Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?


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Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#1von Christina » Freitag 20. Mai 2011, 15:52

Hallihallo!

Ich hab gerade folgende Thematik und würde mich über Mitdenker freuen:

Meine Pachtweide ist nach drei Jahren Pferdebeweidung ohne Dünger und Wechselbeweidung ziemlich auf. Eigentlich wollte ich sie dieses Jahr abgeben, aber ich hab nun eine Lösung gefunden wie ich sie extremst günstig weiter nutzen kann. Also muss ich darüber nachdenken, sie auf Vordermann zu bringen / halten.

Diesen Monat lasse ich sie noch einmal von den Pferden abweiden, danach werde ich sie bis mindestens zum nächsten Frühjahr nicht mehr nutzen, weil im Spätsommer die Arbeiten an der großen Gasleitung, die durch die Weide führt, ausgeführt werden. Im Sommer halte ich die Pferde wegen der Bremsenplage nicht dort. Heu kann ich ebenfalls nicht machen, weil der Boden seeehr uneben ist. Aber wie gesagt, finanziell tuts hier nicht weh, deshalb ist das kein Problem.

Ich hab überlegt, die Weide einige Male mulchen zu lassen. Reicht das oder muss ich zusätzlich Dung oder Dünger aufbringen? Auf Dünger wollte ich eigentlich komplett verzichten, Dung hab ich nicht so wirklich geeigneten verfügbar, deshalb würde ich eigentlich gerne nur mulchen... Im Zweifel kann ich das auch im nächsten Frühjahr noch so weiter machen und die Pferde erst im kommenden September wieder drauf lassen. Da müsste ich doch eigentlich ohne zusätzliche Aufbringung von irgendwas auskommen, oder?

Zudem hatte ich überlegt, Kräuter nachzusäen. Wann mache ich das am besten? Mitte Juni nach oder vor dem ersten Mulchen oder lieber im Spätsommer / Frühherbst? Oder gar gleich im nächsten Frühjahr?
Im Juni hätte es natürlich den Vorteil, dass die offenen Stellen noch nicht weiter von den ungewollten Kräutern besiedelt sind, andererseits könnte es zu trocken werden... Im Frühherbst ist es meistens ausreichend feucht, aber ich hätte evtl. schon alle offenen Stellen mit Hahnenfuß besiedelt... Was meint ihr?

Beste Grüße,
Christina

PS: Mann, ich brauche Kühe und einen Miststreuer! Dann hab ich deutlich weniger Probleme, was dies angeht, aber dafür andere. Bild
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Beitrag#2von klosterbauer » Samstag 21. Mai 2011, 08:08

Ahoi aus Bünghausen

zunächst mal: wenn es fürs Heumachen nicht reicht, kann es mit dem Mulcher auch schwierig werden, wenn der ständig Erdhaufen mulchen muss - kann ich aber von hier nicht beurteilen.

Um welche Größe handelt es sich eigentlich??

Wo bringst Du denn den Dung Deiner Pferde sonst aus?

Sonst könnte es da zweijährige Mulchen schon bringen, aber vielleicht auch eine schonendere Beweidung?? Oder doch zwei Kühchen.

Grundsätzlich finde ich auch, dass der Betrieb schon auch seinen eigenen Dung erzeugen sollte, das ist das, was ich auch unter Kreislaufwirtschaft verstehe. Aber ein wenig Kuhmist würde ich tatsächlich auch vom Nachbarn nehmen :). Allerdings finde ich Dung langfristig besser als Gülle.

Es grüßt für jetzt aus dem Bergischen

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Beitrag#3von Christina » Samstag 21. Mai 2011, 08:45

