Kunstschwarm, Königin zusetzen

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Kunstschwarm, Königin zusetzen

Beitrag#1von Andreas » Sonntag 10. Mai 2009, 17:36

Hallo liebe Imkerfreunde,
hier nun, wie an anderer Stelle Versprochen, mein Beitrag zum Kunstschwarm. Meiner Ansicht nach die absolut sicherste Methode zum zusetzen einer Königin.

Man nehme eine Schwarmfangkiste, Zarge, zur Not geht auch ein starker Pappkarton. In dem zu schröpfenden Volk oder Völkern wird die Königin gesucht und gekäfigt. Extrem wichtig, es darf keine andere Königin in den Schwarm gelangen, sonst hat die Neue sicher Pech gehabt. Wenn irgend möglich keine Volk auswählen das bereits kurz vor dem Schwärmen ist, hier könnte man mit der alten Königin den Schwarm vorwegnehmen. Grund, die Bienen orientieren sich bereits Tage vor dem Abflug sehr stark an ihre Königin, schließlich will ja keine auf der großen Reise den Anschluss verlieren. Um die Königin sicher zuzusetzen, sollte man Jungbienen bevorzugen, also möglichst viele Waben mit offener Brut abfegen. Diese jungen Bienen sind noch nicht so auf ihre Stockmutter geprägt.

Wer ganz sicher gehen will kann die Bienen für den Schwarm auch aus der Brutscheune holen. Einfach gedeckelte, schlüpfende Brutwaben in einer Zarge über ein Wirtschaftsvolk stellen, Folie dazwischen, und natürlich eigenes Flugloch wegen der Luft. Futterwabe muss natürlich auch dazu, und auf Räuberei achten. Diese Jungbienen hatten noch nie Kontakt mit Königinnenferomon, sie nehmen absolut jede Königin an auch unbegattete, da sie sich ja in einer hoffnungslosen Lage befinden.

Also Schwarmfangkiste auf eine Waage, geht auch Personenwaage, mindestens 1Kg, besser 1,5 Kg Bienen mit einem Trichter, kann man sich aus zwei Brettern selber zimmern, in die Kiste fegen. Nicht nass machen, dann fliegen viele Flugbienen ab. Königin im Versandkäfig oder Zusetzkäfig fest verschlossen oben in den Kasten hängen. Sie brauchen ausreichend Luft! Das ganze in den Keller und mit Zuckerwasser oder Honiglösung füttern.

Jetzt haben wir genau die Situation hergestellt wie im natürlichen Schwarm, der ausgezogen ist und im Baum hängt. Es bildet sich ein vollkommen neues Volksgefüge, getrennt von aller Brut, den alten Waben, und der alten Behausung. Der Naturschwarm fliegt niemals zurück außer die Königin geht verloren. Eine neue junge Kolonie ist entstanden, alle Bienen mögen die neue Mutter, und sind zufrieden.
Stand der Kunstschwarm zwei Tage im Keller, ist auch der alte Platz vergessen und es hat sich ein wirklich neuer Volkszusammenhalt gebildet.

Am Abend des zweiten Tages wird der Schwarm wie ein natürlicher in eine Beute mit Mittelwänden oder Anfangsstreifen geschüttet. Die Königin kommt unter Zuckerteigverschluss so das die Bienen sie während der Nacht ausfressen können. Am nächsten Morgen kann man beobachten wie sich die Bienen auf den neuen Platz, der auch auf dem gleichen Stand sein kann, einfliegen.
Den Schwarm wenn keine Tracht herrscht mit Zuckerwasser 1 zu 1 füttern, dass er gut baut und die Königin bald zu legen beginnt. Es ist eine Freude, wie gut und schnell sich so ein Schwarm entwickelt.
In Begattungskästen werden ja im Prinzip auch kleine Kunstschwärme gebildet. Sie sind auf Grund ihrer unnatürlich kleinen Größe viel unstabiler, deshalb sollten gerade hier auch besonders auf Jungbienen geachtet werden. Sonst kann es schon passieren, dass die ein oder andere Altbiene doch lieber wieder ins alte Heim fliegt.

Dieses ist meine Persönliche Erfahrung und Interpretation, aus über 20 Imkerjahren. Noch Fragen, eigene Ideen oder Anregungen, dann einfach hier Posten.

Imkerliche Grüße und viele volle Honigtöpfe wünsche ich euch

Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
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