Und deshalb bin ich jetzt hier ... watson1966

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Und deshalb bin ich jetzt hier ... watson1966

Beitrag#1von watson1966 » Donnerstag 24. Dezember 2009, 03:15

Hallo,

bin vor einigen Stunden beim googeln auf diese Seite gestoßen und habe mich hier interessiert schon durch einige Threads gelesen. Fand ich so interessant, dass ich mich dann registirert habe, um öfter mal dabei zu sein.

Bin Bj. 66., komme ursprünglich aus einer Kleinstadt. Meine Großeltern hatten aber einen kleinen Bauernhof auf dem Dorf, mit allen möglichen Tieren und einen groooooßen Garten in dem es immer etwas zu naschen gab. Musste zwar zwischendurch ein paar Jahre in der Großstadt zubringen, aber ich hatte schon immer vor, wieder ins Ländliche zu gehen. Meine Kinder sollten nicht in Berlin aufwachsen und auch so gut es geht gesund ernährt werden. Wieder so mit Naschgarten, Hausschlachtung usw.

Ich war - seit der Geburt meiner ersten Tochter jedenfalls - schon immer ein "kritischer Konsument". Nach diversen Lebensmittelskandalen der letzten Jahre, Überschreitungen von Grenzwerten (die sowieso diesen Namen z. T. nicht verdienen) und der kürzlichen Internetrecherche, was sich hinter "Orthophenylphenol", "Imazalil" und "Thiabendazol" auf dem Schild an den Mandarinen und Orangen, die meine Kinder so gerne essen, verbirgt, habe ich nun endgültig die Nase voll von alledem, was im Supermarkt so dem Kunden angedreht (angetan) wird. Einschließlichlich der ganzen Brüsseler und Berliner Bürokratie, der ich vor lauter Lobbywirtschaft nicht zutraue, effektiv etwas für den Verbraucherschutz zu tun.:5headache: Also muss man letztlich alles - so gut es eben geht - selber machen. Raus aus dieser Nahrungskette! Und wenn wir schonmal dabei sind, dann auch gleich raus aus dieser Wegwerfgesellschaft. Jedenfalls soweit es geht.

Und deshalb bin ich jetzt hier. Nachdem ich schon mit Saft komplett, mit Obst weitgehend und mit Gemüse zu einem guten Teil die Selbstversorgung innerhalb der letzten 10 Jahre aufgebaut habe, habe ich vor 1 1/2 Jahren wieder mit der Kaninchenhaltung angefangen. Geplant sind noch Hühner und Schafe. Da ich nicht die "modernen" Produktionsmethoden anwenden kann und will, interessiere ich mich für traditionelle Anbau- und Vorrathaltungsmethoden und traditionelles Handwerk. Ob das auch mit traditionellen Sorten und Rassen am besten geht, wird sich zeigen. Wer kann denn heute noch Käse selber machen oder Felle gerben? Naja, ein paar von Euch halt. Und deshalb bin ich jetzt hier!

MfG Thomas
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Beitrag#2von Gothic » Donnerstag 24. Dezember 2009, 09:07

Herzlich Willkommen hier im Forum Thomas, wünsche Dir einen informativen Austausch hier. Bild
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Beitrag#3von Herwig » Donnerstag 24. Dezember 2009, 09:40

Hallo Thomas,
wir freuen uns immer über Menschen die hier zu uns st0ßen und auf Grund ihrer Erfahrungen, zum Gelingen des Ausstiegs anderer beitragen können.
Hast du dir schon Gedanken über die Rassen Deiner Hühner gemacht??
Was für Kaninchen hast du?
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Beitrag#4von Conny » Donnerstag 24. Dezember 2009, 15:52

Einen fröhlichen Weihnachtsgruß.

Herzlichen Willkommen, schön, dass du hergefunden hast.

LG
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Beitrag#5von karinenhof » Donnerstag 24. Dezember 2009, 23:12

la la la la la la la, und noch einer aus dem schönen Brandenburger Land.

Schön, dass es Dir hier so gefällt, dass Du Dich angemeldet und zu Wort gemeldet hast. Wobei die Gründe eher traurig sind.

Nachdem Herwig schon nach den Rassen von Hühnern und Kaninchen gefragt hat, hänge ich gleich noch die Frage wegen der Schafe ran.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
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Beitrag#6von watson1966 » Freitag 25. Dezember 2009, 23:25

Hallo,

Danke für das Wilkommen. Ja, die "Brandenburger Fraktion" ist gar nicht so schlecht vertreten hier, das habe ich schon beim schmökern gesehen. Anders als in anderen Foren.

