Erster Versuch mit Dreibockreutern


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Erster Versuch mit Dreibockreutern

Beitrag#1von armin » Sonntag 25. Mai 2008, 13:34

Hallo zusammen,

diese Woche war es soweit: Zum ersten Mal seit ca. 35 Jahren ging es für mich wieder daran, Heu zu machen. Damals war ich noch ein Kind und habe mehr zugeguckt (und den Bauern im Weg gestanden) als mitgemacht. Jetzt mussten wir uns die nötige Erfahrung erst einmal erarbeiten.

also: Am Donnerstag nachmittags die Wiese gemäht, Grasschnitt liegen gelassen bis gestern (Samstag) Vormittag. Dann kam unser Nachbar zufällig vorbei und bot uns an, die Mahd in Schwaden zu legen, das war wirklich hilfreich.

Unser Plan war es auf den klassischen alten Dreibockreutern zu trocknen. Eine genaue Baubeschreibung fand sich in einem Fachbuch über Ziegenhaltung, aus anderen Quellen hatten wir weitere Angaben. Im "Handbuch der Landwirtschaft" von 1898 fand sich die Angabe, dass ein Reuter je 1/4 ha benötigt wird. Für unsere 7.000 qm hatten wir also drei Gestelle zusammengebaut. Am Ende des Tages sah die Wiese dann so aus:

Bild


Und wir waren um folgende Erkenntnisse reicher:

1. Die Angabe im Handbuch der Landwirtschaft stimmen bezogen auf den klassischen Dreibock nicht, man benötigt ca. 6 - 7 Reuter je ha.
2. Reuter immer von den Ecken her schön gleichmäßig bepacken.In der Mitte bleibt dann eine Art Kamin frei, durch den erwärmte Luft offenbar durch die geschlossene Kappe entweichen kann. Nach unten ist da. 30 cm Luft bis zum Boden.
3. Der erste Versuch geht voll in die Hose, wir haben ihn am Ende wieder abgerissen und neu aufgebaut. Mit etwas Geschick wird der dritte Versuch schon ganz gut.
4. Bei der Arbeit zu zweit, wobei einer den Dreibock bepackt und einer den Grasschnitt nachliefert, benötigt man ca. 1 Stunde pro Reuter, d. h. rd. einen Arbeitstg je Hektar.

Das ist ne ganze Menge Arbeit, jetzt bin ich nur gespannt, ob die Qualität des Heus das recfhtfertigt. Aber einmal war es das auf jeden Fall der Mühe wert, schon allein des Bildes wegen...

Seit heute hat es angefangen zu regnen. Hat jemand eine gut6e Idee, was wir jetzt noch mit dem restlichen Heu machen, das noch immer in Schwaden auf der Wiese liegt? Stangen für weitere Reuter haben wir nicht mehr und inzwischen ist alles wieder durchnässt.

Über die Heuqualität werde ich demnächst berichten...

Armin
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Beitrag#2von Weitersbacher Hof » Sonntag 25. Mai 2008, 23:16

Hallo Armin,
das erinnert mich an unsere alten Kleeböcke, die hinter dem Weidestall aufgestellt wurden. Das Heu soll eine hervorragende Qualität gehabt haben. Schön, dass so was noch gemacht wird, auch das Pressen von kleinen HD-Ballen, wie es Conny kürzlich beschrieb. Wenn alle Leute ihr Heu mit Handarbeit machen müssten, gäbe es keine Überproduktion und keine Massentierhaltung.
Mit den Schwaden müsst Ihr einfach warten, bis es trocken ist, dann wieder ausbreiten, trocknen lassen, erneut schwaden und entweder lose unter Dach setzen oder zusehen, dass Ihr jemanden mit einer HD-Presse findet, der Euch Ballen macht. Die müssen aber auch trocken gelagert werden und sind im übrigen sehr begehrt, wenn man sie ohne Aufsicht draußen lässt.
Grüße
Doris
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Beitrag#3von schmidti » Montag 26. Mai 2008, 09:00

