Warum mulchen?


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Warum mulchen?

Beitrag#1von schnuckened » Samstag 2. November 2013, 19:39

mal etwas grundsätzliches zum mulchen. macht es überhaupt sinn im herbst zu mulchen?
der grund der frage ist der starke aufwuchs in diesem ungewöhnlich warmen herbst. gut und gerne könnte ein weiterer schnitt her, weder kann ich es aber lagern noch verwerten. diese wiese benutze ich lediglich zur heugewinnung, 2x im jahr. im zeitigen frühjahr schleppe ich die wiese ab, die getrockneten halme werden niedergedrückt und verrotten bislang ausreichend. muss ich die verfahrensweise mit dem reichhaltigeren aufwuchs ändern? der logistische aufwand würde mir etwas unbehagen bereiten.

grüße

ed
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#2von Fuhrmann » Samstag 2. November 2013, 21:06

Wenn Du im Frühjahr schleppst dann reicht das vollkommen aus.

Ich bin kein Freund vom mulchen ( also mit dem Mulcher über die Wiese donnern) weil Du zum einen alle Kleinlebewesen (Insekten, Frösche, Eidechesen etc.) im Grasbestand tötest und pürierst.
Zum anderen verbrauchst du unnötig Energie.

Bei uns gab es schon immer gute Wiesen auch vor der Erfindung des Mulchers.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#3von schnuckened » Montag 4. November 2013, 07:42

mettbrötchen, kannst du die entstehung und die auswirkung der auswinterungsschäden "am stehenden halm" noch etwas präzieser erläutern? für mein verständnis würde ich eher das gegenteil vermuten, dass in jedem fall ein größeres volumen an bewuchs, ob stehend oder gemäht/gemulcht, vor auswinterung schützen müsste, ungemäht/-gemulcht der erstickungsefekt aber gering bleibt. ich lass mich gern belehren...

grüße

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Re: Warum mulchen?

Beitrag#4von Herwig » Montag 4. November 2013, 07:59

Ich mulche auch die sogenannten Geilstellen, Nesselnester etc.
Außerdem ist meine eine Wiese umgeben von Erlen, die zig Meter lang Schößlinge bilden, die Pferde und Rinder fressen die nicht ab.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#5von Christina » Montag 4. November 2013, 08:53

Ich kenne es so, dass zu langes Gras kaputt friert und sich matschig auf die anderen Pflanzen legt, so dass die zu wenig Luft bekommen. So war es jedenfalls in meinen Anfängen...
Ich hab vor einer Woche noch einmal mulchen lassen, weil der Aufwuchs zu hoch geworden war.
Für nächstes Jahr hab ich Leihkühe bestellt, damit ich weniger mulchen muss und mir mal anschauen kann, wie das mit den Kühen so läuft. :yes4:
Die optimale Überwinterungslänge hab ich auch mit 5 - 7 cm im Kopf. Allerdings würden mich 10-15 auch nicht dazu verleiten zu mulchen.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Warum mulchen?

Beitrag#6von Fuhrmann » Montag 4. November 2013, 16:35

@ Ed: Versuch macht kluch !
Du kannst ja mal einen Versuch starten und die halbe Fläche mulchen und im Frühjahr dann einfach mal die Fläche beurteilen und dann siehst Du ob sich mulchen Lohnt.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#7von schnuckened » Mittwoch 6. November 2013, 08:22

fuhrmann, dein vorschlag bringt mich auf einen gedanken. im prinzip kenne ich ja den umstand des hohen aufwuchses schon. als ich die fläche übernommen habe, war das alles eine 4 jahre nicht gemähte brache, davor ist über jahre einmal gemäht und liegen lassen worden, so zumindest die aussage des (vor-)besitzers. das "gestrüpp" habe ich natürlich entfernt, aber über jahre davor hingegen war ja auch der aufwuchs nieder gegangen und bodennah verrottet. schon im folgejahr habe ich ne menge heu geerntet. das führt zu dem entschluss, ich werde den aufwuchs stehen lassen und so verfahren wie immer. ich glaube bei diesem durchlässigen humosen boden kommt es nicht in der form zum von mettbrötchen beschriebenen auswinterungseffekt. bei schweren lehm- und kalkböden, auf denen die staunässe nicht abziehen kann, kommt es sicher zu diesen erstickungserscheinungen, da wasser und blattmasse, die im winter nicht verrotten kann eine schlierige masse bilden. das ist auf meinem durchlässigen boden nicht der fall.
ich denke, auf schweren böden ist ein mulchen erforderlich, auf durchlässigen böden nicht, was mein ihr?

grüße

ed
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#8von Fuhrmann » Mittwoch 6. November 2013, 13:44

Pfffff, jetzt weiß ich garnicht wie ich Anfangen soll zu schreiben.
Also Auswinterungsschäden im Grünland kenne ich nicht.

