Hallo aus der Oberpfalz!

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Hallo aus der Oberpfalz!

Beitrag#1von spaethi » Samstag 16. Januar 2010, 15:43

Hallo!

Nachdem ich mit meinem ersten Beitrag in diesem Forum gleich mal in ein Fettnäpfchen getreten bin, möchte ich mich kurz vorstellen, damit mein Anliegen hoffentlich nicht völlig falsch verstanden wird.

Als gebürtiger und überzeugter Mittelfranke lebe ich seit 3 Jahren mit meiner kleinen Familie in der oberpfälzischen Diaspora (zum Glück sind es aber nur 3 Kilometer bis zur Grenze Bild). Mein beruflicher Hintergrund ist eher technischer Natur. Ich war 10 Jahre in der Softwareentwicklung tätig und ich komme auch nicht ganz davon los, weil ein Teil meiner neuen Selbstständigkeit noch damit zu tun hat. Insofern bin ich in diesem Forum natürlich Ausländer (bin aber in hohem Maße integrationswillig!)
Aktuell bin ich also dabei, mich aus verschiedenen Gründen selbstständig zu machen. Und aus weiteren Gründen will ich das nicht in meiner angestammten Branche (Banken/Versicherungen) tun.

Da ich gern und leidenschaftlich koche, mache ich auch alle Besorgungen und beschäftige mich zwangsläufig mit der Güte und Herkunft der Lebensmittel, die ich da wöchentlich kaufe. Und je länger und intensiver man sich damit beschäftigt und je bewusster man vergleicht, um so deutlicher wird der Wahnsinn, den unsere Lebensmittelindustrie verbreitet und viele Verbraucher kritiklos kaufen.
Zum Beispiel die unnötige Beimengung von Zusatzstoffen, nur damit etwas zwei Wochen länger im Regal stehen kann (und der Händler nicht so genau disponieren muß) oder damit die Farbe den (meiner Meinung nach den Verbrauchern über lange Zeit eingeredeten) Erwartungen entspricht. Meine Mutter war neulich bei einem ihrer seltenen Besuche ganz überrascht, daß die "graue" (Bio-)Fleischwurst, die es bei uns zum Vesper gab nicht verdorben ist und so hervorragend geschmeckt hat. Ich selbst bin dafür erstaunt, wenn ich im Supermarkt die "Schinkenwurst" sehe. Die leuchtet ja richtig (und nicht nur die Hülle außenrum Bild).
Oder vor einiger Zeit habe ich ein TK-Brathähnchen im Prospekt für 2,37 Euro gesehen. Hallo? Geht's noch? Das muss man sich doch nur mal überlegen: die Kühlung kostet Strom, der Handel will verdienen, die Schlachtung will bezahlt sein, die Aufzucht, der Bauer muß davon leben... Das kann für 2,37 Euro nicht mal dann funktionieren, wenn das Huhn keinen Platz braucht und billigen Dreck frisst.
So, und bevor ich weiter in Rage gerate: Meine Überlegung war: Womit kann ich mich selbstständig machen, meine bisherigen beruflichen Erfahrungen halbwegs sinnvoll einsetzen und etwas befriedigenderes machen als bislang? Und da bin ich nach einiger Zeit auf den Vertrieb von guten Lebensmitteln über das Internet gekommen.

Und nun stehe ich am Anfang meiner neuen Profession und bin auf der Suche nach dem breiten Angebot (und der Qualität!), welche ich selbst als Verbraucher einfordere.
Zugegebenermaßen werde ich keine Diskussionen über Agrobiodiversität führen können aber ich hoffe ich bin in diesem Forum trotzdem nicht ganz falsch. Denn aus einigen Postings von euch habe ich schon rausgelesen, daß es neben dem Erhalt alter Rassen auch um die Vermarktung eurer Produkte geht bzw. gerade eine erfolgreiche Vermarktung zum Erhalt der alten Rassen beiträgt und vielleicht ist da dann die Vielfalt der Forumteilnehmer von Nutzen...

Viele Grüße

Späthi
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Beitrag#2von karinenhof » Samstag 16. Januar 2010, 22:16

hallo und herzlich willkommen hier.

Was Du vorhast ist ein Hofladen über das Internet. Keine schlechte Idee, eine echte Herrausforderung.
Wir für uns haben z.B. noch keine so großen Mengen, dass wir sie nicht selber loskriegen.

Aber wir arbeiten darauf hin.

viele Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
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Beitrag#3von Herwig » Sonntag 17. Januar 2010, 11:18

Hallo und Willkommen Späthi,

was du vorhast ist eine gute Sache, wenn auch nicht neu.

