Huhu

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Huhu

Beitrag#1von schweinchenhaben » Montag 30. Dezember 2013, 20:36

Hallo,

ich möchte mich auch kurz vorstellen. Wir sind eine kleine Familie aus Thüringen und haben zu unserem Grundstück, auf dem unser Haus steht, noch das Nachbargrundstück gekauft. Hier möchten wir uns nun ein paar Kune Kune Schweine halten. Leider sind wir noch auf keine Abgabetiere in unserer Nähe gestoßen. Dazu möchten wir uns auch ein Zwergziegenpaar halten. Nun meine Frage: Geht das in der Kombination? Ich bin mir unsicher ob das mit der Haltung wirklich so einfach ist, wie es beschrieben ist. Also nicht einfach, aber nicht aufwändig? Kann mir jemand helfen mit einem Züchter in unserer Nähe? Südthüringen/ Osthessen?
Kann mir jemand, auch wenn es schon tausend mal wahrscheinlich geschrieben wurde, die wichtigsten Grundzüge erläutern?

Vielen Dank und auf ein fröhliches Zusammensein.
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Re: Huhu

Beitrag#2von Claudia » Dienstag 31. Dezember 2013, 06:01

Herzlich willkommen :10hallo2:


Also Zwergziegenhaltung ist auf keine Fall einfach :)
Von allen Ziegenrassen sind das jene die am schlechtesten in Zaun zu halten zu halten sind und eine hohe "Ärger"-Quote haben.
Wieso fiel eure Wahl auf Zwergziege?Wegen der Größe?

Möchtet ihr die Ziegen und Schweine zusammen im Stall/Paddock halten oder wie meint ihr das mit der Kombination?
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Re: Huhu

Beitrag#3von Jaegertom » Dienstag 31. Dezember 2013, 13:27

Ziegen und KuneKune geht eigentlich gut, die Ziegen sollten als Kitze mit den Schweinen zu tun haben, weil alte Ziegen Ferkel schwer verletzen können.
Meine Kune Kune waren immer mit Ziegen und sogar Schafen und Rindern zusammen und es hat gut geklappt. Die Kune Kune sind sehr friedlich wenn sie nicht zu sehr angegangen werden.
Teilweise schliefen die Schweine und Kitze lagen auf den Rücken der Schweine und haben oben mitgeschlafen.
In Nossen ist eine Züchterin, die ist von dir nicht so weit weg. Frag doch mal dort nach Ferkeln.
Zwergzieen würde ich allerdings auch nicht nehmen, die sind mir zu unruhig. Thüringer Waldziegen sind eigentlich sehr friedlich und werden sehr zutraulich.
Waren bei mir auch immer mit den Schweinen zusammen.
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Re: Huhu

Beitrag#4von Conny » Dienstag 31. Dezember 2013, 14:10

Erst einmal herzlich Willkommen.

Wie bereits schon geschrieben, sind Zwergziegen äußerst schwierig zu halten, was das Ausbrechen angeht. So niedlich sie sind, so schlau und verwegen sind sie auch. Sie finden im Zaun, selbst bei E-Zaun, jede Schwachstelle, ja der Zaun wird darauf regelrecht abgesucht. Und das Grün auf der anderen Seit ist immer besser, als das Eigene. Auch sind ZZ recht "laute" Gesellen, sie haben immer was zu "meckern" und sind immer in Bewegung. Man muss ihnen viel Abwechslung auf der Weide bieten. Und man darf eines nicht vergessen, Ziegen, egal ob ZZ oder Großziegen, sind keine reinen Grasfresser. Sie benötigen viel Astwerk mit Blättern, die sie benagen und fressen können. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Kune Kune das Weideland schnell in eine Mondlandschaft verwandeln, wo nach einiger Zeit nichts Grünes mehr wächst, da alles von den Schweinen umgegraben und gefressen. Oder wühlen Kune Kune nicht?

Wie schauts eigentlich mit dem Rotlauf aus? Ich weiß, dass Rotlauf von Schweinen auf Schafe übertragbar ist, wie siehts da bei Ziegen aus?