Hey!
Herzlichen Dank für Eure Antworten!
Die Weide ist nicht so "auf" wie man es von anderen Pferdeweiden kennt, aber die Tendenz ist zu erkennen. Deshalb will ich jetzt gegensteuern.
Eine schonendere Beweidung wird es geben. Die Pferde kommen ab sofort nur noch 1 x im Jahr dort hin. Es handelt sich um 0,6 ha, das reicht für meine 4 "Ponypferde" für einen Monat.
Der Pferdemist aus dem Winter ist leider mit vielen Steinen versetzt. Den will ich dort nicht ausbringen. Der bleibt an der Stallweide.
Kunstdünger will ich nicht ausprobieren, weil ich das generell nicht so gerne mag und auch zwei leichte Ekzemer dabei habe, da bin ich extrem vorsichtig.
Ich hab letztes Jahr schon mit dem Häcksler nachmähen lassen. Das ging leidlich, aber es ging... Allerdings ist nicht wirklich viel über gewesen, da die Ponys auch Binsen und all den Kram zum Großteil fressen. Wenn ich mulchen lassen würde, sollte natürlich schon Aufwuchs drauf sein, damit es etwas bringt. Muss ich ausprobieren wie das aussieht...
Beste Grüße,
Christina

PS: Nur wann säe ich die Kräuterchen rein???
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Beitrag#4von starkepferde » Samstag 21. Mai 2011, 18:58

Aufpassen, zuviel Mulchen fördert die Bildung von Moos.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
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Beitrag#5von klosterbauer » Samstag 21. Mai 2011, 21:32

Ahoi

zum Säen:
Die meisten säen im Frühjahr nach - und haben sich dieses Jahr und auch einige davor wegen der Trockenheit verkalkuliert. Beim derzeitigen Klima würde ich sagen: Das Wetter muss stimmen, da ist der Monat egal - hauptsache, es gibt ne Grundfeuchte und ein wenig Wachstumsklima. Denn die Frühjahre sind ja nicht mehr so zuverlässig wie ehedem bei Großvattern.

Vielleicht hat jemand ne bessere Idee?? Ich nicht.

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Beitrag#6von Frankenvieh » Sonntag 22. Mai 2011, 06:49

Mit dem Zeugs aus den BGAs wäre ich sehr vorsichtig..... Botulismus ist auf dem Vormarsch, wird in Verbindung mit den BGAs gebracht.


Du kannst es ja mit dem Mulchen probieren, im Spätherbst mal ordentlich kalken (Branntkalk) und im Frühjahr März- April nachsäen. Saatgut gibt es hier:siepmann
Oder such dir jemanden mit Rindern die es mit dir im Wechsel abhüten. Oder kauf dir zwei Muh's meine kalben im Sommer :wink:


Ich muss auch dazu sagen, die Pferdemenschen hier haben alle nur sch.... Weiden, da gruselts mich jedesmal wenn ich das sehe.... Liegt das an den Pferden selber oder einfach nur schlechte Pflege???? Rinder rupfen ab, die Pferde können ja bis "auf den Dreck" abfressen....
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Beitrag#7von Christina » Sonntag 22. Mai 2011, 10:31

O.K. Mein Plan steht.

Die Pferde werden da jetzt noch bis Mitte Juni abweiden. Am besten säe ich dann gleich anschließend, aber das mache ich vom Wetter abhängig. Den Rest des Jahres werde ich mulchen, denke aber, dass es nur noch 2-3 x notwendig ist, weil der Wachstumsschub runter ist. Somit sollten sich die Moosprobleme in Grenzen halten.
Im Herbst werde ich kalken und im nächsten Frühjahr schau ich mir die Weide dann noch mal genau an. Entweder lass ich dann die Pferde wieder drauf oder ich mach mich auf die Suche nach Leih-Kühen.

Zu den Kühen:
Ich will Kühe!!! ...aber ich muss auch realistisch sein. Hier im und am Haus ist noch einiges zu tun und Pferde- und Hühnerstall sollen hier eigentlich auch noch bis zum Winter am Haus gebaut werden.... Der Teich muss ausgebaggert werden, der Garten "entrümpelt".... Da ist es einfach nicht drin, mal nebenbei mit der Kuhhaltung anzufangen. Ich würde ja, aber mein Mann hat den Kopf zum Glück am rechten Fleck. ;-)

