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Beitrag#1von altsteirer.at » Mittwoch 28. November 2007, 21:35

Ich bin 50 Jahre alt, vom Beruf VS-Lehrer in Wien, stamme aber aus Kärnten, nahe dem Millstätter See. Ich bin seit Jugend u. a. an Tierzucht und Genetik sehr interessiert und habe auch etliche Semester Vet. Med. studiert. Da ich schon seit 1973 Mitglied des Rasse-ZV österr. Kleintierzüchter bin (RÖK), habe ich schon als Jugendlicher Kaninchen (helle Großsilber) und v. a. Hühner (Zwerg-Italiener gold und silberfarbig, Zwerg-Australorps, goldfarbige Italiener) oder Brieftauben gezüchtet. Schon seit damals ist für mich die Erhebung diverser Parameter über Stammbaumzucht, unter Benützung von Fallennestern, von wesentlicher Bedeutung.

Da ich aber seit meinem 19. Lebensjahr in Wien wohne, ist die praktische Zucht für mich seither nicht mehr möglich gewesen. Allerdings bin ich seit damals auch engagierter Haflingerzüchter auf Tiroler Grundlage, wenn auch nur im kleinen Rahmen. Daher darf es nicht wundern, wenn Otto Schweisgut, der heuer verstorbene Haflingerpapst, seit meiner Jugend mein großes züchterisches Vorbild ist, wenn ich auch nie in allen Bereichen seine Meinung geteilt habe. Er ist dennoch ein exorbitanter Zuchtleiter gewesen, wie er nicht nur in Österreich, sondern wohl weltweit seinesgleichen sucht.

Im Jahre 1992 bin ich im Rahmen des VEGH, österr. Gegenstück von GEH und Pro Specie rara für tierische Genressourcen, bzw. alte Nutztierrassen, aktiv und auch für 4 Jahre Vorstandsmitglied geworden. In dieser Zeit habe ich versucht das sehr diletantisch anmutende Szenario zu professionalisieren. Das ist mir in den 4 Jahren auch sehr deutlich gelungen, freilich unter gewisser Mithilfe einiger weniger Aktivisten. Obwohl ich in der kurzen Zeit durch meine erfolgreiche Arbeit bereits etliche professionelle Angebote hatte, hat sich eine Weiterarbeit im Umfeld des damaligen VEGH-Vorstandes als nicht mehr sinnvoll erwiesen. Es war aber auch nötig, sich mit etlichen Vorgängen im Umfeld des damaligen Vorstandes zu identifizieren. Leider ist der damalige Vorstand erst 2, bzw. 4 Jahre später gänzlich ausgeschieden und nicht sofort. Jeder einzelne im Vorstand wäre durch Personen mit wesentlich mehr Potential schon 1996 zu ersetzen gewesen.

Daher bin ich seither v. a. in der Zucht der weißen Altsteirer (Hühner), so gut es mit meinen 2 Wohnsitzen eben geht, aktiv. Wenn man dabei aber als Großstädter von einigen Personen abhängig ist, so stellt sich dieses Vorhaben als nicht gerade einfach dar. Dennoch lassen meine Resultate seinesgleichen suchen und ich hoffe sehr Gleichgesinnte zu finden und zu animieren, sich diesbezügliche bei den ehemaligen Wirtschaftsrassen zu beteiligen. Aus meiner Sicht ist nämlich nur Zucht mit einem professionellen Konzept interessant und sinnhaft, wobei auch die Sportzucht als solches ihre eigene Daseinsberechtigung hat.

Zudem versuche ich in den letzten Jahren in Wien auch einen Bestand von farbigen Wiener Hochfliegern zu erhalten und mich ebenfalls an der Erhaltung dieses vom Aussterben bedrohten lebenden österr. und Wiener Kulturgutes zu beteiligen. Selbstverständlich führe ich von diesem Bestand seit 7 Jahren ein Herdbuch und erhebe trotz großem Aufwand, allein aufgrund der großen Entfernung zwischen Bestand und Wohnort, etliche Parameter.

Seit 1976 züchte ich auch Haflinger nach Tiroler Pedigree und bin seit etlichen Jahren stolzer Besitzer einer über 3 Generationen selbst gezüchteten Staatsprämienstute.

Letztlich gibt es keine Nutztierart, von Hühnern bis zum Pferd, welche mich nicht interessiert ist, bzw. wo ich mich damit schon eingehend im landwirtschaftlichen Interesse auseinandergesetzt habe. Das gilt insbesondere für die gefährdeten Nutztierrassen, wo es kaum eine gibt, wo ich nicht federführend Strukturen oder Voraussetzungen hiefür aufgebaut habe. Daher habe und hatte ich auch professionellen Kontakt zu Genetikern und Agronomen im In- und Ausland.

