Welches Heu fressen ...


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Welches Heu fressen ...

Beitrag#1von karinenhof » Dienstag 5. Mai 2009, 09:59

Schafe am liebsten?

Hallo,

bis jetzt haben wir immer nur Gras abgemäht, wenn es unsere Wollis nicht geschafft haben zu futtern. Klassisch mit der Sense, dann per Hand gewendet und lose eingelagert.
Dieses Heu wurde immer gerne gefressen. Auch wenn es von "überständigem" Gras gemacht wurde.

Da unsere Flächen bis letztes Jahr relativ klein waren, haben wir immer Heu dazugekauft. Allerdings auch festgestellt, dass bei diesem Heu relativ große "Verluste" waren. Dabei haben wir versucht "weiches " Heu zu bekommen.

In diesem Jahr wollen wir mehr Heu selber machen und auch das Reutern versuchen. Meine Frage ist, wann ist der richtige Zeitpunkt den ersten Schnitt zu machen?

Das Heu soll ja nicht nur "sattmachen", sondern auch den möglichst optimalen Nährwert haben.

Bin schon gespannt.

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Beitrag#2von Conny » Dienstag 5. Mai 2009, 12:12

Der erste Schnitt enthält viele Faserstoffe, da er mehr holzhaltige Grashalme aufweist. Dieser Schnitt wird vorwiegend für Pferde als Heu gemacht.
Der zweite Schnitt wird vieler Orts als Grummet bezeichnet. Das Grummet enthält mehr Kräuter und weist einen hohen Eiweissgehalt aber niedrigen Kohlenhydratanteil auf. Daher besonders für Milchvieh geeignet. Unsere Schafe fressen das Grummet bei weitem lieber, als alles andere Heu, müssen aber auch den ersten Schnitt mitfressen.

LG
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Beitrag#3von Frankenvieh » Dienstag 5. Mai 2009, 14:46

Kommt darauf an wann ihr den ersten Schnitt macht! Wir lassen meist eine Wiese blühen und schneiden nach der Blüte. dann hat man richtiges Pferdeheu, was auch die Kaninchen mögen! Vor der Blüte wird bei uns immer Silo gemacht. Immer im Wechsel der Wiesen. Grummet oder Öhmd oder Ohmd...ist wieder Dialektesache. Man sollte beide Sorten Heu ernten, weil Grummet ist wirklich sehr Eiweißhaltig.

Füttert ihr auch Stroh? Haferstroh ist auch "weich". Das Grummet bekommen bei uns nur die Kälber, die Kühe mögen es nicht immer.
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Beitrag#4von Frankenvieh » Dienstag 5. Mai 2009, 14:57

Füttert ihr auch Grasstroh? Gibt's bei uns billig zu kaufen, reicht auch für die alten Rassen. Grasstroh kommt von der Grasvermehrung.
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Beitrag#5von Herwig » Dienstag 5. Mai 2009, 15:09

Das sogenannte Grasstroh fressen Schafe nur sehr schlecht.

Ich kenne das so, dass die Schafe viel lieber kurzes weiches Heu fressen, aber wer an Bio Stroh ( Gerste, Hafer oder auch Weizen) kommt, wird feststellen, das die Schafe das auch als Rauhfutter sehr gut annehmen, weil es kürzer und weicher ist.

Gut ist wirklcih zwei Heusorten zu besitzen, die man dann mischt.
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Beitrag#6von klosterbauer » Dienstag 5. Mai 2009, 16:10

Ahoi Karin,

Heu machen für Schafe: Wir nehmen entweder den frühen ersten Schnitt (Ende Mai). Andere machen Silo draus, man kann es aber auch zu Heu machen. Das frische Gras muss gut trocken sein, sonst "kommt es wieder", sagt man bei uns. Wir wickeln in Großballen, das klappt immer.
Dieses kurze Gras kriegst Du aber schlecht auf Reuter. Da brauchst Du längere Fasern. Da ist ein Anfang Juni-Schnitt ev. eine gute Alternative ...
Ansonsten nehmen wir den zweiten Schnitt - also August / September.

Schafe allerdings mögen es nicht, von gutem auf schlechtes Heu umgestellt zu werden. Also füttere ich immer zuerst den ersten Schnitt und später das Grummet (das fressen sie immer).

