Was geht noch außer Heu?


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Was geht noch außer Heu?

Beitrag#1von armin » Dienstag 16. September 2008, 19:42

Tach zusammen!

Wie war denn dieses Jahr Eure Heuernte? Also: Wir hatten hier Ende Mai den ersten Schnitt und am letzten Sonntag, den 14. September den zweiten. Seit Mitte Juni gab es hier kaum mal drei bis vier aufeinander folgende trockene Tage. Und wenn doch, dann immer von Montag bis Mittwoch oder so ähnlich, also ohne Urlaub nix zu machen...

Jetzt hoffen wir, dass wir den Grasschnitt diese Wochen tatsächlich trocken bekommen. Natürlich enthalten die Hlme jetzt schon ziemlich viel Strukturkohlehydrate, die für unsere Schweine nicht verdaulich sind. Ein Schnitt im Juli wäre wesentlich günstiger gewesen, aber da war es ständig nass.

Unsere Nachbarn haben massenhaft Siloballen gewickelt. Das wäre ja eine gute Alternative zum Heu, aber wir bekommen einen Großballen von 150 - 300 kg einfach nicht schnell genug verfüttert.

Was gibt es noch für Möglichkeiten, wie man in regenreichen Jahren Winterfutter von der Weide gewinnt? Für Tipps aller Art wäre ich echt dankbar!

Viele Grüße aus der bergischen Dürre (seit 3 1/2 Tagen kein Regen...)

Armin
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Beitrag#2von Herwig » Mittwoch 17. September 2008, 09:28

Hallo Armin,
ich favorisiere ja sogenannte Heulage. Fast trockenes Mähgut wird siliert, ist für alle Tierarten gut geeignet. Wenn du in der Nähe wohnen würdest könntest du gerne etwas bekommen.
Der Vorteil ist die gute Haltbarkeit des Anbruchs.
Weitere Info für dich: Man kann die Ballen auch kleiner wickeln lassen, der Bauer der presst, kann das ganz einfach an seiner Maschine einstellen. Wenn du 80 cm Ballen machen lässt, sind die auch schnell verfüttert.

Ein weiterer Trick meiner Anfängerzeit war folgender:

Ich habe den Rasenschnitt aus dem Auffangkorb des Rasenmähers immer in blaue Säcke gefüllt (einen Tag später) Wenn man die Luft dann schön herausdrückt und den Sack gut verschließt, hat man astreine Portionssilage. Zu Zeiten der Gentechnikfreien Maiserzeugung habe ich immer in jeden Sack noch eine Konservendose Mais geworfen. DAS war ein Futter!!!
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Beitrag#3von karinenhof » Mittwoch 17. September 2008, 12:29

hallo Herwig,

die Idee mit den Müllsäcken finde ich gut. Warum machst Du das heute nicht mehr?

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Beitrag#4von Ulrike W.-E. » Mittwoch 17. September 2008, 18:20

Ja da kann mich nur anschließen, super Idee. Bild

Vor allem für die kleineren Viehhalter. Schade nun ist es für diesen Sommer wohl zu spät. Bild

LG Ulrike
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Beitrag#5von Herwig » Mittwoch 17. September 2008, 19:20

Ich mache das heute nicht mehr weil mein Bedarf viel höher ist. Den Rasenschnitt verfüttere ich immer direkt an Schweine und Geflügel direkt aus dem Auffangkorb.
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Beitrag#6von karinenhof » Donnerstag 18. September 2008, 13:28

woran erkennt man, ob die Silage gut oder schlecht ist. Am Geruch od. Farbe?

Kann ich das überhaupt an Schafe verfüttern?

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Beitrag#7von Herwig » Donnerstag 18. September 2008, 14:26

Ich habe früher sehr erfolgreich Silage an Schafe und Ziegen verfüttert. Aber es sollte schon Anwelksilage sein mit ordentlich Struktur. Frischer Grasschnitt z.B. erzeugt eine fast gallertartige Silage, sowas ist nur für Schweine geeignet. (Ohne Rohfaser) Grundsätzlich empfehle ich das Futter anwelken zu lassen, das hat eben den Vorteil das man nur einen Tag gutes Wetter braucht...

Silage sollte angenehm lecker riechen, nicht muffig oder faulig. Der Geruch ist mit Sauerkraut zu vergleichen, nur eben mit eine Heuduftnote.

Weiße Flecken in der Silage sind normal und der Grundstein des Siliervorganges. Allerdings faulige und die Substanz zersetzende Flecken sind ein Zeichen für verdorbenes Futter. Ist das nur in geringem Umfang an der Silage , so kann man dieses verdorbene Futter großflächig herausnehmen und den Rest noch verfüttern. Durch den Sauerstoffabschluß und die Lichtdichtigkeit ist Silage ein wertvolles Futter. Jedoch hat sie auch Nachteile:
-Die Verfütterung an laktierende Tiere ergibt oft einen Silagegeschmack der Milch
-Flächen auf denen Silage gewonnen wird fehlt die natürliche Erneuerung (keine Neuaussahmung der Gräser.
-Silage erfordert nicht gerade umweltfreundliche "Verpackung"
-Silage kann auch noch nach der Ernte verderben und den Futterhaúshalt des Betriebes stören.