Hallo Armin,

also da zieh ich echt den Hut vor eurer Arbeit. Ich mache mein Heu auch von hand und weiss was es bedeutet.
Ich habe auch schon überlegt solche Reuter zu verwenden. Das würde vor allem dann Sinn machen wenn man die bis zum Winter,also zur Fütterung auch stehen lassen könnte. Weißt du ob das geht, oder muss man dass Heu irgendwann vom Reuter nehmen und anders lagern?
Interessieren würde mich auch eine detailiertere Anleitung zum Aufbau eines Reuters Bild Bild

Bildle Grüsse, muss jetzt Heu wenden gehen, schmidti
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Beitrag#4von armin » Montag 26. Mai 2008, 20:28

Hallo Schmidti,

der von uns verwendete Reuter besteht aus drei Stangen, Länge 210 cm, die in Form einer Pyramide aufgestellt werden. Die Füße stehen am Boden in einem Abstand von 160 cm. Etwa in 50 cm Höhe ist an jeder Stange außen ein 10 - 15 cm langer Nagel eingeschlagen. Auf diese werden 200 cm lange Querstangen gelegt, die dann nach jeder Seite 40 - 50 cm überstehen. Auf diesen Überständen wird mit dem Packen begonnen Die aufrecht stehenden Stangen werden oben mit Draht verbunden, fertig ist der klassische "Dreibock".

Die Trocknungszeit soll je nach Witterung rd. 14 Tage betragen, da ist wohl ein gelegentlicher Schauer schon eingerechnet. Bei länger anhaltendem Regen kann es wohl auch länger dauern, aber die Heubereitung funktioniert auch dann. Wenn danach die obersten Schichten abgetrocknet sind, wird das Heu aber immer geborgen. Ich hätte auch große Zweifel, ob es eine gute Idee ist, den Reuter über Monate so stehen zu lassen. Sonnenlicht (UV-Strahlung), Regen und Wind führen unweigerlich zu einer Alterung und damit zum Qualitätsverlust des Futters.

In anderen Ländern wird das aber wohl so gemacht. Dort werden allerdings andere Reuterkonstruktionen verwendet, die ich nicht kenne, schau mal hier. *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***. Wir waren letztes Jahr in Rumänien und haben die Konstruktionen, wie im Bild unten rechts selbst gesehen. Die sind riesig, ca. 3 - 4 Meter hoch, das auf dem Bild erkennbare Seil dient wohl u. a. zum Besteigen. Eine so große Futtermenge ist sicher auch ein Lager für die Wintermonate, trotzdem, ich würde das Heu lieber in der Scheune einlagern.

@Doris:
In den nächsten Tagen soll es hier immer wieder regnen. Wie lange kann ich das Zeug in Schwaden auf der Wiese liegen und nass regnen lassen bevor es endgültig verdorben ist? Kann man aus dem durchfeuchteten angewelkten Grasschnitt vielleicht Siloballen pressen lassen?

Gruß
Armin
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Beitrag#5von Weitersbacher Hof » Montag 26. Mai 2008, 22:59

Hallo Armin,
voriges Jahr hatten wir 3 Wochen lang Schwaden liegen, bevor man endlich pressen konnte. Damals hat es im Juni ständig geregnet. Das Heu ist gerne gefressen worden, was ich nicht gedacht hätte.
Heuer ist es knochentrocken bei uns; vorgestern hat es 5 Liter geregnet, aber der Boden ist dennoch wie Beton.
Das Heu verliert ständig Nährstoffe, aber Rohfaser ist noch drin. Sagt mein Landwirtschaftsmeister.
Ideal ist es, innerhalb von 3 Tagen zu mähen, zu wenden, zu schwaden und zu pressen. Da könnte man sich reinsetzen, und das Futter wird im Winter aus der Luft gefangen, so schnell kann man gar nicht vorgeben.
Rundballensilage kannst Du natürlich machen, wenn einer kommt, der presst und wickelt. Das gibt einen oder 2 Ballen, grob geschätzt, wenn ich die Schwaden betrachte. Von der Silage sind wir abgekommen, weil man hinterher so viel nicht wieder verwertbaren Kunststoffabfall hat, und die Arbeit mit der HD-Presse ist gemächlicher, wenn kein Gewitter in Aussicht ist, der Hund kann mit...
Grüße
Doris
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Beitrag#6von klosterbauer » Montag 26. Mai 2008, 23:10

Hallo Armin,

wenn ich demnächst mal nach Remscheid komme, dann gehe ich Heureiter schauen (so nennen wir die Dinger hier). Beim letzten Mal war ich leider ziemlich im Stress, sonst hätte ich schon geklingelt.