Meine theoretischen Kenntnisse aus Tierzucht und Genetik habe ich in der Praxis umzusetzen versucht und konnte dabei etliche Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln, welche man in keinem Lehrbuch nachlesen kann, bzw. gar nicht verifizieren kann.

Seit meiner Zeit als Funktionär habe ich auch Kontakt zu Aktivisten, was pflanzliche Ressourcen anlangt, und bin auch hier, z. B. mit der Zucht von Pferdezahnmais, etwas aktiv befasst.
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Beitrag#2von Herwig » Donnerstag 29. November 2007, 08:45

Hallo altsteirer.at,
willkommen im Forum .
Du hast eine Biografie im Bereich der Agrobiodiversität die sich wirklich sehen lassen kann. Ich weiß von Dir, das du auch ein "Verfechter" der Vernetzung, eines meiner Hauptanliegen, bist. So freut es uns umso mehr, in Dir einen Mitstreiter gefunden zu haben.
Ich hoffe darauf noch viele interessante Beiträge von Dir zu lesen.
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Beitrag#3von Canaria111 » Donnerstag 29. November 2007, 10:41

Auch von mir ein herzliches Willkommen.

Ich freue mich schon auf viele interessante Beiträge.
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Beitrag#4von karinenhof » Donnerstag 29. November 2007, 11:11

Hallo Heinz,

das kann man ja lesen, wie ein Buch. Da steckt mancher von uns (ich auf jeden Fall) noch in den Kinderschuhen.

Ich freue mich auf Deine Beiträge.

Viele Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
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Beitrag#5von Katrin » Donnerstag 29. November 2007, 15:42

hallo Heinz!

So treffen wir uns nun auch in diesem Forum wieder, nachdem es schon in anderen zu ettlichen Diskussionen zwischen uns gekommen ist. Mal sehn, wie es hier so weitergeht.

Viel Spaß Katrin
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Hallo Frau TÄ!

Beitrag#6von altsteirer.at » Donnerstag 29. November 2007, 16:22

Natürlich kennen wir einander schon seit etlichen Jahren. Doch es wird für Dich sicher kein Geheimnis sein, dass ich meine Standpunkte nicht geändert habe. Ich sehe mich im Gegenteil eher bestätigt. Leider habe ich nicht die Zeit, diesbezüglich etliches zu organisieren, oder in die Wege zu leiten, so sehr es mir natürlich am Herzen liegt und wichtig ist.

Natürlich sehe ich nach wie vor alle paar Wochen in das "Hühner-Forum" hinein. Du leistest immerhin dort auch sehr viel, was die Generhaltung betrifft. Freilich, ich könnte bei Eurer Konzeption hinsichtlich Vorwerk nicht mittun, doch auch das ist nicht neu. Ich finde es aber sehr schade, dass so wenig Fachakademiker hier in den Foren Aktivisten sind. Natürlich fehlt - zumindest aus meiner Sicht - den meisten auch die Kompetenz, quasi das spezifische Wissen oder ganz einfach die Identifikation mit der Generhaltung. Vielleicht ist das allein schon vom beruflichen Werdegang für den einen oder anderen, der in der kommerziellen Landwirtschaft direkt oder indirekt beschäftigt sein mag, nicht möglich.

Wie auch immer, ich habe gerade im "Hühnerforum" schon den (die) eine(n) oder andere(n) kennen gelernt, der für die Bewegung an sich eine Bereicherung ist und die Erkenntnis gewonnen, dass man nicht unbedingt Fachakademiker sein muss, um die substanzielle Basis zu ermöglichen, respektive zu verbessern.

Auch der Taubengenetiker Sell ist kein Fachakademiker, sondern Techniker vom Beruf.

Dennoch braucht die Gen- und Ressourcenerhaltung einen wirtschaftlichen Stellenwert und somit ist der Konnex zur Landwirtschaft mehr oder minder gefordert. So sind daher Fachakademiker nach wie vor das geforderte und anzustrebende Bindeglied, zumindest aus meiner Sicht.
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Re: Altsteirer.at

Beitrag#7von altsteirer.at » Donnerstag 29. November 2007, 16:35

altsteirer.at hat geschrieben:Ich bin 50 Jahre alt, vom Beruf VS-Lehrer in Wien, stamme aber aus Kärnten, nahe dem Millstätter See. Ich bin seit Jugend u. a. an Tierzucht und Genetik sehr interessiert und habe auch etliche Semester Vet. Med. studiert. Da ich schon seit 1973 Mitglied des Rasse-ZV österr. Kleintierzüchter bin (RÖK), habe ich schon als Jugendlicher Kaninchen (helle Großsilber) und v. a. Hühner (Zwerg-Italiener gold und silberfarbig, Zwerg-Australorps, goldfarbige Italiener) oder Brieftauben gezüchtet. Schon seit damals ist für mich die Erhebung diverser Parameter über Stammbaumzucht, unter Benützung von Fallennestern, von wesentlicher Bedeutung.