Wir Nutztier-Archen haben schon mit verschiedenen Internetportalen versucht zusammenzuarbeiten, bisher immer erfolglos.
So nehme ich auch an, dass du kein Glück haben wirst, hier jemanden zu finden, dessen Erzeugnisse du vermarkten kannst.

Die Sache ist eben ganz einfach, wenn ein kleinbäuerlicher Betrieb tatsächlich Erzeugnisse über hat, für die Direktvermarktung, vermarktet er die auch direkt. Dh eben, kein Zwischenhändler, keine weiteren Transportkosten, kein Verwaltungsaufwand etc.

Dazu kommt, Bio ist auch nicht mehr das was es einmal war, ich nenne das heute Industriebio, oder noch verächtlicher, konventionelles bio. Also Leute die sich anders ernähren wollen, bekommen an jedem Kiosk Bionade oder sonstigen Pseudobiokrams. Es gibt keinen Industriezweig, in der Ernährungsbranche, der mittlerweile nicht auf auf das Pferd BIO setzt.

Es gibt kaum eine größere Gemeinde, ohne Markt, auf dem die regionalen Bauern ihre Erzeugnisse anbieten.

Die wenigen guten Argumente für die Bio Direktvermarktung sind wirklich Regionalität, also keine Transportwege. Frische. Persönlciher Kontakt zum Erzeuger.

Hinzu kommen die behördlichen Auflagen seit 01.01.10, du möchtest gerne Konfitüre verkaufen vom kleinen Bauern? Geht gar nicht!! Weil die Erzeugung von Konfitüren oder Marmeladen, die nicht ab Hof verkauft werden, nur der Großindustrie noch möglich ist. Selbstgesiedete Seifen, unmöglich! Eier... unmöglich! Weine und Liköre... Auflagen sind nicht zu erfüllen!
Damit wir uns richtig verstehen, ich schreibe hier von kleinen Höfen mit kleinen Mengen, die handwerklich erzeugt werden.
Bekommt man heute soetwas angeboten, ist das Augenwischerei, denn kein Bauer mit 10 Quittenbäumen kann Quittenmarmelade oder Quittenwein etc verkaufen. Er müsste nach neuesten Berechnungen 400 Jahre seine Erzeugnisse zu Höchstpreisen veräußern um rentabel zu wirtschaften!! EU Auflagen machen es möglich.
Die Werbung suggeriert uns zwar eine LANDLIEBE-Joghurt rührende Bäuerin, aber geben tut es das nicht, weils wegen dem Lebensmittelrecht schon gar nicht möglich wäre.
Kein Landwirt kann seit diesem Jahr mehr Dosenwurst aus Huasschlachtung veräußern, ist verboten, es sei denn er baut einen Schlachtbetrieb auf seinem Grundstück auf, nach neusten EU Richtlinien, die auch selbst für Schlachtbetriebe kaum zu erfüllen sind.
Direktvermarktung heißt heute, Erzeugnisse auf dem Hof verkaufen, selbst da gibt es Einschränkungen: Keine Frischmilch, kein Fleisch aus eigener Schlachtung, etc.
Die EU braucht diese Auflagen, um die Bevölkerung vor Bakterien und Viren zu schützen, die uns Verbraucher sonst wiederstandsfähiger machen würden und die Kontrollinstanzen arbeitslos. An den zu erwartenden Tierseuchen und Pandemien kann man eben recht umfangreich verdienen, wo kämen wir hin, wenn unser Körper ohne Impfmittel die Schweinegrippe überwindet??!!

Wenn ich Menschen auf meinen Hof hole, die meine Dosenwurst kaufen sollen muss sich dafür, auf grund meiner Unkosten etc., 3.- Euro bekommen. Wenn Du die in deinem Shop verkaufen willst, brauche ich spezielle Banderolen, ein Rechnungsprogramm, Benzin zur Post, Verpackungsmaterial, Verandkosten und Lieferungskontinuität! Macht dann ungefähr 4 Euro per Dose, da du auch Unkosten hast, müsstest du die für 5,50 Euro verkaufen um noch einigermaßen etwas dran zu verdienen. Wer sollte das zahlen wollen, wenn er das bei mir oder einem anderen Direktvermarkter für 3 Euro bekommen könnte???
Sicherlich wird es ein paar Menschen geben, die sich das leisten wollen oder können, aber davon leben oder auch nur einen Zuerwerb erwirtschaften??????? Das zweifele ich an!