Hinsichtlich der Tierrassen bin ich wohl eher kein potenzieller Insider für dieses Forum.
Bei den Kaninchen habe ich nur reinrassige Elterntiere (1,1 Rote Neuseeländer, 0,1 Helle Großsilber, 0,2 Schwarzloh, denke noch über 0,1 Blaue Wiener nach), entsprechend sind die Nachkommen überwiegend Kreuzungstiere. Bin also wohl noch kein "Züchter". Ich sehe das eher pragmatisch/praktisch, es kommt mir eher auf die Ausnutzung des Heterosiseffektes an.
Bei den Hühnern ist erstmal einen Vorentscheidung zugunsten von Zwerg-Orpingtons gefallen. Auch unter pratischen Aspekten, denn die sollen annähernd fluguntauglich sein und da reicht eine 1m hohe Umzäunung. Da ich häufig wechselnde Ausläufe praktizieren will (die Tiere sollen mir ausgewählte Flächen entkrauten und als biologische Schädlingsvernichter unter den Obstbäumen dienen) muss dies auch einegermaßen einfach sein.
Bei den Schafen bin ich auch leidenschaftslos. Unter dem Aspekt, dass ich noch keine Ahnung vom Schehren oder melken habe, dachte ich zunächst an Kamerunschafe. Wie ich hier schon gelernt habe, gibt es jedoch noch mehr Rassen, die ohne Schur auskommen. Sie sollen halt widerstandsfähig und pflegeleicht sein.

Aber man soll ja niemals nie sagen. Vielleicht steige ich ja wirklich noch irgendwann in die Rassezucht ein und vielleicht dann auch in alte oder seltene Rassen. Vielleicht überzeugt Ihr mich ja, warum ich das tun sollte. Neben dem (sicherlich beachtenswerten) Aspekt der Biodiversität fallen mir so auf Anhieb keine stichhaltigen Argumente dafür ein. Haben sich nicht die derzeit gebräuchlichen Hauptrassen durchgesetzt, weil sie einen höheren Gebrauchswert haben und/oder leichter zu züchten bzw. zu vermehren sind? Wenn ich nur an die Züchtung von Scheckenkaninchen denke, dann hört sich das ziemlich schwierig an.

Anders ist es bei Obst, vor allem Kernobst. Hier habe ich einige alte Sorten, die ich teilweise unter dem Aspekt des Geschmacks, der Widerstandsfähigkeit und der konventionellen Lagerfähigkeit den neuen Sorten vorziehen würde, die man heutzutage auf Plantagen findet. Ich safte selbst und die nur wenig säurehaltigen neuen Sorten ergeben einfach keinen geschmackvollen Saft. Je einen alten Baum habe ich z. B. von Helios, Breuhahn, Cox Orange und eine unbekannte Sorte, von der ich leider in meinem Leben nur drei Bäume gesehen habe. Zwei davon sind aber mittlerweile abgeholzt, der dritte - meiner - ist leider auch abgängig. Ich hoffe aber die Sorte gerettet zu haben, da ich vor eingier Zeit ein paar Augen der genannten Sorten (sowie weiterer alter Sorten aus einem Nachbargarten) in eine Baumschule (für Ortskundige: in Nauen, Fa. Ketzlin) gebracht habe, die diese veredelt hat. Die Halbstämme in einwandfreier Qualität habe ich im Frühjahr bereits zurückbekommen, so ca. 10-15 Hochstämme der unbekannten, von mir aber sehr geschätzten Sorte kriege ich im Frühjahr. Falls der eine oder andere interessiert ist, könnte ich davon durchaus welche abgeben im Sinne des Sortenerhalts.

MfG Thomas
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Beitrag#7von klosterbauer » Samstag 26. Dezember 2009, 12:36

Hallo Thomas,

erstmal auch Willkommen von mir aus dem Bergischen Land.

Ich will hier keinen überzeugen (das muss von innen kommen) - aber was für die Äpfel gilt, gilt gleichermaßen für Schaf, Rind, Schwein, Pferd und Co. Du willst mehr Säure, ich will langsames Wachstum, zartes Fleisch, schmackhaft und gesund gewachsen ...

Dein Bäumchen würde mich interessieren, da ich hier eine Obstwiese pflege und erweitere und da gilt wie bei Noah: Von jeder - alten - Sorte nur zwei (oder halt auch nur einer).

So, nun ruft der schmackhafte, langsam gewachsene Weihnachtsbraten vom Bergschaf - ich grüße herzlich

Peter
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Beitrag#8von watson1966 » Sonntag 27. Dezember 2009, 23:09

Hallo Peter,

es kann ja nichts von Innen kommen, das nicht durch Erfahrung oder Überzeugung vorher von außen gekommen ist... ;-). Ich würde mich ja glatt überzeugen lassen, durch gute Argumente, sehe aber einiges durchaus auch kritisch. Meinst du wirklich, dass ein Meissner Widder oder ein Bartkaninchen besser schmeckt, als ein Roter Neuseeländer??? Warum hat sich dann der MW nicht dauerhaft durchgesetzt? ... Ich werde mal einen neuen Thread anfangen, weil mich dieses Thema schon interessiert.