Bezüglich schlechter Pferdeweiden muss man feststellen, dass man ohne intensive Pflege oder konsequenter Wechselbeweidung nach kürzester Zeit immer eine furchtbare Weide vorfindet, wobei das auch noch etwas abhängig von der Rasse ist. Ich stehe leider auf die Nordtypen, die bräuchten theoretisch aber nur 1,5 h täglich auf die Weide und wären trotzdem spackerund. Eine so kurze Weidefrist ist aber nicht artgerecht, also halte ich sie auf Portionsweide. Das hat aber zur Folge, dass sie die Grasnarbe extrem verbeißen. Folglich muss man auch wieder schauen, dass man sie nicht zu lange auf den Stücken laufen lässt...
Vom Weidemanagement wären Vollblüter besser. Die lässt Du 24 h auf viel Gras und sie werden trotzdem nicht rund. Bevor das Gras zu kurz wird, stellt Du sie einfach auf das nächste Stück.... und im besten Fall hast Du noch Schafe, die auf der abgegrasten Weide üppig satt werden.
Aber Vollblüter sind einfach nicht mein Ding.

Bezüglich Biogasanlage: Ich war gerade entschiedene Gegnerin der Riesenbiogsanlage im Nachbarort. Weil alle Bauern darauf gesetzt hatten, hat sich hier niemand eine kleine Anlage gebaut. Da die große Variante aber vom Tisch ist, wird das in nächster Zeit wohl passieren... Allerdings hab ich bis dahin hoffentlich die Weide schon wieder im Griff.
Und wenn die Pferde im Winter hier sind, kann ich auch den Dung vernünftig verarbeiten und dann wieder auf die Weiden bringen...
Alles wird gut.... :-)
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Beitrag#8von klosterbauer » Montag 6. Juni 2011, 06:40

Ahoi und nur ne kurze Anmerkung

die Österreicher sind da wohl vorsichtiger - sagt der SWR, wahrlich keine unseriöse Quelle.

Ich habe mal den Link beigelegt:
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Es grüßt in den feucht-schwülen Morgen (Regen!!)

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Beitrag#9von mangalitza » Montag 6. Juni 2011, 10:56

Der Link führt leider nicht ans Ziel.
Inhalt:
Mainz: Biogasanlagen möglicher Verbreitungsweg für EHEC?
Immer mehr Experten warnen vor einer möglichen Gesundheitsgefahr durch EHEC-Keime in Biogas-Anlagen. Das berichtet das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ. Hintergrund ist, dass viele Biogas-Anlagen Gülle von Rindern verwerten und damit auch mögliche Krankheitserreger aufnehmen.
Heute um 21:45 in der ARD
Michael
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www.nutztier-arche-kastanienhof.de
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Beitrag#10von klosterbauer » Montag 6. Juni 2011, 11:36

Ahoi

es geht mir nicht um die Sprossen, sondern darum, dass sich andere nicht so sicher sind, dass das, was aus Biogasanlagen kommt, unbedenklich ist. Ich will hier keine Erregersäue durch die digitalen Dörfer treiben, aber offensichtlich kann man halt nicht so einfach sagen, dass das, was aus der Biogasanlage rauskommt, unbedenklich ist. In dem Beitrag wird eben auch formuliert, dass die österreischischen Hygienebehörden das Zeug unangemeldet kontrollieren, damit Sie die Keimbelastung im Griff behalten. Und wer kontrolliert, der rechnet auch mit Bestandteilen, die da nicht hineingehören.

Darüber nachzudenken, das ist ja sicher erlaubt. Schließlich ist ne Biogasanlage schon etwas mehr als ein Misthaufen hintern Stall. Wie eine Biogasanlage gesteuert und befüllt wird, ist ja auch eine eigene Wissenschaft. Auf jeden Fall arbeiten die meisten Biogasanlagen wohl im Temperaturbereich 30 bis 40 C, genau der Temperaturbereich, der jetzt bei der Sprossenkeimung als kritisch angesehen wird.

Früher hat man auch Klärschlamm unbedenklich ausgebracht, heute ist man schlauer. Über die Abfälle der Biogasanlagen wissen wir sicherlich auch in 10 Jahren mehr. Insofern will ich hier nicht unken, sondern einfach bei neuen Stoffen zur Vorsicht raten.