Was richtig Zukunft hat, wäre ein Internetshop "Pandemie Zubehör" der führt:

Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken, Luftdichte Overalls, Tami Flu in Großpackungen, Latexhandschuhe, Zinksärge und BrandkalkBild
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Beitrag#4von Gothic » Sonntag 17. Januar 2010, 11:37

Erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum von mir.

@Herwig (OT)
Was ist das für ne neue EU-Verordung? Ist mir da was entgangen?
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Beitrag#5von spaethi » Sonntag 17. Januar 2010, 16:05

Hallo Herwig,

du ziehst einen ja ganz schön runter (vermutlich auf den Boden der Tatsachen). Daß es nicht leicht wird, bin ich mir schon bewusst aber daß es gar nicht gehen soll, glaub' ich nicht! Es gibt etliche Gegenbeispiele, wo es erfolgreich gelingt, bäuerliche, handwerklich erzeugte Produkte außerhalb der Direktvermarktung an den Mann zu bringen, seien es Regionaltheken, die in Supermärkten vertreten sind oder auch Online-Shops (vor allem die Österreicher sind da gut vertreten). Meiner Meinung nach haben diese erfolgreichen Initiativen folgende Gemeinsamkeiten:
- sie treten nach außen mit einem "Ansprechpartner" auf, auch wenn die Produkte von vielen verschiedenen Erzeugern kommen
- sie haben ein umfangreiches Sortiment
- sie erklären dem Verbraucher ausführlich, wer die Erzeuger sind, was die Erzeugung ausmacht, welche Vorteile die Lebensmittel haben
- sie werden im Internet leicht und schnell gefunden

Umgekehrt sieht man viele Beispiele, wie es nicht geht. Gerade bei den vielen Kleinbrennern in der Fränkischen Schweiz gibt es doch einige, die nebenbei einen Online-Shop betreiben und mit dessen Hilfe versuchen, ihre Spirituosen zusätzlich zur "normalen" Direktvermarktung zu verkaufen. Und diese NICHT erfolgreichen Vermarktungsinitiativen haben meiner Meinung nach folgendes Gemeinsam:
- das Angebot ist zu klein (heute kaufen die wenigsten Menschen noch in mehreren versch. Läden um ihren gesamten täglichen Bedarf zu decken, sondern sie gehen nunmal in den Supermarkt "einmal hin, alles drin") Und entsprechend ist es im Internet, da möchte man auch nur eine Bestellung machen, einmal Geld überweisen, einmal Versandkosten zahlen...
- das Angebot der Online-Shops richtet sich an die Internetnutzer, ist aber im Internet nicht auffindbar. Ich habe bei vielen dieser kleinen Shops die Probe aufs Exempel gemacht und deren Produkte bei google gesucht. Gefunden habe ich immer andere Shops, selbst wenn ich wirklich spezielle Suchbegriffe aus dem entsprechenden Angebot verwendet habe. D.h. selbst diejenigen Internetnutzer, die diese Produkte suchen erzeugen kein Geschäft (wenn der Online-Shop nicht für Suchmaschinen optimiert ist)
- die Präsentation der Produkte lässt sehr zu wünschen übrig (Schnappschüsse mit alten Küchenfliesen im Hintergrund, als einzige Beschreibung steht da "Obstler aus Äpfeln und Birnen, 40 vol. %" usw.) Wie will man da den Kunden überzeugen?

Was auch klar ist: um die Gesetze, was Verkehrsfähigkeit von Produkten angeht, kommt man als Wiederverkäufer nicht drumrum. Insofern steckt da ein höherer Aufwand (Kosten) als in Produkten für die Direktvermarktung. Aber es muß doch zwischen dem Selbstversorger, der ab und zu seinen Überschuß verkaufen will und der Fleischfabrik, die Aldi beliefert noch ein Zwischending geben (und zwar ein bäuerliches, handwerklich arbeitendes, das zur Geschmacksvielfalt beiträgt).

Natürlich sind meine Zielgruppe nicht Menschen, die ihr frisches Gemüse oder Wurst und Käse für den täglichen Bedarf sowieso schon auf dem Bauernmarkt oder beim Direktvermarkter kaufen. Aber es gibt noch etliche Menschen, die erst kilometerweit fahren müssten und die Zeit und den Aufwand dafür scheuen. Ich denke, mein Angebot wird letztlich als Ergänzung dienen, für Menschen, die gute, schmackhafte Produkte zu schätzen wissen, die Abwechslung wollen, die regionale Spezialitäten suchen...