Die ersten zwei Jahre habe ich auf die gleiche Art und Weise Heu gemacht. Allerdings habe ich das Gras nicht nass drauf gepackt, sondern mit Rechen und Gabel drei Tage gewendet und auf Schwaden gelegt - und dann die Gestelle voll gepackt.

Das Heu war super, allerdings der Schnitt auch ein wenig später als der jetztige von Euch. Also die Halme länger ... Der Regen perlt, wenn man die Dinger richtig schichtet, gut ab, die äußere Heuschicht ist nicht ideal, aber innen - ein Traum! Ach ja: WIr haben das Heu bis zum Winter auf den Reitern gelagert und dann passend zur Fütterung runtergenommen. Hat auch geklappt. Aber wie gesagt: Wir hatten auch getrocknetes Heu geschichtet ...

Doch jetzt mit 8 ha Heufläche ist das einfach im Nebenerwerb nicht mehr zu schaffen. Aber eine super Sache, wir wollen dies zu Anschauungszwecken auch künftig wieder kultivieren. Damit die Traditionen nicht ganz verloren gehen.

Wie mit dem nassen Heu umgehen, dass hat Doris schon beschrieben. Allerdings sinkt die Qualität - für die Schweine vielleicht nicht so wichtig. Wenn ihr aber z.B. Tiere damit füttert, die Junge groß ziehen, dann müsst Ihr ein wenig Kraftfutter beigeben.

Wenn ich mir Euren Rest so anschauen, lohnt es sich dafür kaum, einen Ballenpresser zu bestellen. Das gibt sicher gerade mal einen Ballen. Dann lieber, wenn es wirklich vergammelt, verteilen und sozusagen als Gründünger nutzen. Wie lange es feucht werden darf, das erkennt Ihr schon beim Fühlen und Riechen. Aber ne Woche sollte schon klappen. VOn Nachteil ist nur, dass das frische Grün von unten nachwächst. Das macht die Verarbeitung schwieriger.

Aber supi - und bis bald grüßt

Peter
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Beitrag#7von karinenhof » Dienstag 27. Mai 2008, 12:08

hallo Armin,

erst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast es so hier rein zu bringen. Wir wollen in diesem Jahr auch reutern. Noch fehlte die Zeit, weil wir unsere neue Wiese einzäunen mußten.

In einem Schafbuch sind auch Reuter abgebildet. Diese sehen so ähnlich aus. Super finde ich die Lösung, dass die Stangen nur aufgelegt und nicht festgemacht werden. Dadurch kann man sie viel besser verstauen, wenn nicht mehr gebraucht.

Ich hatte gelesen, dass das Gras auf einem Reuter lange gelagert werden kann. So wie oben schon beschrieben ist die oberste Schicht nicht so toll. Sie diehnt als UV Schutz, Regendach und so. Aber durch die "innere" Belüftung bleibt der Rest tatellos. Ganz wichtig ist wohl die oberste Schicht an der Spitze. Diese sollte besonders sorgfältig gepackt werden, damit der Regen abläuft und nicht eindringt. Wenn Reuter fertig, soll vorsichtig einmal alles abgeharkt werden (alles Info´s aus dem Buch, noch keine eigenen Erfahrungen).

Interessant finde ich die Beschreibung, wie Du gepackt hast. Da habe ich auch noch eine Nachfrage. Begonnen hast Du an den überlappenden Enden. Wird den in der Mitter der Stange nichts gepackt? Oder "füllst" Du die dann von den Seiten her auf?

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Beitrag#8von Alli » Dienstag 27. Mai 2008, 21:24

Hallo Karin,
ich habe immer an allen drei Ecken Heu aufgestapelt und dann die Zwischenräume auf den Querstangen ausgefüllt. Dann wieder die Ecken höher gebaut und danach wieder die Zwischenräume auf den Querstangen und so weiter. Auf den Ecken kann man recht gut packen. Bei den ersten Runden ist das Auffüllen dazwischen etwas schwieriger, weil da immer mal wieder etwas abstürzt... wenn man weiter nach oben kommt wird es einfacher.