Aber sie hat eben auch Vorteile...
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Beitrag#8von Fredo » Donnerstag 18. September 2008, 16:35

Wenn Silage an einigen Stellen wie Pampe oder kurz gesagt matschig ist sollte man mal schauen ob es überall an der Außenseite so ist ansonsten die stellen die matschig sind rausnehmen weil diese Stellen bei einigen Tieren Porbleme verurachen können.
Lg.Fredo

ps:Für die Pferdehalter ,Pferde die gerne zunehmen nicht so viel Silage geben davon werden sie manchmal noch Breiter als mit Heu.
Bild
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Beitrag#9von armin » Donnerstag 18. September 2008, 20:50

Den Rasenschnitt verfüttern wir auch direkt aus dem Fangkorb (mit Umweg über die Schubkarre) an die Schweine. Inzwischen haben wir uns sogar angewöhnt, nur noch entsprechende Portionen zu mähen. Der Rasen sieht deshalb immer recht kreativ gemäht aus... Bild

Noch mal eine Frage zur Heulage: Bis jetzt habe ich immer gelesen, dass es schwierig ist, qualitativ gute Heulage zu erzeugen, weil der Silierprozess wegen des hohen Strukturanteils nicht so gut in Gang kommt. Wie ist das zu sehen? Und was sind die Vorteile bei Heulage? Die bessere Haltbarkeit des Anbruchs ist natürlich ein Argument. Aber der hohe Strukturanteil ist für unsere Zwecke nicht optimal, da die Schweine als Monogastrier die Cellulose nicht verwerten können.

Deshalb haben wir das sehr junge Mai-Heu auf Reuter gesetzt, um mehr Rohprotein und Zucker zu bekommen ohne eine Selbstentzündung zu riskieren. Hat auch super funktioniert, nur ist es wegen des Wetters beim ersten Versuch geblieben.

Gruß
Armin
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Beitrag#10von Herwig » Freitag 19. September 2008, 09:53

In der heutigen Zeit wird man Silage vornehmlich in Rundballen vorfinden, das ist echt relativ problemlos, ich hatte noch nie unbrauchbare Silage, solange die Plastikhaut unverletzt war.
Ich mache immer aus dem ersten Schnítt Silage, weil ich dann mit dem Wetter besser klar komme und genau eben die Argumentation von Armin dazu herhält.
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Re: Was geht noch außer Heu?

Beitrag#11von opa-herbert » Freitag 26. Dezember 2014, 14:32

Hallo,
mit so viel Technikeinsatz kann sich nur ein Bauer abgeben und dazu kommen auch noch die hohen Anschaffungskosten und Unterhaltungskosten. Ich denke ,wir machen unsere Tierhaltung doch vorwiegend als Hobby . Vor 30 Jahren habe ich immer Mastbullen gehalten ( 4) und da wurde schon Heu gebraucht im Winter . Alles geschah zur offiziellen Arbeit noch dazu, es ging ohne Rundballen und Heulage .
Ich habe mein Futter (heu ) alles gemäht mit der Sense und dann aufgehängt auf Drähte und Stangen. Eines tue ich vermeiden, das Gras sollte nicht vor Nässe traufen. Günstig ist , wenn die breite Seite des Gerüstes nach Süden zeigt. 10m lang und 5 Stangen übereinander, da geht schon ein ganz schöner Hänger Gras drauf. Das Wetter muß nicht das Beste sein und mein Futter trocknet wie die Wäsche auf der Leine und das alles mache ich unmittelbar am Heulager , wo ich das dann einlagere und im Winter verfüttere. Heumachen geht immer, wenn man weiß wie es geht!!!!!!!!!!

Bei näherer Auskunft stehe ich gerne zur Verfügung !

viele Grüße opa-herbert
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Re: Was geht noch außer Heu?

Beitrag#12von schnuckened » Freitag 26. Dezember 2014, 20:07

Tolle Idee Herbert, zunächst mal etwas mehr Aufwand, aber dann wirtschaftlich sinnvoll, ähnlich dem Reutern. Baut man jetzt noch Räder unter die Stellage, hätte man eine fahrbare Reuter. Ausgediente Gummi-oder Leiterwagen könnten dazu eingesetzt werden...

Grüße

Ed
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Re: Was geht noch außer Heu?

Beitrag#13von opa-herbert » Dienstag 30. Dezember 2014, 14:22

Die Idee hatten die Kleinbauern schon vor 50 jahren, nur das die Seile oder Reuter auf der Wiese direkt aufgestellt wurden . Man mußte aber immer hin und kontrollieren ,ob es was vom Wind abgewurfen hatte. Ich mache das ganze direkt am Stall und Heulager und wenn ich es abreume,runterziehe kann ich es gleich ins Lager gabeln . Kleine Wiesen in Waldnähe , wo der der Schäfer mit 800 Schafen nicht hin kann , gibt es genug bei mir in Thüringervorland .
Mein Mähbalken vom Traktor Deutz habe ich umgebaut auf fingerloses Schneidwerk, Doppelmesser und da kann ich immer überall alleine mähen auch wo im vorjahr kein Schnitt war , geht immer.
Aufladen und ab auf die Stangen , spätestens in 14 Tagen ist mein Futter trocken und noch j e d e s Blättchen ist noch dran und Stahlgrün, einfach super HEU . Das sind mir meine Tiere wert !
Gruß

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