Wenn alles läuft wie geplant und ich die Stückzahlen kriege, die avisiert sind, dann kannst du problemlos auch 2 Bäume haben. Streuobstwiesen finde ich Spitze! Wie kommen die Bäume aber zu Dir - geht sowas per Post? Ich komme nochmal auf die Sache zurück, wenn es spruchreif ist und schicke dir dann eine PN (hoffentlich vergesse ich das nicht).

MfG Thomas
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Beitrag#9von Angelika » Montag 28. Dezember 2009, 21:12

Hallo Thomas,

nun, willkommen hier kann ich ja nicht direkt sagen, wohne in Schweden und nicht in D und bin auch noch so ziemlich neu...

Aber Deine gruende kenne ich wieder -wenn man liest was ueberall so drin ist will man nur eigenes essen..

Wenn Du noch keine Schafe oder Ziegen hast: melken ist ganz einfach (ich hab´s ja auch gelernt.. mit 30+...) und Käse machen ist nicht schwer. Also versuch´s doch mit milch-schafen oder ziegen.. :D

Wegen Kaninchen: ich habe schwedische Gotlandskaninchen, die schmecken wohl nicht besser als NZ -brauchen aber weniger kraftfutter (hafer, pellets) um zu wachsen -ist billiger und ist gesuenderes Fleisch.
NZ hat sich durchgesetzt weil die kaninchen-produktionsrassen (genau wie schnellwachsende Industriehuehnchen) bei hoher kraftfuttergabe auch schnell wachsen, also schneller schlachreif sind.
Gotlandskaninchen kriegst du nicht schnell schlachreif, auch mit viel kraftfutter -aber die werden in 4-5 monaten schlachreif auch mit fast keinem kraftfutter, also nur gras, wenig hafer und kleine zweige/äste. Das werden NZ nicht, die brauchen kraftfutter weil sie dafuer gezuechtet sind.
Es geht also nicht um geschmack sondern um wirtschaftlichkeit. Und ich nehme an die alten deutschen rassen sind auch wirtschaftlicher.
Und dann gibt es auch noch ganz viel zu sagen ueber die Bedeutung alte rassen zu bewahren -aber fuer alles das bin ich jetzt zu muede und zu faul -und ich schreibe nicht gerne lange etwas auf dem computer...
Moderne rassen sind auf die modernen beduerfnisse der massentierhaltung abgestimmt (schnell, viel, billig)-und die decken sich nicht mit zumindest meinen beduerfnissen .


Viele Gruesse aus Schweden,
Angelika
Ich wohne seit 1999 mit Mann und Kind in SuedSchweden, habe Gotlandskaninchen (Genbank), Milchschafe, 4 wunderbare Kater und eine Fjordstute.
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Beitrag#10von Januschka » Samstag 2. Januar 2010, 14:33

Moin, willkommen und FF hier.

Wie schon von Vorrednern gesagt, wächst Überzeugung langsam und nicht nur durch Argumente. Was Du als Reaktion Deiner Südfrüchteschalen-Bespritzungs-Recherche (welch schönes Wort!) beschreibst finde ich wunderbar und wünsche es jedem 2. Bürger in die Bauchgegend Bild Gegen den Strom zu leben ist mit so viel auch anstrengendem Anderssein und Mehrarbeit verbunden, daß es sich wohl nicht aus dem Intellekt alleine speist.

Auf Deine Vorstellung hier und den ersten Deiner threads gab es schon eine Menge Reaktionen... eines nur noch am Rande:
Wie wir inzwischen wissen, hat Evolution nicht nur mit veränderten Gegen zu tun (also Mutation oder einfach fehlerhafter Kopierarbeit) sondern offenbar auch mit dem Ein- und Ausschalten von .. mhm.. Jumpern. Clevere Sache von Mutter Natur. Also wär das ja sinnvoll nicht nur die grobe Hardware (Genetik) sondern auch die Lesehilfe für's kleingedruckte (Jumperanleitung) aufzuheben.. zumindest einige.

Biodiversität hat (neben dem sinnlichen Genuß) auch mit Erweiterung von Optionen zu tun und, wie auch schon gesagt wurde, Anpassung an Nischen. Selbst wenn diese sich nun schneller verändern (sollten/werden) als es in den letzten x-tausend Jahren der Fall war , haben wir doch mehr Chancen was passendes zu finden, was dort ressourcenschonend leben kann als wenn wir und auf die Labore der Konzere verlassen.
Persönlich wird mir SEHR mulmig bei dem Gedanken, daß die Ernährung der Menschheit von der Dividende von Konzernen abhängt. Den Zeitpunkt, in dem diese auch offiziell und umfassend regieren, möchte ich gern nciht mehr erleben und werde die Erde (verstanden als Leihgabe von kommenden Generationen) nicht kampflos als verarmte Stätte an Multis abtreten. Insofern sehe ich das Bewahren von lebensfähigen Alternativen zu patentiertem Genmaterial (Pflanzen und Tieren) als politische und überlebensnotwendige Notwendigkeit.
*grinst* Ich geb's zu: Alles ist politisch und doch nichts nur Vernunft Bild

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