ersten Halswirbel und dem Schädel.

Das hat folgenden Vorteil, dort unten im Halsbereich liegt die Medulla Oblangata (weiß nicht ob das richtig geschrieben ist) das ist das Atemzentrum. Als die Kopfstützen in den Autos noch keine Pflicht waren, hast diese Medulla viele Menschen getötet, weil duch das extreme überstrecken des Halses, der Dorn vom ersten Halswirbel das Atemzentrum zerstört hat. Bei einem Auffahrunfall flog der Oberkörper nach vorne und dann nach hinten, die Rückenlehne bremste den Oberkörper und der Kopf knallte in den Nacken...

Es ist also davon auszugehen, das diese Methode des Stechens in das Atemzentrum die Tiere auch sofort tötet, durch das Drehen des Messers wird evtl. auch das Stammhirn zerstört, was die Reflexe, also das herumzappeln reduziert, allerdings bluten sie nicht so gut aus.

Was auch immer, wichtig ist, alles schnell und schmerzlos zu machen. Der Stich muß geübt werden und misslingt bestimmt einige Male, darum sollte das niemand so zu Übungszweckenselbst versuchen, sondern es sich von einer Fachfrau oder Mann einige Male zeigen lassen. Und immer daran denken, beherzt und kräftig!! Vorsicht quält unnötig!!
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Beitrag#3von löringshof » Dienstag 13. November 2007, 19:45

Hallo,
dann will ich auch mal kurz schreiben wie wir so vorgehen:

Als Schlachttrichter fungiert eine Straßenpilone, das sind diese Hütchen die bei Absperrungen verwendet werden.
Die Pilone wird am oberen Ende so aufgeschnitten bzw eingekürzt das man je nach Schlachttier ( für Gänse u. Puten größere Öffnung als bei Hühnern u. Fasanen) die passende Öffnung hat. Passend bedeutet hier der Kopf und der Hals müssen herausschauen. Der Körper bleibt in der Pilone wie in einemTrichter, der Vorteil ist das die Tiere die Flügel eng am Körper anliegen haben und nicht schlagen können.
Eine Leiter die man zu einem Podest oder Brücke aufbauen kann wird aufgestellt, dort paßt die umgedrehte Pilone zwischen die Sprossen.
Sodann kommt das Schlachtgeflügel Kopfüber in die Pilone. Das Tier ruscht nun fast von allein in die Pilone, am besten hält man die Beine bis zuletzt fest. Das Tier hat die beste Position wenn der Hals und der Kopf lang gestreckt aus der Pilonenspitze herausragt.
Das Tier hält in dieser Kopfüberposition eigentlich auch immer gut still.
Dann wird mit einem beherzten Schlag mit einem Holz auf den kopf geschlagen und das Tier so betäubt. Mit einem sehr scharfen Messer wird anschließend die Halsschlagader durchtrennt und man läßt das Tier ausbluten.
Die Pilone hat den Vorteil, dass trotz der Nervenzuckungen das Tier fixiert bleibt. Bei professionellen Geflügelschlachtungen werden Edelstahltrichter verwandt. Die Pilone ist nur ein preiswerter Ersatz.

Ansonsten gehe ich beim Rupfen so vor wie Herwig, auch bei uns kommt der Einkochkessel mit 80 Grad heißem Wasser zum Einsatz. Ein paar Spritzer Spülmittel dazu, dann das Geflügel ca. 2 Minuten vollkommen untertauchen und das mühselige rupfen kann beginnen. Dann wird mit der Lötlampe kurz abgeflämmt und fertig ist.

MfG. Peter
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Beitrag#4von open_mind » Dienstag 13. November 2007, 21:45

Herwig hat geschrieben:Hallo canaria,
ich favorisieren ja nach wie vor die "Kopf ab Methode":
Mit dem Stiel vom Beil beherzt betäuben und dann gleich mit der Axt den Kopf abtrennen.

Die von Dir beschriebene Methode wurde hier in Deutschland auch viel angewendet, besonders bei Enten und Gänsen.

Dazu griff meine Oma den Gänsehals kurz unter dem Kopf von hinten und nahm vorne den Schnabel mit in die Umklammerung. dadurch wurde der Hinterkopf der Gans nach oben gesrteckt und sie stach mit einem Kartoffelschälmesser genau in den Hinterkopf, zwischen dem ersten Halswirbel und dem Schädel.

Das hat folgenden Vorteil, dort unten im Halsbereich liegt die Medulla Oblangata (weiß nicht ob das richtig geschrieben ist) das ist das Atemzentrum. Als die Kopfstützen in den Autos noch keine Pflicht waren, hast diese Medulla viele Menschen getötet, weil duch das extreme überstrecken des Halses, der Dorn vom ersten Halswirbel das Atemzentrum zerstört hat. Bei einem Auffahrunfall flog der Oberkörper nach vorne und dann nach hinten, die Rückenlehne bremste den Oberkörper und der Kopf knallte in den Nacken...

Es ist also davon auszugehen, das diese Methode des Stechens in das Atemzentrum die Tiere auch sofort tötet, durch das Drehen des Messers wird evtl. auch das Stammhirn zerstört, was die Reflexe, also das herumzappeln reduziert, allerdings bluten sie nicht so gut aus.

Was auch immer, wichtig ist, alles schnell und schmerzlos zu machen. Der Stich muß geübt werden und misslingt bestimmt einige Male, darum sollte das niemand so zu Übungszweckenselbst versuchen, sondern es sich von einer Fachfrau oder Mann einige Male zeigen lassen. Und immer daran denken, beherzt und kräftig!! Vorsicht quält unnötig!!


...ich glaube, dass die Methode "Kopf ab" auch die Beste ist.
in Bezug auf das andere Thema, hier im Thread, ist es eigentlich , wenn man es ganz genau nimmt, die radikale Art des Schächtens.
Also die Medulla Oblangata ist das sogenannte Stammhirn. Der Entwicklungsgeschichtlich älteste Gehirnteil, der nicht nur das Atemzentrum beeinhaltet, sondern sämtlich lebenswichtigen Funktionen um einen organismus "am laufen zu halten".
Bei koma-Patienten z.B. ist das der Gehirnteil der noch funktioniert. Das Individium zwar kein Bewußtsein hat, aber sämtliche lebenswichtige Funktionen noch erhalten sind, weil eben das Stammhirn noch funktioniert.
Das "zappeln" hat aber ganz sicher nichts mit zentralen Hirnfunktionen zu tun, sondern betrifft lediglich die peripheren Nerven, die "von Oben" kein Input mehr bekommen. Die Reflexe sind abgekoppelt vom zentralen Nervensystem, weil sie andere Bahnen "benutzen". Das ist der Grund z.B. für z.B. Spastiken oder schlaffe Lähmungen.
Wußtet ihr, dass in früheren Zeiten ( *grusel*) ein guter und anerkannter und dadurch oft gebuchter Henker, den Knoten des Galgens so perfekt gesetzt hat, dass der Deliquent, beim herabstürzen, den Dorn des Halswirbels, den Herwig hier bechrieben hat, sofort in die Medulla Oblangata getrieben hat ?! Dadurch hatte der "Gehängte" einen schnellen und "gnädigen" Tod.
Liebe Grüsse
Ines
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Beitrag#5von Canaria111 » Mittwoch 14. November 2007, 12:16

vielen Dank für Eure Antworten.

@Herwig mein Freund stammt aus einer alten Bauernfamilie, wie fast alle Canarios. Vor 30 - 40 Jahren gab es fast nichts anderes als Landwirtschaft hier. Er kennt das wohl schon von seinen Vater usw...
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