Aber letztlich entscheidet natürlich das Wetter, wann Heuzeit ist .... - länger als das Silo der Anderen muss unser Heu schon trocknen.

Einpacken in Folie dürfte für DIch keine Alternative sein, da man einen Ballen - einmal aufgeschnitten - sicherheitshalber in einer Woche auffuttern lassen sollte. Falls es doch feuchter war und ein wenig siliert ist.

So machen wir das, schreibt aus dem Bergischen
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Beitrag#7von karinenhof » Dienstag 5. Mai 2009, 17:58

hallo Vicki,

genau, dass ist die Frage. Wann soll geschnitten werden. Pferde fressen lieber "hartes" Heu. Schafe lieber "weiches". Wenn ich nach der Blüte schneide, ist es dann schon Pferdeheu?


hallo Peter,

Rundballen Silage sind für uns wirklich kein Thema. Aber Du hast schon recht, dass es schwierig werden könnte, das noch relativ kurze Gras zu reutern. Evt. müssen wir dann mehr Querstreben legen?
Der Vorteil bei Reuter ist, dass wir nicht alles auf einmal mähen müssen weil schönes Wetter ist, sondern uns Stück für Stück vorarbeiten können.

Mal schauen, ob Armin unsere Zeilen sieht. Er hat im vergangenen Jahr erfolgreich mit Reutern gearbeitet.

Wir können auch ganz normal Heu bereiten. Dann sind wir aber mehr Wetter abhängig. Im Moment kein wirkliches Problem. Aber wie ist das Wetter Ende Mai Bild?


hallo Herwig,

das mit dem Heu mischen, ist auch eine Variante. Derzeit haben wir eigenes loses Heu und zugekauftes Heu in kleinen Bunden.

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Beitrag#8von armin » Mittwoch 6. Mai 2009, 20:08

Bin schon da.... Bild Bild

Peter hat schon ein paar gute Hinweise gegeben. Für das Reutern ist ein etwas späterer Schnitt wahrscheinlich einfacher zu handhaben. Grasschnitt mit einem höheren Anteil Zellulose lässt sich einfacher auf den Reuter packen, bzw. hält länger die Form, d. h. verliert nicht so viel Volumen. Wir haben letztes Jahr am 22. Mai geschnitten, das hat mit dem Reutern noch funktioniert, aber früher hätte es sicher nicht sein sollen.

Andererseits muss Du bedenken, dass Gras kurz vor der Blüte den höchsten Nährstoffgehalt aufweist. Nach der Blüte geht die Kraft der Pflanze in den Samen über, das Heu ist dann weniger wertvoll. Wiederkäuer kommen damit besser zurecht als z. B. unsere Schweine. Deshalb versuchen wir, bis Anfang Juni mit dem ersten Schnitt durch zu sein, also während der Blüte zu schneiden. Bei Euch im Havellang weichen die Zeiten wahrscheinlich etwas ab, das wisst Ihr selbst besser als ich.

Wenn Ihr den Schafen was Gutes tun wollt, würde ich nicht viel später schneiden. Im Zweifel kommt es so wie so auf's Wetter an.

Ob wir wieder reutern oder am Boden trocknen, werden wir dieses Jahr wohl ein bisschen von der Wetterlage abhängig machen. Wenn es längere Zeit warm und trocken sein sollte, wird am Boden getrocknet, wenn es unbeständig ist, werden wir reutern. Das Reuterheu war supergut und wurde besonders gut angenommen, es ist aber auch echt viel Arbeit...

Viel Erfolg und berichte mal über Deine Erfahrungen!

Gruß
Armin
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Beitrag#9von karinenhof » Donnerstag 7. Mai 2009, 14:12

hallo Armin,

na klappt doch Bild.
Wir werden versuchen, so viel wie möglich am Boden zu trocken. Ich habe das Gefühl, es ist weniger zeitaufwendig. Wir müssen alles lose einbringen, weil wir keine Presse haben.
Auf jeden Fall werden wir das mit den Reutern versuchen - egal, wie das Wetter ist.

Das mit dem Zeitpunkt habe ich nicht ganz verstanden. Würdest Du für Schafe erst nach der Blüte schneiden?

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