PS: Nix gegen Deinen Bruder, aber die Atomkraftwerker halten Ihre Meiler auch für sicher. (nur weil Du mit dem Atomstrom angefangen hast ... ;))

beste Grüße

Peter

@Mangalitze: Da hatte ich den Link so schön aus der Internetseite rauskopiert - danke fürs Aufpassen.
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Beitrag#11von Frankenvieh » Montag 6. Juni 2011, 12:25

:hier biogas

Es ist alles mit vorsicht zu genießen! Wobei eigentlich auch vor geflügelkacke gewarnt werden müsste, da sinds auch zu Millionen drin.


Und wer glaubt Windräder sind umweltfreundlich, der sollte sich mal mit den "seltenen Erden" befassen und wie die abgebaut werden......




panorama

Tja, was nu????? wäre eigentlich ein eigener Thread.... :eyes:


Immer schön alles überprüfen..... DIE grüne Energie gibt's wohl nicht, die einen rechnen nach CO2 Billanz da stehen Atom und Wasserkraft ganz vorn.... mmmmh also besser Strom sparen und abschalten...

Aber bei Wasserkraft müssen wohl Staudämme her und der Atommüll??? Wohin da mit???
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Beitrag#12von klosterbauer » Montag 6. Juni 2011, 17:12

Ahoi noch ein letztes Mal, soll hier ja keine Dauerbaustelle werden ...

Nur noch folgende Anmerkung: Vielleicht ist es halt doch nicht egal, ob ausgeschissen oder aus der Biogasanlage - die Zeit wirds weisen, ich behaupte, wir wissen es nicht. Denn Wissen braucht Zeit und Erfahrung, die haben wir noch nicht.

(Zwischenruf: Die Sprossen waren es wohl doch nicht - sagt gerade Frau Aigner im Radio ...)

Lobbyisten übrigens haben immer nur Meinung, auch wenn sie mehr wissen, dürfen sie nicht alles sagen - da hast Du recht - nur finde ich den Bezug dazu nicht. Wenn mir ein Atomwerker sagt, die Dinger seien sicher, glaube ich das genauso wenig wie dem Biogaswerker, der Dung sei Spitze oder dem Klarschlamm-Lieferanten, dass es nichts besseres für mich gäbe ...

Und mit dem Inhalt dieses Zitates werden wir uns - leider - noch intensiver beschäftigen müssen. Wie kommt das Dioxin in die Schafleber? Wir sind nicht dran schuld, dürfen aber keine Lebern mehr in Verkehr bringen. Mal sehen, wie das weiter geht.... Auf jeden Fall kommt das "suspekte Grünland" thematisch schon bald auf uns zu, könnt ich wetten. Da hilft dann leider kein - sagen wir mal - gesundbeten oder ignorieren. Des Staates Macht und die öffentliche Meinung wird uns dann nicht loslassen.

Ich bleibe dabei und halte es da mit der kollegialen Kuhbäuerin - Vorsicht walten lassen.

Beste Grüße

Peter
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Beitrag#13von klosterbauer » Dienstag 7. Juni 2011, 07:51

Ahoi - mach ich hier Panik??? Dann hast mich falsch verstanden - ich hoffe, die anderen nicht.

Peter

PS: der Link führt auch zu einem Beitrag, wo drin steht: "wir geben zu, dass ...., wir können es noch nicht abschließend beurteilen ..., " "... dünne Datenbasis ..." usw. - da muss sich jeder dann selbst entscheiden, wie er oder sie handelt. ... oder ist es so, dass die Biogasanlagen in die Pleite gehen, wenn sie die Gärreste nicht als Dünger loswerden - da kenne ich mich nicht aus.
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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#14von schnuckened » Sonntag 2. März 2014, 10:10

Mein Anliegen passt ganz gut hier hinein, da es auch schon direkt angesprochen wurde, Aussaat März/ April. Wonach richtet sich das? Ich denke mal, dass es sich hier um das mögliche Ausfrieren der jungen Saat handelt. Aber Die Winter unterscheiden sich doch erheblich, vergleicht man den Heurigen mit dem Letzen! Jetzt Ende Februar, Anfang März sind die zu bearbeitenden Flächen schon so gut vorbereitet, dass bei günstiger Witterung mit der Aussaat (März/April!!!!) begonnen werden könnte. Das betrifft sowohl die Nachsaat des Grünlandes als auch die Neuanlage der zukünftigen Esparsettenfläche. Auch die Wetterprognose zeigt keine Änderung bis Mitte März.
Frage: Was kann bei doch plötzlich einsetzendem Spätfrost noch passieren? Totalausfall? Was ratet Ihr? Auf alle Fälle Zeit lassen? Es wäre natürlich schön, die jetzigen freien Stunden zu nutzen und alles komplett fertig zu machen.