Gruß vom Spelsberger Kotten
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Beitrag#9von karinenhof » Dienstag 27. Mai 2008, 21:46

hallo Alexandra & Co,

mit der unteren "Mitte" kann ich mir vorstellen. Da ist ja der Abstand von einer zur anderen Ecke am weitesten.

Schön, dass Ihr hier von Euren Erfahrungen schreibt. Das bestärkt mich sehr, es in diesem Jahr zu versuchen.
Da habe ich gleich noch eine Frage, die ich vorher vergessen hatte.

Gelesen habe ich, dass das Gras nur anwelken soll. Nun ist das ein für mich recht weiter Begriff. So zwischen gerade schlapp und fast rascheltrocken. Wann habt Ihr das Gras aufgestapelt?
Werden die einzelnen Stangen so hoch wie geht bepackt? Ihr merkt schon, hier ist wieder die

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Beitrag#10von Alli » Dienstag 27. Mai 2008, 21:56

Hallo Karin,
da bin ich schon wieder.
Wir haben das Gras/Heu auf die Reuter gepackt, nachdem es zwei Tage nach dem Mähen auf der Wiese gelegen hat und nicht gewendet wurde. Teilweise war es schon recht rascheltrocken anderes war noch eher feucht. Zum Packen eignet sich das etwas feuchtere Gras besser. Wir haben hier allerdings auch immer viel Wind, da ist es bei dem trockenem Gras noch schwieriger, aber mit ein bisschen Übung konnte ich bei dem letzten Reuter auch schon recht trockenes Gras gut packen.

Wie Du auf den Fotos siehst werden die Gestelle bis oben hin bepackt, man hat dann irgendwann keine richtigen Ecken mehr sondern kann immer rund rum quasi im Kreis packen. Frau braucht dann für ganz oben aber z.B. eine Bierkiste zum draufsteigen (ich zumindest komme da sonst nicht dran).

Wir haben jetzt übrigens noch zwei weiter Reuter gebaut und das noch auf der Wiese liegende Gras wieder etwas ausgebreitet damit es wieder trocknen kann. Bis morgen soll es hier nicht regnen und wir haben viel Wind, dann werde ich das auch noch auf die Reuter packen.

Lieben Gruß
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Beitrag#11von karinenhof » Dienstag 27. Mai 2008, 22:43

hallo Alexandra,

ich auch schon wieder. Ich finde es imme spannender.
Nun doch noch eine (für heute letzte) praktische Frage.
Ihr habt die drei Stangen aufgestellt. Dann in 50 cm Höhe die ersten Querstangen (ca. 2 m) mittels Nägel aufgelegt. Und dann immer weiter in ca. 50 cm Abstand? Das die nächsten Querstangen immer kleiner werden kann ich mir schon denken. Oder ?

Mit zwei Mann (Frau) sollte das gut klappen. Wenn die 2,10 m Stangen zum "Zelt" gestellt werden, dann sollte die Höhe vom Reuter nach der letzten Schicht etwa so hoch werden. Da sollte ich ohne Kiste rankommen. Auf der anderen Seite ist so eine Kiste - gefüllt mit kühlem Nass Bild - schon eine gute Idee mit auf die Wiese genommen zu werden.

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Beitrag#12von Alli » Mittwoch 28. Mai 2008, 22:52

Hallo Karin,
die Antwort kommt erst jetzt, da wir heute noch zwei Reuter gepackt haben. Und es ist immer noch was übrig Bild
Einen Teil der schon trockenen Reste haben wir direkt mal den Schweinen mitgenommen und die fanden es anscheinend sehr lecker.

Nun zu Deinen Fragen.
Es wird nur die eine Querstange in ca. 50 cm Höhe angebracht, keine weiteren. Es gibt andere Reuterformen bei denen es mehrere Querstangen gibt, bei den Dreibockreutern aber nur die eine.

Das mit der Höhe ist vor allem ein Problem, weil der Reuter durch das Heu auch sehr breit wird. Und man auch noch genug "Kraft" braucht um das Heu auch oben ordentlich zu packen. Da hilft es nichts wenn man da noch so gerade eben dran kommt. Meine Kiste ist übrigens ganz leer, keine Flaschen geschweige dann Inhalt... Bild

Lieben Gruß
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Beitrag#13von karinenhof » Mittwoch 28. Mai 2008, 23:08

oh jeh, leere Kiste, schwere Arme, aber bestimmt super Heu Bild.