Lesehinweise: überall wo hier "Dung" steht ist "M i s t" gemeint !


Boden und Lage:
Wir haben hier überweigend tonige Lehmböden oder lehmige Tonböden. Die meisten Wiesen liegen in Auenlage, einzelne auf kleinen Erhebungen bei denen der Basalt recht weit nach oben kommt.

Erfahrungen:
Ich habe ein Wiese aus konventionler Bewirtschaftung übernommen, hier wurde mit Kunstdünger gedüngt und zwei Schnitte Heu im Jahr gemacht. Die Erntemenge dieser Zeit kannte ich sehr gut.
Nach der Übernahme habe ich angefangen mit Pferdemist zu düngen. Vorher hatte ich meinen Pferdemist verschenkt. Pferdemist verschenken und Kustdünger kaufen -> bin ich blöd ? !
Im ersten Jahr habe ich ein bisschen viel Dung auf die Fläche gefahren, unter manchem dick aufgebrachtem Dung sind die Graspflanzen erstickt.

Bild

Dann habe ich angefangen dünn zu streuen und Jahr um Jahr die Mistmenge erhöht.

Bild

Die Umstellung hat drei Jahre gedauert, dann habe ich so viel Heu geerntet wie zur konventioneller Zeit. Und das Bodenleben hat sich vervielfacht. In den ersten Jahren hat es lange gedauert bis der Dung "gefressen" war. Heute ist mitunter nach einer Woche der dünn aufgebrachte Dung verzehrt.

Bei mir bleibt machmal auch der 2. Schnitt stehen, weil ich, wie in diesem Jahr, so viel Heu geerntet hatte, dass ich nichts mehr lagern konnte. Dann wird im Frühjahr geschleppt. Die Bodenorganismen und die Pflanzen nehmen den Nähstoff der abgestorbenen Grashalme auf und es erspart mir einen Teil Dünger.

Bild

Fazit: Wenn das Bodenleben intakt ist kommt der Boden mit den überschüssigen Gras problemlos zurecht. Wurde Bodenleben durch Kunstdünger reduziert muss man neu gucken.

Beobachtungen:
Bei uns gibt es ungedüngte Wiesen im Hekulprogramm die nach einer Umstellungszeit gleichbleibend gute Erträge liefern.
Hier gibt es Streuobstwiesen die nicht gemäht werden und immer wieder einen guten Aufwuchs haben, und dort werden Pferdeäpfel binnen kurzer Zeit von den Bodenorganismen verarbeitet.
In Alten Büchern wird gerne darauf verwiesen Kartoffelkraut als Frostschutz auf Grünland aufzubringen. Ich denke mein Dung bringt das gleiche.
Vorbeugen muss man bei länger nicht gemähten Flächen bzgl. einer Verbuschung.
Auch wenn sich auf grund feuchter Witterung die Heuernte verschiebt, fängt das Bodengras auf meinen Flächen nicht an zu faulen. Nach sehr trockenen Frühjahren hatte ich weniger Ertragsrückgang als Kollegen die mit Kunstdünger düngen.

Bild
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#9von Fuhrmann » Mittwoch 6. November 2013, 14:05

Ersetzt das Programm hier automatisch "M i s t" durch Dung ? Warum ?
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#10von Herwig » Mittwoch 6. November 2013, 19:32

Es ersetzt auch S.C.H.eiße durch "braune Wurst aus Fäkalien"
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#11von Christina » Donnerstag 7. November 2013, 09:05

@ Fuhrmann: Wunderschöne Bilder! ..und Danke für Deinen Bericht! Damit hab ich mehr Rückhalt für meine eigenen Überlegungen gegen die Regeln, die mir die Bauern immer wieder mitteilen. Ich werde noch mutiger werden! :yes4:
Beste Grüße,
Christina

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Re: Warum mulchen?

Beitrag#12von Fuhrmann » Donnerstag 7. November 2013, 23:14

@ Claudia, mir hat mal jemand in den Kühlschrank geschaut und dann gesagt ich dürfe meine Bananen nicht im Kühlschrank lagern, die würden dort zu schnell vergammeln. Also habe ich eine "Traube" Bananen gekauft, die eine Hälfte auf den Schrank gelegt die andere in den Kühlschrank. Ich denke du weißt wie es ausgegangen ist !