Grüße

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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#15von Christina » Sonntag 2. März 2014, 10:55

Keine Antwort auf Deine Frage Schnuckened, aber abschließend auf meine Problematik:
Ich hab damals nicht nachgesät, auch nicht gedüngt. Ich hab gemulcht und ab Herbst 2012 und in 2013 einen Bauern mit Kühen drauf gelassen, der als Bedingung hatte, sie anschließend ordentlich nachzumähen. Dieses Frühjahr gehen nun wieder die Pferde drauf.
Die Weide sieht ordentlich aus.
Mein einziges Problem hier ist, dass es ausschließlich konventionelle Bauern gibt, die Gülle aus den Massen-Schweineställen drauf bringen wollen. Somit hab ich immer wieder Diskussionen, warum ich das nicht will (sind alle sehr stur und ich halt nur eine ahnungslose Frau).
Mein Vater möchte Kühe (Kälber zum Mästen) kaufen und auf unsere Weiden stellen. Das wäre eigentlich DIE Lösung, aber auch wieder sehr viel Arbeit. So weit bin ich noch nicht. Erst soll die Geschichte mit den Schafen ordentlich laufen.
Muss mich also noch über die Jahre hangeln....
Beste Grüße,
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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#16von Fuhrmann » Sonntag 2. März 2014, 11:14

Dauerweide mit Pferd ist Problematisch ! Weil Pferde sehr selektiv fressen. An Stellen wo es schmeckt bis unter die Grasnarbe und wo nicht und in den Kotecken wird garnicht gefressen. Ein Bekannter hat das mal schön als "Pferdemüde" bezeichnet.

Wechselbeweidung mit Wiederkäuern ist das natürlichste und sehr gut. Wie vor vielen Jahren hier Tarpan und Ur die Wiesen nutzten oder in der Serengeti heute noch Gnu und Zebra. Zudem unterbrechen sie sich gegenseitig die Parasitenkreisläufe. Das Ergebniss ist eine sehr schöne Grasnarbe.

Eine Alternative stellt die Mähweide da. Hier wird mitunter erst geheut und dann beweidet. Oder ein Jahr heuen ein Jahr beweiden.

Nachsaat, Dr. Renate Vanselow befasst sich intensiv mit Pferdeweiden und Gräsern, empfiehlt immer wieder die Nutzung vom Grusch !
Grusch ist quasi der Samen der auf dem Heuboden ausfällt. Diesen kann man im Frühjahr auf den Wiesen austreuen.

Gut ist es auch wenn die Wiesen mal spät beweidet oder geheut werden um den Gräsern die Möglichkeit des aussamens zu geben und damit kann sich die Wiese selbst erneuern.

Bei uns gibt es ale Streuobstwiesen die kommen ohne jegliche Düngung aus und haben ein sehr gutes Bodenleben. Diese geben schon seit Jahren gute Erträge ab. Wurden nie mit schwerem Gerät befahren und es wurden auch keine "modernen" Zuchtgräser eingebracht.

Des weiteren haben wir eine Düngung aus der Luft. Über die Emissionen wird z.B. auch Luftstickstoff eutropiert. Wie groß die Mengen sind weiss ich nicht. Kann man sicher aber auch kugeln.
[color=#00BF00]MIt Arbeitspferden sollte man Arbeiten, sonst sehen sie irgendwann nur noch so aus, aber können es nicht mehr !
Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#17von Christina » Sonntag 2. März 2014, 15:43

Ich hab letztes Jahr die erste Fläche mit kompostiertem Pferdemist gedüngt. Hier am Haus hab ich jetzt die Möglichkeit. Das werde ich jedes Jahr mit einem Stück machen, so dass alle 4 Jahre Dung drauf kommt.
Ansonsten ist halt Wechselweide angedacht, wo die Hinterlassenschaften liegen bleiben.
Beste Grüße,
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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#18von schnuckened » Sonntag 2. März 2014, 20:52