Du schreibst, ihr habt schon erfolglos versucht, mit verschiedenen Internetportalen zusammenzuarbeiten. Was waren denn die Gründe für das Scheitern? Du sprichst auch Lieferungskontinuität an. Ich mag da etwas blauäugig sein aber wenn etwas ausverkauft und eine Zeit lang nicht lieferbar ist, kann das ja auch positive Folgen haben (die Kunden freuen sich um so mehr, wenn es wieder erhältlich ist).
Und zu den Peisen: ich hoffe, du redest von "normalen" 400g Dosen, weil dann sind wir noch gut dabei! Andere Online-Shops schaffen es, ihre Woll- oder Eichelschwein-Produkte für 1,80 bis 4,10 Euro pro 100g(!) zu verkaufen (zugegebenermaßen sind die 4,10 Euro-Produkte Pasteten, die dann auch einigen weiteren Aufwand bei der Herstellung bedeuten).

Vermutlich ist das Hauptproblem wirklich, die Schwelle vom Direktvermarkter zum Lebensmittelproduzenten zu überschreiten...

Viele Grüße

Späthi
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Beitrag#6von Herwig » Montag 18. Januar 2010, 10:29

Verträge gab es mit:

Promangi
Lüneburger Landgarten

Lockere Zusammenarbeit mit:

Deliziös (gibts nicht mehr)
Einen privaten onlineshop dessen Name mir im Moment nicht einfällt, Betreiber war Herr Fuchs aus Hamburg

Und ca 15 weitere Anfrager, die schon nach kurzer Zeit das Handtuch geworfen haben.

Dabei war das Problem bei den Großen Händlern die Lieferkontinuität aber auch das Auftragsvolumen ( Guten Tag, wir hätten gerne Leberwurst in Dosen, vom Bentheimer Schwein aus Hausschlachtung, wie ist denn der Palettenpreis??) Was denken solche Menschen eigendlich, wieviel Leber in so einem Schwein drin ist???Bild

Nächstes Problem war die Liquidität des Shops, ich habe geliefert, kein geld keine ware zurück. Betreiber war zu blauäugig, ging pleite, ich schau in die Röhre...
Nächste Geschichte: Händler sagt zu mir: Können Sie nicht mehr Wurst liefern ich nehme die garantiert ab. 10 Schweine aufgestallt, Mastdauer 1 Jahr, nach einem Jahr gab es den Händler nicht mehr, ich habe das Fleisch und die Wurst weit unter Preis abgegeben um nicht selber pleite zu gehen.

Lieferkontinuität fordern alle, wenn man zig Klein-Lieferanten hat, und jeden Tag Erzeugnisse an und abgemeldet werden, ist der logistische Aufwand viel zu groß um den Shop aktuell zu halten.

In den letzten Jahren habe ich den Untergang von ca 10 dieser Delikatessen-Shops miterlebt, alle dachten, sie hätten das Patentrezept die Waren an den Hausmann bzw. Hausfrau bringen zu können, alle sind gescheitert.

Selbst große Händler, wie BROT und BUTTER von Manufaktum, haben Probleme, finden nicht die richtigen Abnehmer, gehen mit den Preisen gefährlich nahe an den Discounter ( Bentheimer Schweinefleisch vor 4 Jahren per kg 32.€ im Kühlversand, letzte Preis vor einiger Zeit 8.40€, ich will und brauche mindestens 9.- Euro!!)

Also, ich will niemanden runterziehen oder bevormunden, fänds aber doch schade, wenn noch mehr Idealisten darauf reinfallen.
Kleines Beispiel als Beleg noch:
Wir, also von VIE, haben selbst hier versucht einen onlineshop zu etablieren, Einstellung der Ware für jeden Erzeuger kostenlos, jeder kann seine Erzeugnisse selber einpflegen und Lieferkapazität regeln, jeder bekommt direkt den Auftrag und sendet an den Besteller per Vorauskasse und Kohle aufs eigene Konto. Shopvorlagen-kostenlos, Verlinkungen ksotenlos, Werbung kostenlos. Ich dachte, durch die Vernetzung der einzelnen Erzeuger, bekommen wir ein buntes, günstiges , umfangreiches und somit atraktives Angebot für den Verbraucher.
Fazit:
Interesse beim Erzeuger keine (von 175 Vertragshöfen!!!!)
Interesse beim Verbraucher wenig

Wie gesagt, Deine Idee ist gut, aber nicht neu und viel schlimmer noch sogar, es sind schon unheimlich viele dran gescheitert!
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Beitrag#7von spaethi » Montag 18. Januar 2010, 11:58

Gut, das ist schon eine recht beeindruckende Liste des Scheiterns...