Da ich aber seit meinem 19. Lebensjahr in Wien wohne, ist die praktische Zucht für mich seither nicht mehr möglich gewesen. Allerdings bin ich seit damals auch engagierter Haflingerzüchter auf Tiroler Grundlage, wenn auch nur im kleinen Rahmen. Daher darf es nicht wundern, wenn Otto Schweisgut, der heuer verstorbene Haflingerpapst, seit meiner Jugend mein großes züchterisches Vorbild ist, wenn ich auch nie in allen Bereichen seine Meinung geteilt habe. Er ist dennoch ein exorbitanter Zuchtleiter gewesen, wie er nicht nur in Österreich, sondern wohl weltweit seinesgleichen sucht.

Im Jahre 1992 bin ich im Rahmen des VEGH, österr. Gegenstück von GEH und Pro Specie rara für tierische Genressourcen, bzw. alte Nutztierrassen, aktiv und auch für 4 Jahre Vorstandsmitglied geworden. In dieser Zeit habe ich versucht das sehr diletantisch anmutende Szenario zu professionalisieren. Das ist mir in den 4 Jahren auch sehr deutlich gelungen, freilich unter gewisser Mithilfe einiger weniger Aktivisten. Obwohl ich in der kurzen Zeit durch meine erfolgreiche Arbeit bereits etliche professionelle Angebote hatte, hat sich eine Weiterarbeit im Umfeld des damaligen VEGH-Vorstandes als nicht mehr sinnvoll erwiesen. Es war aber auch nötig, sich mit etlichen Vorgängen zu distanzieren, weil ich mit der fachlichen Vertretung nach Außen (Ministerien in Wien) nahezu allein befasst war. Leider ist der damalige Vorstand erst 2, bzw. 4 Jahre später gänzlich ausgeschieden und nicht sofort. Jeder einzelne wäre durch Personen mit wesentlich mehr Potential schon 1996 zu ersetzen gewesen.

Daher bin ich seither v. a. in der Zucht der weißen Altsteirer (Hühner), so gut es mit meinen 2 Wohnsitzen eben geht, aktiv. Wenn man dabei aber als Großstädter von einigen Personen abhängig ist, so stellt sich dieses Vorhaben als nicht gerade einfach dar. Dennoch habe ich nicht nur gute Resultate und viele Erfahrungen erzielen können. V. a. hoffe ich auch Gleichgesinnte zu finden und zu animieren, sich diesbezügliche bei den ehemaligen Wirtschaftsrassen zu beteiligen. Aus meiner Sicht ist nämlich nur Zucht mit einem professionellen Konzept interessant und sinnhaft, wobei auch die Sportzucht als solches ihre eigene Daseinsberechtigung hat.

Zudem versuche ich in den letzten Jahren in Wien auch einen Bestand von farbigen Wiener Hochfliegern zu erhalten und mich ebenfalls an der Erhaltung dieses vom Aussterben bedrohten lebenden österr. und Wiener Kulturgutes zu beteiligen. Selbstverständlich führe ich von diesem Bestand seit 7 Jahren ein Herdbuch und erhebe trotz großem Aufwand, allein aufgrund der großen Entfernung zwischen Bestand und Wohnort, etliche Parameter.

Seit 1976 züchte ich auch Haflinger nach Tiroler Pedigree und bin seit etlichen Jahren stolzer Besitzer einer über 3 Generationen selbst gezüchteten Staatsprämienstute.

Letztlich gibt es keine Nutztierart, von Hühnern bis zum Pferd, welche mich nicht interessiert ist, bzw. wo ich mich damit schon eingehend im landwirtschaftlichen Interesse auseinandergesetzt habe. Das gilt insbesondere für die gefährdeten Nutztierrassen, wo es kaum eine gibt, wo ich nicht federführend Strukturen oder Voraussetzungen hiefür aufgebaut habe. Daher habe und hatte ich auch professionellen Kontakt zu Genetikern und Agronomen im In- und Ausland.

Meine theoretischen Kenntnisse aus Tierzucht und Genetik habe ich in der Praxis umzusetzen versucht und konnte dabei etliche Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln, welche man in keinem Lehrbuch nachlesen kann, bzw. gar nicht verifizieren kann.

Seit meiner Zeit als Funktionär habe ich auch Kontakt zu Aktivisten, was pflanzliche Ressourcen anlangt, und bin auch hier, z. B. mit der Zucht von Pferdezahnmais, etwas aktiv befasst.
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