Da bin ich ja auf´s packen gespannt. Nur eine Querstange. Könnte man sich das Packen nicht durch eine zweite Querstange auf "halber" Höhe erleichtern?

Das mit dem oben rankommen weil´s unten recht breit ist- habe ich nicht bedacht. Da werd ich wohl auch Probleme haben. Aber ich habe auch eine Kiste! Damit wird´s wohl gehen.

Ob so ein Reuter auch in mehreren Etappen bepackt werden kann? Also ich meine z.B. am Samstag mähen, am Sonntag das vom Samstag packen und die zweite Runde mähen, am Montag den Schnitt vom Sonntag packen und die dritte Runde mähen und so weiter.

Wir müssen alles mit der Sense mähen und das ist natürlich ganz schön anstrengend.

Oder kleinere Reuter bauen. Oder?

Ich glaub ich muß es einfach probieren.

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Beitrag#14von armin » Samstag 31. Mai 2008, 10:00

Hallo Karin,

so, jetzt bin ich wieder dran mit den Antworten... Bild

Also: eine zweite Lage Querstangen ist möglicher Weise gar nicht so hilfreich. Dadurch, dass man bis zur Spitze alles aufeinander schichtet, ergibt sich ein recht stabiler Aufbau. Eine zusätzliche Querstange könnte da den Aufbau sogar eher noch behindern als erleichtern.

Aber wie Alexandra schon geschrieben hat: Es sind auch andere Bauweisen beschrieben, die entweder zusätzliche Querstangen haben oder z. B. einen umlaufenden Draht. Dazu haben wir aber keine genaueren Angaben, d. h. Maße, und wir wissen auch nicht, wie stark der Grasschnitt dann vor dem Packen angewelkt sein muss. Auf die von uns verwendeten Dreibäcke muss gut angewelktes "sperriges" Material, mindestens 36 Stunden am Boden getrocknet.

Was das Bepacken in mehreren Tagen angeht, wäre ich vorsichtig. Die volle Stabilität erhält die ganze Konstruktion erst bei voller Bepackung. Es gibt eine verkleinerte Version des Dreibocks, die manchmal als "Heumanderl" erwähnt wird. Die soll aber wesentlich schlechter funktionieren. Das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen und Masse ist wahrscheinlich ungünstiger, auch bei maßstabsgerechter Verkleinerung und auch Vergrößerung.

Nachdem wir jetzt zwei weitere Böcke aufgebaut haben und immer noch reichlich Grasschnitt übrig ist, würde ich schätzen, dass man einen Dreibock pro 1.000 - 1.500 qm braucht (das kommt natürlich immer auch auf die Leistung des Bodens an). Schafft Ihr diese Fläche in einem Zug zu mähen? Wenn nicht, versucht es besser mit einem anderen Reutertyp, den Ihr an einem Tag fertig aufbauen könnt. Wir haben ja so einiges herumrecherchiert und ich hätte hier noch Angaben über die Allgäuder "Heinze" (deutlich kleiner als der Dreibock) und Schwedenreuter. Was nirgendwo vernünftig zu finden ist, sind Angaben zu der Anzahl der Gestellt je Hektar. Da hilft wohl nur eigene Erfahrung.

Ich hoffe, das hilft Dir jetzt etwas weiter. Was ich hier noch so an Angaben habe, ist alles in Papierform. Wenn Du davon was brauchst, schick mir bitte ne PN mit Faxnummer.

Also viel Spaß beim Asuprobieren...