Mettbrötchen hat geschrieben:Zum Saattermin...
Da sind die Monatsangaben in der Tat sehr fragwürdig.
Letztes Jahr hatten wir die korrigierte Temperatursumme von 200°C (Vegetationsbeginn im Grünland) erst mitte April erreicht, dieses Jahr wird sie bei uns bereits in den nächsten Tagen erreicht.
Also rund 6 Wochen früher als 2013.
Auf den Trockenstandorten werde ich in der kommenden Woche mit Striegeln und der Gras-Nachsaat beginnen.

Viele Flächen sind allerdings noch viel zu nass um sie zu befahren.


Also Mettbrötchen, Die "korrigierte Temperatursumme von 200°C musst du unbedingt erklären! Kann mir zwar denken, dass das mit der Anzahl der warmen Sonnentage und der Bodenerwärmung zu tun hat, bin mir aber gar nicht schlüssig!

Leider habe ich mir aber überlegt mit der Aussaaat auf alle Fälle noch zu warten, denn für unsere Breiten ist durchweg trockenes Wetter angesagt, den Niederschlag den wir hier in diesem Jahr bislang hatten, passt in eine Fingerhut! Und doof rumliegen braucht die Saat dann auch nicht!

Grüße

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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#19von Uwe » Sonntag 2. März 2014, 22:24

Ich habe keine Pferde oder Ponys - aber Weiden und somit immer wieder Kahlstellen.
Meine Heuballen lagere ich auf Paletten. Dadurch habe ich regelmäßig reichlich „Grusch“ in den Hohlräumen unter den Ballen, somit auch überreichlich Saatgut zum Nachsähen. Einige Karren kommen da zusammen. Die volle Ladung bringe ich auf den Kahlstellen in den Weiden aus und muss nichts kaufen. Klappt gut, alles wächst schön nach.
Wenn alles Heu verfüttert ist ziehe ich die Paletten raus, lade die Saat auf meinen kleinen Anhänger und verteile es reichlich auf den Weiden … Kostet nichts und ich bin den „Abfall“ los.
Da wir im Moor wohnen haben wir auch keine Probleme mit Trockenheit, hier ist sowieso alles nass!
Demnächst (Mitte März) geht es wieder los, der letzte Ballen wird gerade verfüttert …
So klappt das schon seit Jahren, satte grüne Weiden mit super Heu! Und die nicht gefressenen Reste wie z.B. Binsen aus dem Heu nehme ich als Einstreu.
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#20von schnuckened » Montag 3. März 2014, 22:45

guter Link Mettbrötchen, wer es genau wissen will, kann sich gut danach richten. Aber jetzt bin ich der Meinung , dass normale phänoligische Beobachtungen auch in Bezug auf dererlei Voraussagen ausreichen dürften, um da nichts falsch zu machen. Nach der Rechenmethode wäre auch hier bei uns sicher der Sätermin heran, aber die Trockenheit macht dabei nen Strich durch die Rechnung. Also ist mit dem persönlichen Zeitfaktor im Nacken gesunde Wetterfühligkeit auf alle Fälle von Nutzen!

Grüße

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Re: Pferdeweide pflegen: mulchen und säen - was wann?

Beitrag#21von Dine » Dienstag 4. März 2014, 10:25

Ich habe gerade das kostenlose Angebot eines Landhandels in meiner Nähe angenommen und Bodenproben gezogen. Diese werden jetzt im LUFA kostenlos für mich ausgewertet. Eine Dünge Empfehlung für ökologische Bewirtschaftung von Dauergrünland für Pferd & Schaf inklusive. Ich bin mal gespannt, was dabei heraus kommen wird. Wir haben unseren Hof zwar auf 4m über NN, aber aufgrund der Nähe zum Landschaftschutzgebiet SüderMOOR haben wir immer eher mit Feuchtigkeit zu kämpfen. Ich bin gespannt, welchen PH Wert der Boden hat und ob ich kalken soll/muss.

Bei uns kann ich vor April nicht ans Säen und Mulchen Denken.
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