Ich kann dir nur raten mal in Fachbücher gucken, vor allem in Bio Büchern, um natürliche Abläufe zu verstehen und dann kannst Du dein handeln ableiten bzw. ausprobieren.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#13von opa-herbert » Freitag 26. Dezember 2014, 12:37

Hallo zusammen und noch ein frohen Rest vom Weihnachtsfest !

Ich bin der Meinung, man sollte gerade in Ortsnähe keine Wiesen mulchen !!!!!!!
Durch das mulchen werden optimale Überwinterunsbedingungen für Maüse geschaffen
und die Rübenvorräte in den Mieten werden den Nagern zum Opfer. Ich spreche aus Erfahrung
und im Frühjahr laufen dann die Bauern mit Kannen und bringen Mäusegift masschweise in die Löcher ein .
Meine Schafe sind das ganze Jahr auf der wieseund bei Schnee wird gekratzt, wie das Wild . Mal sehen , ob die Neuen BARBADOS BLECKBELLY das auch machen und mit dem Winter so zurecht kommen?
Noch einen guten RUTSCH ins Jahr 2015 und immer gesunde Tiere
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#14von Fuhrmann » Dienstag 26. Mai 2015, 10:04

@ Ed, hast Du mal den Versuch gemacht die halbe Fläche zu mulchen und zu schauen wie es ausgegangen ist ?
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#15von schnuckened » Sonntag 31. Mai 2015, 18:37

Ne Fuhrmann, habe ich auch nicht vor. Ich striegle die Wiese so, dass die abgestorbenen Pflanzenteile in die Wiese eingearbeitet werden. Den Rest muss die Natur alleine machen. Sollte dann immernoch was ins Heu gelangen nehm ich das nicht tragisch, die Schafe selektieren sich das zurecht und im Jahr darauf landet es im Misthaufen...

IN diesem Jahr ist auch wieder der Aufwuchs (die Untergräser) so mager, dass ich den schlechteren Teil der Weide einschnittig bearbeiten werde. Alles spät dran in diesem Jahr, die Obergräser stehen in Blüte und noch ist nichts geschnitten, keine Zeit, kein Wetter, schlechter Aufwuchs!

Bis denne

Ed
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#16von Burckhard » Dienstag 2. Juni 2015, 22:45

Moin,

unsere Schafskoppel wurde jahrelang konventionel beackert. Bodenlebewesen gleich null. Der aufgebrachte Pferdemist blieb liegen und verdichtete den Boden. In diesem Herbst werde ich nur mulchen und dann großzügig Effektive Mikroorganismen ausbringen, in der Hoffnung die Bodenorganismen zu reaktivieren.

Hat von euch schon einer Erfahrung mit EM

Gruß
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#17von Fuhrmann » Donnerstag 4. Juni 2015, 19:53

Burckhard,
wie ist das denn passiert, dass der Pferdemist den Boden verdichtet hat ?

In der Fläche habe ich EM noch nicht eingesetzt, nur gefüttert habe ich es. Und da kann ich nun nicht sagen, ob es dem Boden auch gut getan hat. Wenn dann müsste man meiner Meinung nach eh einen rechts links versuch machen, alles andere bringt nur versc hleppte Erkenntnisse.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#18von Claudia » Freitag 5. Juni 2015, 07:17

Ich hab vor Jahren mal einen Versuch mit EM auf der Fläche gemacht. Einen Teil mit verdünnter Molke, anderer Teil mit EM. Es war kein Unterschied zu sehen
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#19von schnuckened » Mittwoch 10. Juni 2015, 21:59

EM? Macht euch bitte vorher Gedanken was das ist und was es bewirken kann oder auch nicht und stellt euch die Fragen Warum? Wozu? Wofür?

Grüße Ed
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#20von JaNu » Dienstag 16. Juni 2015, 03:08

Burckhard hat geschrieben:Moin,

unsere Schafskoppel wurde jahrelang konventionel beackert. Bodenlebewesen gleich null. Der aufgebrachte Pferdemist blieb liegen und verdichtete den Boden. In diesem Herbst werde ich nur mulchen und dann großzügig Effektive Mikroorganismen ausbringen, in der Hoffnung die Bodenorganismen zu reaktivieren.


Hallo miteinander,
Interessante Diskussion, auch für mich wo das Gras unter den Streuobstbäumen nicht genutzt wird. Erfahrung mit EM habe ich keine. Für die o.g. Anwendung Bodenleben zurückbringen möchte ich anregen, auch die dafür meiner Ansicht nach interessantere Technik, der Verwendung von Kompost, und auf großen Flächen Komposttee in Erwägung zu ziehen.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#21von Fuhrmann » Samstag 20. Juni 2015, 12:18

Claudia hat geschrieben:Ich hab vor Jahren mal einen Versuch mit EM auf der Fläche gemacht. Einen Teil mit verdünnter Molke, anderer Teil mit EM. Es war kein Unterschied zu sehen


Die Frage die sich stellt, gabe so kurzfristig eine Wirkung ?
Und Du hattest keine Referrenzfläche, also eine Fläche wo garnix passiert ist.
Ich denke EM muss man eine Zei gewähren lassen, dass es wirkt.
Wenn schon genügend Bodenleben vorhanden ist, dann ist EM wohl auch fast wirkungslos.