Liebe Grüße
Armin
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Beitrag#15von knüllbergfarm » Sonntag 1. Juni 2008, 06:57

Hallo in die Runde wir haben mal wieder den Bock abgeschossen unser Nachbar will perdu nich unser Gras mähenBild,er meint wir Kaufen sowis o zu da brauch er das nich obwol wir Ihn bezahlen,naja mal sehen .
Letztes Jahr ist seine HD Presse kurz bevor wir vertig waren kaput gegangen und nchsten Tag Hats Mittag angefangen zuregnen also haben wir alles in die guten alten Jutesäcke gestopft und dan aufm Heuboden bei uns gepackt war echt prima das Heu nur ne elende Arbeit.Das mit den Heureutern werden wir den woll auch machen, und wenn ich das mitte Sense mähe nur mit den abtransport wirds etwas schwer da unser
Schmiedag Hansa Einachsschleper kapute Zündung hat Bild
Gruss Thomas
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Beitrag#16von karinenhof » Montag 2. Juni 2008, 10:06

hallo Armin,

bin etwas in Eile, deshalb nur kurz.
Deine Angabe mit ca. 1000 m² für einen Reuter hilft mir schon ganz gut weiter. Diese Fläche in einem Rutsch mit der Sense zu mähen ist für mich schon eine Aufgabe. Evt. kann ich es an zwei Tagen machen. Mein Göttergatte hat es nicht so mit dem Sensen. Der würde lieber eine Motorsense haben.

Ich werde in meinen Unterlagen auch noch stöbern und dann entscheiden, wie wir bauen. Berichten werde ich hier allemal.

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Beitrag#17von klosterbauer » Montag 2. Juni 2008, 14:11

Hallo - ich habe meine Dreiböcke damals etwas kleiner gebaut, damit ich leichter oben dran kam. Geht auch. Und ich habe damals vier Stück auf 2.500 Quadratmeter gebraucht - da war es aber schon später im Jahr und das Heu entsprechend dicker.

Und wie gesagt - ich habe die Dreiböcke als ganzjährige Lagermöglichkeit genutzt - hat gut geklappt ...

Aus dem Bergischen grüßt
Peter
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Beitrag#18von knüllbergfarm » Dienstag 10. Juni 2008, 07:23

Hallo in die Runde hab noch nicht angefangen Morgen soll es hier Gewitter geben letzte Woche war Montag und Dienstag richtig heftig Gewitter. Ich werde für die Reuter Baugerüsttsangen nehmen Holzstangen hab ich inmoment nicht

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Beitrag#19von karinenhof » Dienstag 10. Juni 2008, 10:49

welche Gewitter? Wie fühlt sich Regen an?

Wir haben Anfang vergangener Woche ein neues Schild aufgestellt. Die Löcher für die Pfähle ca. 50 - 60 cm tief. Nur Zuckersand. Bis unten runter. Hier vertrocknet alles.

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Beitrag#20von Weitersbacher Hof » Dienstag 10. Juni 2008, 23:59

Hallo Karin,
Anfang voriger Woche habe ich auch noch über die Trockenheit gejammert. So wie es damals aussah, hätte man 1000 HD-Ballen Heu und 200 Ballen Stroh pressen und ein bisschen Futtergetreide für die Schweine und FederBildcher ernten können und wäre mit der Geschichte durch gewesen. Ein paar Brennnesseln und Dornen rund um die Weiden mit der Forstsense abmähen und zusehen, wie man die Tiere über Sommer durchbringt...
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ( Punkt 1.50 Uhr) bin ich aufgewacht - nachts schlafen die Ratten doch???... und das Zimmer war taghell erleuchtet. Blitze, Donner, Sirenen aus allen Richtungen, Hagel, dass man dachte, es werden ununterbrochen Steine ans Fenster geworfen. Das ging über mehrere Stunden, Sturzbäche rauschten von den Hügeln und Bergen, 35 Liter Regen auf den Quadratmeter.
Die Kühe in der Nähe des Wasserfasses, wenn der Blitz einschlägt, die Gebäude voller Schlamm, Wege zerrissen, alte Obstbäume in der Mitte auseinander gebrochen, der Kartoffelacker total zerstört, unsere schönste Wiese ein Geröllfeld, dem Zwergseidenhunhn hat es im Stall die Bruteier unterm Hintern weggespült, der Hund saß im Schlamm, selbst zu den Gänsen, Enten und Hühnern war die Brühe vorgedrungen. Am nächsten Tag war der Weitersbach so leer wie vorher, die Wassermassen hatten sich verlaufen.
Man weiß nicht, was besser ist: Trockenheit oder diese Unwetter. Langsam müsste der letzte Zweifler an den Klimawandel glauben.
Aber 3 Leute im Haus und 4 Autos.
Grüße
Doris
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Beitrag#21von karinenhof » Mittwoch 11. Juni 2008, 10:45