Auch müssen Schweine, besonders im Winter, anders gefüttert werden als Ziegen, darin sehe ich ein großes Problem.

LG Conny
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Re: Huhu

Beitrag#5von Herwig » Dienstag 31. Dezember 2013, 18:24

Rotlauf ist tatsächlich ein Problem. Bei Geburten der Ziegen also sofort die Nabel desinfizieren!! Wühlen auch, alle Schweine wühlen, Kune Kune etwas weniger weil kleiner und kurzer Rüssel. Aber wühlen ist obligatorisch.
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Re: Huhu

Beitrag#6von Jaegertom » Dienstag 31. Dezember 2013, 18:39

Rotlauf war bei meinen Kune Kune nie vorhanden. Wühlen tun die natürlich auch, wenn sie nicht genügend Gras mehr haben. Aber nur wenn der Boden durchfeuchtet ist. Im Sommer wenn alles trocken ist eher nichtoder wenn es steinige Flächen sind. Humöse Böden werden grundsätzlich gegrubbert.
Im Stall wurden sogar Kitze geboren, und die Schweine haben den Kitzen nichts getan, nicht mal die Nachgeburt vertilgt. Was aber nichts heißen soll.Ein hungriges Schwein kann fasrt alles zerkleinern....
Infekte bei den Kitzen waren auch nie vorhanden. Es sollte natürlich genug eingestreut sein um Nabelinfektionen vorzubeugen oder desinfiziern wie Herwig schreibt.
Die Holländer lösen das Problem des Grabens mit dem Futter, Saubrock genannt. Darum sind die Tiere dort sehr groß und teilweise auch sehr fett.
Dann graben sie lange nicht so viel.
Im Stall haben meine bisher zweimal Ratten gekillt, aber nicht gefressen und liegengelassen. Fleischkonsum ist bei denen nicht ausgeprägt.
Sie lieben Gemüse und frischen Grasschnitt.
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Re: Huhu

Beitrag#7von schweinchenhaben » Mittwoch 1. Januar 2014, 13:52

Vielen Dank für die Zahlreichen Antworten.
Unsere Wahl war auf Zwergziegen gefallen wegen der Größe, wir haben ein Kind (3,5 Jahre) das total verzückt von den kleinen Ziegen ist.
Unsere Wahl war auf Kune Kune gefallen, allerdings haben mir uns auch nochmal über Microschweine informiert.
Ich bin allerdings offen für alle Informationen und Anregungen. Die Thüringer Waldziege hatte ich mir jetzt auch schon mal angesehen.

Hat vielleicht noch jemand eine ganz andere Idee oder eine andere Kombination um ca 400qm Land zu bewohnen.

Ein frohes neues Jahr noch an alle.

Grüße
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Re: Huhu

Beitrag#8von Conny » Mittwoch 1. Januar 2014, 14:43

Hallo,

400 qm Land ist für Ziegen und auch für Schweine nicht viel, da man beide Tierarten zumindest zu zweit halten sollte. Ziegenhaltung fällt da schon einmal gänzlich weg. Auch wird auf einem so relativ kleinem Areal der Parasitendruck zu hoch.

Wie wäre es denn mit Geflügelhaltung?

LG Conny
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Re: Huhu

Beitrag#9von Alex » Mittwoch 1. Januar 2014, 23:38

Hallo,

ich wäre sehr vorsichtig in dem Zusammenhalten von Schweinen und Ziegen, habe von einen erfahrenen Züchter gehört, das seine Schweine die Ziegenbox zerlegten und die Kitze verspeisten, obwohl die Altziegen regelmäßig mit den Schweinen laufen. Zwergziegen würde ich auch niemals wieder halten, machen nur Ärger. Wenn man Ziegen auf einem kleinen Grundstück halten will, geht das schon, wenn man einen befestigten zu reinigenden Auslauf hat und ganzjährig Heu usw. füttert. Geflügelhaltung in Kombination mit Kaninchen wäre vielleicht auch eine Alternative?