Kompost:
Wenn man große Flächen hat, dann macht es meiner Meinung sinn, gleich auf der Fläche zu kompostieren ohne den Umweg über den Komposthaufen zu gehen.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#22von Claudia » Dienstag 23. Juni 2015, 07:07

Ich hab mich glaub ich, falsch ausgedrückt oder nicht genügend erklärt was ich meinte :jubripu:

Also,es gab eine deutliche Verbesserung der Fläche zu vor der Behandlung, mehr Artenvielfalt, mehr Insketen, der Boden wirkte lockerer, weniger verdichtet, wie soll ich es beschreiben- einfach besser : )
Es gab keinen Unterschied zu der Fläche die mit Molke und EM behandelt wurde, beide wurden gleich besser.
Was ich damit sagen will: Ich glaube es ist egal wie die Lebensform heißt die man aufbringt, Hauptsache man bringt Leben rein (das dann auch genug Futter findet)
Egal ob guter Kompost, EM, Molke, Pflanzen-Jauche.....

Im Moment experimentiere ich mit meinem Wollwaschwasser. Zumindest das Wasser aus dem ersten Waschzug hat ja reichlich "Leben" wenn die Wolle frisch ist.
Die Bottiche stehen immer in der Sonne und das Wasser frischer Wolle riecht definitiv anders als das Wasser älterer Wolle, wo durch Lagerung wahrscheinlich einiges abgetötet ist

@ed
Du - Gedanken mache ich mich schon seit über 30 Jahren, seitdem ich in der Medizin sehe, was ein Ungleichgewicht an Mikroorganismen im Menschen anrichten kann.
Das ist wie im Krimi: Zuviele "Böse" hat das "Gute" keine Chance. Genug "Gute" kriegen die "Bösen" besiegt.
Wie die guten heißen, ist völlig egal.

Ich bin sicher, wenn in der Medizin(und Viehwirtschaft) endlich mal aufgehört wird überall alles weg zu desinfizieren und stattdessen einfach mehr "gute" Micororganismen/Keime auszubringen, welche die "bösen" verdrängen, bräuchten wir die Antibiotika-Diskussion nicht.
Sicher gibt es Bereiche wie Op die steril sein müssen und es gibt auch strenge Indikationen für Antibiose, aber dieses flächendeckende wäre unnötig.

Gleiches sehe ich auf allen Böden/Flächen die mich umgeben.

Sicherlich- ich mag diese EM -Diskussionen nicht, weil viel Marketing und Esoterik dabei ist, aber der Grundgedanke - gezieltes Beleben mit guten Keimen - finde ich ok.
Bin allerdings der Meinung für den Alltag geht es billiger und einfacher.

@Janu Kompost-Tee - welch Name : ) Hast Du Erfahrung damit?
Zuletzt geändert von Claudia am Dienstag 23. Juni 2015, 07:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum mulchen?

Beitrag#23von schnuckened » Dienstag 23. Juni 2015, 07:55

Genau so sehe ich das auch Claudia :smileyvieh:

Grüße

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Re: Warum mulchen?

Beitrag#24von JaNu » Sonntag 28. Juni 2015, 01:46

Claudia hat geschrieben:@Janu Kompost-Tee - welch Name : ) Hast Du Erfahrung damit?


nein, bislang noch keine praktische Erfahrung damit. Ich bin gerade auch dabei, mir das dazu notwendige Material zu besorgen.
Ich denke, daß eine belebung des Bodens, bei dem traurigen Ausgangszustand, den man meist vorfindet, in jeder Form wohl eine Verbesserung ist. Wenn der Kompostiervorgang gut gelungen ist, dann befinden sich darin die Bodenlebewesen, die mit Pflanze im Boden zusammen wirken. Diese können dann im Teeherstellungsprozess vermehrt werden, so daß man größere Flächen direkt die Organismen ausbringen kann, die im Boden wirken, ich denke, daß dies das erfolgversprechende Verfahren ist, weshalb ich es ausprobieren will. Nur, muss man da das meiste selber machen, da der Tee nur wenige Stunden haltbar ist. Ohne Nahrung sterben die Mikroorganismen eben, oder werden inaktiv.
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