hallo Doris,

so etwas wünsche ich Keinem. Ich finde diese Extreme auch schlimm. Wollte auch nicht meckern. Es war eher eine Feststellung. Schon vor zwei Jahren mußten wir im September schon Heu füttern, weil durch die Trockenheit nichts nachgewachsen ist. Inzwischen haben wir eine etwas andere Beweidung probiert und derzeit scheint es noch zu funktionieren.
Wenn es ganz schlimm wird, bitte ich die Feuerwehr doch auf unserer Wiese mal den Löschangriff nass zu trainieren. Dann haben wir die Chance, dass es nicht verbrennt.

Wir steuern ja schon etwas gegen. Haben Bäume und Sträucher gepflanzt. Und das geht auch noch weiter.

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Beitrag#22von armin » Montag 14. Juli 2008, 21:26

Hallo zusammen,

nun wollte ich doch noch kurz vom Ergebnis der ganzen Anstrengung berichten, also:

Vom gesamten Grasschnitt hätten wir ca. sieben Reuter packen können. Wir hatten aber nur fünf, also ist ein Teil auf der Weide geblieben. Etwa die Hälfte davon ist dann - mit tatkräftiger Unterstützung meiner Schwiegereltern - noch als Heu verwendbar gewesen, der Rest verdorben.

Von den fünf Reutern waren drei komplett in ordnung, das Material von einem war teilweise verwendbar, von einem weiteren fast komplett verdorben. Der Reuter war wohl falsch gepackt (war auch einer der ersten) bzw. das Schnittgut war noch zu feucht. Das gelungene Reuterheu ist sattgrün gefärbt und hat eine feinere Struktur als das von gleichen Schnitt aus Bodentrocknung. Es hat im Unterschied zu diesem einen leicht säuerlich-herben Stich.

Jezt kommt das Interessanteste, der Fütterungstest: Bietet man den Schweinen gleichzeitig Heu von Reuter und aus Bodentrocknung an, wird sofort das Reuterheu gewählt! Ein so deutliches Ergebnis hätte ich nicht erwartet. Wird als Vergleichsprobe alternativ Heu von Nachbarn angeboten, das übrigens tadellos aussieht und riecht, dann wählen die Schweine immer unsers, egal ob vom Reuter oder vom Boden. Das mag daran liegen, dass wir mit Absicht sehr früh geschnitten haben, weil ich einen höheren Eiweißanteil und weniger Strukturkohlehydrate wollte. Bei Pferden und Wiederkäuern hätte ich das nicht gemacht.

Übrigens haben uns sämtliche Nahbarn vor Selbstentzündung gewarnt, weil wir noch im Nai gechnitten haben. Nach rund fünf Wochen auf den Böcken scheint aber nichts mehr zu passieren, zumindest nicht bei loser Lagerung. Wie es bei HD-Ballen gewesen wäre, weiß ich nicht.

Kann jemand unsere Erfahrungen bestätigen? Der Zeitaufwand scheint sich ja tatsächlich zu lohnen...

Viele Grüße
Armin
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mein erster heureuter

Beitrag#23von milchschaf » Freitag 5. Juni 2009, 18:19

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so hier isser mein erster hoffe er sieht manierlich aus
lg martina
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Beitrag#24von klosterbauer » Freitag 5. Juni 2009, 18:38

Hallo und ein kleiner Tipp:

Wo die Stangen rausschauen, kann Wasser durch. Eigentlich sollten die wohl komplett bedeckt sein, dicht eben auch von oben. Das Wasser tropft und rinnt dann wie an einem Zelt herunter. Darum soll es auch an den Seiten von oben nach unten herabtropfen können, ohne irgendwo Seen bilden zu können.

AUs dem Bergischen grüßt
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Beitrag#25von milchschaf » Freitag 5. Juni 2009, 18:46

ich hab dafür kein heu mehr wenn ich das mit einer plane abdecke wäre das was?
erst ab mitte nächster woche kann ich wieder mähen kann ich es dann mit dem anderen heu auffüllen?
lg martina
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