Trotzdem:

Stichwort Lieferkontinuität und Shop aktuell halten: Ich muß sowieso jede Lieferung (also die erhaltenen Mengen) in meiner WaWi bzw. meinem Shop verbuchen und das ist mit einer entsprechend vorbereiteten Liste und CSV-Import auch schnell erledigt. Und damit ist der Shop aktuell. Mehr Aufwand ist es nicht. Wenn die erfasste Anzahl an Produkten verkauft ist, zeigt der Shop den Artikel als ausverkauft oder nimmt ihn ganz aus dem Katalog, ganz wie man möchte, vollautomatisch.
Der einzige Aufwand den ich einmalig habe ist es, den Hersteller zu porträtieren, ansprechende Produktfotos zu machen und gute Texte zu den Produkten. Aber wenn das mal erledigt ist, kann ich 10 oder 1000 Dosen pro Jahr verkaufen, ist mir ganz egal (ok ist leicht übertrieben, ich kann natürlich nicht mit 500 Lieferanten mit je 10 Dosen arbeiten aber vom Prinzip her...)

Stichwort Auftragsvolumen: Ich hätte eher Probleme damit, wenn ich nur dann beliefert werde, wenn ich die Produkte palettenweise abnehme. D.h. gerade jetzt zu Beginn wäre ich für kleinere Mengen sehr zu haben! Was ich im Moment nämlich genügend habe, ist Zeit. D.h. gerade jetzt kann ich Herstellerporträts machen, Produktfotos, Produkttexte und die sind dann mein Kapital für später denn ich bin sehr an einer langfristigen Lieferantenbeziehung interessiert.

Stichwort VIEH-Online-Shop: Vorneweg noch: Ich hab sicher auch nicht das Patentrezept und muß meine Erfahrungen ja noch machen. ABER genau das, was du beschreibst, ist es ja, was meiner Meinung nach vom Verbraucher nicht angenommen wird: Ein Shop, der nur eine kleine Auswahl hat (zumindest gehe ich davon aus, wenn von 175 Vertragshöfen keiner mitgemacht hat) und wenn der Kunde 2, 3 Produkte gefunden hat und bestellen will, muß er im schlechtesten Fall 3 mal überweisen, 3 mal Porto&Verpackung zahlen und hat im Reklamationsfall mit 3 verschiedenen Produzenten zu tun. Ihr könnt vom Verbraucher nicht den selben Idealismus erwarten, den ihr habt.

Stichwort Liquidität: Wo läge das Problem, wenn ich dir sage, ich zahle im Voraus (so wie ich es dann von meinen Kunden auch erwarte). Du lieferst erst an mich, wenn das Geld auf deinem Konto ist. Da kann dir meine Blauäugigkeit dann ja egal sein, solange ich dich nicht anstifte wieder extra Schweine zu mästen.

Also ganz konkret: gäbe es denn Bedingungen (und damit meine ich noch nicht die Preise) zu denen du verkehrsfähige Ware liefern würdest (Vorkasse, Mindestmengen etc.)? Du kannst mir ja auch privat schreiben...(andere dürfen sich übrigens auch melden Bild)
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Beitrag#8von armin » Montag 18. Januar 2010, 21:15

Hallo Markus,

erst einmal herzlich willkommen im Forum, schön, dass Du Dich vorgestellt hast! Bild Bild Bild

Du scheinst Dich ja durch nichts beirren zu lassen, das ist gut. Noch besser ist es, wenn man rechtzeitig erkennt, ob eine Sache zum Erfolg zu führen ist oder nicht. Ich wünsche dir, dass Dir das gelingt. Und wenn Dein Online-Shop tatsächlich funktioniert, wäre das natürlich am besten...

@Herwig: Was hälts Du davon, die Beiträge von Dir und spaethi in spaethi's erstes Thema im Forum Kooperationen / Kontakte zu verschieben? Das wird hier doch ein bisschen zu umfangreich für die Vorstellungs-Rund - finde ich...

Gruß
Armin
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Beitrag#9von spaethi » Dienstag 19. Januar 2010, 19:58

armin hat geschrieben:...
Du scheinst Dich ja durch nichts beirren zu lassen, das ist gut. Noch besser ist es, wenn man rechtzeitig erkennt, ob eine Sache zum Erfolg zu führen ist oder nicht.
...


Hallo Armin,

dafür ist es noch zu früh, das zu erkennen. Und einen langen Atem muß man schon mitbringen, wenn es was werden soll...

Danke für die Wünsche!

Viele Grüße

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