Alex
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Re: Huhu

Beitrag#10von Claudia » Donnerstag 2. Januar 2014, 08:24

Ich würde Ziegen und Schweine nicht zusammen halten. Zum einen traue ich Schweinen nicht, ob sie nicht doch so ein Kitz mal lecker finden und zum anderen sind das keine Tierarten die sich freiwillig zusammen finden würden. Das wäre immer ein unterschwelliger Stressfaktor durch erhöhte Wachsamkeit für die Ziegen, auch wenn es nach außen nicht so offensichtlich scheint.
In meinem Ziegenlaufstall habe ich zwei Boxen zum separieren von Hase bis Pferd. Hin und wieder kommen da auch schon mal Schweine zum absetzen, Quarantäne oder beim misten rein. Meine Ziegen finden ihre Nachbarn immer ziemlich widerlich und sind froh wenn die wieder ausziehen - egal wie lange die dort wohnten. Selbst der Lieblingsplatz wurde gemieden, wenn in der anliegenden Box ein Schwein war.Das die sich entspannt an die Nachbarn gewöhnte habe ich nie feststellen können. Pferd, Hühner, Hasen waren nie ein Problem.
Unterschwelliger Stress, was ja fast schon Dauerstress ist. ist immer ein Problem, auch im Hinblick auf Parasitenabwehr.

Bei 400 qm wird es eng, da müsst ihr ordentlich zufüttern, Brennessel, Disteln und so Leckereien und Geäst, nur Heu reicht Ziegen nicht, es sei denn ihr habt die möglich Heu von Wildwiesen zu bekommen, mit Pflanzen die Ziegen bevorzugen, dann braucht es aber immer noch Zweige. . Ziegen selektieren auch stark, von daher hab ihr immer ordentlich Fuitterverluste- da bieten sich natürlich die Schweine an, weil die das noch sehr gerne fressen, aber ich würde zwei Ausläufe mit Abstand dazwischen machen.
Schweine wühlen dermassen und durch die jauche ist der Boden sehr agressiv, das ist auch nicht gut für die Klauen der Ziegen

Thüringer Waldziegen sind relativ ruhige Vertreter, gerade im Umgang mit Kindern habe ich sehr gute Erfahrung damit, aber es sind Milchziegen- wollt ihr denn melken?

Wie wäre es mit kleinen Schafen und Kaninchen? Das geht auch gut zusammen, wenn die Ninchen Rückzugmöglichkeit haben.Problematisch wäre da nur das Buddeln und Beinbruchgefahr für die Schafe (oder andere)
Wobei ich mir bei Schafen in Zweiergruppen nicht sicher bin, ob das nicht zuwenig sind und die dann auch Stress haben, weil die Gruppe zu klein ist.Aber vielleicht lassen sich Schafe auch als Rasenmäher bei Nachbarn ausquartieren? Es gibt einige nette, kleine Rassen.
Wenn sich der Auslauf gut reinigen lässt oder der Boden regelmäßig austauschbar ist(Schweine), geht das bei der Fläche mit dem Parasitendruck.
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Re: Huhu

Beitrag#11von Hilbenhoefle » Freitag 3. Januar 2014, 14:17

In der Natur sind Schweine und Wiederkäuer Feinde. Rehe flüchten, sobald Wildschweine in der Nähe sind.

Ein bekannter hält Wollschweine und Ziegen: er sagt, es geht nur wenn sie räumlich (und geruchlich!!) voneinander getrennt sind.

Ich selbst würde aus o.g. Gründen beide Tierarten nicht zusammen halten, schon garnicht auf einer Fläche und schon garnicht auf so einer kleinen Fläche. 400qm sind für 2 Ziegen nicht ausreichend, das Ausbrechen und der damit verbundene Ärger absolut vorprogrammiert. Wir halten noch nicht mal Schafe und Ziegen zusammen, das geht nämlich auch selten gut.

Für die Fläche würde ich Dir zu Kleintieren raten: Hühner, Enten oder Kaninchen.
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